Kurz gesagt
- Strom ist eine Größenklasse. Sie beginnt bei etwa 10.000 km² Einzugsgebiet, und die Gewässerbewertung führt dazu kiesgeprägte und sandgeprägte Ströme.
- Buhnen halten die Fahrrinne frei. Sie bündeln den Durchfluss, erhöhen die Sohlschubspannung und bringen das Gewässer auf größere Tiefe.
- Beim Angeln am Strom ist dasselbe Buhnenfeld zwei Gewässer. Umströmt ist es Strömungsschatten mit Ablagerung, überströmt läuft es mit derselben Geschwindigkeit wie der Flussschlauch.
- Der Pegel eines Stroms ist ein Trend statt eines Tageswerts. Hochwasserscheitel brauchen zwischen zwei Pegeln oft einen bis fünf Tage.
- Sog und Wellenschlag der Schifffahrt sind die reale Gefahr. Der Absunk kann Uferbereiche kurzzeitig trockenfallen lassen.
Eine Größenklasse, kein Gefühl
Strom ist kein Eindruck, sondern eine Einteilung. Die Größenklasse beginnt bei etwa 10.000 km² Einzugsgebiet und liegt über dem großen Fluss mit 1.000 bis 10.000 km². Über die Größe kommen in Deutschland Donau, Rhein, Elbe, Oder und Weser infrage, und die Gewässerbewertung führt dazu kiesgeprägte Ströme wie den Ober- und Mittelrhein und sandgeprägte wie Niederrhein, Elbe und Weser.
Steckbrief Strom
- Entstehung
- Fließgewässer mit über 10.000 km² Einzugsgebiet, meist ausgebaut Rhein, Elbe, Donau, Oder und Weser erreichen diese Klasse
- Typische Tiefe
- 3 bis 10 m in der Fahrrinne Die Elbe hält bei Mittelwasser rund 3 m, der Niederrhein mehr
- Grund
- Sand und Kies, an den Buhnen Steinschüttung Im Buhnenfeld lagert sich Feinsediment ab
- Strömung
- stark und dauerhaft Der Ausbau bündelt sie in der Fahrrinne
- Pegel
- schwankt über Tage, nicht über Stunden Am Pegel Köln liegen zwischen 401 und 10.900 m³ je Sekunde
- Typische Arten
- Barbe, Brassen, Rotauge, Rapfen, Aal Dazu Grundeln, die die Steinschüttungen in hoher Dichte besetzen
- Zugang
- je Amt und Land verschieden, die Fahrrinne bleibt frei Betriebswege sind Flächen der Wasserstraßenverwaltung
Die Klasse allein entscheidet es nicht. Die Ems erreicht mit 15.600 km² die Schwelle und wird trotzdem nicht als Stromtyp geführt, während große Nebenflüsse wie die Havel mit 24.096 km² darüber liegen. Wer wissen will, ob er an einem Strom steht, fragt nach Fahrrinne und Berufsschifffahrt.
Woran du einen Strom im Schnitt erkennst
Vier Stellen sagen, was der Ausbau aus dem Gewässer gemacht hat.
Strom im Querschnitt
4 MerkmaleAn einem Strom ist fast alles gebaut. Vier Stellen sagen, was das Bauwerk mit dem Wasser macht.
-
Das Ufer ist befestigt
Blocksteine oder Schüttung statt Abbruch und Wurzeln. Sie geben Halt gegen Wellenschlag, und sie sind genau das Substrat, an dem sich die eingewanderten Grundeln festsaugen.
-
Die Buhne liegt quer im Wasser
Ein Steindamm vom Ufer zur Streichlinie. Er verengt den Querschnitt, hebt den Wasserspiegel und bündelt den Durchfluss zur Mitte.
-
Die Hauptströmung läuft in der Mitte
Genau dafür stehen die Buhnen da. Zwischen ihren Köpfen verläuft eine Scherzone, in der sich Wirbel bilden und stromab wandern, und sie trennt das schnelle vom ruhigen Wasser.
-
Die Fahrrinne ist die gebaggerte Tiefe
An der Elbe werden 50 m Breite und 1,6 m Tiefe unter Gleichwertigem Wasserstand vorgehalten. Dort ist die Sohlschubspannung am höchsten und das Substrat am mobilsten.
Leicht zu verwechseln mit
3 TypenDrei Gewässer, mit denen ein Strom verwechselt wird, und jedes Mal macht der Ausbau den Unterschied.
Fluss
Die Klasse darunter. Dort baut das Wasser seine Struktur noch selbst, mit Prallhang, Gleithang und Kolk.
Kanal
Derselbe Ausbau ohne natürliche Strömung. Dort arbeitet nur das Schiff, hier arbeiten Schiff und Abfluss zusammen.
