Niedersachsen

Reihe verwitterter Holzpfähle einer Buhne, die vom Strand schräg in die flache Nordsee läuft, davor nasser Sand mit Wellenrippeln unter einem hohen Himmel voller Quellwolken
Bundesland-Übersicht

Angelgewässer in Niedersachsen

Von der Nordseeküste über die Elbe bis in die Heidebäche. 45 Gewässer in Niedersachsen mit Fischbestand, Regeln und dem Fang-Index für heute, dazu die Schonzeiten des Landes.

45 Gewässer 49 Fischarten 4 Gewässertypen 15 Schonzeiten

Karte der Angelgewässer

45 Marker in Niedersachsen

Die Karte startet auf Niedersachsen und zeigt jedes erfasste Gewässer als Marker. Tipp einen an, und Name, Ort, Bewertung und Anzahl der Fänge stehen sofort da. Liegen mehrere dicht beieinander, fasst die Karte sie zu einer Zahl zusammen, ein Tipp darauf zoomt hinein.

Angeln in Niedersachsen auf einen Blick

6 Regeln, die das Land selbst setzt

Die Kurzfassung dessen, was weiter unten ausführlich steht. Sie ersetzt keinen Blick in deinen Erlaubnisschein, denn Verein und Pächter dürfen strenger sein als das Land.

Fischereischein

Pflicht und unbefristet

Ausgestellt wird er ab dem vollendeten 14. Lebensjahr von der Gemeinde deines Hauptwohnsitzes, danach gilt er unbeschränkt und ohne jährliche Fischereiabgabe.

Fischerprüfung

ab 14 Jahren

Abgenommen wird sie von den anerkannten Landesfischereiverbänden, ein Vorbereitungslehrgang der Vereine geht voraus. Vor dem 14. Geburtstag wird der Fischereischein nicht erteilt.

Kinder

erst ab 14 allein

Einen Jugendfischereischein gibt es nicht, unter 14 fischt ein Kind nur zur Vorbereitung auf die Fischerprüfung und nur unter Aufsicht geeigneter Personen.

Urlauber und Gäste

nur der Fischereischein

Einen befristeten Urlauberschein führt Niedersachsen nicht, das Land kennt genau ein Papier. Am Wasser kommt der Erlaubnisschein des Berechtigten für die Strecke dazu.

Ruten

regelt der Bewirtschafter

Keine Landesverordnung setzt eine Zahl, sie steht in der Gewässerordnung der Strecke und liegt üblicherweise bei zwei oder drei Ruten.

Nachtangeln

kein Landesverbot

Das Landesrecht regelt das Nachtangeln überhaupt nicht, deshalb entscheidet der Bewirtschafter in seiner Gewässerordnung, ob es an einer Strecke geht.

Angelschein in Niedersachsen

Die Fischerprüfung nehmen in Niedersachsen nicht die Behörden ab, sondern die anerkannten Landesfischereiverbände. Davor steht ein Vorbereitungslehrgang über Fisch-, Gewässer- und Gerätekunde sowie Recht, den die Vereine anbieten. Wer bestanden hat, bekommt den Fischereischein bei der Gemeinde seines Hauptwohnsitzes, und zwar ab dem vollendeten 14. Lebensjahr.

Danach ist Ruhe. Der niedersächsische Fischereischein gilt für unbeschränkte Zeit, und eine jährliche Fischereiabgabe wie in vielen anderen Ländern erhebt Niedersachsen nicht. Einmal geprüft, einmal beantragt, fertig.

Eine Eigenheit steht in § 57 des Fischereigesetzes. Am Binnengewässer musst du nicht zwingend den Fischereischein dabeihaben, es genügt auch der Personalausweis zusammen mit dem Erlaubnisschein des Berechtigten. An der Mitgliedschaft in einem anerkannten Angelverein führt die Prüfung trotzdem vorbei, denn das Gesetz schreibt den Vereinen vor, ihre Mitglieder prüfen zu lassen. Wer den Bewirtschafter einer bestimmten Strecke sucht, findet ihn unten in der Liste auf der jeweiligen Gewässerseite.

Kinder und Jugendliche unter 14

Einen Jugendfischereischein gibt es in Niedersachsen nicht. Das Land kennt genau ein Papier, und das bekommt man frühestens mit 14. Ans Wasser dürfen Kinder trotzdem, nur auf einem anderen Weg.

