Hessen

Talsperre mit weit gefallenem Wasserstand, im Vordergrund ein freigefallener Kiesstreifen mit altem Baumstumpf, an den Hängen waagerechte Wasserstandslinien unter herbstlichem Laubwald
Bundesland-Übersicht

Angelgewässer in Hessen

Vom Rhein bei Rüdesheim über die Main-Stauhaltungen bis zum Edersee. 54 Gewässer in Hessen mit Fischbestand, Regeln und dem Fang-Index für heute, dazu die Schonzeiten des Landes.

54 Gewässer 39 Fischarten 6 Gewässertypen 11 Schonzeiten

Karte der Angelgewässer

54 Marker in Hessen

Die Karte startet auf Hessen und zeigt jedes erfasste Gewässer als Marker. Tipp einen an, und Name, Ort, Bewertung und Anzahl der Fänge stehen sofort da. Liegen mehrere dicht beieinander, fasst die Karte sie zu einer Zahl zusammen, ein Tipp darauf zoomt hinein.

Angeln in Hessen auf einen Blick

6 Regeln, die das Land selbst setzt

Die Kurzfassung dessen, was weiter unten ausführlich steht. Sie ersetzt keinen Blick in deinen Erlaubnisschein, denn Verein und Pächter dürfen strenger sein als das Land.

Fischereischein

Pflicht, gilt lebenslang

Die Gemeinde stellt ihn nach bestandener Prüfung aus, angeln darfst du damit erst zusammen mit der Fischereiabgabe für das Kalenderjahr und dem Erlaubnisschein für die Strecke.

Fischerprüfung

ab 14 Jahren

Vor der Prüfung steht ein praktischer Lehrgang von mindestens acht Stunden, den eigenen Fischereischein und damit das Angeln auf eigene Faust gibt es danach ab 14.

Kinder

ab 10 in Begleitung

Von zehn bis fünfzehn reicht die Aufsicht einer volljährigen Person mit gültigem Fischereischein, einen eigenen Erlaubnisschein für das Gewässer braucht das Kind trotzdem. Den Jugendfischereischein hat Hessen abgeschafft.

Urlauber und Gäste

kein Urlauberschein

Für ein paar Tage ohne Prüfung geht hier nichts, den Besucherfischereischein für einen Monat im Kalenderjahr bekommt nur, wer keinen Wohnsitz in Deutschland hat und seine Sachkunde nachweist.

Ruten

regelt der Bewirtschafter

Das Land nennt keine Zahl, sie steht in der Gewässerordnung deiner Strecke. Landesweit verboten sind Hegene, Langleine und jedes Fangsystem mit mehr als einer Anbissstelle.

Nachtangeln

nicht vom Land geregelt

Ob es an deiner Strecke geht, steht in der Gewässerordnung des Bewirtschafters, und bei jedem Gewässer in CatchHub ist vermerkt, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Angelschein in Hessen

Hessen verlangt die Fischerprüfung. Einen Touristen- oder Urlauberfischereischein für ein paar Tage ohne Prüfung gibt es hier nicht. Der Besucherfischereischein, den das Land kennt, ist etwas anderes. Er geht nur an Personen ohne Wohnsitz in Deutschland, die ihre Sachkunde nachweisen können, etwa mit einem ausländischen Fischereischein, und gilt für einen Monat im Kalenderjahr.

Pflicht vor der Prüfung ist ein praktischer Lehrgang von mindestens acht Stunden. Dort wird der Umgang mit dem Gerät geübt, die Behandlung gefangener Fische und das tierschutzgerechte Töten. Die Theorie schreibt das Land nicht als Pflichtkurs vor, es empfiehlt eine Schulung von mindestens 22 Stunden oder gründliches Selbststudium. Geprüft wird in Präsenz, zwei Stunden lang, mit 60 Fragen im Antwort-Wahl-Verfahren aus fünf Gebieten, von der allgemeinen Fischkunde über die Gewässerkunde bis zum Fischereirecht.

Den Fischereischein stellt danach die Gemeinde aus, und seit dem Ende der Übergangsfrist gilt er lebenslang. Die Fischereiabgabe fällt trotzdem je Kalenderjahr an, sie lässt sich für bis zu vier Jahre im Voraus entrichten. Damit darfst du noch nirgends angeln. Fürs Wasser brauchst du zusätzlich den Erlaubnisschein des Vereins oder Pächters, der die Strecke bewirtschaftet, und der darf in Hessen auch digital ausgestellt sein. Wer den Bewirtschafter für ein bestimmtes Gewässer sucht, findet ihn unten in der Liste auf der jeweiligen Gewässerseite.