Hafen
Der ruhige Seitenraum des Stroms. Dort fällt die Strömung weg, und mit ihr die halbe Sucharbeit.
Strom, Fluss, Kanal oder Hafen
Die Nachbarn unterscheiden sich weniger in der Größe als im Grad des Ausbaus.
Strom und die Nachbarn
4 Typen| Typ | Entstehung | Tiefe | Sichttiefe | Was du zuerst suchst |
|---|---|---|---|---|
| Strom diese Seite | Fließgewässer mit über 10.000 km² Einzugsgebiet, meist ausgebaut | 3 bis 10 m in der Fahrrinne | minimal | den Kolk am Buhnenkopf und das Buhnenfeld dahinter |
| Fluss | gewachsener Lauf mit 100 bis 10.000 km² Einzugsgebiet | 1 bis 8 m | gering | den Kolk am Prallhang |
| Kanal | künstlich gebaut, gleichförmiger Trapezquerschnitt | 3 bis 5 m | gering | die Steinpackung und die Kante zur Fahrrinne |
| Hafen | ausgebaggertes Becken hinter einer Kaimauer | 5 bis 15 m | gering | die Kaimauer und die Kolke an den Liegeplätzen |
Was Buhnen wirklich tun
Buhnen sind Regelungsbauwerke, und ihre Aufgabe ist die Fahrrinne. Die Wirkungskette läuft in Stufen ab. Der Einbau verengt den Querschnitt, hebt den Wasserspiegel und bündelt den Durchfluss. Dadurch steigt die Sohlschubspannung, und die Sohle tieft sich begrenzt ein. Diese Eintiefung senkt den Wasserspiegel wieder und reduziert damit die Schubspannung, bis ein neues Gleichgewicht bei größerer Wassertiefe steht.
Was dabei nebenbei entsteht, ist die Struktur, die ein ausgebauter Strom sonst nicht hätte. Zwischen den Buhnenköpfen liegt eine Scherzone, in der sich senkrechte Wirbel bilden und stromab wandern. Ihr Energieeintrag treibt im Feld einen Wirbel um die senkrechte Achse. Weil die Fließgeschwindigkeit dort deutlich niedriger ist, lagert sich Feinsediment ab. Und am Buhnenkopf arbeiten turbulente, dreidimensionale Strömungen, die erhebliche Vertiefungen in die Sohle graben.
Wie viel Kraft das bewegt, zeigen die Zahlen aus der Erosionsstrecke der Elbe. Die Sohle tieft sich dort im Mittel um etwa 1 cm je Jahr ein, örtlich um 2 cm, und bei Torgau liegt sie seit 1888 rund 1,7 m tiefer als damals.
Am Buhnenkopf reißt die Strömung ab
Der Buhnenkopf ist die Stelle, an der die gebündelte Strömung auf das Bauwerk trifft und abreißt. Die Turbulenz gräbt am Kopf den Kolk, und stromab davon dreht das Wasser in das Feld zurück.
Wer hier fischt, wirft an die Naht zwischen der Strömung außen und dem Kehrwasser innen. Der Kolk selbst ist der tiefste Punkt des Feldes.
An der Spitze kolkt die Strömung aus, dahinter beginnt das Kehrwasser. Beide Stellen liegen zwei Rutenlängen auseinander. AI-Bild
Ein Buhnenfeld ist zwei Gewässer
Hier liegt der Irrtum, der am Strom am meisten Zeit kostet. Ein Buhnenfeld gilt vielen als feste Größe, und das ist es nicht.
Umströmte Buhne
Der Normalfall bei niedrigem bis mittlerem Wasserstand. Der Durchfluss bleibt in der Mitte, im Feld dreht ein Wirbel, und Feinsediment lagert sich ab.
Überströmte Buhne
Bei höheren Wasserständen läuft das Feld mit ähnlicher Geschwindigkeit wie der Flussschlauch, und abgelagertes Material wird wieder aufgenommen.
Der Kolk am Buhnenkopf
An der Spitze entstehen dreidimensionale, turbulente Strömungen, die erhebliche Vertiefungen in die Sohle graben. Es ist die tiefste Stelle des Feldes.
Die Ausrichtung
Stromauf geneigte Buhnen schützen das Ufer gut und verlanden stark, stromab geneigte tun beides kaum. Das erklärt, warum Nachbarfelder verschieden aussehen.
Bei niedrigen bis mittleren Wasserständen wird die Buhne umströmt. Dann gilt alles oben Beschriebene, das Feld ist Strömungsschatten mit Wirbel und Ablagerung, und am Kopf liegt der Kolk. Steigt der Pegel über den Buhnenrücken, wird die Buhne überströmt. Dann herrschen im Feld ähnliche Geschwindigkeiten wie im Flussschlauch, und abgelagertes Material wird wieder aufgenommen.
