Zwei abgelegte Ruten am Flussufer in der blauen Stunde, das Wasser noch hell gegen das dunkle Ufer, keine Lichtquelle im Bild AI
Angeltechnik

Nachtangeln: Rechtslage, Licht und Sicherheit

Nachtangeln ist ein Zeitfenster, keine Technik, und es ist in Deutschland so unterschiedlich geregelt wie kaum etwas sonst. Ob du es darfst, steht in vier verschiedenen Quellen, und nur eine davon ist das Landesrecht.

Kurz gesagt

  • Nachtangeln ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Genau ein Bundesland verbietet es im Landesrecht, das Saarland, und Brandenburg begrenzt es bei Koppelfischerei auf die Zeit von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang.
  • In den übrigen Ländern entscheidet der Fischereirechtsinhaber. Die Gewässerordnung darf strenger sein als das Land, nie großzügiger.
  • Baden-Württemberg hat sein Verbot am 03.02.2022 gestrichen. Die gegenteilige Aussage steht bis heute in vielen Quellen.
  • Nachts beissen vor allem Aal, Wels und Quappe. Beim Zander ist es die Dämmerung, nicht die tiefe Nacht, und Hecht wie Barsch sind belegt tagaktiv.
  • Das Lichtverbot mehrerer Länder betrifft Licht als Fangmittel, also das Anlocken von Fischen. Eine Kopflampe zum Abhaken fällt nicht darunter.

Ein Zeitfenster, keine Technik

Nachtangeln ist keine eigene Methode. Gefischt wird mit derselben Grundmontage, derselben Pose und demselben Kunstköder wie am Tag. Was sich ändert, ist alles drumherum: die Bissanzeige, die Vorbereitung, die Sicherheit und vor allem die Frage, ob es überhaupt erlaubt ist.

1 von 16 Ländern mit Landesverbot
90 Minuten nach Sonnenuntergang am stärksten
30 bis 40 min braucht das Auge im Dunkeln

Genau diese Frage ist der Grund, warum die Seite mit dem Recht anfängt und nicht mit dem Fisch. Es gibt in Deutschland kein einheitliches Nachtangelrecht, sondern 16 Landesrechte, darunter tausende Gewässerordnungen und quer zu allem das Naturschutzrecht.

Steckbrief Nachtangeln

Was es ist
ein Zeitfenster, keine eigene Technik Gefischt wird mit Grundmontage, Pose oder Kunstköder wie am Tag
Zielfische
Aal, Wels, Quappe, Zander, Karpfen Hecht und Barsch jagen belegt bei Tag, nicht nachts
Gewässer
Fluss, See, Kanal und Hafen Beleuchtete Kanten in Häfen und an Brücken sind eigene Plätze
Rechtliches
nur im Saarland landesweit verboten In Brandenburg bei Koppelfischerei zeitlich begrenzt
Wer sonst entscheidet
Fischereirechtsinhaber und Verein Die Gewässerordnung darf strenger sein als das Land
Beste Zeit
die 90 Minuten nach Sonnenuntergang Und dieselbe Spanne vor Sonnenaufgang
Alle 11 Angaben
Bissanzeige
elektronisch, Schwinger oder Knicklicht Das Auge fällt aus, Ton und Leuchtpunkt übernehmen
Licht
Kopflampe mit Rotlicht So wenig wie möglich, und nie auf das Wasser
Sicherheit
Platz bei Tageslicht ansehen Jemandem sagen, wo du bist, und wann du zurück sein willst
Schwierigkeit
mittel Nicht das Angeln ist schwerer, sondern alles drumherum
Saison
Mai bis Oktober Im kalten Wasser verliert die Nacht, dann gewinnt der Mittag

Ein Bundesland verbietet es, 15 nicht

Die verbreitete Vorstellung, Nachtangeln sei in Deutschland grundsätzlich verboten und nur ausnahmsweise erlaubt, stimmt nicht. Es ist umgekehrt.

Das Saarland ist das einzige Land, dessen Fischereirecht den Fischfang bei Nacht selbst verbietet. Die Landesfischereiordnung nennt dafür Zeitfenster nach Jahreszeit, das Verbot gilt an allen offenen Gewässern und an geschlossenen ab 5 ha, und der Fischereiverband Saar kann Ausnahmen zulassen.