Den Jugendfischereischein gibt es hier nicht mehr

Hessen hat den Jugendfischereischein abgeschafft. Er wird seit dem neuen Fischereigesetz nicht mehr ausgestellt, und an seine Stelle ist eine Regel getreten, die ohne eigenes Papier auskommt.

Wer zehn Jahre alt ist und noch nicht sechzehn, darf ohne Fischereischein mit der Handangel fischen. Bedingung ist die Aufsicht einer volljährigen Person, die selbst einen gültigen Fischereischein hat. Das Kind braucht einen eigenen Erlaubnisschein für das Gewässer, und die aufsichtführende Person muss das Alter auf Verlangen mit einem amtlichen Lichtbildausweis belegen können. Wer seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Hessen hat, zahlt außerdem die Fischereiabgabe.

Jünger als zehn geht es nur als Helfer. Kinder aus einem Haushalt oder zwei Kinder aus verschiedenen Haushalten dürfen eine volljährige Person beim Fischen mit deren Ruten unterstützen und dabei ans Angeln herangeführt werden. Einen eigenen Erlaubnisschein brauchen sie dafür nicht, dafür bleiben sie im unmittelbaren Einwirkungsbereich der erwachsenen Person. Den eigenen Fischereischein und damit das Angeln auf eigene Faust gibt es ab 14, nach bestandener Prüfung.

Was das Land am Wasser vorschreibt

Die auffälligste Regel des Landes steht bei den Maßen. Hessen schreibt für die geschützten Arten kein reines Mindestmaß vor, sondern ein Entnahmemaß mit zwei Grenzen. Zu klein geht zurück, zu groß aber genauso, denn die größten Fische sind die stärksten Laicher. Welche Werte für welche Art gelten, steht in der Tabelle weiter oben. Verein und Pächter dürfen das Fenster enger machen, nie weiter.

Zurücksetzen ist hier keine freie Entscheidung. Fischen, das allein Sport- oder Hobbyzwecken dient und alle gefangenen Fische zurücksetzt, ist ausdrücklich verboten, und ohne vernünftigen Grund darf ein Fisch nach dem Fang nicht zurück. Gebietsfremde invasive Arten dürfen es nie, und aus Fließgewässern müssen Arten, die die Verordnung in keiner ihrer Listen führt, nach dem Fang entnommen werden. Lebende Wirbeltiere und Krebse als Köder sind verboten, ebenso Hegene und Langleine sowie jedes Fangsystem mit mehr als einer Anbissstelle.

Den Setzkescher erlaubt das Land, aber mit engen Vorgaben: mindestens 3,50 Meter lang, mindestens 0,50 Meter Ringdurchmesser, knotenlos, waagerecht ausgelegt und nur bis zum Ende des Fangtages. Fische daraus zurückzusetzen ist unzulässig, und an Bundeswasserstraßen wie Rhein und Main ist er ganz verboten. Nicht geregelt sind dagegen Rutenzahl, Nachtangeln, Boot und Futterboot. Was dort gilt, steht in der Gewässerordnung des Bewirtschafters, und die kann von Strecke zu Strecke verschieden sein. Bei jedem Gewässer in CatchHub steht, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Schonzeiten und Mindestmaße in Hessen

11 Arten mit eigener Regel

Zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden. Die Schonzeit ist ein Zeitraum, in dem eine Art gar nicht entnommen werden darf, meist rund um die Laichzeit. Das Mindestmaß ist eine Länge, unter der ein Fisch immer zurückgeht, auch außerhalb der Schonzeit.

Schonzeiten und Mindestmaße in Hessen
Art Schonzeit Maß, Mindestmaß in Zentimetern
Aal Höchstmaß 70 cm 15. Sept. bis 1. März 50 cm
Äsche Höchstmaß 45 cm 1. März bis 15. Mai 30 cm
Atlantische Forelle Bachforelle, Meerforelle und Seeforelle. Höchstmaß 60 cm 1. Okt. bis 31. März 25 cm
Barbe Höchstmaß 60 cm 1. Mai bis 30. Juni 40 cm
Hecht Höchstmaß 90 cm 1. Feb. bis 15. Apr. 50 cm
Karpfen (Wildform) Nur die Wildform. Höchstmaß 60 cm 15. März bis 31. Mai 45 cm
Schleie Höchstmaß 45 cm 1. Mai bis 30. Juni 25 cm
Zander Kein Höchstmaß, nach oben offen keine Schonzeit 50 cm
Weitere 3 Arten Weniger anzeigen
Moderlieschen 1. Mai bis 30. Juni kein Maß
Nase Höchstmaß 40 cm 15. März bis 30. Apr. 25 cm
Rotfeder Höchstmaß 30 cm 15. März bis 31. Mai 20 cm

Quelle: Hessische Fischereiverordnung, § 1 und § 2, Stand 16. Dezember 2025.