§ 15 des Fischereigesetzes erlaubt einem Jugendlichen unter 14 eine Fischereierlaubnis, wenn zwei Dinge zusammenkommen. Sie muss der Vorbereitung auf die Fischerprüfung dienen, und gefischt wird nur unter Aufsicht geeigneter Personen. Wer als Aufsicht gilt, legt der Bewirtschafter fest. Üblich sind volljährige Vereinsmitglieder mit bestandener Prüfung und eigenem Erlaubnisschein für die Strecke.

Der Wortlaut hat eine Kante, die man kennen sollte. Er hängt an der Vorbereitung auf die Prüfung. Besteht ein Kind sie schon mit 13, greift die Regel nicht mehr, und bis zum 14. Geburtstag ist Pause. Sprich das im Verein an, bevor ihr die Prüfung vorzieht.

Was Niedersachsen am Wasser regelt, und was nicht

Die zwei Fragen, die zuerst kommen, beantwortet das Land gar nicht. Wie viele Ruten erlaubt sind und ob nachts geangelt werden darf, steht in keiner Landesverordnung. Das entscheidet der Bewirtschafter in seiner Gewässerordnung, und die kann von Strecke zu Strecke verschieden sein. Üblich sind zwei oder drei Ruten. Bei jedem Gewässer in CatchHub steht, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Klar geregelt ist dagegen der Köder. Nach der Binnenfischereiordnung darf keine Art als Köderfisch dienen, die ganzjährig geschützt ist oder ein Mindestmaß hat. Damit fallen kleine Aale, Forellen, Barben, Hechte und Zander weg, es bleiben Arten ohne eigene Regel wie Rotauge, Güster oder Kaulbarsch. Das Fischereigesetz verbietet außerdem Speer, Harpune, Schlinge, Schusswaffe, Sprengstoff und betäubende Mittel, dazu Leuchten und Fackeln, die Fische anlocken sollen.

Die größte Besonderheit ist keine Verbotsliste, sondern eine Grenze. In den Küstengewässern ist der Fisch- und Krebsfang frei, das Land vergibt dort kein ausschließliches Fischereirecht. Dazu zählen nicht nur Nordsee und Wattenmeer, sondern nach Anlage 1 des Fischereigesetzes auch die Elbe unterhalb der Landesgrenze gegen Hamburg, die Weser unterhalb Bremens, die Ems unterhalb der Papenburger Schleuse sowie Oste, Hunte und Leda auf ihren unteren Strecken. Dort gilt nicht die Binnenfischereiordnung, sondern die Küstenfischereiordnung mit eigenen Mindestmaßen, dazu die Fangregeln der EU, die sich jedes Jahr ändern können.

Schonzeiten und Mindestmaße in Niedersachsen

15 Arten mit eigener Regel

Zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden. Die Schonzeit ist ein Zeitraum, in dem eine Art gar nicht entnommen werden darf, meist rund um die Laichzeit. Das Mindestmaß ist eine Länge, unter der ein Fisch immer zurückgeht, auch außerhalb der Schonzeit.

Schonzeiten und Mindestmaße in Niedersachsen
Art Schonzeit Maß, Mindestmaß in Zentimetern
Aal In den Landkreisen Leer, Aurich, Friesland, Wittmund, Ammerland, Wesermarsch, Cuxhaven und Stade sowie in Emden und Wilhelmshaven ab 28 cm keine Schonzeit 35 cm
Bachforelle 15. Okt. bis 15. Feb. 25 cm
Barbe keine Schonzeit 35 cm
Hecht 1. Feb. bis 15. Apr. 40 cm
Meerforelle Nur in Gewässern, in die sie als Besatz eingebracht und die angezeigt wurden 15. Okt. bis 15. Feb. 40 cm
Quappe keine Schonzeit 35 cm
Wels keine Schonzeit 50 cm
Zander 15. März bis 30. Apr. 35 cm
Weitere 7 Arten Weniger anzeigen
Äsche 1. März bis 15. Mai 30 cm
Lachs Nur in Gewässern, in die er als Besatz eingebracht und die angezeigt wurden 15. Okt. bis 15. März 50 cm
Nase Nur in Gewässern, in die sie als Besatz eingebracht und die angezeigt wurden keine Schonzeit 25 cm
Rapfen Nur in Gewässern, in die er als Besatz eingebracht und die angezeigt wurden keine Schonzeit 40 cm
Regenbogenforelle keine Schonzeit 25 cm
Stör Nur in Besatzgewässern, in den Küstengewässern ganzjährig geschützt 1. Jan. bis 31. Juli 100 cm
Flusskrebs, Edelkrebs 1. Nov. bis 30. Juni 11 cm

Quelle: Binnenfischereiordnung Niedersachsen, §§ 2 bis 4, Stand 22. Dezember 2005.

