Kurz gesagt
- Ein Weiher ist ein flaches Stillgewässer ohne Tiefenzone. Der Limnologe François-Alphonse Forel nannte ihn „einen See ohne Tiefe", und genau das ist das fachliche Kriterium.
- Weil Licht den ganzen Boden erreicht, kann er in seiner gesamten Ausdehnung mit Pflanzen bewachsen sein, und das Angeln am Weiher ist deshalb zuerst Angeln im Kraut. Die Literatur nennt dafür Tiefen bis 2 m, teils bis 4 m.
- Der Sauerstoff schwankt stärker als in jedem anderen Stillgewässer. Je mehr Pflanzen, desto größer der Unterschied zwischen Tag und Nacht.
- Kritisch wird es unter 3 mg je Liter. Die Karausche hält deutlich mehr aus: sie übersteht monatelange Sauerstofffreiheit und scheidet dabei Alkohol über die Kiemen aus.
- Im Süden Deutschlands heißen viele ablassbare Fischteiche „Weiher". Fachlich ist das ein Teich, und der Unterschied ist der Ablass.
Ein See ohne Tiefe
Die knappste Definition stammt von François-Alphonse Forel, einem der Begründer der Gewässerkunde. Ein Weiher, sagte er, sei ein See ohne Tiefe. Gemeint ist keine Zentimeterzahl, sondern eine Eigenschaft. In einem See gibt es einen Bereich, den kein Licht mehr erreicht und in dem keine Pflanze mehr wächst. Im Weiher fehlt dieser Bereich, sein Boden ist in ganzer Ausdehnung von Pflanzen besiedelbar.
Steckbrief Weiher
- Entstehung
- gewachsenes Flachgewässer ohne Ablass, oft aus einem See verlandet Der Weiher ist das Spätstadium, nicht der Anfang
- Typische Tiefe
- bis etwa 2 m Einzelne Quellen nennen bis 4 m, entscheidend ist die Durchlichtung
- Grund
- Schlamm mit Krautpolstern In alten Weihern liegt darüber eine mächtige Faulschlammschicht
- Erwärmung
- sehr schnell, im Sommer über 30 Grad Im Frühjahr sind Nordufer und dunkler Grund zuerst warm
- Sauerstoff
- schwankt stark über den Tag Nachmittags übersättigt, gegen Sonnenaufgang am knappsten
- Typische Arten
- Karausche, Schleie, Rotfeder, Hecht Dazu Moderlieschen, Bitterling und Schlammpeitzger, alle gefährdet
- Zugang
- meist Verein, häufig Nachtangelverbot Naturnahe Kleingewässer stehen oft unter gesetzlichem Schutz
Als Tiefengrenze nennt die Literatur meist 2 m, einzelne Autoren 2 bis 4 m. Die Streuung hat einen sachlichen Grund. Entscheidend ist die Durchlichtung, und die hängt am Wasser. Ein klarer Weiher darf tiefer sein als ein trüber und bleibt trotzdem ein Weiher.
Warum in Bayern jeder Fischteich „Weiher" heißt
An dieser Stelle geht Fachsprache und Alltag auseinander, und wer das nicht weiß, hält jede zweite Ortsangabe für einen Fehler. Das Wort stammt vom lateinischen vivarium, also vom Fischbehälter, und genau in dieser Bedeutung ist es im Süden Deutschlands geblieben. Mühlweiher, Löschweiher und Eisweiher tragen dort fast immer ein Ablassbauwerk und sind damit Teiche.
Fachlich bleibt der Ablass das Kriterium. Sitzt am Damm ein Bauwerk, mit dem sich das Gewässer leeren lässt, hast du einen Teich vor dir, ganz gleich wie die Karte ihn nennt. Der Blick lohnt, weil beide Typen völlig verschieden funktionieren.
Woran du einen Weiher im Schnitt erkennst
Das Profil ist flach, aber das allein reicht nicht. Vier Merkmale grenzen ihn sicher ab.
Weiher im Querschnitt
4 MerkmaleEin Weiher lässt sich am Profil erkennen, nicht an der Fläche. Vier Merkmale trennen ihn vom See und vom Teich.
-
Kein Punkt liegt im Dunkeln
Licht erreicht den gesamten Boden. Deshalb kann ein Weiher überall mit Pflanzen bewachsen sein, und deshalb fehlt ihm die Tiefenzone, die einen See ausmacht.