So wird gemessen, so geht er zurück

Gemessen wird von der Spitze des Kopfes bis zum Ende der Schwanzflosse. Das Entnahmemaß hat in Hessen zwei Grenzen, darum steht hinter den meisten Arten ein Höchstmaß. Wer einen Fisch darüber fängt, löst ihn genauso vorsichtig vom Haken und setzt ihn sofort zurück wie einen untermaßigen.

Ganzjährig geschützt, diese Arten gehen immer zurück

Diese Arten haben weder Schonzeit noch Mindestmaß, sie sind das ganze Jahr über tabu. Hängt eine am Haken, geht sie sofort und schonend zurück.

  • Atlantischer Lachs
  • Atlantischer Stör
  • Bitterling
  • Elritze
  • Flunder
  • Karausche
  • Koppe (Groppe)
  • Maifisch
  • Quappe
  • Rheinfelchen
  • Schlammpeitzger
  • Schneider
  • Steinbeißer
  • Strömer
  • Zährte
  • Zwergstichling
  • Bachneunauge
  • Flussneunauge
  • Meerneunauge
  • Edelkrebs
  • Steinkrebs
  • alle heimischen Muschelarten

Ohne Gewähr, und der Verein darf strenger sein

Diese Übersicht gibt den Stand der Landesverordnung wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten und größere Mindestmaße festlegen, und sie tun es oft. Verbindlich ist immer, was in deinem Erlaubnisschein steht. In fischereiwirtschaftlich genutzten Fischteichen und Fischbehältern, die nicht ausschließlich zum Angeln genutzt werden, gilt diese Tabelle nicht.

Angelregionen in Hessen

7 Landschaften und was dort steht

Hessen ist beim Angeln kein einheitliches Gebiet. Ein Bach im Vogelsberg verlangt anderes Gerät als der Rhein bei Rüdesheim, und am Edersee fällt der Spiegel im Sommer um Meter. Diese Einteilung ist unsere eigene, sie sortiert das Land so, wie man es beim Planen einer Tour sortiert.

Breiter Rhein bei Niedrigwasser, im Vordergrund eine freigefallene Kiesbank mit einer Steinbuhne, am anderen Ufer Weinberge im Dunst

Rhein und Rheingau

Die Westgrenze des Landes, von Lampertheim bis in den Rheingau

Auf rund hundert Kilometern bildet der Rhein die Grenze nach Rheinland-Pfalz, und er sieht auf dieser Strecke sehr verschieden aus. Im Ried liegt er breit zwischen Buhnenfeldern und Kiesbänken, mit den abgeschnittenen Altarmen dahinter. Ab Wiesbaden drückt ihn das Tal des Rheingaus zusammen und der Zug wird spürbar stärker. Rapfen jagen an den Buhnenköpfen, Zander stehen im ruhigen Kolk dahinter, Barben über dem Kies.

Beste Zeit: Frühjahr und Herbst, im Sommer die ersten Stunden nach Sonnenaufgang

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Rapfen Barbe Wels Aal
Gestauter Main entlang einer rostigen Spundwand mit Pollern und Steigleiter, dahinter Wehr und Schleuse vor einer Backsteinfabrik im Winterregen

Untermain und Wetterau

Staustufe für Staustufe von Hanau bis zur Mündung

Der hessische Main ist Bundeswasserstraße und in Stauhaltungen zerlegt, dazwischen liegen Schleusen, Wehre und Hafenbecken. Das macht das Angeln planbar: tiefe, gleichmäßige Rinnen, harte Spundwände und vor jedem Wehr eine Kante, an der sich Futterfisch sammelt. Zander und Wels sind die Zielfische, an den wenigen Kiesstrecken kommen Barbe und Döbel dazu. Nidda, Nidder und Wetter fließen aus der Wetterau dazu und sind das genaue Gegenteil, schmal, warm und krautig.

