Aal kommt nachts zwischen Steinen am Gewässergrund hervor AI
Fischart

Aal: Fisch-Steckbrief, Schonzeit und Bestand

Kein heimischer Fisch führt ein seltsameres Leben. Der Aal wird im Atlantik geboren, verbringt Jahrzehnte in einem deutschen Bach und stirbt wieder im Meer, und niemand hat ihn je beim Laichen gesehen. Gleichzeitig gilt er als vom Aussterben bedroht, und die Regeln dazu sind der komplizierteste Flickenteppich im deutschen Fischereirecht.

Kurz gesagt

  • Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist ein schlangenförmiger Fisch mit durchgehendem Flossensaum, ohne Bauchflossen und mit Schuppen, die tief in der Haut liegen.
  • Er laicht in der Sargassosee, rund 6.000 km entfernt, und stirbt danach. Beobachtet hat den Laichakt in freier Natur bis heute niemand.
  • Entnehmen lässt er sich je nach Land ab 35 cm, meistens aber erst ab 50 cm. Dazu kommen Tagesbegrenzungen und in Hamburg ein Entnahmefenster.
  • Die Art gilt als vom Aussterben bedroht. Wehre und Turbinen, verlorene Auen, ein eingeschleppter Schwimmblasen-Parasit und die Fischerei wirken zusammen.
  • Ein Blankaal mit silbrigen Flanken und vergrößerten Augen ist auf dem Weg zur Fortpflanzung und gehört zurückgesetzt, unabhängig von der Verordnung.
Aal angeln: Montage, Köder und die richtige Nacht Der Aal ist der einzige Fisch, für den es sich lohnt, die Nacht durchzumachen, …

Ein Fisch, der aussieht wie eine Schlange und keiner ist

Der langgestreckte Körper ohne Bauchflossen, die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse zu einem durchgehenden Saum verschmolzen, die winzigen Schuppen tief in der Haut: der Aal wirkt wie ein Fremdkörper zwischen heimischen Fischen. Er ist trotzdem einer, mit Kiemen, Schwimmblase und allem, was dazugehört.

Aal erkennen

4 Merkmale

Vier Merkmale, und keines davon braucht einen zweiten Blick. Der Aal ist der einzige heimische Fisch, der sich am Umriss allein bestimmen lässt.

1 2 3 4
  1. Kleiner Kopf, weites Maul

    Unterkiefer etwas vorstehend, Augen klein. Ein Breitkopf frisst gröber, ein Spitzkopf feiner, es bleibt dieselbe Art.

  2. Ein durchgehender Flossensaum

    Rücken-, Schwanz- und Afterflosse sind zu einem Band verwachsen. Kein anderer heimischer Fisch hat das.

  3. Keine Bauchflossen

    Nur ein Paar Brustflossen direkt hinter dem Kopf. Das unterscheidet ihn von Quappe und Schmerle.

  4. Haut mit feinen Schuppen im Schleim

    Die Schuppen liegen tief in der Haut, deshalb wirkt der Aal nackt. Der Schleim ist der Grund, warum ihn niemand mit bloßen Händen hält.

Nicht verwechseln mit

2 Arten

Verwechselt wird diese Art vor allem mit den folgenden. Unter jedem Umriss steht, woran der Unterschied hängt.