So wird gemessen, so geht er zurück

Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum äußersten Ende der Schwanzflosse, beim Krebs bis zum Ende des Schwanzes. Untermaßige Fische und Fische in der Schonzeit löst du sofort vorsichtig vom Haken und setzt sie unverzüglich zurück.

Ganzjährig geschützt, diese Arten gehen immer zurück

Diese Arten haben weder Schonzeit noch Mindestmaß, sie sind das ganze Jahr über tabu. Hängt eine am Haken, geht sie sofort und schonend zurück.

  • Bachneunauge
  • Flussneunauge
  • Meerneunauge
  • Bachschmerle
  • Bitterling
  • Elritze
  • Groppe
  • Schlammpeitzger
  • Steinbeißer
  • Lachs, Meerforelle, Nase, Rapfen und Stör, außer das Gewässer ist als Besatzgewässer angezeigt

Ohne Gewähr, und der Verein darf strenger sein

Diese Übersicht gibt den Stand der Landesverordnung wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten und größere Mindestmaße festlegen, und sie tun es oft. Verbindlich ist immer, was in deinem Erlaubnisschein steht. In den Küstengewässern gilt diese Tabelle nicht. Dazu zählen neben Nordsee und Wattenmeer auch die Elbe unterhalb der Landesgrenze gegen Hamburg, die Weser unterhalb Bremens, die Ems unterhalb der Papenburger Schleuse sowie Oste, Hunte und Leda auf ihren unteren Strecken. Dort greift die Küstenfischereiordnung mit eigenen Maßen, unter anderem Aal ab 45 cm, Hecht ab 45 cm und Zander ab 40 cm.

Angelregionen in Niedersachsen

7 Landschaften und was dort steht

Niedersachsen ist beim Angeln kein einheitliches Gebiet. Ein Heidebach verlangt anderes Gerät als die Elbe bei Cuxhaven, und an der Küste bestimmt die Tide, wann du überhaupt fischst. Diese Einteilung ist unsere eigene, sie sortiert das Land so, wie man es beim Planen einer Tour sortiert.

Rostige Spundwand mit bewachsenem Steindeckwerk an einem Siel, davor freiliegendes Watt mit Prielen und ein schmaler Wasserlauf im Abendlicht

Nordseeküste und Wattenmeer

Freier Fisch- und Krebsfang, dafür Tide, Wind und eigene Regeln

Von der Emsmündung bis zur Elbe reiht sich ein Sielhafen an den nächsten, dazwischen Buhnen, Deckwerke und Molen. Der Tidenhub bestimmt hier alles, denn die Fische ziehen mit dem auflaufenden Wasser bis dicht ans Bauwerk und stehen bei Ebbe wieder draußen. Plattfisch und Aal sind das Brot, im Hochsommer kommen Meeräsche und Wolfsbarsch dazu. Rechtlich ist das eine eigene Welt, denn in den Küstengewässern ist der Fisch- und Krebsfang frei und es gilt die Küstenfischereiordnung statt der Binnenfischereiordnung.

Beste Zeit: Juli bis Oktober, jeweils die Stunden um das Hochwasser

Beliebte Fische in dieser Region
Flunder Scholle Aal Meeräsche Wolfsbarsch
Steinbuhne aus grobem Granit ragt in die Elbe, dahinter eine Sandbank mit Treibholz und Nebelschwaden über dem glatten Wasser

Elbe von Schnackenburg bis Cuxhaven

Ein Fluss, zwei Rechtslagen, dazwischen der Gezeitenwechsel

Oberhalb der Landesgrenze gegen Hamburg fließt die Elbe frei zwischen Buhnenfeldern, im Wendland liegen die ruhigsten Strecken des ganzen Laufs. Unterhalb davon zählt sie als Küstengewässer, das Wasser steigt und fällt zweimal am Tag und der Strom dreht mit. Zander und Wels stehen an den Buhnenköpfen und in den Kolken dahinter, Aal überall dort, wo Steinschüttung Deckung gibt. Die kleinen Geestzuflüsse Este, Seeve und Oste tragen Meerforellen aufwärts, die über die Elbe zurückkommen.