Dazu kommt die Ausrichtung. Stromauf geneigte Buhnen schützen das Ufer gut und verlanden stark, stromab geneigte schützen schlecht und verlanden kaum, orthogonale liegen dazwischen. Ein frisch ausgekolktes Feld am Prallhang und ein stark verlandetes sind deshalb zwei verschiedene Gewässer, obwohl dasselbe Bauwerk davor steht.
Praktisch heißt das: eine Stelle am Strom ist ohne den Pegel dazu nicht beschrieben.
Die Kanten des Bauwerks
Die Struktur liegt an den Kanten des Bauwerks, nicht in der Mitte der Felder und nicht in der Fahrrinne.
Wo der Fisch an diesem Gewässertyp steht
1 Ansicht-
Buhnenfeld
Der Kopf ist die tiefste Stelle des Feldes, weil die turbulente Strömung dort auskolkt. Die Kante von dort zur Streichlinie ist die erste Adresse, nicht die Mitte des Feldes.
-
Kehrwasser
Solange die Buhne umströmt wird, dreht im Feld ein Wirbel um die senkrechte Achse. Er sammelt Treibgut und legt Feinsediment ab. Steigt der Pegel über den Buhnenrücken, ist dieser Vorteil weg.
-
Einmündung
Ein Nebenfluss bringt andere Temperatur, andere Trübung und Nahrung mit. An einem ansonsten gleichförmig ausgebauten Strom ist das eine der wenigen echten Abweichungen.
-
Totholz
Im Buhnenfeld bleibt liegen, was der Strom anliefert. Ein eingetriebener Stamm ist dort die einzige Struktur, die nicht aus Stein besteht.
-
Brückenpfeiler
Pfeiler teilen die Strömung und kolken an ihrem Fuß aus. Sie wirken wie eine Buhne mitten im Strom, nur von beiden Seiten umströmt.
Gewässertyp im Lexikon: Fluss Strom Bach
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Gleithang, Krautfahne, Prallhang.
Die Fahrrinne ist genau die Zone, in die der Ausbau den Durchfluss bündelt. Dort ist die Sohlschubspannung am höchsten und das Substrat am mobilsten, dazu kommen Propellerstrahl und Rückströmung. Arten, die ruhiges Wasser brauchen, sitzen entsprechend in den Auengewässern statt im Hauptgerinne.
Bei höherem Pegel verschwindet die Buhne
Steigt der Pegel über den Rücken der Buhne, verändert sich das Feld dahinter grundlegend. Es läuft mit ähnlicher Geschwindigkeit wie der Flussschlauch, und abgelagertes Feinsediment wird wieder aufgenommen.
Die Ruhezone, die bei Mittelwasser noch da war, gibt es jetzt nicht mehr. Der Fisch weicht ans Ufer und in die Rinnen zwischen den Steinen aus.
Läuft das Wasser über den Buhnenrücken, ist das Feld dahinter kein Schatten mehr. AI-Bild
Der Pegel arbeitet über Tage
Ein Bach reagiert auf ein einzelnes Gewitter, ein Strom nicht. Er hat ein hydrologisches Gedächtnis aus Boden- und Grundwasserspeicher, und daraus folgt etwas, das nur hier möglich ist. Die hydrologische Sechs-Wochen-Vorhersage gibt es ausschließlich für Rhein, Elbe und Donau.
Die Spannweite ist dabei enorm und trotzdem träge. Am Pegel Köln mit einem Einzugsgebiet von 144.232 km² liegt der mittlere Abfluss bei 2.080 m³ je Sekunde, der höchste gemessene Tagesmittelwert bei 10.900 und der niedrigste bei 401 m³ je Sekunde. Zwischen den Extremen liegt der Faktor 27, verteilt über Wochen statt über Stunden.
Auch die Laufzeit gehört dazu. An der Elbe rechnet die Gewässerkunde im Hochwasserfall mit einem bis fünf Tagen zwischen zwei Pegeln. Wer einen Strom befischt, kann seinen Tag also tatsächlich planen, muss die Meldung aber dem eigenen Abschnitt zuordnen. Derselbe Wert bedeutet flussauf und flussab etwas anderes.
Sog und Wellenschlag sind die echte Gefahr
Ein vorbeifahrendes Schiff arbeitet in einer festen Abfolge. Voraus läuft eine Wasserspiegelanspannung von wenigen Zentimetern, dann staut die Bugwelle. Im verengten Querschnitt beschleunigt das Wasser zum Heck zurück, und diese Beschleunigung senkt den Wasserspiegel neben dem Schiff ab. Zum Schluss kommt die Heckquerwelle als mitlaufender Rollbrecher.