-
Röhricht rundum, nicht nur am Rand
Der Schilfgürtel wächst nicht an einer Kante, sondern zieht sich weit ins Gewässer hinein. Wo er beide Ufer verbindet, ist die Verlandung schon weit fortgeschritten.
-
Der Grund ist weich und tief
Was an Pflanzen wächst, sinkt später ab. Über Jahrzehnte entsteht eine mächtige Faulschlammschicht, aus der Nährstoffe zurück ins Wasser gehen.
-
Schwimmblätter decken die Fläche
Seerosen und Teichrosen beschatten das Wasser darunter. Eine geschlossene Decke wirkt dabei wie eine Eisschicht und schneidet den Gasaustausch ab.
Leicht zu verwechseln mit
3 TypenDrei Stillgewässer, die dem Weiher ähneln. Zwei davon werden im Alltag sogar mit demselben Wort bezeichnet.
Teich
Angelegt und ablassbar. Sein Wasserstand lässt sich jederzeit regeln, und im Herbst wird er komplett abgefischt.
Moorsee
Ebenfalls flach und pflanzenreich, aber sauer und nährstoffarm. Sein braunes Wasser kommt von Huminstoffen, nicht von Algen.
See
Er hat eine Zone, die kein Licht erreicht, und schichtet sich im Sommer über Monate. Genau das fehlt dem Weiher.
Weiher, Teich, Moorsee oder See
Diese vier werden regelmäßig durcheinandergebracht, und der Unterschied liegt jedes Mal woanders.
Weiher und die Nachbarn
4 Typen| Typ | Entstehung | Tiefe | Sichttiefe | Was du zuerst suchst |
|---|---|---|---|---|
| Weiher diese Seite | gewachsenes Flachgewässer ohne Ablass, oft aus einem See verlandet | bis etwa 2 m | gering | die Krautkante und die tiefste Stelle |
| Teich | angelegt und ablassbar, meist mit Mönch oder Ablass | 1 bis 3 m | gering | die tiefste Stelle und den Zulauf |
| Moorsee | in einem Moorkörper entstanden, gespeist aus dem Moor | 2 bis 8 m | minimal | den Torfrand und die wenigen tiefen Löcher |
| See | natürlich entstanden, fast immer eiszeitlich geformt | 3 bis 40 m | mittel | die Krautkante und die Scharkante dahinter |
Zwischen Weiher und See trennt eine Zone ohne Licht, zwischen Weiher und Teich ein Bauwerk, und zwischen Weiher und Moorsee die Chemie des Wassers.
Der Sauerstoff im Tagesrhythmus
Kein anderer Gewässertyp schwankt so stark. Ein flacher, pflanzenreicher Weiher produziert am Nachmittag mehr Sauerstoff, als das Wasser halten kann, und verbraucht ihn bis zum Morgen wieder.
Mittags produziert er
Bei Sonne läuft die Photosynthese auf Anschlag. Der Sauerstoffgehalt kann auf das Dreifache der Sättigung steigen, in nährstoffreichen Gewässern um mehr als 1 mg je Liter und Stunde.
Nachts verbraucht er
Dieselben Pflanzen atmen im Dunkeln und werden zu Verbrauchern. Je mehr Biomasse, desto tiefer fällt der Wert bis zum Morgen.
Der trübe Tag danach ist der kritische
Auf einen strahlungsreichen Tag folgt viel Biomasse, und wenn die Sonne dann ausbleibt, fehlt die Produktion. Genau diese Abfolge löst Sauerstoffmangel aus.
Unter Eis zählt der Schnee
Klares Eis lässt Licht durch, Wasserpest bildet darunter sogar Sauerstoffblasen. Erst eine geschlossene Schneedecke über langer Zeit macht den Weiher zur Falle.
Hier steckt der wichtigste Irrtum dieses Gewässertyps. Viel Kraut gilt als Zeichen für gesundes Wasser, und tagsüber stimmt das auch. Fachlich ist es umgekehrt: je größer die Pflanzenmasse im durchlichteten Bereich, desto größer der Unterschied zwischen Tag und Nacht. In nährstoffreichen Gewässern steigt der Gehalt auf das Dreifache der Sättigung und fällt in derselben Nacht ebenso schnell wieder.