Brandenburg hat die einzige weitere Zeitnorm, und sie greift nur bei Koppelfischerei: dort ist die Handangel auf die Zeit von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang begrenzt, mit Ausnahmemöglichkeit.

In den übrigen 14 Ländern steht dazu im Landesrecht nichts. Das heisst nicht, dass du überall nachts angeln darfst, sondern dass die Entscheidung eine Ebene tiefer fällt.

Vier Ebenen entscheiden, nicht eine

Wer nur den Erlaubnisschein liest, hat eine von vier Quellen geprüft. Die Reihenfolge ist dabei nicht beliebig. Jede Ebene kann strenger sein als die darüber, nie großzügiger.

Ebene Was sie regelt Wo es steht
Landesrecht Ob nachts überhaupt gefischt werden darf Fischereigesetz und Landesverordnung
Fischereirechtsinhaber Ob es an diesem Gewässer erlaubt ist Erlaubnisschein und Gewässerordnung
Naturschutzrecht Ob du nachts dort sein darfst Verordnung des Schutzgebiets
Naturschutz und Eigentum Ob du dort übernachten darfst Landesnaturschutzgesetz, selten das Fischereirecht

Die dritte Ebene wird am häufigsten übersehen, und sie kippt die anderen zwei. In vielen Naturschutzgebieten gilt ein Wegegebot oder ein Nächtigungsverbot. Dann scheitert der Ansitz nicht am Angeln, sondern daran, dass du zu dieser Zeit gar nicht dort sein darfst.

Was in deinem Bundesland gilt

Weil sich Verordnungen ändern und diese Seite kein zweites Regelwerk sein soll, stehen die Einzelheiten je Land in unserer Länderübersicht: was das Land regelt, was der Bewirtschafter entscheidet und welche Sonderregeln es gibt.

Zum Nachsehen: Angeln in Deutschland, alle 16 Bundesländer. Auf jeder Revierseite steht zusätzlich, ob Nachtangeln dort belegt erlaubt ist, und über den Filter in der Revier-Übersicht lassen sich genau diese Reviere heraussuchen.

Warum nachts andere Fische beissen

Nachtaktivität ist keine Eigenschaft von Fischen allgemein, sondern von bestimmten Arten, und die Unterschiede sind gut untersucht.

Der Aal ist der Nachtfisch schlechthin. Er ist ausgeprägt lichtscheu, und schon eine Beleuchtung des Wassers mit wenigen Lux bremst seine Wanderung messbar. Sein Geruchssinn ersetzt dabei, was das Auge nicht leistet.

Der Wels jagt von etwa einer Stunde nach Einbruch der Dunkelheit bis kurz vor Tagesanbruch. Er braucht dafür kein Licht: seine Seitenlinie verfolgt die Wirbelspur eines Beutefisches noch nach Sekunden, über Strecken von vielen Körperlängen. Ausnahmslos nachtaktiv ist er trotzdem nicht, ein Teil der Tiere weicht vom Rhythmus des Gewässers ab.

Der Zander wird gern als Nachtjäger beschrieben, und das trifft es nicht. Sein Auge mit der reflektierenden Schicht ist auf wenig Licht optimiert, nicht auf keins. Telemetriedaten zeigen die weitesten Wege in der Dämmerung bei etwa 5 bis 30 Lux, während er in tiefer Nacht so wenig unterwegs ist wie am hellen Tag. Mehr dazu steht beim Zander.

Hecht und Barsch gehören dagegen nicht auf diese Liste. Beide sind nach Telemetriestudien am Tag deutlich aktiver, und beim Barsch fassen die Autoren es so zusammen, dass die fehlende Nachtaktivität zu einem Jäger passt, der über das Auge arbeitet.

Wo der Fisch nachts steht

Ein Muster verbindet fast alle Nachtplätze: es zählt die Kante zwischen flach und tief, nicht die Tiefe selbst. Tagsüber steht der Fisch in der Deckung, nachts arbeitet er den Rand davor ab.

Eine beleuchtete Hafeneinfahrt bei Nacht, das Licht der Laterne wirft eine scharfe Kante auf das dunkle Wasser

Die Kante, nicht der Kegel

Beleuchtete Ufer, Brücken und Hafeneinfahrten ziehen Kleinfisch an, und die Räuber stehen an der Grenze zwischen Licht und Schatten, mit dem Blick ins Helle.

Der Köder wird deshalb nicht in den Lichtkegel gelegt, sondern an seine Kante, und auf dem Weg aus dem Dunkel ins Licht kommt der Biss.