Steckbrief Aal

Wissenschaftlicher Name
Anguilla anguilla
Familie
Flussaale (Anguillidae)
Maximale Länge
etwa 130 cm Weibchen werden deutlich größer als Männchen
Lebensweise
katadrom Wächst im Süßwasser heran, laicht im Meer
Laichgebiet
Sargassosee Rund 6.000 km entfernt, im westlichen Atlantik
Aufenthalt im Süßwasser
5 bis 20 Jahre Je nach Nahrungsangebot und Temperatur, Weibchen länger
Alle 16 Angaben
Aktivität
überwiegend nachts Findet Nahrung fast ausschließlich über den Geruchssinn
Bestand
vom Aussterben bedroht Der Zustrom junger Aale liegt weit unter dem Niveau der 1980er Jahre
Maximales Gewicht
rund 6 kg Fische über 1 kg sind im Fangbuch bereits die Ausnahme
Nahrung
Würmer, Insektenlarven, Krebse, Kleinfisch Spitzkopf bei Kleintieren, Breitkopf bei Fisch
Lebensraum
Bach bis Brackwasser Von kleinen Fließgewässern über Seen bis in die Ostsee-Bodden
Geschlechtsreife
erst auf der Wanderung ins Meer Im Süßwasser bleiben die Keimdrüsen unentwickelt, deshalb laicht kein Aal im Fluss
Alter
im Süßwasser bis über 20 Jahre Ein Weibchen von 80 cm ist oft 15 Jahre und älter
Laichzeit
vermutlich Frühjahr, im Meer Nie beobachtet, abgeleitet aus dem Alter der kleinsten Larven
Fresstemperatur
ab etwa 12 Grad Unter 10 Grad stellt er die Nahrungsaufnahme weitgehend ein
Hauptsaison
Mai bis September, warme Nächte

Die Haut leistet dabei mehr als bei anderen Arten. Sie nimmt Sauerstoff auf, solange sie feucht bleibt, weshalb ein Aal Strecken über Land überstehen kann. Diese Haut macht ihn auch empfindlich gegenüber trockenen Händen und trockenen Tüchern.

Wo ein Aal in der Dämmerung auftaucht

Tagsüber steckt er in Löchern, unter Wurzeln oder im weichen Grund. Mit dem Licht verlässt er das Versteck und sucht Nahrung ausschließlich über den Geruchssinn ab, meist entlang einer Struktur statt quer durchs Freiwasser.

Dunkles Flussufer bei Nacht mit Steinkante im Lampenlicht

Die Stunde nach Sonnenuntergang

Der Aal verlässt sein Versteck, sobald das Licht weg ist. Die erste Stunde nach Sonnenuntergang bringt mehr Bisse als der Rest der Nacht zusammen.

Wer erst um Mitternacht anfängt, hat den besten Teil verpasst. Und weil er dem Ufer folgt, liegt die Montage nah an der Kante statt weit draußen.

Die erste Dunkelheit ist die aktivste Zeit, nicht die Mitte der Nacht. AI-Bild

Wo Aal steht

3 Ansichten

Stillwasser: Baggersee, Weiher, Talsperre

Schilfgürtel 1 Zufluss 2 Scharkante 3 Totholz 4
  1. Schilfgürtel

    Aus dem Schilfgürtel kommt er in der Dämmerung heraus. Die Montage liegt davor, nicht darin.

  2. Zufluss

    Ein Zulauf bringt Sauerstoff und Futter. Nach warmen Tagen die sicherste Stelle im See.

  3. Scharkante

    Die Scharkante ist im See seine Leitlinie. Nach Einbruch der Dunkelheit zieht er an ihr entlang vom Tiefen ins Flache, und die Montage gehört auf diese Linie statt daneben.

  4. Totholz

    Unter versunkenem Holz steht er tagsüber. Nachts sucht er im Umkreis von wenigen Metern.

Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher

Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Seerosenfeld, Krautfeld, Freies Wasser, Untiefe im Freiwasser, Steg.

Diese Leitlinien sind der Grund, warum am Aal die Platzwahl mehr entscheidet als der Köder. Ein Wurm auf der falschen Seite einer Steinkante wird nicht gefunden, derselbe Wurm 2 m weiter schon.

Die Reise, die noch niemand gesehen hat

Der Aal wird im westlichen Atlantik geboren, driftet als durchsichtige Weidenblattlarve mit der Strömung nach Europa, verwandelt sich vor der Küste in einen Glasaal und steigt in die Flüsse auf. Dort bleibt er 5 bis 20 Jahre, frisst und wächst. Am Ende wandert er zurück und stirbt nach dem Laichen.

