Angler am Kiesufer eines Flusses in der Dämmerung fädelt ein Laufblei auf die Hauptschnur, die Grundrute liegt im Rutenhalter AI
Montage

Grundmontage: Aufbau, Bleigewicht und Anleitung

Vier Teile zwischen Hauptschnur und Haken, und damit fängt in Deutschland wahrscheinlich mehr Fisch als mit jeder anderen Montage. Das Blei läuft frei auf der Schnur, der Fisch zieht ab, ohne sein Gewicht zu spüren. Wie schwer es sein darf, rechnest du weiter unten für deine Wurfweite aus.

Kurz gesagt

  • Eine Grundmontage besteht aus vier Teilen auf der Hauptschnur: Laufblei, Perle, Wirbel und daran das Vorfach mit dem Haken.
  • Das Blei wird aufgefädelt und nicht angeknotet. Der Fisch zieht die Schnur hindurch und spürt sein Gewicht nicht.
  • Im Stillwasser reichen 25 bis 40 g, in starker Strömung sind 70 bis 95 g nötig. Über das Gewicht entscheidet die Wurfweite, über die Form der Grund.
  • Das Vorfach ist 30 bis 80 cm lang und vier bis fünf Hundertstel schwächer als die Hauptschnur, damit ein Hänger nur den Haken kostet.
  • Sie zeigt feine Bisse direkter als jede andere Grundmontage und hakt dafür keinen Fisch von allein.

Das Blei liegt, die Schnur läuft

Eine Grundmontage besteht aus vier Teilen, und ihr ganzer Trick steckt im ersten davon. Das Blei wird nicht angeknotet, sondern aufgefädelt. Die Hauptschnur läuft durch einen Kanal hindurch und endet erst weiter unten am Wirbel.

4 Teile zwischen Schnur und Haken
30 bis 80 cm übliche Vorfachlänge
2 Minuten Aufbau am Wasser

Nimmt ein Fisch den Köder und trägt ihn weg, zieht er die Schnur durch dieses Blei hindurch. Er bewegt ein paar Gramm Schnur, nicht 80 g Blei, und schöpft deshalb keinen Verdacht. Bei einer fest angebundenen Bleikugel wäre an dieser Stelle Schluss, und ein misstrauischer Fisch ließe den Köder wieder fallen.

Steckbrief Grundmontage

Aufgabe
Köder am Grund anbieten Ohne dass der Fisch beim Abziehen das Bleigewicht spürt
Bauteile
Laufblei, Perle, Wirbel, Vorfach In dieser Reihenfolge auf die Hauptschnur, dann der Haken
Prinzip
Das Blei liegt, die Schnur läuft Der Kanal im Blei gibt die Schnur frei, sobald der Fisch zieht
Bleigewicht
25 bis 165 g Nach Wurfweite und Strömung, der Rechner unten sagt es genauer
Bleiform
Olive, Sargblei, Birnenblei, Krallenblei Nach Grund und Strömung, immer mit Kanal statt mit Öse
Vorfachlänge
30 bis 80 cm Kurz in Strömung, lang bei zögerlichen Fischen im Stillwasser
Alle 10 Angaben
Zielfische
Aal, Brassen, Karpfen, Schleie, Barbe, Wels Mit Köderfisch und beißfestem Vorfach auch Zander und Hecht
Gewässer
See, Fluss, Kanal, Talsperre Überall, wo der Grund fest genug ist und das Blei nicht einsinkt
Schwierigkeit
einfach Die erste Montage, die die meisten selbst binden
Grenze
keine Selbsthak-Wirkung Den Anhieb setzt du selbst, die Rute muss besetzt bleiben

Am häufigsten fehlt das kleinste Teil

Vier Teile klingen nach wenig, und trotzdem übernimmt keins die Aufgabe eines anderen. Wer eins weglässt, merkt es nicht beim Aufbau, sondern an einem gerissenen Knoten oder an einem Vorfach, das sich zur Spirale gedreht hat.