Kleinfisch steht im Hellen, der Räuber daneben im Dunkeln. AI-Bild

Wo du beim Nachtangeln fischst

3 Ansichten

Stillwasser: Baggersee, Weiher, Talsperre

Scharkante 1 Schilfgürtel 2 Seerosenfeld 3 Steg 4 Zufluss 5
  1. Scharkante

    Die Scharkante ist die Linie, an der Raubfisch nachts ins Flache steigt. Wer sie bei Tageslicht ausgelotet hat, wirft im Dunkeln zielsicher darauf.

  2. Schilfgürtel

    Aal und Schleie verlassen mit der Dämmerung das Dickicht und suchen den Rand ab. Gefischt wird die Kante davor, nicht das Schilf selbst.

  3. Seerosenfeld

    Dasselbe Muster: tagsüber Deckung, nachts Fressplatz an der Kante. Ein Blei im Feld kostet dagegen die ganze Montage.

  4. Steg

    Struktur, Schatten und oft eine Lampe. Der Steg ist einer der wenigen Plätze, an denen auch ohne Vorbereitung Fisch steht.

  5. Zufluss

    Kühleres, sauerstoffreicheres Wasser zieht in der warmen Jahreszeit nachts Fisch an, und genau dann trägt die Nacht am meisten.

Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher

Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Totholz, Krautfeld, Freies Wasser, Untiefe im Freiwasser.

Die Montage im Detail

5 Bauteile

Ein Nachtplatz sieht anders aus als derselbe Platz bei Tag. Fünf Stellen zeigen, was dazukommt, wenn das Auge ausfällt.

1 2 3 4 5
  1. Der Mond ist eine Lichtquelle, keine Regel

    Bei Vollmond siehst du deine Rutenspitze ohne Lampe, und das ist sein grösster Nutzen. Dass er das Beissen steuert, ist eine alte Behauptung mit dünner Beleglage.

  2. Der Bissanzeiger ersetzt das Auge

    Ein Rädchen im Schlitz meldet jede Bewegung der Schnur als Ton und Lichtpunkt. Ohne ihn siehst du nichts, denn eine Rutenspitze vor schwarzem Wasser ist unsichtbar.

  3. Die Ablage steht fest, bevor es dunkel wird

    Zwei Stäbe tief im Boden, in Reichweite vom Sitzplatz. Was im Hellen schief steht, findest du im Dunkeln nicht wieder, und jeder Handgriff kostet dann dreimal so lang.

  4. Die Rute liegt flach

    Tief abgelegt hält der Wind weniger Angriffsfläche an der Schnur, und die Bissanzeige bleibt ruhig. Bei Kraut zwischen Montage und Ufer steht sie dagegen steil.

  5. Die Schnur läuft gespannt ins Wasser

    Ein Durchhang schluckt die Bissanzeige. Nach dem Ablegen so viel aufnehmen, dass die Schnur ohne Zug gerade zum Blei führt.

Die Nacht ist im Sommer stark und im Winter fast tot

Das ist die Einschränkung, die die meisten Texte zum Thema weglassen. Der Rhythmus, der die Nacht trägt, hängt an der Wassertemperatur.

Im warmen Wasser sind die stärksten Phasen die rund 90 Minuten nach Sonnenuntergang und dieselbe Spanne vor Sonnenaufgang. Die Stunden dazwischen sind ruhiger, was gegen den verbreiteten Satz spricht, je tiefer die Nacht, desto besser.

Unter etwa 8 Grad Wassertemperatur kippt das Bild. Der Stoffwechsel fährt herunter, und die wärmste Tageszeit gewinnt gegen jede Nachtstunde. Genau so rechnet auch unser Fang-Index. Die Ausnahme ist die Quappe. Sie laicht im Winter und ist gerade dann nachts unterwegs.

Weniger Licht ist mehr

Zwei Dinge sprechen dafür, im Dunkeln mit so wenig Licht wie möglich auszukommen, und nur eines davon betrifft den Fisch.

Zwei Hände binden im roten Licht einer Kopflampe eine Montage, die Umgebung bleibt dunkel

Rot, schwach und nie aufs Wasser

Rotes Licht schont die Anpassung deiner Augen, weil die Stäbchen für lange Wellenlängen kaum empfindlich sind. Der wirksamere Hebel ist die Helligkeit, und eine schwache Lampe schlägt eine grelle, egal welcher Farbe.