Beste Zeit: Oktober bis März auf Zander, warme Nächte auf Wels

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Wels Barbe Döbel Aal
Klarer Kiessee im Morgendunst, im Vordergrund eine steile Sandkante mit Kiefern und Birken, unter der Oberfläche liegt die Kiesbank offen

Hessisches Ried

Kiesseen und Altarme zwischen Rhein und Bergstraße

Das Ried ist flach, sandig und voller Wasser, das der Mensch dort herausgebaggert hat. Die Kiesseen fallen dicht am Ufer steil ab und bleiben auch im Hochsommer klar, entsprechend vorsichtig sind die Fische. Daneben liegen die Altarme des Rheins, träge, voller Totholz und Schilf und im Sommer schnell warm. Karpfen und Schleie ziehen dort die flachen Buchten ab, Hecht und Zander stehen an der ersten Kante.

Beste Zeit: Frühsommer auf Karpfen, Herbst auf Raubfisch

Beliebte Fische in dieser Region
Karpfen Schleie Hecht Zander Barsch
Neckar im engen Waldtal, im Vordergrund eine nasse Uferpflasterung aus rotem Sandstein, an den steilen Hängen hängen Wolkenfetzen im frischen Buchengrün

Odenwald und hessischer Neckar

Ein kurzes Stück Neckar und die Bäche des Buntsandsteins

Zwischen Hirschhorn und Neckarsteinach gehört ein schmaler Abschnitt des Neckars zu Hessen, eingeklemmt zwischen bewaldeten Hängen und gestaut wie die ganze Strecke. Tiefe Rinne, harte Kante, dahinter ruhiges Wasser vor der Schleuse. Landeinwärts wird alles klein. Mümling und Gersprenz sind Buntsandsteinbäche mit schnellem Wechsel aus Rausche und Kolk, in denen die Bachforelle steht. Der Marbach-Stausee ist das stehende Gegenstück dazu, kühl und für seine Größe erstaunlich tief.

Beste Zeit: April bis September am Bach, Herbst und Winter am Neckar

Beliebte Fische in dieser Region
Bachforelle Döbel Zander Hecht Barbe
Schmaler Bergbach schäumt über dunkle Basaltblöcke, am Ufer bereiftes Gras, ein Weidezaun und eine Eberesche, dahinter offene Bergkuppen im Morgennebel

Vogelsberg und Rhön

Basalt, Buntsandstein und kaltes Quellwasser

Der Vogelsberg ist das größte Basaltmassiv Europas, und was von ihm herunterläuft, ist kalt, klar und schnell. Nidda, Schwalm und Ohm beginnen hier als Forellenbäche, bevor sie unten träge werden. In der Rhön dasselbe Bild mit Ulster, Haune und der jungen Fulda. Wo die Täler gestaut sind, an der Niddatalsperre und an der Kinzigtalsperre, kippt der Charakter vollständig, hin zu stehendem, nährstoffreichem Wasser mit Hecht, Karpfen und Schleie im Flachen.

Beste Zeit: April bis September am Bach, Mai bis Oktober an den Talsperren

Beliebte Fische in dieser Region
Bachforelle Äsche Hecht Karpfen Schleie
Niedriges Wehr in einem kiesigen Mittelgebirgsfluss, davor der ausgespülte Kolk über Kies, an den Ufern Erlen und Wiesen im warmen Abendlicht

Lahn, Dill und Mittelhessen

Ein Fluss mit zwei Gesichtern, dazu die Sperren am Westerwaldrand

Oberhalb von Marburg ist die Lahn schmal und in einem Tag zu überblicken, ab dem Raum Gießen und Wetzlar wird sie Bundeswasserstraße und läuft von Wehr zu Wehr. Genau dort liegt das Angeln: oben die Rausche mit Barbe und Döbel, unten der ausgespülte Kolk mit Zander und Aal. Die Dill kommt kalt aus dem Rothaargebirge dazu und ist Forellen- und Äschenwasser. Aartalsee, Krombachtalsperre und Perfstausee sind das Kontrastprogramm, mit langen flachen Uferzonen für Hecht und Karpfen.

Beste Zeit: Mai bis Oktober am Fluss, Herbst an den Talsperren

Beliebte Fische in dieser Region
Barbe Döbel Äsche Hecht Karpfen
Blick von einem bewaldeten Hang auf einen gewundenen Talsperrenarm mit tiefblauem Wasser, am Ufer ein heller Streifen trockengefallener Grund unter dichtem Sommerwald

Edersee und Nordhessen

Die großen Talsperren des Landes und die Flüsse dazwischen

Der Edersee ist das größte stehende Gewässer Hessens und an der Sperrmauer über vierzig Meter tief. Sein Pegel fällt im Spätsommer stark, weil Wasser für die Weser abgegeben wird, und mit ihm wandern die Fische an die dann viel tiefer liegenden Kanten. Zander, Barsch und Hecht stehen an den Steilhängen der alten Talflanken, im Sommer weit draußen über Grund. Diemelsee und Twistesee sind kleiner und ruhiger, und dazwischen liegen mit Eder, Fulda und Werra drei Flüsse, die oben Äschenwasser sind und unten Barben führen.