Beobachtet hat diesen Schlussakt niemand. Die Sargassosee gilt als Laichgebiet, weil dort die kleinsten je gefundenen Larven auftauchen, aber ein laichender Aal in freier Natur ist bis heute unbeobachtet geblieben. Die Frage beschäftigt die Fischereiwissenschaft seit über 100 Jahren, und sie ist offen.

Gelbaal, Blankaal und der Wechsel dazwischen

Was du am Wasser fängst, ist meist ein Gelbaal: die Fressphase, mit gelblichem Bauch und normal großen Augen. Er nimmt Nahrung auf, wächst und bleibt jahrelang in seinem Revier.

Aal in der Blankaal-Phase im Lichtkegel unter Wasser, silbrige Flanken, dunkler Rücken und auffällig große Augen

Woran du einen Blankaal erkennst

Ein Aal in dieser Färbung frisst nicht mehr. Vor der Wanderung stellt sich sein Körper um, die Flanken werden silbrig, der Rücken dunkel, und die Augen vergrößern sich für das Sehen in der Tiefe.

Alles, was er für 6.000 km braucht, trägt er als Fett mit sich. Wer einen solchen Fisch am Haken hat, setzt ihn zurück, unabhängig davon, was die Verordnung erlaubt.

Silbrige Flanken und vergrößerte Augen: dieser Fisch ist auf dem Weg. AI-Bild

Vor der Wanderung stellt sich der Körper um. Die Flanken werden silbrig, der Rücken dunkel, die Augen vergrößern sich deutlich für das Sehen in der Tiefe, und der Verdauungstrakt bildet sich zurück. Ein solcher Blankaal frisst nicht mehr. Alles, was er für 6.000 km braucht, trägt er als Fett mit sich. Wer einen erkennt, setzt ihn zurück, unabhängig davon, was die Verordnung erlaubt. Dieser Fisch ist auf dem Weg zur Fortpflanzung.

Schonzeit, Maß und ein Flickenteppich aus Sonderregeln

Bei keiner anderen Art fällt die Übersicht so unübersichtlich aus. Manche Länder schonen den Aal über Herbst und Winter, andere gar nicht, und mehrere Regeln gelten ausdrücklich nur für einzelne Flussgebiete.

Schonzeit und Mindestmaß nach Bundesland

16 Bundesländer, Mindestmaß zwischen 35 und 50 cm

Schonzeit und Mindestmaß für Aal nach Bundesland
Bundesland Schonzeit Maß, Mindestmaß in Zentimetern
Baden-Württemberg Gilt nur im Rhein und seinem Gewässersystem 15. Sept. bis 1. März 50 cm
Bayern Gilt nur im Gebiet von Rhein, Elbe und Weser, nicht an der Donau 1. Okt. bis 31. Dez. 50 cm
Berlin Zusammen mit Zander höchstens drei Fische an einem Fangtag keine Schonzeit heute frei 50 cm
Brandenburg Mit der Handangel höchstens drei Aale an einem Fangtag keine Schonzeit heute frei 50 cm
Bremen keine Schonzeit heute frei 45 cm
Hamburg Entnahmefenster bis 75 cm, höchstens drei Fische am Tag keine Schonzeit heute frei 45 cm
Hessen Höchstmaß 70 cm 15. Sept. bis 1. März heute geschont 50 cm
Mecklenburg-Vorpommern An der Küste derzeit ganzjährig gesperrt. Das Land setzt das Verbot jedes Jahr neu, vor der Tour beim LALLF nachsehen 1. Dez. bis 28. Feb. 50 cm
Niedersachsen In den Landkreisen Leer, Aurich, Friesland, Wittmund, Ammerland, Wesermarsch, Cuxhaven und Stade sowie in Emden und Wilhelmshaven ab 28 cm keine Schonzeit heute frei 35 cm
Nordrhein-Westfalen Die Schonzeit gilt nur im Rheinhauptstrom ohne seine Nebengewässer 1. Okt. bis 1. März 50 cm
Rheinland-Pfalz keine Schonzeit heute frei 50 cm
Saarland keine Schonzeit heute frei 50 cm
Sachsen keine Schonzeit heute frei 50 cm
Sachsen-Anhalt keine Schonzeit heute frei 50 cm
Schleswig-Holstein An der Küste derzeit gesperrt, ausgenommen Unterelbe, Untereider, Schlei und Trave. Fänge sind meldepflichtig keine Schonzeit 50 cm
Thüringen Mit der Handangel höchstens zwei Aale je Fangtag 1. Nov. bis 28. Feb. heute frei 50 cm