Die Montage Teil für Teil

6 Bauteile

Die vier aufgefädelten Teile, dazu Hauptschnur und Haken. Fehlt eins davon, fällt die Montage nicht aus, sie wird nur schlechter, und meistens merkst du es erst an ausbleibenden Bissen.

1 2 3 4 5 6
  1. Hauptschnur

    Sie läuft durch das Blei hindurch und endet erst am Wirbel. Genau diese Strecke gibt der Fisch frei, wenn er den Köder wegträgt.

  2. Laufblei

    Es hält die Montage an Ort und Stelle und ist trotzdem nicht mit ihr verbunden. Sein Gewicht trägt der Grund, die Schnur trägt nur sich selbst.

  3. Perle

    Das kleinste Teil und das am häufigsten vergessene. Sie sitzt direkt über dem Wirbel, nicht irgendwo auf der Strecke dazwischen, sonst trifft das Blei am Ende doch den Knoten.

  4. Wirbel

    Er stoppt das Blei nach unten und nimmt den Drall aus der Schnur. Ohne ihn dreht sich das Vorfach mit der Zeit zu einer Spirale.

  5. Vorfach

    Die Strecke, die der Fisch als Erstes berührt. Sie ist die schwächste Stelle der ganzen Montage, und das mit Absicht.

  6. Haken mit Köder

    Er liegt frei auf dem Grund, ein Stück vom Blei entfernt. Der Abstand ist der Grund, warum ein misstrauischer Fisch überhaupt zugreift.

Verwandte Montagen

3 Montagen

Dieselbe Aufgabe, anders gelöst. Unter jeder Zeichnung steht, wann sie die bessere Wahl ist.

In fünf Schritten aufgebaut

Zwei Knoten, sonst wird nur aufgefädelt: einer bringt den Wirbel an die Hauptschnur, einer den Haken ans Vorfach. Der Clinchknoten reicht für beide, der Palomarknoten hält mehr aus und geht auch im Dunkeln. Wer die Reihenfolge einmal im Kopf hat, baut die Montage nachts in zwei Minuten neu auf, und genau darauf kommt es an, wenn das Vorfach reißt.

  1. Das Laufblei auf die Hauptschnur fädeln

    Die Hauptschnur durch den Kanal des Bleis schieben, nicht anknoten. Der Kanal ist das eine Merkmal, auf das es hier ankommt: eine angegossene Öse taugt für diese Montage nicht.

  2. Eine Perle hinter das Blei schieben

    Gummi oder Hartplastik, 5 bis 6 mm, das Loch groß genug für die Hauptschnur. Sie gehört zwischen Blei und Wirbel, an jeder anderen Stelle ist sie wirkungslos.

  3. Den Wirbel an die Hauptschnur knoten

    Ein Clinch- oder Palomarknoten reicht. Der Wirbel ist zugleich der Stopper für das Blei und die Bremse gegen den Drall, den ein rollendes Blei in die Schnur dreht.

  4. Das Vorfach an die andere Öse hängen

    30 bis 80 cm, immer eine Nummer schwächer als die Hauptschnur. Reißt etwas, dann dort, und du verlierst den Haken statt der halben Montage.

  5. Den Haken anbinden und den Köder aufziehen

    Hakengröße nach Köder wählen, nicht nach Fisch. Ein Tauwurm braucht mehr Schenkel als eine Made, und ein zu kleiner Haken verschwindet im Köder.

Welche Bleiform an welches Wasser gehört

Über das Gewicht bestimmt die Wurfweite, über die Form bestimmt der Grund darunter. Dieselben 60 g halten je nach Bauform an ganz verschiedenen Stellen, und ein flaches Blei sinkt in weichem Schlamm langsamer ein als eine Olive, die ihr Gewicht auf einen Punkt drückt.