Beste Zeit: September bis November, an der Tide um die Kenterung

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Wels Aal Brassen Meerforelle
Klare Weser läuft über eine Kiesbank und eine kurze Stromschnelle, dahinter ein bewaldeter Hang mit Wiesenstreifen unter blauem Sommerhimmel

Weser von Hann. Münden bis Bremerhaven

Drei Gewässer in einem, von der Kiesstrecke bis in die Tide

Zwischen Hann. Münden und Porta Westfalica läuft die Weser flach über Kies und Sand, das ist Barben- und Döbelwasser. Weiter unten halten Wehre und Schleusen den Pegel, die Strecken werden tief und gleichmäßig, und vor jeder Staustufe sammelt sich Futterfisch. Unterhalb Bremens ist sie Tidefluss und zählt als Küstengewässer. Wer die Übergänge kennt, angelt an einem Tag drei verschiedene Gewässer.

Beste Zeit: Mai bis Oktober auf Barbe, Oktober bis Dezember auf Zander

Beliebte Fische in dieser Region
Barbe Zander Wels Aal Döbel
Schnurgerader Kanal mit braunem Wasser zwischen Spundwand und Steinschüttung, rechts ein Treidelweg mit kahlen Kopfweiden über flachem Ackerland unter grauem Himmel

Ems, Hase und das Emsland

Fluss und Kanal nebeneinander, daneben braunes Moorwasser

Die Ems läuft als ruhiger Tieflandfluss nach Norden, begleitet vom Dortmund-Ems-Kanal, der ihr die Schifffahrt abnimmt. Unterhalb der Papenburger Schleuse beginnt die Tide und damit die Küstenfischereiordnung. Abseits davon prägen Moor und Torf das Bild, das Wasser der Fehnkanäle und Tiefs ist braun, weich und im Sommer schnell warm. Zander und Brassen stehen im Kanal, Schleie und Hecht im Moorwasser.

Beste Zeit: Juni bis September im Moorwasser, Herbst im Kanal

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Brassen Hecht Schleie Aal
Blick von oben auf einen Talsperren-Arm im Harz bei Niedrigwasser, breiter grauer Trockenstreifen mit Baumstümpfen zwischen dunklem Wasser und verschneiten Fichtenhängen

Leine, Aller und der Harzrand

Von der Talsperre im Harz bis in die Auen der Aller

Oker und Innerste kommen kalt und steil aus dem Harz, oben von Talsperren gehalten, und werden im Flachland zu ruhigen Flüssen mit Kiesbänken. Leine und Aller mäandrieren durch breite Auen voller Altarme, die nach Hochwasser Fisch aufnehmen. Quer dazu liegen Mittellandkanal und Elbe-Seitenkanal, gleichmäßig tief und mit Struktur nur an Brücken, Liegestellen und Einmündungen. In den Harz-Talsperren wandert der Pegel im Jahresverlauf um viele Meter, und die Fische wandern mit.

Beste Zeit: Frühjahr und Herbst am Fluss, Sommer an der Talsperre

Beliebte Fische in dieser Region
Barbe Zander Döbel Bachforelle Hecht
Schmaler Heidebach über hellem Sandgrund mit grünen Bändern Wasserhahnenfuß, Totholz und freigespülten Erlenwurzeln, dahinter blühende Heide auf einer sandigen Kuppe

Lüneburger Heide

Sandbäche mit Wasserhahnenfuß, klar und ganzjährig kühl

Die Heidebäche sind der Gegenentwurf zum großen Fluss. Sie werden aus Grundwasser gespeist, bleiben deshalb im Hochsommer kühl und im Winter eisfrei, und sie sind selten breiter als ein Wurf. Der Grund ist Sand, die Deckung besteht aus Krautbändern, Erlenwurzeln und Totholz. Gefischt wird im Gehen und oft mit der Fliege, auf Bachforelle und Äsche. Über die Elbe steigen dazu Meerforellen in Ilmenau, Luhe und Seeve auf.

Beste Zeit: Mai bis September, früh am Morgen

Beliebte Fische in dieser Region
Bachforelle Äsche Döbel Hasel Meerforelle
Windgepeitschter Flachsee mit trüben Wellenkämmen, links ein Schilfgürtel mit gelben Seerosenblättern, weiter draußen eine Reihe Fahrwasserstangen

Steinhuder Meer, Dümmer und die Flachseen

Große Flächen, kaum Tiefe, alles hängt am Wind

Steinhuder Meer und Dümmer sind weit und trotzdem fast überall flacher als drei Meter. Eine Sprungschicht bildet sich hier nie, dafür mischt jeder kräftige Wind die ganze Wassersäule durch und trübt sie ein. Genau dann rücken Hecht und Barsch ans Ufer und die Brassen ziehen über die Flachbereiche. Schilfkanten, Seerosenfelder und die Fahrrinnen sind die einzige Struktur, an der man sich orientieren kann.