Alle Angaben aus den Landesfischereiverordnungen, Stand und Quelle je Land auf der jeweiligen Schonzeiten-Seite. Der Status gilt für 11.10.2026.

Ohne Gewähr, und dein Erlaubnisschein darf strenger sein

Diese Tabelle gibt den Stand der Landesverordnungen wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten, größere Mindestmaße und Entnahmefenster festlegen, und sie tun es häufig. Verbindlich ist immer das Papier, das du am Wasser dabei hast.

35 bis 50 cm Mindestmaß je Bundesland
rund 6.000 km Weg zum Laichgebiet
nie beobachtet Laichakt in freier Natur

Über dem Landesrecht liegt außerdem europäisches. Für Küstengewässer bestehen zeitweise Fangverbote, die jährlich neu festgelegt werden und in dieser Tabelle nicht abgebildet sind. An der Küste gilt es, die aktuelle Regelung gesondert zu prüfen.

Breitkopf und Spitzkopf

Zwei Aale aus demselben Gewässer können unterschiedlich aussehen, und das hat einen sachlichen Grund. Tiere, die sich früh auf Fisch und Krebse verlegen, entwickeln einen breiteren Schädel und ein kräftigeres Maul. Wer bei Würmern und Insektenlarven bleibt, behält einen schmalen, spitzen Kopf.

Es sind zwei Wege durch dasselbe Leben, keine Unterarten und keine getrennten Bestände. Für das Angeln erklärt das eine alte Beobachtung: an manchen Gewässern läuft der Fischfetzen besser als der Wurm, an anderen genau umgekehrt, und beides kann im selben Fluss stimmen.

Wie schwer ist ein Aal von 80 cm?

Ein Aal ist lang und leicht zugleich, und die Länge täuscht deshalb regelmäßig. Die Tabelle holt die Erwartung auf den Boden, bevor die Waage es tut.

Länge, Gewicht und Mindestmaß

Richtwerte

Aal: Gewicht nach Länge

  • 40 cm 100 g
  • 50 cm 200 g
  • 60 cm 360 g
  • 70 cm 580 g
  • 80 cm 870 g
  • 90 cm 1,3 kg
  • 100 cm 1,7 kg

Richtwert aus einer Längen-Gewichts-Beziehung, nicht gewogen. Ein Fisch aus einem mageren Fluss liegt darunter, einer vor der Laichzeit darüber. Sobald genug Fänge mit Gewicht gemeldet sind, rechnet diese Kurve mit den echten Fischen.

Wie alt ist ein Aal von 70 cm?

Beim Aal zählt nicht die Zeit seit dem Schlupf, sondern die Zeit im Süßwasser, und die verläuft langsam. Ein Steigaal kommt mit etwa 7 cm an der Küste an, danach wächst er im Schnitt 3 bis 5 cm im Jahr. Ein 70er hat also 12 bis 18 Jahre im Fluss hinter sich, dazu die Drift als Larve über den Atlantik, für die je nach Untersuchung 1 bis 3 Jahre angesetzt werden.