Dass Fische Rot nicht sehen, ist ein Irrtum, Zander, Hecht und Barsch haben die Pigmente dafür. Die Lampe bleibt an den Händen und geht nie aufs Wasser, und das reicht.

Genug Licht für die Hände, keins für das Wasser. AI-Bild

Das eine ist dein eigenes Auge. Die Zapfen sind nach fünf bis acht Minuten angepasst, die Stäbchen brauchen 30 bis 40 Minuten bis zur vollen Empfindlichkeit. Eine Sekunde weisses Licht wirft diese halbe Stunde weit zurück. Rotes Licht schont die Anpassung, weil die Stäbchen für lange Wellenlängen kaum empfindlich sind, aber der wirksamere Hebel ist die Helligkeit. Eine schwache weisse Lampe schlägt eine grelle rote.

Das andere ist der Fisch. Dass er rotes Licht nicht sieht, ist ein Irrtum: Zander, Hecht, Barsch und Rotauge haben alle langwellenempfindliche Sehpigmente, und beim Barsch unterdrückt gerade rotes Nachtlicht das Melatonin am stärksten. Rot verschwindet nur schnell im Wasser, das ist eine Aussage über die Physik der Wassersäule und nicht über das Auge.

Das Lichtverbot mehrerer Bundesländer meint etwas anderes. Es steht überall im Abschnitt über schädigende Fangmittel, in einer Reihe mit Sprengstoff, Gift und Harpune, und verbietet Licht als Werkzeug des Fangens, also das Anlocken und Blenden von Fischen. Am Bodensee ist derselbe Gedanke ausgeschrieben, dort sind Lichtquellen verboten, „die dem Anlocken von Fischen dienen". Eine Kopflampe zum Abhaken fällt nicht darunter.

Wie kalt es wirklich wird

Ein Ansitz ohne Bewegung produziert kaum Wärme, und der Wind trägt ab, was übrig bleibt. Deshalb sagt die Zahl auf dem Thermometer wenig darüber aus, wie die Nacht sich anfühlt.

Wie kalt wird dir das wirklich?

Rechner

Am Wasser entscheidet nicht das Thermometer, sondern der Wind. Er trägt die Wärme ab, die dein Körper an die Luftschicht über der Haut abgibt, und bei einem Ansitz ohne Bewegung kommt kaum etwas nach.

Auskühlungs-Rechner

Temperatur und Wind rein, gefühlte Kälte raus

  • Gefühlte Temperatur …
  • Gegenüber dem Thermometer …
  • Risiko für unbedeckte Haut …

Die Formel gilt unterhalb von etwa 10 °C und ab rund 5 km/h Wind. Sie kennt weder Luftfeuchte noch Sonne, und sie sagt nichts über den einzelnen Menschen: wer nass ist oder stillsitzt, friert früher, als hier steht.

Der stärkste einzelne Hebel ist die winddichte äussere Lage. Messungen an Arbeits- und Kälteschutzkleidung zeigen, dass Wind und Bewegung die Isolation deutlich senken, und dass die Luftdurchlässigkeit der äusseren Schicht dabei den Ausschlag gibt. Eine dicke, aber durchlässige Jacke ist im Wind weniger wert als eine dünnere, die dichthält.

Bisse, die zu hören sind

Nachts fällt das Auge als Sinn aus, und die Rutenspitze vor schwarzem Wasser ist unsichtbar. Ton und Leuchtpunkt übernehmen, und mit etwas Übung sind die Verursacher auseinanderzuhalten.

Ein grün leuchtendes Knicklicht an der Rutenspitze vor dem dunkelblauen Nachthimmel

Ein Punkt gegen den Himmel

Eine Rutenspitze vor schwarzem Wasser ist unsichtbar. Ein Knicklicht macht sie zu einem Punkt gegen den Himmel, und jede Bewegung des Punktes ist ein Biss oder ein Fehlbiss.

Das Knicklicht leuchtet in der Kälte länger und schwächer, in der Hand angewärmt kurz heller. Für den Ansitz mit abgelegter Rute übernimmt der elektronische Anzeiger, und dann ist der Biss ein Ton.

Das Knicklicht ersetzt das Auge, der Bissanzeiger das Ohr. AI-Bild

Ein durchgehender Ton, die Schnur läuft ab

Der Fisch hat genommen und zieht weg. Beim Aal sofort reagieren, er zieht den Köder sonst in die Steine und du bekommst ihn nicht mehr heraus.