Beste Zeit: Mai bis Oktober auf Barsch und Zander, Herbst auf Hecht

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Barsch Hecht Aal Barbe
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Die Regeln deines Gewässers in der Tasche

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Was in Hessen schwimmt

10 Arten, die das Land prägen

Fast jede dieser Arten steht in Hessen an einer bestimmten Sorte Wasser, und genau das entscheidet, wohin du fährst. Die Bachforelle findest du nicht am Rhein und den Zander nicht im Rhönbach. Welche Arten an einem einzelnen Gewässer gemeldet sind, steht auf dessen Seite.

Zander Sander lucioperca

Wo der Main gestaut ist, findet er alles, was er braucht. Tiefe Rinnen, harte Spundwände und angetrübtes Wasser, dazu Futterfisch, der sich vor jedem Wehr sammelt. Am Edersee ist es das genaue Gegenteil, klares Wasser und Steilkanten. Eine Schonzeit hat er in Hessen als einzige geschützte Art nicht, ein Mindestmaß dagegen schon.

Wo im Land
Main-Stauhaltungen, Rhein, Edersee
Beste Zeit
Oktober bis März, in der Dämmerung
Im Land
ab 50 cm

Hecht Esox lucius

Im Kraut der Rhein-Altarme, in den flachen Buchten der Talsperren und an der ersten Kante der Kiesseen. Am Edersee folgt er im Spätsommer dem fallenden Pegel nach unten und steht dann deutlich tiefer, als man ihn sucht. Hessen schützt ihn nach unten und nach oben, große Fische bleiben also im Wasser.

Wo im Land
Rhein-Altarme, Flachbuchten der Talsperren, Kiesseen im Ried
Beste Zeit
September bis November
Im Land
ab 50 cm, Schonzeit 1. Feb. bis 15. Apr.

Aal Anguilla anguilla

Rhein und Untermain sind seine Hauptadressen, dazu die untere Lahn. Nachts zieht er auf die flachen Bänke und an die Steinpackungen, tagsüber steckt er tief in der Schüttung. Sein Bestand ist europaweit im Keller, und das Land setzt ihm deshalb neben Schonzeit und Mindestmaß auch eine Grenze nach oben.

Wo im Land
Rhein, Untermain, untere Lahn
Beste Zeit
Warme, dunkle Nächte von Mai bis August
Im Land
ab 50 cm, Schonzeit 15. Sept. bis 1. März

Bachforelle Salmo trutta fario

Der Leitfisch der hessischen Mittelgebirge. Sie steht hinter Steinen, unter Wurzeln und in der Rausche darüber. Das Wasser ist schmal und klar, jeder Schritt am Ufer ist unten zu sehen, entsprechend vorsichtig läuft man eine Strecke an. In der Landesverordnung steht sie mit Meerforelle und Seeforelle in einer Zeile, weil alle drei dieselbe Art sind.

Wo im Land
Bäche in Rhön, Vogelsberg, Odenwald, Spessart und Taunus
Beste Zeit
April bis September
Im Land
ab 25 cm, Schonzeit 1. Okt. bis 31. März

Äsche Thymallus thymallus

Ein Anzeiger für gutes Wasser und im Bestand deutlich zurückgegangen. Sie steht in gleichmäßiger Strömung über sauberem Kies, oft im Schwarm und meist an derselben Stelle wie im Vorjahr. Ihre Schonzeit liegt im Frühjahr und damit anders als die der Forellen.

Wo im Land
Obere Lahn, Dill, Eder und Werra
Beste Zeit
Juni bis September
Im Land
ab 30 cm, Schonzeit 1. März bis 15. Mai

Barbe Barbus barbus

Ein Fisch der Strömung, der über Kies gründelt und in der Rinne dahinter steht. Main, Lahn, Fulda und Werra sind die klassischen Adressen im Land, am Rhein steht sie an den Buhnenfeldern. Steigendes, leicht angetrübtes Wasser nach einem Regen ist ihre beste Bedingung.