Bleiform Was sie tut Ihr Wasser
Olive rollt bei Zug ein Stück mit, kommt über Kraut hinweg Stillwasser und leichter Zug
Sargblei flach und kantig, bietet der Strömung wenig Fläche Fluss und Kanal mit festem Grund
Birnenblei fliegt am weitesten, stellt sich beim Sinken auf Stillwasser und Fluss, vor allem weit draußen
Krallenblei verankert sich mit ausklappbaren Drähten starke Strömung und Brandung

Jede dieser Formen gibt es mit durchgehendem Kanal und mit fester Öse. Für die Grundmontage brauchst du den Kanal. Ein Blei mit Öse läuft nur dann, wenn ein Röhrchen oder ein Clip auf der Hauptschnur sitzt und es daran hängt, sonst hast du eine Festbleimontage gebaut, ohne es zu merken.

Vier Grundbleie nebeneinander auf nassem Kies: eine Olive, ein flaches Sargblei, ein Birnenblei und ein Krallenblei mit ausklappbaren Drähten

Vier Formen, vier Aufgaben

Von links nach rechts wird die Auflagefläche größer, und daran erkennst du am Wasser, wofür ein Blei gebaut ist. Die runde Olive liegt auf einem Punkt, das flache Sargblei auf seiner ganzen Unterseite.

Das Krallenblei rechts ist der Sonderfall. Seine Drähte klappen unter Zug aus und graben sich in Sand und Kies, und ohne sie bräuchte es an derselben Stelle rund die Hälfte mehr Gewicht.

Olive, Sargblei, Birnenblei und Krallenblei nebeneinander. AI-Bild

Zwei Größen entscheiden über das Bleigewicht

So leicht wie möglich, so schwer wie nötig, sagt die Faustregel, und das ist richtig und unbrauchbar zugleich. Wurfweite und Strömung dagegen lassen sich beide am Wasser abschätzen, und mehr braucht es nicht.

Wie schwer muss dein Blei sein?

Rechner

Zu leicht wandert das Blei ab und zieht die Montage aus der Stelle, die du gerade angefüttert hast. Zu schwer kostet dich jeden vorsichtigen Biss. Dazwischen liegt ein schmaler Bereich, und er hängt an zwei Dingen.

Blei-Rechner

Wurfweite und Strömung rein, Bleigewicht raus

Strömung
Wie stark zieht das Wasser am Blei?
  • Bleigewicht …
  • Passende Bleiform …
  • Wurfgewicht der Rute …

Die Werte gelten für ein Blei ohne Futterkorb. Ein gefüllter Korb wiegt im Wurf deutlich mehr als seine Aufschrift, und in der Strömung entscheidet die Form mehr als das Gewicht: ein Krallenblei hält bei 80 g, wo eine Kugel bei 120 g noch rollt.

Die Wurfweite bestimmt den Grundbedarf, die Strömung setzt einen Aufschlag darauf. Alles darüber hinaus ist verschenkte Bissanzeige. Schweres Blei drückt sich in den Grund, dämpft jeden Zupfer und macht aus einer feinen Montage einen Anker.

Vorfach und Haken

Das Vorfach ist die Sollbruchstelle der Montage, und das ist Absicht. Als Faustregel trägt es rund ein Viertel weniger als die Hauptschnur. Klemmt der Haken zwischen zwei Steinen, reißt dann er, und Blei, Perle und Wirbel bleiben an der Schnur.

Monofil dehnt sich und verzeiht einen harten Anhieb, Fluorocarbon ist steifer, abriebfester und im klaren Wasser schlechter zu sehen. Auf Zander und Hecht mit Köderfisch taugt keins von beiden. Dort gehört ein Stahl- oder Hardmono-Vorfach ans Ende, sonst beißt der erste Hecht die Montage ab und schwimmt mit dem Haken davon.

Welche Stärke dazu passt, hängt am Zielfisch und nicht an der Montage. Die Angaben sind monofil, und der Abstand zwischen den beiden Spalten ist die Sollbruchstelle.