Beste Zeit: Mai und Juni auf Schleie, September bis November auf Hecht

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Aal Barsch Schleie Brassen
Direkt zum Gewässer
CatchHub App

Die Regeln deines Gewässers in der Tasche

Schonzeit vergessen? In der App steht bei jedem Gewässer, was dort gilt, dazu Fang-Index, Wetter und Pegel für heute.

Für iPhone und Android. In vollem Umfang kostenlos.

Was in Niedersachsen schwimmt

10 Arten, die das Land prägen

Fast jede dieser Arten steht in Niedersachsen an einer bestimmten Sorte Wasser, und genau das entscheidet, wohin du fährst. Die Bachforelle steht am Harzrand, die Meeräsche nur dort, wo das Wasser salzig wird. Welche Arten an einem einzelnen Gewässer gemeldet sind, steht auf dessen Seite.

Aal Anguilla anguilla

Der Fisch, um den sich in Marsch und Fehn alles dreht. Er steht an Spundwänden, unter Siel- und Schöpfwerken und in den Krautbändern der Tiefs. Sein Mindestmaß ist im Land nicht einheitlich, an der Küste gelten andere Zahlen als im Binnenland.

Wo im Land
Ems, Weser und Elbe, dazu die ostfriesischen Tiefs und Sielzüge
Beste Zeit
Warme Nächte von Mai bis September
Im Land
ab 35 cm

Zander Sander lucioperca

Die Kanäle sind sein Revier. Gleichmäßige Tiefe, harte Spundwand und Struktur nur an Brückenpfeilern, Liegestellen und Einmündungen, genau dort steht er. In der Tide-Elbe wechselt er mit jedem Gezeitenwechsel seinen Platz.

Wo im Land
Mittellandkanal, Elbe-Seitenkanal, Mittelweser, Tide-Elbe
Beste Zeit
Oktober bis Dezember, im Sommer die Dämmerung
Im Land
ab 35 cm, Schonzeit 15. März bis 30. Apr.

Hecht Esox lucius

Die großen Flachseen sind vom Ufer bis in die Mitte Hechtwasser, weil überall Kraut und nirgends echte Tiefe ist. Nach Wind trübt sich das Wasser ein und er rückt näher heran. In den Altarmen der Flüsse steht er am Totholz.

Wo im Land
Steinhuder Meer, Dümmer, Altarme von Aller und Weser
Beste Zeit
September bis November
Im Land
ab 40 cm, Schonzeit 1. Feb. bis 15. Apr.

Bachforelle Salmo trutta fario

Zwei sehr verschiedene Heimaten im selben Land. In der Heide sandiger Grund, Wasserhahnenfuß und Totholz, im Harz Steine, Gefälle und kaltes Wasser. Beide Male heißt Angeln pirschen, denn in klarem Wasser wird man schneller gesehen als man denkt.

Wo im Land
Heidebäche wie Örtze und Böhme, dazu die Harzbäche
Beste Zeit
Mai bis September
Im Land
ab 25 cm, Schonzeit 15. Okt. bis 15. Feb.

Barbe Barbus barbus

Ein Fisch der Strömung. Sie gründelt über Kies und steht in der Rinne dahinter. In der Weser findet sie an Steinschüttungen und Buhnenfeldern genau das. Eine Schonzeit hat sie im Land nicht, ein Mindestmaß dagegen schon.

Wo im Land
Weser, Leine, Aller und die Oker unterhalb von Braunschweig
Beste Zeit
Mai bis Oktober, gern bei steigendem Wasser
Im Land
ab 35 cm

Wels Silurus glanis

In den Stauhaltungen der Weser und in den Kanälen hat er sich fest eingerichtet. Tagsüber liegt er in Kolken, an Buhnenköpfen und unter Schiffsliegestellen, nachts zieht er ins Flache. Vor jedem Wehr und jeder Schleuse sammelt sich Futterfisch, und das ist die Adresse.