Wo im Land
Main, Lahn, Fulda und Werra auf Kiesstrecken
Beste Zeit
Juli bis Oktober, bei steigendem Wasser
Im Land
ab 40 cm, Schonzeit 1. Mai bis 30. Juni

Nase Chondrostoma nasus

Ein Schwarmfisch, der Algen von Steinen raspelt und dafür flache, schnell überströmte Bereiche braucht. In Hessen steht sie im Main, in der Lahn und in der Kinzig, dort aber längst nicht überall. Wo sie noch in Zahl vorkommt, ist das ein gutes Zeichen für die ganze Strecke.

Wo im Land
Main, Lahn und Kinzig
Beste Zeit
Spätsommer und Herbst
Im Land
ab 25 cm, Schonzeit 15. März bis 30. Apr.

Karpfen Cyprinus carpio

Zwei ganz verschiedene Welten. In den klaren Kiesseen des Rieds wird er vorsichtig und schwer, in den flachen Weihern der Wetterau zieht er im Frühsommer sichtbar durchs Kraut. Bei den Regeln lohnt der zweite Blick. Schonzeit und Maß der Landesverordnung gelten ausdrücklich nur für die Wildform, für den Besatzkarpfen zählt die Gewässerordnung.

Wo im Land
Kiesseen im Ried, Aartalsee, Vereinsweiher der Wetterau
Beste Zeit
Ab etwa 12 Grad, Frühsommer bis Herbst

Schleie Tinca tinca

Sie steht im Kraut und verrät sich durch aufsteigende Bläschen, lange bevor der Bissanzeiger etwas sagt. In Hessen liegt ihre Schonzeit genau auf den beiden Monaten, in denen anderswo auf Schleie geangelt wird. Wer sie fangen will, plant hier den Hochsommer ein.

Wo im Land
Rhein-Altarme, Weiher der Wetterau, flache Talsperrenarme
Beste Zeit
Juli und August, vor Sonnenaufgang
Im Land
ab 25 cm, Schonzeit 1. Mai bis 30. Juni

Wels Silurus glanis

Am Untermain und am Rhein hat er sich fest etabliert und wird groß. Nachts zieht er ins Flache und an die Hafeneinfahrten, tagsüber steht er an Hindernissen und in tiefen Löchern. Weder Schonzeit noch Maß gibt ihm die Landesverordnung vor, verbindlich ist hier allein die Gewässerordnung des Bewirtschafters.

Wo im Land
Untermain, Rhein, große Kiesseen im Ried
Beste Zeit
Warme Sommernächte

Welche Gewässer es in Hessen gibt

7 Typen und was sie ausmacht

Vom Strom bis zum Quellbach der Rhön, dazwischen Talsperren, die im Herbst ganze Ufer freilegen. Der Typ entscheidet über Gerät, Zielfisch und Tageszeit, deshalb lohnt es sich, ihn vor der Tour zu kennen. In der Gewässersuche kannst du direkt nach diesen Typen filtern.

Strom

Der Rhein ist der einzige Strom des Landes und zugleich seine Westgrenze. Im Ried liegt er breit zwischen Buhnenfeldern und Kiesbänken, im Rheingau drückt ihn das Tal zusammen und der Zug wird spürbar stärker. Die Buhne ist hier die Struktur, an der praktisch alles hängt.

Fluss

Main, Lahn, Fulda, Werra, Eder, Diemel, Kinzig und Nidda. Der Main und die untere Lahn sind gestaut und fühlen sich streckenweise wie eine Kette langer Seen an, Eder und Diemel fließen dagegen frei über Kies. Wo ein Wehr steht, liegt die interessanteste Stelle meist direkt darunter.

Bach

Rhön, Vogelsberg, Odenwald, Spessart und Taunus sind voll davon. Meist nur wenige Meter breit, kalt und mit hartem Wechsel aus Rausche und Kolk. Angeln heißt hier pirschen und von unten anlaufen, nicht ansitzen.

Talsperre

Was Hessen an natürlichen Seen fehlt, holen die Talsperren auf. Edersee, Diemelsee und Twistesee im Norden, Niddatalsperre und Kinzigtalsperre in der Mitte, dazu Krombachtalsperre und Marbach-Stausee. Gemeinsam ist ihnen der stark schwankende Pegel, an dem sich die Fische im Jahresverlauf entlangbewegen.