Zielfisch Hauptschnur Vorfach
Rotauge, Brassen 0,20 bis 0,22 mm 0,16 bis 0,18 mm
Schleie, Karpfen bis 5 kg 0,25 bis 0,28 mm 0,20 bis 0,22 mm
Aal 0,28 bis 0,30 mm 0,22 bis 0,25 mm
Karpfen, Barbe 0,30 bis 0,35 mm 0,25 bis 0,30 mm
Zander und Hecht am Köderfisch 0,35 mm oder 0,14 mm geflochten Stahl oder 0,50 mm Hardmono
Wels 0,50 mm oder 0,40 mm geflochten 0,80 mm Hardmono

Geflochtene Hauptschnur überträgt jeden Zupfer und wirft weiter, dehnt sich dafür nicht. Am Laufblei ist das zweischneidig: du siehst mehr, und ein harter Anhieb reißt schneller aus. Wer geflochten fischt, nimmt das Vorfach monofil und lässt es die Dehnung übernehmen.

Die Hakengröße richtet sich nach dem Köder. Ein zu großer Haken schaut aus einer Made heraus, ein zu kleiner verschwindet im Tauwurm und findet beim Anhieb nichts.

Köder Hakengröße
ein bis zwei Maden 18 bis 14
Maiskorn oder Pellet 12 bis 8
Tauwurm 6 bis 2
Boilie am Haar 8 bis 4
Köderfisch 2 bis 1/0
Nahaufnahme eines Angelhakens mit aufgezogenem Tauwurm, beide Wurmenden hängen frei herunter

Der Haken richtet sich nach dem Köder

Einmal durchstochen, der Rest hängt frei. Ein Wurm, der wie eine Ziehharmonika über den Bogen geschoben ist, liegt tot am Grund und verdeckt dabei die Spitze.

An der Ködermenge hängt auch, wie schnell du reagieren musst. Ein Wurmbündel ist schneller im Schlund als ein einzelner Wurm, und der Anhieb kommt entsprechend früher.

Ein Tauwurm braucht Schenkel, eine Made nicht. AI-Bild

Der Irrtum vom frei laufenden Blei

„Der Fisch spürt nichts" steht in jeder zweiten Anleitung, und es stimmt nur unter Bedingungen, die selten dabeistehen. Die Schnur läuft nämlich nur dann wirklich frei, wenn hinter der Rute nichts sie festhält.

Bei geschlossenem Rollenbügel zieht der Fisch gegen die Bremse und gegen die Rutenspitze. Auch ein straffer Schnurbogen zur Rutenspitze wirkt als Widerstand, lange bevor das Blei überhaupt eine Rolle spielt. Öffne den Bügel, lege die Schnur unter eine Freilaufbremse oder hänge sie in einen Clip, der bei Zug freigibt.

Der zweite Teil des Irrtums liegt am Grund. Sinkt das Blei in weichen Schlamm ein, setzt sich der Kanal zu, und die Schnur läuft nicht mehr durch. Nach außen sieht die Montage unverändert aus, tatsächlich fischst du ab diesem Moment ein Festblei ohne dessen Hakwirkung. An solchen Stellen gehört der Köder über das Blei, nicht dahinter.

Woran du den Biss überhaupt siehst

Eine straff zur Rutenspitze gespannte Schnur zeigt jeden Zupfer und nimmt der Montage im selben Moment ihren Vorteil. Beim Grundangeln mit Laufblei sitzt die Bissanzeige darum zwischen Rolle und erstem Ring, dort, wo sie nichts bremst.

Ein Clip oder ein kleines Gewicht im Schnurbogen fällt, sobald der Fisch abzieht, und die Schnur läuft weiter frei von der offenen Spule. Ein elektronischer Bissanzeiger macht denselben Vorgang hörbar, und eine Freilaufbremse gibt die Spule unter leichtem Druck frei, ohne dass der Bügel offen stehen muss.

Die Aalglocke am Spitzenring ist der billigste Weg und der schlechteste. Sie klemmt die Schnur, sie klingelt bei jedem Windstoß mit, und im Drill sitzt sie im Weg. Für eine Nacht am Fluss reicht sie, darüber hinaus lohnt der Wechsel.