Wachstum: Alter und Länge

bis 105 cm
  • 3 Jahre 20 bis 30 cm
  • 5 Jahre 30 bis 42 cm
  • 8 Jahre 45 bis 58 cm
  • 10 Jahre 55 bis 68 cm
  • 12 Jahre 62 bis 75 cm
  • 15 Jahre 72 bis 88 cm
  • 20 Jahre 85 bis 105 cm

Männchen bleiben unter 50 cm und wandern früher ab, jeder Aal über 60 cm ist ein Weibchen. An diesen alten Fischen hängt der Bestand, was die Empfehlung vieler Verbände erklärt, kapitale Aale zurückzusetzen.

Was die Meldungen zur Aalsaison zeigen

Die Zahlen unten kommen aus dem Fangbuch der Community und beschreiben nur, wann tatsächlich gemeldet wurde.

Noch zu wenige Meldungen für eine Auswertung

Dazu liegen bisher zu wenige Fänge mit Datum und Revier vor. Sobald genug zusammenkommen, stehen hier die stärksten Monate, die beste Tageszeit und die Reviere mit den meisten Fängen.

Beim Aal verzerrt die Tageszeit die Statistik stärker als bei jeder anderen Art. Er beißt überwiegend nachts, und nachts wird seltener eingetragen als am Nachmittag. Die Uhrzeit-Kurve ist deshalb eher ein Bild vom Verhalten der Angler als vom Verhalten der Fische.

Darunter stehen gemeldete Fänge mit Foto und Revier, direkt aus dem Fangbuch.

Aal aus der Community

zuletzt gemeldet

Tief geschluckt: der eine Griff, der zählt

Ein Aal nimmt den Köder auf und schluckt ihn im Schwimmen. Wer zu lange wartet, hat den Haken im Schlund, und genau daraus entsteht der größte vermeidbare Schaden bei dieser Art.

Einen Aal versorgen, ohne ihn zu schädigen

0 von 5

Tippe zum Abhaken. Dein Stand bleibt auf diesem Gerät gespeichert.

Sitzt der Haken trotzdem zu tief, wird das Vorfach dicht am Maul gekappt und der Fisch zurückgesetzt. Ein Haken rostet, eine aufgeschnittene Speiseröhre nicht. Für das Aalangeln haben sich Kreis- oder Wurmhaken bewährt, die im Maulwinkel fassen statt im Schlund.

Warum der Bestand eingebrochen ist

Der Europäische Aal gilt weltweit als vom Aussterben bedroht, der höchsten Stufe vor dem Verschwinden, und die Ursachen liegen nicht in einem einzelnen Faktor. Wehre und Turbinen zerschneiden seine Wanderwege in beide Richtungen. Auen und Feuchtgebiete, in denen junge Aale aufwachsen, sind weitgehend verschwunden. Ein eingeschleppter Parasit befällt die Schwimmblase und beeinträchtigt ausgerechnet das Organ, das für 6.000 km Tiefseewanderung gebraucht wird. Dazu kommen veränderte Meeresströmungen und die Fischerei.

Altes Wehr aus Beton über einem Fluss, Wasser stürzt über die ganze Breite, keine Aufstiegshilfe sichtbar

Das Bauwerk, an dem die Wanderung endet

Ein Wehr wie dieses trennt einen Fluss in zwei Teile, und zwar für beide Richtungen. Junge Aale kommen nicht hinauf, abwandernde Blankaale geraten in die Turbinen.

Genau hier liegt der Hauptgrund für den Zusammenbruch des Bestands, und nicht bei der Angelfischerei. Wo Querbauwerke zurückgebaut oder mit funktionierenden Anlagen versehen werden, ändert sich das messbar.

Ohne Aufstiegshilfe endet die Wanderung hier, in beide Richtungen. AI-Bild

Für dich als Angler heißt das nicht, dass Aalangeln verboten wäre, wo es erlaubt ist. Es heißt, dass die Entscheidung über jeden einzelnen Fisch mehr Gewicht hat als bei anderen Arten, und dass ein Blankaal in jedem Fall zurückgeht. Wo dein Revier steht und welche Regeln dort gelten, findest du auf seiner Gewässerseite.