Kritisch wird es unter etwa 3 mg je Liter. Die Wetterlage, die dorthin führt, ist gut beschrieben: ein trüber Tag nach einem strahlungsreichen. Dann steht viel Biomasse im Wasser, die Produktion fällt aus, und die Zehrung läuft weiter. Ein starker Wind oder ein Gewitterregen kann eine solche Lage im letzten Moment noch entschärfen.
Das Seerosenfeld ist Dach und Falle zugleich
Seerosen wachsen dort, wo der Weiher zwischen 1 und 2 m tief ist, und sie decken im Sommer große Teile der Fläche. Darunter ist das Wasser kühler und dunkler, und der Hecht steht mit dem Rücken direkt unter den Blättern.
Die Lücken im Feld sind die Wurfziele. Wer einen Köder dort ablegt und kurz stehen lässt, fischt genau vor dem Maul.
Unter den Blättern ist es schattig und kühl, in den Lücken dazwischen wird gefangen. AI-Bild
Was im Winter unter dem Eis passiert
Das Bild vom erstickten Weiher unter geschlossener Eisdecke stimmt so nicht. Klares Eis lässt Licht durch, und unter ihm arbeitet die Wasserpest weiter, und an der Unterseite der Decke sammeln sich dann sogar Sauerstoffblasen.
Gefährlich wird erst der Schnee. Eine geschlossene Schneedecke nimmt das Licht, die Photosynthese fällt aus, die Zehrung geht weiter, und bei 1,5 Grad Wassertemperatur ist der Vorrat irgendwann aufgebraucht. Dann entsteht am Grund zusätzlich Schwefelwasserstoff. Wer helfen will, räumt deshalb den Schnee und schlägt keine Löcher. Erschütterungen stören die Fische in der Winterruhe und kosten mehr, als sie bringen.
Unter der Schneedecke wird es eng
Eis allein ist für einen Weiher kein Problem, denn Licht kommt hindurch, und die Pflanzen unter dem Eis produzieren weiter. Eine Schneedecke darauf ändert das sofort, weil sie das Licht nimmt.
In einem flachen Weiher mit viel Schlamm reicht der Vorrat dann nur wenige Wochen. Wo im Winter Fische sterben, liegt es fast immer am Schnee, nicht am Eis.
Klares Eis lässt Licht durch, Schnee darauf nicht. Dann hört die Produktion auf. AI-Bild
Wo der Fisch im Weiher steht
In einem Gewässer ohne Tiefenzone fällt die Kante als Orientierung weg. Was bleibt, sind Pflanzen, Temperatur und Sauerstoff.
Wo der Fisch an diesem Gewässertyp steht
1 Ansicht-
Krautfeld
Die Kante zwischen dichter Unterwasservegetation und offenem Wasser ist die verlässlichste Linie. Im Kraut sitzt die Beute, weil ihr dort die Verstecke bleiben, die sie im Freiwasser nicht hat.
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Schilfgürtel
Der Röhrichtgürtel ist Laichplatz und Kinderstube. Er steht unter gesetzlichem Schutz, gefischt wird deshalb an seiner Kante.
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Seerosenfeld
Schwimmblattfelder beschatten, kühlen und bieten Deckung von oben. Ihre Unterseite trägt Schneckenlaich und Insektenlarven, ein eigener kleiner Lebensraum.
-
Zufluss
Jeder Zulauf bringt Sauerstoff, und in einem Gewässer, das damit knapp haushaltet, ist das im Sommer wie im Winter die verlässlichste Stelle.
-
Untiefe im Freiwasser
Im Frühjahr zählt jede Stelle, die sich schneller erwärmt: das Nordufer, weil die Sonne von Süden kommt, und dunkler Grund, weil er die Wärme hält.
Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Totholz, Scharkante, Freies Wasser, Steg.
Für das Frühjahr lohnt eine Beobachtung, die aus der Gewässerkunde stammt und am Wasser sofort nützlich ist. Am schnellsten erwärmen sich Nordufer, weil die Sonne von Süden einfällt, dazu windgeschützte Buchten und Stellen über dunklem Grund. Gemessen wurden dort bis zu 16 Grad, während unter der Eisdecke nebenan noch 1 Grad herrschte.