Grundrute im Rutenhalter am Flussufer, eine Glocke am Spitzenring, die Schnur hängt in einem lockeren Bogen darunter

Die billigste Bissanzeige und ihre Grenze

Der Bogen unter der Rutenspitze ist die eigentliche Anzeige. Er wird gerade, lange bevor sich die Spitze bewegt, und das erkennst du noch im Dämmerlicht.

Wie tief er hängen darf, entscheidet die Strömung. Im Fluss zieht das Wasser ihn von allein straff, dort bleibt er kurz. Im See darf er eine Handbreit durchhängen, sonst steht die Montage doch unter Zug.

Der lockere Schnurbogen zeigt den Biss, die Glocke macht ihn hörbar. AI-Bild

Keine Montage ist gut, nur passend

Drei Aufgaben stellen sich am Grund immer wieder, und die Grundmontage löst die erste davon besser als jede andere. Bei den beiden anderen steht daneben, welche Bauform du stattdessen nimmst.

Wofür die Grundmontage taugt

3 Aufgaben
  • Köder soll am Grund liegen

    • Erste Wahl

      stehendes Wasser, Fluss oder Strom

      Die Schnur läuft durch das Blei, der Fisch spürt beim Abziehen nur das Gewicht der Schnur. Genau dafür ist sie gebaut.

    • Geht auch

      ab etwa 50 m

      Ab etwa 50 m schlägt das Vorfach beim Wurf gern um das Blei. Ein Röhrchen zwischen Blei und Wirbel verhindert das.

      Besser geeignet: Anti-Tangle-Montage

    • Besser nicht

      Schlamm und Kraut

      Auf Schlamm sinkt das Blei ein und nimmt Perle und Wirbel mit. Der Fisch zieht dann nicht mehr frei ab, und über Kraut liegt der Köder darunter statt darauf.

      Besser geeignet: Seitenarm-Montage

  • Großer Naturköder soll sauber liegen

    • Erste Wahl

      stehendes Wasser, Fluss oder Strom

      Ein Köderfisch darf liegen bleiben, bis der Räuber ihn wirklich genommen hat. Die frei laufende Schnur gibt ihm diese Zeit.

  • Fisch soll sich beim Abziehen selbst haken

    • Besser nicht

      stehendes Wasser, ab etwa 50 m

      Ein laufendes Blei hakt nichts. Wer den Biss verschläft, hat den Fisch nicht, und genau das ist der Zweck der festen Variante.

      Besser geeignet: Festbleimontage

Was die Grundmontage dafür aufgibt

Ihre feine Bissanzeige bezahlt sie mit fehlender Hakwirkung, und dieser Tausch zieht sich durch alle neun Bauformen. Keine ist in allem stark.

Die Montagen im Vergleich

15 Montagen

Keine dieser Zeilen ist besser als die andere, sie tun Verschiedenes. Die Punkte sagen nur, worin eine Montage stark ist und was sie dafür aufgibt.

Die Stufen ordnen ein, sie messen nicht. Was eine Montage im Wasser wirklich tut, hängt an Schnurbogen, Rutenwinkel und Strömung.

Laufblei oder Festblei

Die beiden Bauformen unterscheiden sich in einem einzigen Punkt, und daraus folgt alles Weitere. Das eine Blei läuft auf der Schnur, das andere sitzt fest.

Laufblei oder Festblei?

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Für die Praxis heißt das: am Ansitz mit Blick auf die Rutenspitze fischst du besser mit Laufblei, weil du jeden Zupfer siehst. Sobald die Ruten stundenlang unbeobachtet im Halter liegen, arbeitet ein Festblei für dich, und du verlierst keinen Fisch, nur weil du gerade Kaffee holst.