Wo im Land
Mittelweser, Elbe, Mittellandkanal, große Baggerseen
Beste Zeit
Warme Sommernächte
Im Land
ab 50 cm

Brassen Abramis brama

In den Kanälen ist er der Fisch, auf den die Feederangler zählen. Große Schwärme ziehen die Fahrrinne entlang und drehen an Einmündungen ab. Das Landesrecht gibt ihm weder Maß noch Schonzeit, die Gewässerordnung des Vereins oft schon.

Wo im Land
Mittellandkanal, Küstenkanal, Dümmer, Mittelweser
Beste Zeit
Mai bis September, früh und spät

Schleie Tinca tinca

Im torfbraunen Wasser der Moor- und Fehngewässer fällt sie nicht auf, bis die Bläschenkette sie verrät. Sie schiebt sich durchs Kraut und braucht kein tiefes Wasser. Wer sie sucht, sucht die Kante zwischen Seerosen und freiem Grund.

Wo im Land
Dümmer, Zwischenahner Meer, Moorgewässer im Emsland
Beste Zeit
Mai und Juni, in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang

Meerforelle Salmo trutta trutta

Über die Elbe kommt sie zurück in die kleinen Geestbäche, und dort läuft seit Jahren Besatz, um den Bestand wieder aufzubauen. Im Binnenland ist sie ganzjährig geschützt, solange das Gewässer nicht ausdrücklich als Besatzgewässer angezeigt ist. An der Küste gelten wieder eigene Zahlen.

Wo im Land
Este, Lühe, Seeve, Ilmenau und Oste im Einzugsgebiet der Elbe
Beste Zeit
Herbst, wenn die Aufsteiger kommen
Im Land
ab 40 cm, Schonzeit 15. Okt. bis 15. Feb.

Meeräsche Mugil spp.

Im Hochsommer stehen ganze Schwärme in den Sielhäfen und im aufgewärmten Wasser hinter den Toren. Man sieht sie an der Oberfläche und bekommt sie trotzdem nur mit sehr feinem Gerät. Ihr Mindestmaß steht in der Küstenfischereiordnung, nicht in der Binnenfischereiordnung.

Wo im Land
Sielhäfen und Hafenbecken der Nordseeküste
Beste Zeit
Juli bis September bei ruhigem Wetter

Welche Gewässer es in Niedersachsen gibt

8 Typen und was sie ausmacht

Vom Wattenmeer bis zur Harz-Talsperre, dazwischen das Steinhuder Meer, das kaum irgendwo über Kopftiefe geht. Der Typ entscheidet über Gerät, Zielfisch und Tageszeit, deshalb lohnt es sich, ihn vor der Tour zu kennen. In der Gewässersuche kannst du direkt nach diesen Typen filtern.

Küste

Die gesamte Nordseeküste des Landes mit Inseln, Watt und einer Kette von Sielhäfen. Der Tidenhub bestimmt den Ansitz, das Wasser steht nie still, und die Stelle von heute Mittag liegt am Abend trocken. Rechtlich zählen auch die unteren Strecken von Elbe, Weser, Ems, Oste, Hunte und Leda dazu.

Strom

Elbe, Weser und Ems ziehen durch das Land bis zur Mündung. Alle drei wechseln unterwegs den Charakter, oben Buhnenfeld und gleichbleibende Strömung, unten Tide mit zweimal täglich drehendem Strom. Dieser Wechsel ist auch eine Rechtsgrenze.

Fluss

Aller, Leine, Oker, Hunte, Hase und Vechte sind Tieflandflüsse mit Sand, Kies und breiten Auen. Nach Hochwasser füllen sich die Altarme daneben, und dort steht dann der Fisch. Wo sie aus dem Harz kommen, sind sie oben noch steil und kalt.

Bach

Die Heidebäche sind sandgeprägt, grundwassergespeist und deshalb das ganze Jahr über kühl. Die Harzbäche dagegen fallen steil über Steine ab. Beide sind schmal, klar und verzeihen keinen unvorsichtigen Schritt am Ufer.

Kanal

Mittellandkanal, Elbe-Seitenkanal, Küstenkanal und Ems-Jade-Kanal ziehen quer durchs Land, dazu die Fehnkanäle und Tiefs in Ostfriesland. Die Tiefe ist überall gleich und die Ufer sind hart. Struktur gibt es nur an Brückenpfeilern, Liegestellen und Einmündungen, alles dazwischen ist Durchgangswasser.

See

Die großen Seen des Landes sind flach. Steinhuder Meer und Dümmer messen viele Quadratkilometer und bleiben trotzdem unter drei Metern, eine Sprungschicht gibt es nicht. Der Wind mischt sie durch und entscheidet, wo an einem Tag zu angeln ist.