Ein Bestand aus Spezialisten
Die Arten, die einen flachen Weiher dauerhaft bewohnen, haben eines gemeinsam. Sie kommen alle mit wenig Sauerstoff aus. Karausche, Schleie, Rotfeder, Moderlieschen, Bitterling und Schlammpeitzger stehen deshalb ganz oben auf der Liste, und fast alle von ihnen gelten inzwischen als gefährdet.
Die Karausche ist dabei der Extremfall. Sie übersteht bei niedrigen Temperaturen mehrere Monate völlig ohne Sauerstoff, indem sie ihren Stoffwechsel umstellt: statt Milchsäure anzuhäufen, baut sie Zucker zu Ethanol ab und gibt ihn über die Kiemen ab. In kleinen, stark verkrauteten Gewässern ist sie nicht selten die einzige Fischart überhaupt.
Ihr Doppelgänger ist der Giebel, ähnlich zäh und kaum zu unterscheiden. Er vermehrt sich allerdings auch ohne Männchen, weshalb ein einziges überlebendes Weibchen einen ganzen Bestand begründen kann.
Der Weg zum Sumpf
Ein Weiher ist keine Dauerform, sondern ein Stadium. Er entsteht meist aus einem verlandenden See und endet, wenn nichts eingreift, als Röhricht und später als Sumpf. Natürlich dauert dieser Weg Jahrhunderte, doch Nährstoffeintrag beschleunigt ihn erheblich.
Der Mechanismus verstärkt sich selbst. Mehr Nährstoff bedeutet mehr Pflanzen, mehr Pflanzen bedeuten mehr Schlamm, und aus dem Schlamm gehen Nährstoffe zurück ins Wasser. Für den Fischbestand ist der entscheidende Punkt der Moment, an dem keine offene Wasserfläche mehr bleibt: ohne Freiwasser fällt ein ganzer Lebensbereich weg.
Der Weiher wird zu Land
Ein flacher, nährstoffreicher Weiher produziert mehr Pflanzenmasse, als er abbauen kann. Der Rest sinkt als Schlamm auf den Grund, der Grund hebt sich, und das Schilf folgt dem flacher werdenden Wasser nach innen.
Wo das offene Wasser noch tief genug ist, steht der Fisch. Der bewachsene Teil ist Kinderstube, aber kein Standplatz mehr.
Jedes Jahr rückt das Schilf einen Schritt vor. Ohne Eingriff endet der Weiher als Sumpf. AI-Bild
Was an Weihern gemeldet wird
Die Auswertung zieht zusammen, was an Revieren dieses Typs eingetragen wurde.
Aus 21 gemeldeten Fängen
06/2019 bis 09/2026 · 3 Gewässer · Stand 10.10.2026Diese Zahlen stammen aus Fängen, die Angler selbst in CatchHub eingetragen haben. Sie zeigen, was gemeldet wurde, nicht was in einem Gewässer lebt. Niemand meldet Tage ohne Fang, deshalb sind es Fangzahlen und keine Fangchancen.
Wo du Weiher findest
Weiher liegen in ganz Deutschland, mit Schwerpunkten dort, wo alte Teichlandschaften und Auen verlandet sind.
Reviere je Region
Gezählt werden Reviere, die in CatchHub den Typ Weiher tragen; ein Revier kann mehrere Typen haben. Tiefe und Fläche stehen nicht bei jedem Revier: die Werte oben sind die Mitte der Reihe aus 35 Flächenangaben. Stand 10.10.2026.
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Weiher aus der Community
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1 von 3Häufige Fragen zur Gewässerart Weiher
11 FragenWas ist der Unterschied zwischen Weiher und Teich?
Der Ablass. Ein Teich ist angelegt und lässt sich vollständig leeren, ein Weiher nicht. Im süddeutschen Sprachgebrauch heißen allerdings viele ablassbare Fischteiche „Weiher", weil das Wort vom lateinischen vivarium für Fischbehälter kommt. Entscheidend ist trotzdem das Bauwerk, nicht der Name.
Wie tief ist ein Weiher?
So flach, dass Licht überall den Grund erreicht. In der Literatur steht dafür meist eine Grenze von 2 m, einzelne Autoren nennen 2 bis 4 m. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern die Durchlichtung: ein klarer Weiher darf tiefer sein als ein trüber.
Warum kippt ein Weiher so leicht?