Zwei Grundruten in Rutenhaltern am Flussufer in der blauen Stunde, dahinter ein sitzender Angler von hinten

Wann die Montage arbeitet und wann du arbeitest

Zwei Ruten, und nichts spricht dagegen, sie verschieden zu montieren. Die eine mit Laufblei auf den vorsichtigen Fisch, die andere mit Festblei als Selbsthaker.

Der Rutenwinkel entscheidet mit. Steil gestellt hängt weniger Schnur im Wasser, in der Strömung zieht dann auch weniger an der Montage, und das Blei darf eine Nummer leichter ausfallen.

Am besetzten Platz das Laufblei, am unbeobachteten das Festblei. AI-Bild

Die Stelle entscheidet mehr als die Montage

Ein Köder am Grund wird nicht gesucht, er wird gefunden, und das geschieht nur dort, wo Fische ohnehin entlangziehen. In jedem Gewässertyp sind das andere Kanten.

Wo diese Montage ihre Stärke ausspielt

3 Ansichten

Stillwasser: Baggersee, Weiher, Talsperre

Scharkante 1 Zufluss 2 Untiefe im Freiwasser 3 Steg 4
  1. Scharkante

    Der Übergang vom flachen ins tiefe Wasser. Fische ziehen an ihr entlang, und ein Köder direkt auf der Kante wird von jedem Trupp abgesucht.

  2. Zufluss

    Frisches Wasser bringt Nahrung und Sauerstoff. Der Grund davor ist meist fest, das Blei sinkt nicht ein.

  3. Untiefe im Freiwasser

    Ein Plateau im tieferen Wasser sammelt Futter und wird angesteuert, sobald das Wasser wärmer wird.

  4. Steg

    Schatten, Struktur und regelmäßig Futterreste. Wirf nicht darunter, sondern 2 Meter davor an die Kante.

Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher

Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Totholz, Schilfgürtel, Seerosenfeld, Krautfeld, Freies Wasser.

Vier Fehler, die Bisse kosten

Zwei passieren beim Aufbau, zwei erst am Wasser. Keiner ist der Montage anzusehen, solange sie im Trockenen liegt.

Die Perle weggelassen

Ohne Perle schlägt das Blei bei jedem Wurf mit voller Wucht auf den Knoten am Wirbel. Nach 20 Würfen ist er beschädigt, und die Montage reißt genau dann, wenn der Fisch des Tages daran hängt. Eine 5-mm-Perle kostet nichts und löst das Problem vollständig.

häufigster Fehler

Bügel zu, Schnur straff

Eine Grundmontage ist nur so frei laufend wie die Rolle dahinter. Steht die Schnur unter Spannung und ist der Bügel geschlossen, spürt der Fisch beim Abziehen die Rutenspitze und lässt den Köder wieder fallen. Freilauf öffnen oder Bügel auf, sonst gibst du den Vorteil der Montage aus der Hand.

kostet Bisse

Blei nach Gefühl gewählt

Ein Blei, das doppelt so schwer ist wie nötig, wandert nicht ab und bringt trotzdem weniger Fisch. Es drückt sich in weichen Grund, der Kanal setzt sich zu, und aus dem Laufblei wird ein Festblei ohne Selbsthak-Wirkung.

zu schwer

Zu lange gewartet

Beim Aal und beim Zander ist der verzögerte Anhieb der Grund für tief geschluckte Haken. Sobald die Schnur gleichmäßig abläuft, wird der Bügel geschlossen und angeschlagen. Wer wartet, bis nichts mehr geht, hakt den Fisch im Schlund.

Tierschutz

Was das EU-Bleiverbot für die Montage bedeutet

Blei am Gewässer steht in der EU seit Jahren zur Prüfung, und im Frühjahr 2026 ist die Entscheidung gefallen. Der REACH-Ausschuss hat einem Verkaufsverbot am 29. April 2026 zugestimmt, ein Einspruch des Europäischen Parlaments fand am 8. Juli 2026 keine Mehrheit. Im Amtsblatt veröffentlicht ist die Verordnung im September 2026 noch nicht, und alle Fristen laufen erst ab ihrem Inkrafttreten.