AalWels

Einzelne Pieper ohne Richtung

Weissfisch am Köder, treibendes Kraut oder eine Welle. Wenn es über eine Stunde so geht, ist der Köder zu klein oder liegt an der falschen Stelle.

KleinfischKraut

Der Schwinger fällt, der Ton bleibt aus

Der Fisch zieht zum Ufer und nimmt der Schnur die Spannung. Ohne Schwinger oder Hänger bekommst du davon nichts mit.

Fallbiss

Platschen im Flachen, dann Stille

Jagende Fische verraten sich nachts über das Ohr, nicht über das Auge. Wer den Köder dorthin legt, wo es eben geplatscht hat, fischt gezielt statt auf Verdacht.

Raubfisch

Zwei Stunden gar nichts

Die tiefe Nacht ist ruhiger als die Dämmerung. Das ist kein Fehler am Platz, sondern der Rhythmus der meisten Arten. Vor Sonnenaufgang zieht es noch einmal an.

normal

Was im Hellen erledigt wird

Der ganze Abend entscheidet sich in der Stunde vor der Dunkelheit. Was dann steht, steht; was fehlt, fehlt für die nächsten acht Stunden.

  1. Den Platz bei Tageslicht ansehen

    Zugang, Uferkante, Hindernisse und die Stelle, an der du keschern willst. Was du im Hellen nicht gesehen hast, findest du im Dunkeln nicht, und ein Sturz am nassen Ufer ist das eigentliche Risiko der Nacht.

  2. Den Grund abloten und die Weite merken

    Kante, Krautfeld und harter Grund gehören ausgelotet, solange du sie siehst. Schnurclip setzen oder die Weite an der Rute markieren, dann landet auch der dritte Wurf dort, wo der erste lag.

  3. Alles griffbereit legen, was du später brauchst

    Kescher aufgespannt am Wasser, Hakenlöser, Massband und Ersatzmontagen in derselben Reihenfolge wie immer. Im Dunkeln zählt Gewohnheit mehr als Übersicht.

  4. Bissanzeige einrichten und einmal auslösen

    Anzeiger, Schwinger oder Knicklicht anbringen und den Ton prüfen, bevor es dunkel wird. Ein Knicklicht leuchtet in der Kälte länger und schwächer, angewärmt in der Hand kurz heller.

  5. Jemandem sagen, wo du bist

    Ort und ungefähre Rückkehr an eine Person, die nachfragt, wenn nichts kommt. Das kostet eine Nachricht und ist die wirksamste Einzelmassnahme der ganzen Liste.

  6. Das Licht ausschalten und warten

    Die Augen brauchen 30 bis 40 Minuten bis zur vollen Dunkelanpassung, und eine Sekunde weisses Licht wirft sie weit zurück. Ab jetzt nur noch Rotlicht, und nur, wenn die Hände es brauchen.

Was vor der Dunkelheit erledigt sein muss

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Der Irrtum, der aus dem Jahr 2021 stammt

„In Baden-Württemberg ist Nachtangeln verboten" war jahrzehntelang richtig und ist seit dem 03.02.2022 falsch. Die neue Landesfischereiverordnung strich das Verbot, nachdem das Verwaltungsgericht Stuttgart im Juli 2021 entschieden hatte. Ausgenommen blieben der Bodensee und die Strecke am Kraftwerk Rheinau.

Die Pointe steckt in der Berichterstattung von damals. Das Verbot wurde verbreitet als das bundesweit einzige beschrieben, und das war schon zu diesem Zeitpunkt nicht richtig: das Saarland verbietet den Fischfang bei Nacht bis heute. Es wird nur selten genannt, weil es kein pauschales Verbot ist, sondern eins mit Zeitfenstern, die sich mit der Jahreszeit ändern.

Was die Meldungen aus der Nacht zeigen

Zu welchen Zeiten und an welchen Revieren nachts wirklich gefangen wird, sagen die Fänge, die Angler eintragen. Gezählt wird jeder Fang ab einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang, gleich mit welcher Technik.

Aus 11 gemeldeten Fängen

08/2026 bis 09/2026 · 7 Gewässer · Stand 10.10.2026

Diese Zahlen stammen aus Fängen, die Angler selbst in CatchHub eingetragen haben. Sie zeigen, was gemeldet wurde, nicht was in einem Gewässer lebt. Niemand meldet Tage ohne Fang, deshalb sind es Fangzahlen und keine Fangchancen.