Moorsee

In Ostfriesland, im Emsland und im Teufelsmoor liegen Gewässer, deren Wasser vom Torf braun und weich ist. Sicht gibt es kaum, dafür heizt sich das dunkle Wasser im Frühjahr schnell auf. Das merkt man an Schleie und Karpfen.

Talsperre

Der Harz staut seine Täler seit Jahrhunderten, heute für Trinkwasser, Hochwasserschutz und Strom. Die Sperren sind tief, klar und nährstoffarm, der Pegel wandert im Jahresverlauf um viele Meter. Bei Niedrigwasser liegen alte Wege und Baumstümpfe frei, die den Rest des Jahres die besten Stellen sind.

Beliebte Angelgewässer in Niedersachsen

nach Followern und Fängen

Diese Reihenfolge macht die Community, nicht die Redaktion. Gewertet wird, wie viele Angler dem Gewässer folgen und wie viele Fänge dort gemeldet sind. Ein Gewässer steigt also, weil Angler hingehen und melden.

Die größten Angelgewässer

nach Fläche und nach Länge

Zwei Listen, weil sich Hektar und Kilometer nicht vergleichen lassen. Links stehen die flächengrößten Stillgewässer, rechts die längsten Flussstrecken. Groß heißt dabei nicht automatisch gut, aber es heißt Platz und meist mehr Struktur, an der sich Fisch sammelt.

Alle Gewässer in Niedersachsen

45 Gewässer, alphabetisch

Hinter jedem Namen steht die Gewässerseite mit Fischbestand, erlaubten Angelmethoden, den Regeln vor Ort, dem Bewirtschafter und dem Fang-Index für heute. Die Zahl rechts sind die gemeldeten Fänge.

25 von 45 Gewässern

1 Aller Abschnitt Otersen – Mündung Weser Verden (Aller) Fluss Aal · Barsch · Hecht 3 2 Aller Gastkartenstrecke Langlingen–Schwachhausen Langlingen Fluss Aal · Aland · Bachforelle 1 3 Aller Strecke A7 – Einlauf Plackgraben Heidekreis Fluss Aal · Hecht · Zander 2 4 Aller Strecke Eickeloh – Ahlden Hodenhagen Fluss Hecht · Zander · Wels 1 5 Aller Strecke Eilte – Kirchwahlingen Frankenfeld Fluss Aal · Hecht · Zander 6 Aller Strecke Hafen Celle – Brücke Biermannstraße Celle Fluss Aal · Aland · Bachforelle 7 Aller Strecke Kirchwahlingen – Wohlendorf (km 80–87) Rethem (Aller) Fluss Aal · Barsch · Hecht 8 Aller Strecke Müden – Dieckhorst Müden (Aller) Fluss Aal · Aland · Barsch 3 9 Aller Strecke Neuhaus – Neubokel/Gilde Gifhorn Fluss Barsch · Hecht · Aal 1 10 Aller Strecke Örtzemündung – Klärwerk Winsen Winsen (Aller) Fluss Aal · Aland · Bachforelle 11 Aller Strecke Schwarmstedt – A7 Buchholz Schwarmstedt Fluss Aal · Barbe · Hecht 12 Elbe Abschnitt Hitzacker, km 498–520 Hitzacker Fluss Zander · Hecht · Wels 13 Elbe Außenelbe bei Cuxhaven (Döse–Kugelbake) Cuxhaven Fluss Flunder · Scholle · Kliesche 14 Elbe AVN-Verbandsstrecke Lauenburg–Geesthacht Fluss Aal · Aland · Brachse 15 Elbe Bei Bleckede (km 536,5–553,5) Bleckede Fluss Zander · Hecht · Wels 16 Elbe Bracks am Stadtbad Dannenberg (Elbe) Altarm Aal · Karpfen · Schleie 17 Elbe Krautsander Ufer Drochtersen Fluss Zander · Aal · Barsch 1 18 Elbe Schnackenburg–Gartow (km 473–494) Schnackenburg Fluss Zander · Hecht · Aal 19 Elbe Strecke Otterndorf – Cuxhaven Otterndorf Fluss Aal · Barsch · Brachse 20 Elbe Tideelbe (Kehdingen) Freiburg (Elbe) Fluss Zander · Hecht · Barsch 21 Elbe Unterelbe Stade–Drochtersen Drochtersen Fluss Aal · Zander · Barsch 22 Elbe-Seitenkanal ESK – Artlenburg bis Edesbüttel Uelzen Kanal Aal · Aland · Rapfen 23 Ems Strecke Dörpen – Herbrum Aschendorf Fluss Aal · Barsch · Brachse 24 Ems Strecke FV Meppen 1888 Meppen Fluss Brachse · Rotauge · Karpfen 2 25 Ems Strecke Hilter–Steinbild Lathen Fluss Zander · Hecht · Barsch 1