Kurzfristig ändert das an der Montage wenig. Verboten wird der Verkauf, nicht die Verwendung, und vorhandene Bleie darfst du nach dem bisherigen Stand weiter fischen. Die Fristen sind gestaffelt: sechs Monate für Bleidraht und Drop-in-Bleie, drei Jahre für alles bis 50 g, fünf Jahre für 50 g bis 1 kg. Die 25 bis 165 g, um die es hier geht, fallen in die beiden längeren Stufen.

Als Ersatz stehen Wolfram, Messing, Edelstahl und Zink bereit. Wolfram ist dichter als Blei und deshalb bei gleichem Gewicht kleiner, dafür deutlich teurer. Die übrigen Metalle sind leichter, ein 60-g-Blei aus Stahl baut also größer und bietet der Strömung mehr Fläche. Am Aufbau der Montage ändert das nichts, an der Form, die du dafür wählst, schon.

Womit an dieser Montage gefangen wird

Unten stehen Auswertungen aus dem Fangbuch, gefiltert auf die Methode Grundangeln. Sie beschreiben nicht, was fängig wäre, sondern womit an dieser Montage bei uns tatsächlich gefischt wird.

Aus 15 gemeldeten Fängen

06/2019 bis 09/2026 · 10 Gewässer · Stand 10.10.2026

Diese Zahlen stammen aus Fängen, die Angler selbst in CatchHub eingetragen haben. Sie zeigen, was gemeldet wurde, nicht was in einem Gewässer lebt. Niemand meldet Tage ohne Fang, deshalb sind es Fangzahlen und keine Fangchancen.

Fotos dazu stehen darunter. Jeder dieser Fänge wurde von einem Mitglied gemeldet, mit Datum, Gewässer und Köder.

Grundmontage aus der Community

zuletzt gemeldet

Gewässer, an denen so gefangen wird

1 von 10

Häufige Fragen zur Grundmontage

13 Fragen
Was gehört alles zu einer Grundmontage?

Vier Teile auf der Hauptschnur und ein fünftes daran. Zuerst das Laufblei, dann eine Perle, dann der Wirbel als Stopper. An die zweite Öse des Wirbels kommt das Vorfach mit dem Haken. Mehr braucht es nicht, und jedes zusätzliche Teil ist ein weiteres, das im Wurf verwickeln kann.

Wie schwer muss das Blei bei einer Grundmontage sein?

Im Stillwasser reichen bei kurzen Würfen 25 bis 40 g. Bei spürbarem Zug liegst du auf mittlere Distanz zwischen 45 und 60 g, in starker Strömung zwischen 70 und 95 g. Wichtiger als die Zahl ist die Form. Ein Krallenblei hält dort, wo eine Kugel gleichen Gewichts längst rollt.

Welche Bleiform brauche ich für die Grundmontage?

Im Stillwasser und bei leichtem Zug die Olive, im Fluss das flache Sargblei, für weite Würfe das Birnenblei und in starker Strömung das Krallenblei. Wichtig ist bei allen vieren der durchgehende Kanal für die Schnur. Über die Form entscheidet der Grund, über das Gewicht die Wurfweite.

Wie lang sollte das Vorfach sein?

30 bis 80 cm decken fast alles ab. In der Strömung eher kurz, damit der Köder nicht seitlich abtreibt, im klaren Stillwasser eher lang, weil vorsichtige Fische dann mehr Abstand zum Blei haben. Bleiben die Bisse aus, ist die Verlängerung der erste Versuch.

Welche Schnur brauche ich für die Grundmontage?

Auf Friedfisch reichen 0,20 bis 0,28 mm monofil als Hauptschnur, auf Karpfen, Barbe und Aal 0,28 bis 0,35 mm. Das Vorfach liegt jeweils vier bis fünf Hundertstel darunter, so bleibt es die Sollbruchstelle. Sobald ein Köderfisch am Haken hängt, endet die Rechnung: dann zählt nur noch, ob das letzte Stück beißfest ist.