Häufige Fragen zur Fischart Aal

8 Fragen
Wann hat der Aal Schonzeit?

Das ist beim Aal die schwierigste Frage überhaupt. Mehrere Länder schonen ihn im Herbst und Winter, andere gar nicht, und einige Regeln gelten nur für bestimmte Flussgebiete. Dazu kommen Fangbeschränkungen der EU für Küstengewässer. Die Tabelle oben zeigt jede Landesangabe einzeln, samt Hinweis auf den Geltungsbereich.

Wie groß muss ein Aal sein, damit ich ihn mitnehmen darf?

Das Mindestmaß liegt je nach Bundesland zwischen 35 und 50 cm, in den meisten Ländern bei 50 cm. Mehrere Länder begrenzen zusätzlich die Stückzahl je Angeltag, Hamburg führt sogar ein Entnahmefenster.

Wie groß wird ein Aal?

Weibchen erreichen bis etwa 130 cm und rund 6 kg, Männchen bleiben deutlich kleiner und meist unter 50 cm. Ein Aal von 80 cm ist im Fangbuch schon ein grosser Fisch, Fänge über 1 kg sind die Ausnahme.

Wo laicht der Aal?

In der Sargassosee im westlichen Atlantik, rund 6.000 km von Europa entfernt. Belegt ist das über die Fundorte der kleinsten Larven. Einen laichenden Aal hat in freier Natur noch niemand beobachtet, obwohl seit mehr als 100 Jahren danach gesucht wird.

Was ist der Unterschied zwischen Gelbaal und Blankaal?

Es sind zwei Lebensabschnitte desselben Fisches. Der Gelbaal frisst und wächst im Süßwasser und hat einen gelblichen Bauch. Vor der Wanderung wandelt er sich zum Blankaal: die Flanken werden silbrig, die Augen vergrößern sich, und der Verdauungstrakt bildet sich zurück, weil er auf der Reise nichts mehr frisst.

Warum ist der Aalbestand eingebrochen?

Es wirkt mehreres zusammen: Querbauwerke und Turbinen an Flüssen, der Verlust von Auen und Feuchtgebieten, ein eingeschleppter Parasit in der Schwimmblase, veränderte Meeresströmungen und die Fischerei. Der Zustrom junger Aale nach Europa liegt seit den 1980er Jahren um ein Vielfaches niedriger.

Was ist ein Breitkopfaal?

Ein Aal, dessen Kopf sich an harte Beute angepasst hat. Wer früh auf Fisch und Krebse umsteigt, bekommt einen wuchtigeren Schädel als ein Tier, das bei Würmern bleibt. Beide gehören derselben Art an, es ist keine Unterart und kein getrennter Bestand.

Wann ist Aalsaison?

Von Mai bis September, sobald das Wasser dauerhaft über 12 Grad liegt. Die besten Nächte sind warm, bedeckt und windstill, oft nach einem Gewitter mit steigendem Wasserstand. Unter 10 Grad frisst der Aal kaum noch und gräbt sich für den Winter ein.

Quellen und Stand

2 Quellen
  1. Rote Liste der Süßwasserfische und Neunaugen Deutschlands Rote-Liste-Zentrum im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz, abgerufen am 09.09.2026
  2. ICES Advice, wissenschaftliche Bestandsberatung Grundlage der jährlichen EU-Fangmengenentscheidungen

Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.

Passt dazu

René Seidel

Zusammengestellt von

René Seidel

Ich angle seit 2002: angefangen mit acht Jahren an den Weihern, die mein Vater gepachtet hatte, heute vor allem am Neckar bei Heilbronn, an der Wörnitz und am Main. Mit CatchHub baue ich die Angel-Community, in der ich meine Praxis am Wasser mit echten Fangdaten zusammenbringe.

Mehr über René

Sieh nach, wo Aal gerade gemeldet wird

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