Häufige Fragen zum Angeln in Niedersachsen

8 Fragen

Die Fragen, die vor dem ersten Angeltag in Niedersachsen am häufigsten gestellt werden. Alles Weitere zum Angelschein allgemein steht auf der Übersicht für Deutschland.

Brauche ich in Niedersachsen einen Angelschein?

Für den Fischereischein ja, und zwar mit Fischerprüfung bei einem anerkannten Landesfischereiverband. Ausgestellt wird er ab dem vollendeten 14. Lebensjahr von der Gemeinde deines Hauptwohnsitzes, er gilt für unbeschränkte Zeit, und eine jährliche Fischereiabgabe erhebt Niedersachsen nicht. Am Binnengewässer lässt das Fischereigesetz daneben zu, dass du statt des Fischereischeins deinen Personalausweis mit dem Erlaubnisschein des Berechtigten mitführst.

Ab welchem Alter dürfen Kinder in Niedersachsen angeln?

Einen Jugendfischereischein gibt es hier nicht. Ein Kind unter 14 darf eine Fischereierlaubnis nur zur Vorbereitung auf die Fischerprüfung bekommen und nur unter Aufsicht geeigneter Personen fischen. Mit 14 folgen Prüfung und eigener Fischereischein. Wer als Aufsicht gilt, legt der Verein oder Pächter fest.

Welche Schonzeiten gelten in Niedersachsen?

Die Binnenfischereiordnung legt für 15 Arten Mindestmaß und teils Schonzeit fest, darunter Hecht ab 40 cm mit Schonzeit vom 1. Februar bis 15. April und Zander ab 35 cm mit Schonzeit vom 15. März bis 30. April. Die vollständige Übersicht steht weiter oben auf dieser Seite. Verein und Gewässerordnung dürfen strenger sein, nie lockerer.

Gelten die Schonzeiten auch an der Nordseeküste?

Nein. In den Küstengewässern gilt die Küstenfischereiordnung mit eigenen Zahlen, unter anderem Aal ab 45 cm, Hecht ab 45 cm, Zander ab 40 cm und Meeräsche ab 40 cm. Ganzjährig geschützt sind dort Stör, Maifisch, Nordseeschnäpel sowie Fluss- und Meerneunauge. Als Küstengewässer zählen auch die unteren Strecken von Elbe, Weser, Ems, Oste, Hunte und Leda.

Gibt es in Niedersachsen ein Mindestmaß für Karpfen?

Das Land setzt keins. Karpfen, Schleie, Barsch, Brassen und Rotauge stehen nicht in der Binnenfischereiordnung, für sie gibt es weder Landes-Mindestmaß noch Landes-Schonzeit. Was am konkreten Gewässer gilt, steht deshalb in der Gewässerordnung des Bewirtschafters, und die setzt bei diesen Arten oft eigene Maße.

Mit wie vielen Ruten darf ich in Niedersachsen angeln?

Das regelt das Land nicht. Die Zahl steht in der Gewässerordnung des Vereins oder Pächters, üblich sind zwei oder drei Ruten. Weil das von Strecke zu Strecke verschieden sein kann, lohnt der Blick in die Gewässerordnung vor der ersten Fahrt.

Ist Nachtangeln in Niedersachsen erlaubt?

Das Land verbietet es nicht, es regelt das Nachtangeln überhaupt nicht. Ob es an einem Gewässer geht, entscheidet der Bewirtschafter. Bei jedem Gewässer in CatchHub ist vermerkt, was dort belegt erlaubt oder verboten ist, auch Bootsangeln, Setzkescher und Zelten.

Wo kann ich in Niedersachsen angeln?

In CatchHub sind 45 Gewässer in Niedersachsen erfasst, von der Nordseeküste über Elbe, Weser und Ems bis zu den Heidebächen, den Harz-Talsperren, den großen Kanälen und den Flachseen um Steinhuder Meer und Dümmer. Zu jedem stehen Fischbestand, Angelmethoden, die Regeln vor Ort und ein täglicher Fang-Index.

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