Welche Hakengröße passt zur Grundmontage?

Der Köder gibt sie vor. Ein bis zwei Maden sitzen auf Größe 18 bis 14, ein Maiskorn oder Pellet auf 12 bis 8, ein Tauwurm auf 6 bis 2, ein Boilie am Haar auf 8 bis 4 und ein Köderfisch auf 2 bis 1/0. Je größer die Zahl, desto kleiner der Haken.

Wozu dient die Perle bei der Grundmontage?

Sie ist der Puffer zwischen Blei und Wirbelknoten. Gummi dämpft besser als Hartplastik, und größer als 6 mm muss sie nicht sein. Entscheidend ist ihr Loch: klemmt die Hauptschnur darin, bremst ausgerechnet die Perle den freien Lauf, für den die ganze Montage gebaut ist.

Wie erkenne ich beim Grundangeln einen Biss?

Am Schnurbogen zwischen Rolle und erstem Ring, nicht an der straff gespannten Rutenspitze. Ein abziehender Fisch zieht den Bogen glatt, und ein Clip oder ein Bissanzeiger darin macht das sichtbar, ohne zu bremsen. Eine Aalglocke am Spitzenring klemmt die Schnur und nimmt dem Laufblei genau den Vorteil, für den du es fischst.

Spürt der Fisch das Blei wirklich nicht?

Nur wenn die Schnur frei ablaufen kann. Bei geschlossenem Rollenbügel und gespannter Schnur merkt er sehr wohl Widerstand, und der kommt dann von der Rute statt vom Blei. Dazu kommt der Grund: drückt sich das Blei in weichen Schlamm, klemmt der Kanal, und aus dem Laufblei ist ein Festblei geworden.

Auf welche Fische passt die Grundmontage?

Alles, was am Boden frisst. Aal, Brassen, Karpfen, Schleie und Barbe sind die klassischen Ziele, dazu der Wels mit größerem Köder. Mit Köderfisch und beißfestem Vorfach kommen Zander und Hecht dazu.

Grundmontage oder Posenmontage?

Die Frage ist, wo der Fisch frisst. Steht er am Boden oder ist es windig und weit, liegt die Grundmontage vorn. Frisst er im Mittelwasser oder direkt über Kraut, zeigt die Pose den Biss früher und hält den Köder auf der Höhe, auf der er gebraucht wird.

Verheddert sich die Grundmontage beim Wurf?

Bei kurzen Würfen selten, ab etwa 50 m regelmäßig. Das Vorfach überholt das Blei in der Luft und legt sich um die Hauptschnur. Ein Anti-Tangle-Röhrchen zwischen Blei und Wirbel verhindert das, ein kürzeres Vorfach hilft ebenfalls.

Wird Angelblei in der EU verboten?

Der Verkauf ja, die Verwendung nach dem bisherigen Stand nicht. Die EU hat das Verkaufsverbot im Frühjahr 2026 beschlossen, im Amtsblatt steht die Verordnung im September 2026 noch nicht. Ab ihrem Inkrafttreten gelten drei Jahre Übergangsfrist für Bleie bis 50 g und fünf Jahre für 50 g bis 1 kg. Was du schon im Kasten hast, darfst du weiter fischen.

Quellen und Stand

2 Quellen
  1. ECHA: Lead in shot, bullets and fishing weights Amtliche Übersicht zum REACH-Verfahren, abgerufen am 09.09.2026
  2. DAFV: EU-Bleibeschränkung für Angelgeräte, aktueller Stand Abstimmungstermine und Übergangsfristen, Stand 04.05.2026

Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.

Passt dazu

René Seidel

Zusammengestellt von

René Seidel

Ich angle seit 2002: angefangen mit acht Jahren an den Weihern, die mein Vater gepachtet hatte, heute vor allem am Neckar bei Heilbronn, an der Wörnitz und am Main. Mit CatchHub baue ich die Angel-Community, in der ich meine Praxis am Wasser mit echten Fangdaten zusammenbringe.

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