Baggersee

Der Kiesabbau im Hessischen Ried hat eine Kette klarer Seen hinterlassen, dazu kommen die Kiesseen im Werratal bei Eschwege. Steile Kanten dicht am Ufer, nährstoffarmes und sichtiges Wasser, entsprechend vorsichtige Fische. Feines Gerät zahlt sich hier schneller aus als am Fluss.

Altarm

Zwischen Lampertheim und Ginsheim liegen die abgeschnittenen Schlingen des alten Rheinlaufs. Kaum Strömung, viel Totholz und Schilf, im Sommer schnell warm. Sie sind der Lebensraum für Hecht und Schleie direkt neben dem Strom.

Weiher

In der Wetterau, im Vogelsberg und rund um die Vereinsstrecken liegen sie zu Hunderten, flach, krautig und nährstoffreich. Schleie, Karpfen und Hecht stehen hier oft in weniger als zwei Metern Wasser. Weil sie klein sind, reagieren sie schnell auf jeden Wetterwechsel.

Beliebte Angelgewässer in Hessen

nach Followern und Fängen

Diese Reihenfolge macht die Community, nicht die Redaktion. Gewertet wird, wie viele Angler dem Gewässer folgen und wie viele Fänge dort gemeldet sind. Ein Gewässer steigt also, weil Angler hingehen und melden.

Die größten Angelgewässer

nach Fläche und nach Länge

Zwei Listen, weil sich Hektar und Kilometer nicht vergleichen lassen. Links stehen die flächengrößten Stillgewässer, rechts die längsten Flussstrecken. Groß heißt dabei nicht automatisch gut, aber es heißt Platz und meist mehr Struktur, an der sich Fisch sammelt.

Alle Gewässer in Hessen

54 Gewässer, alphabetisch

Hinter jedem Namen steht die Gewässerseite mit Fischbestand, erlaubten Angelmethoden, den Regeln vor Ort, dem Bewirtschafter und dem Fang-Index für heute. Die Zahl rechts sind die gemeldeten Fänge.

25 von 54 Gewässern

1 Angelweiher Bieber ASV 1968 Bieber Biebergemünd Weiher 1 2 Dill Gaststrecke Dillenburg – Herborn-Burg Dillenburg Fluss Bachforelle · Äsche · Barbe 3 Dill Strecke bis zur Lahnmündung Wetzlar Fluss Bachforelle · Äsche · Barbe 4 Fulda Strecke Bad Hersfeld (Falkenbach–Mecklar) Bad Hersfeld Fluss Aal · Barsch · Hecht 5 Fulda Strecke Bardowehr – Horas Fulda Fluss Hecht · Zander · Karpfen 6 Fulda Strecke Guntershausen – Freienhagen Fuldabrück Fluss Aal · Hecht · Barsch 7 Fulda Strecke KAV Kassel (Karlsaue/Fuldaaue) Kassel Fluss Aal · Barsch · Hecht 8 Fulda Strecke Konnefeld – Binsförth Morschen Fluss Aal · Barsch · Hecht 9 Fulda Strecke Lispenhausen – Kreisgrenze Rotenburg an der Fulda Fluss Aal · Barsch · Hecht 10 Fulda Strecke Mecklar – Lispenhausen Bebra Fluss Barbe · Aal · Hecht 11 Fulda Strecke Obermelsungen – Stadtmitte Melsungen Fluss Barbe · Äsche · Hecht 12 Fulda Strecke SFV Niederaula Niederaula Fluss Hecht · Zander · Barsch 13 Fulda Strecke Speele–Bonaforth Fuldatal Fluss Karpfen · Bachforelle · Zander 14 Kinzig Strecke A–C (Hanau – Ahl) Gelnhausen Fluss Forelle · Äsche · Barbe 2 15 Kinzig-Stausee Bad Soden-Salmünster Stausee Hecht · Zander · Wels 16 Lahn Gaststrecke Naunheim – Dillmündung Wetzlar Fluss Hecht · Zander · Barsch 17 Lahn Station II · Cölbe – Niederweimar Marburg Fluss Bachforelle · Äsche · Döbel 18 Lahn Strecke Dorlar – Waldgirmes Lahnau Fluss Barsch · Hecht · Zander 1 19 Lahn Strecke Ruttershausen – Badenburg Wettenberg Fluss Hecht · Zander · Wels 20 Lahn Strecke Steeden – Diez Limburg an der Lahn Fluss Aal · Barbe · Karpfen 21 Lahn Strecke Stockhausen – Steeden/Dehrn Weilburg bis Runkel Fluss Barbe · Nase · Hasel 22 Lahn Strecke Wolfshausen – Bellnhausen Weimar (Lahn) Fluss Bachforelle · Äsche · Barbe 23 Main Altarm Steinheim Hanau-Steinheim Altarm Aal · Aland · Barsch 1 24 Main Kostheim – Schwanheim Frankfurt-Höchst Fluss Karpfen · Schleie · Nase 25 Main Seligenstadt Seligenstadt Fluss Aal · Aland · Barsch 1

Häufige Fragen zum Angeln in Hessen

8 Fragen

Die Fragen, die vor dem ersten Angeltag in Hessen am häufigsten gestellt werden. Alles Weitere zum Angelschein allgemein steht auf der Übersicht für Deutschland.