Nachtangeln aus der Community

zuletzt gemeldet

Häufige Fragen zur Angeltechnik Nachtangeln

10 Fragen
Ist Nachtangeln in Deutschland erlaubt?

Grundsätzlich ja. Genau ein Bundesland verbietet es im Landesrecht, das Saarland, und Brandenburg begrenzt es bei Koppelfischerei zeitlich. In den übrigen Ländern entscheidet der Fischereirechtsinhaber, und dessen Gewässerordnung darf strenger sein als das Land.

In welchem Bundesland ist Nachtangeln verboten?

Im Saarland. Die Landesfischereiordnung verbietet den Fischfang bei Nacht an allen offenen Gewässern und an geschlossenen ab 5 ha, mit Zeitfenstern nach Jahreszeit. Der Fischereiverband Saar kann Ausnahmen zulassen.

Ist Nachtangeln in Baden-Württemberg noch verboten?

Nein. Das Verbot ist mit der neuen Landesfischereiverordnung am 03.02.2022 entfallen, nachdem das Verwaltungsgericht Stuttgart im Juli 2021 entschieden hatte. Ausgenommen bleiben der Bodensee und die Strecke am Kraftwerk Rheinau. Die alte Aussage steht bis heute in vielen Quellen.

Woran erkenne ich, ob ich an meinem Gewässer nachts angeln darf?

An vier Stellen, in dieser Reihenfolge: Landesrecht, Erlaubnisschein und Gewässerordnung, Schutzgebietsverordnung und, falls du übernachten willst, das Naturschutz- und Eigentumsrecht. Wer nur den Erlaubnisschein prüft, prüft eine von vier.

Welche Fische beissen nachts wirklich besser?

Aal, Wels und Quappe sind belegt nachtaktiv. Karpfen fressen rund um die Uhr mit einer Spitze am Abend, und der Zander ist ein Dämmerungsjäger, kein Tiefnacht-Jäger. Hecht und Barsch sind dagegen nach Telemetriestudien am Tag deutlich aktiver.

Ist die tiefe Nacht die beste Zeit?

Meist nicht. Die stärkste Phase sind die rund 90 Minuten nach Sonnenuntergang und dieselbe Spanne vor Sonnenaufgang. Der Wels ist die Ausnahme, er frisst von einer Stunde nach Einbruch der Dunkelheit bis kurz vor Tagesanbruch.

Beisst es bei Vollmond besser?

Die Beleglage ist dünn. Die grösste Auswertung von Angelfängen fand zwar einen messbaren Zyklus, aber mit Spitzen bei Voll- UND Neumond und einem Effekt von rund fünf Prozent, und die Autoren verwerfen das Mondlicht als Erklärung. Beim Aal wirkt Vollmond sogar hemmend.

Darf ich beim Nachtangeln Licht benutzen?

Ja. Mehrere Länder verbieten künstliches Licht beim Fischfang, gemeint ist damit aber das Anlocken oder Blenden von Fischen, nicht die Kopflampe zum Abhaken. Die Norm steht überall im Abschnitt über schädigende Fangmittel, neben Sprengstoff und Gift.

Darf ich am Wasser übernachten oder ein Zelt aufstellen?

Das ist eine eigene Frage mit eigenem Recht. Ein Wetterschutz ohne festen Boden, für höchstens zwei Personen und nicht dauerhaft an derselben Stelle, ist meist zulässig. Zelten ausserhalb ausgewiesener Plätze ist es nicht, auch nicht mit Angelkarte.

Lohnt Nachtangeln im Winter?

Für die Quappe ja, sie laicht im Winter und ist dann nachts unterwegs. Sonst kaum: unter etwa 8 Grad Wassertemperatur kippt der Rhythmus, und die wärmste Tageszeit bringt mehr als jede Nachtstunde.

Passt dazu

René Seidel

Zusammengestellt von

René Seidel

Ich angle seit 2002: angefangen mit acht Jahren an den Weihern, die mein Vater gepachtet hatte, heute vor allem am Neckar bei Heilbronn, an der Wörnitz und am Main. Mit CatchHub baue ich die Angel-Community, in der ich meine Praxis am Wasser mit echten Fangdaten zusammenbringe.

Mehr über René

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