Weil ihm der Puffer fehlt. Ohne Tiefenzone gibt es keinen kühlen, sauerstoffhaltigen Vorrat, aus dem im Notfall Nachschub käme. Gleichzeitig ist die Biomasse hoch, und die verbraucht nachts genau den Sauerstoff, den sie tagsüber liefert.
Ist viel Kraut gut oder schlecht für den Sauerstoff?
Beides, und das ist der Punkt. Je größer die Pflanzenmasse, desto höher der Sauerstoffgehalt am Nachmittag und desto tiefer der Wert am Morgen. Viel Kraut bedeutet also nicht Sicherheit, sondern eine größere Schwankung.
Wann ist der Sauerstoff im Weiher am tiefsten?
Kurz vor Sonnenaufgang, am Ende der lichtlosen Stunden. Kritisch wird es unter 3 mg je Liter. Besonders heikel sind trübe Tage, die auf einen sonnenreichen folgen, weil dann viel Biomasse da ist und die Produktion ausfällt.
Warum überlebt die Karausche, wo sonst nichts mehr geht?
Sie hat einen Stoffwechsel, der ohne Sauerstoff funktioniert. Statt Milchsäure anzuhäufen, baut sie den Zucker zu Ethanol ab und gibt es über die Kiemen ab. So übersteht sie bei niedrigen Temperaturen mehrere Monate völlig ohne Sauerstoff und ist in kleinen, verkrauteten Gewässern oft die einzige Fischart.
Was ist der Unterschied zwischen Karausche und Giebel?
Sie sehen sich sehr ähnlich und sind beide widerstandsfähig. Der Giebel vermehrt sich allerdings auch ohne Männchen, sodass ein einziges Weibchen einen ganzen Bestand begründen kann. Wo er auftritt, verdrängt er die Karausche häufig.
Sterben im Winter unter Eis wirklich Fische?
Es kann passieren, aber das Eis allein ist nicht das Problem. Klares Eis lässt Licht durch, und Wasserpflanzen produzieren darunter weiter Sauerstoff. Gefährlich wird erst eine geschlossene Schneedecke über längere Zeit, weil dann die Photosynthese ausfällt und die Zehrung weiterläuft.
Hilft es, bei Eis ein Loch aufzuhacken?
Schnee vom Eis räumen hilft, Schläge aufs Eis nicht. Erschütterungen stören die Fische in der Winterruhe und können nach fachlicher Empfehlung zu hohen Verlusten führen. Wer helfen will, schafft Licht statt Lärm.
Verlandet jeder Weiher irgendwann?
Ja, das ist sein natürlicher Weg. Er entsteht meist aus einem verlandenden See und endet als Sumpf. Natürlich dauert das Jahrhunderte, durch Nährstoffeintrag geht es deutlich schneller. Für den Fischbestand ist der Punkt erreicht, an dem keine offene Wasserfläche mehr übrig bleibt.
Warum ist ein Weiher so oft geschützt?
Naturnahe Stillgewässer samt Ufer, Verlandungsbereich und Röhricht stehen nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter gesetzlichem Schutz, ohne dass sie eigens ausgewiesen sein müssen. Kleingewässer tragen auf sehr kleiner Fläche einen erheblichen Teil der heimischen Tierwelt, und genau deshalb ist der Schutz pauschal.
Quellen und Stand
4 Quellen-
Landschaftspflegekonzept Bayern, Band II.8: Stehende Kleingewässer Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege. Die Abgrenzung von Weiher, Teich und Tümpel, die Temperaturwerte, die Sauerstofflage unter Eis und die Artenliste der Kleingewässerfische.
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Die Kleingewässer: Ökologie, Typologie und Naturschutzziele (2005) LWL-Museum für Naturkunde, Münster. Größenklassen, Sukzessionsstadien der Verlandung und die Temperaturverhältnisse flacher Gewässer.
-
Bewirtschaftung von Karpfenteichen: Gute fachliche Praxis Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft. Sauerstoff-Sättigung je Temperatur, Toleranzgrenzen der Fische und der Tagesgang mit Übersättigung und nächtlicher Zehrung.
-
Surviving without oxygen: Proteom der Karausche (2023) Johansen et al., PeerJ. Grundlage für die Aussage, dass die Karausche monatelange Sauerstofffreiheit übersteht und Ethanol über die Kiemen abgibt.
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