Brauche ich in Hessen einen Angelschein?

Ja, und zwar die Fischerprüfung. Einen Touristen- oder Urlauberfischereischein kennt Hessen nicht. Der Besucherfischereischein geht nur an Personen ohne Wohnsitz in Deutschland, die ihre Sachkunde nachweisen, und gilt für einen Monat im Kalenderjahr. Nach der Prüfung stellt die Gemeinde den Fischereischein aus, inzwischen lebenslang, dazu kommen die Fischereiabgabe und der Erlaubnisschein für das konkrete Gewässer.

Ab welchem Alter dürfen Kinder in Hessen angeln?

Ab zehn Jahren, und zwar ohne eigenen Fischereischein. Den Jugendfischereischein gibt es in Hessen nicht mehr. Wer zehn bis fünfzehn ist, darf mit der Handangel fischen, solange eine volljährige Person mit gültigem Fischereischein dabei ist und das Kind einen eigenen Erlaubnisschein hat. Jüngere Kinder dürfen nur als Helfer mitangeln.

Welche Schonzeiten gelten in Hessen?

Die Hessische Fischereiverordnung legt für elf Arten eine Schonzeit oder ein Entnahmemaß fest, darunter Hecht mit Schonzeit vom 1. Februar bis 15. April und Barbe vom 1. Mai bis 30. Juni. Der Zander hat als einziger gar keine Schonzeit, dafür ein Mindestmaß von 50 cm. Die vollständige Übersicht steht weiter oben auf dieser Seite. Verein und Gewässerordnung dürfen strenger sein, nie lockerer.

Was bedeutet das Entnahmemaß in Hessen?

Es ist ein Fenster mit zwei Grenzen, und ein Fisch darf nur entnommen werden, wenn seine Länge dazwischen liegt. Beim Hecht sind das 50 bis 90 cm, bei der Schleie 25 bis 45 cm. Alles darunter und alles darüber geht zurück ins Wasser. Der Gedanke dahinter ist, die großen Laichfische im Bestand zu halten.

Ist Catch and Release in Hessen erlaubt?

Nein. Fischfang, der allein Sport- oder Hobbyzwecken dient und das Zurücksetzen aller gefangenen Fische vorsieht, ist in der Landesverordnung ausdrücklich verboten und gilt als Ordnungswidrigkeit. Ohne vernünftigen Grund darf ein Fisch nach dem Fang nicht zurückgesetzt werden, gebietsfremde invasive Arten nie. Als vernünftiger Grund gilt vor allem die Entnahme für den eigenen Tisch.

Mit wie vielen Ruten darf ich in Hessen angeln?

Das Land nennt keine Zahl. Weder Fischereigesetz noch Verordnung begrenzen in Hessen die Rutenzahl, geregelt wird sie im Erlaubnisschein des Bewirtschafters. Landesweit verboten sind dagegen Hegene, Langleine und jedes Fangsystem mit mehr als einer Anbissstelle.

Ist Nachtangeln in Hessen erlaubt?

Das Land regelt das Nachtangeln nicht. Ob es an einem Gewässer geht, steht in der Gewässerordnung des Vereins oder Pächters. Bei jedem Gewässer in CatchHub ist vermerkt, was dort belegt erlaubt oder verboten ist, auch Bootsangeln, Setzkescher und Zelten. Beim Setzkescher lohnt der zweite Blick, denn an Bundeswasserstraßen wie Rhein und Main ist er ohnehin unzulässig.

Wo kann ich in Hessen angeln?

In CatchHub sind 54 Gewässer in Hessen erfasst, vom Rhein und den Main-Stauhaltungen über Edersee, Lahn und Fulda bis zu den Forellenbächen in Rhön, Vogelsberg und Odenwald. Zu jedem stehen Fischbestand, Angelmethoden, die Regeln vor Ort und ein täglicher Fang-Index.

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Redaktioneller Stand:

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