Dieser Absunk ist mehr als ein Schauspiel. Er erzeugt Druckänderungen im Porenwasser der Böschung, kann Uferbereiche kurzzeitig trockenfallen lassen und gefährdet damit Jungfische. Und er trifft jeden, der zu nah an der Wasserlinie steht, zuerst als Sog und dann als zurücklaufender Schwall.
Die Amtsseite sagt es für Badende deutlich, und für Angler gilt dieselbe Physik. Der entstehende Sog kann Personen ins Fahrwasser ziehen, und starker Wellenschlag bringt sie aus dem Gleichgewicht. Die Verbotszonen liegen dabei genau dort, wo Angler stehen, also im betonnten Fahrwasser und in unmittelbarer Nähe befestigter Ufer, Buhnenköpfe und Molen.
Ein Nachtrag zur Wellenfrage. Am breiten Strom fallen Absunk und Rückströmung relativ kleiner aus als im engen Kanal. Die Sekundärwellen dagegen verhalten sich wie freie Wellen und verlieren mit der Entfernung kaum Höhe, erreichen also auch weit entfernte Ufer. Ihre Höhe wächst etwa mit dem Quadrat der Schiffsgeschwindigkeit, und deshalb wirkt ein schnelles Boot stärker als ein großer, langsamer Frachter.
Der Frachter zieht das Wasser weg
Neben einem fahrenden Frachter sinkt der Wasserspiegel ab, weil das Wasser im verengten Querschnitt beschleunigt zum Heck zurückläuft. Am Ufer fällt der Stand für Sekunden, Steine liegen frei, und dann rollt die Heckwelle das Wasser zurück.
Wer auf der nassen Schüttung steht, spürt beides. Deshalb gilt am Strom Abstand zur Wasserlinie, sobald ein Schiff kommt.
Erst zieht das Schiff das Wasser vom Ufer ab, dann kommt es als Schwall zurück. AI-Bild
Die Grundeln haben die Kante besetzt
Seit den 2000er Jahren hat sich der Fischbestand am Ufer verschoben. Vier eingewanderte Grundelarten sind im Rheingebiet etabliert, und der Hauptkorridor war der 1992 fertiggestellte Main-Donau-Kanal, dazu Ballastwasser, Eigelege an Schiffsrümpfen und freigelassene Köderfische.
Die Zahlen sind erheblich. Die Kesslergrundel wurde 2006 erstmals nachgewiesen und stellt an den Ufern des Niederrheins über 50 Prozent der Individuen, die Schwarzmaulgrundel kam 2009 auf über 10 Prozent. Begünstigt werden sie durch genau den Ausbau, der den Strom prägt, denn an Blocksteinschüttungen halten sie sich mit ihren zu Saugnäpfen umgeformten Bauchflossen auch bei Wellenschlag.
Ein Zurückdrängen gilt als nicht mehr möglich, weil die Veränderungen der Wasserstraße sie dauerhaft begünstigen. Erwartet werden Nahrungskonkurrenz, Fraß an Fischeiern und Larven sowie Konkurrenz um Stand- und Laichplätze.
Was an Strömen gemeldet wird
Ein Revier am Strom trägt in der Datenbank meistens zusätzlich den Typ Fluss. Gezählt wird hier jede Meldung von einem Revier mit Stromkennung, ohne den zweiten Typ abzuziehen.
Aus 8 gemeldeten Fängen
06/2026 bis 09/2026 · 4 Gewässer · Stand 10.10.2026Diese Zahlen stammen aus Fängen, die Angler selbst in CatchHub eingetragen haben. Sie zeigen, was gemeldet wurde, nicht was in einem Gewässer lebt. Niemand meldet Tage ohne Fang, deshalb sind es Fangzahlen und keine Fangchancen.
Wo du Ströme findest
Ströme laufen quer durch Deutschland, und die Verteilung folgt ihren Verläufen statt den Landesgrenzen.
Reviere je Region
Gezählt werden Reviere, die in CatchHub den Typ Strom tragen; ein Revier kann mehrere Typen haben. Stand 10.10.2026.
Sicherheit am Strom
Die ersten vier Punkte betreffen Pegel und Schifffahrt, die letzten zwei die Regeln.
Sicherheit am Strom
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Strom aus der Community
zuletzt gemeldetHäufige Fragen zur Gewässerart Strom
11 FragenAb wann ist ein Fluss ein Strom?
Ab etwa 10.000 km² Einzugsgebiet. Das ist die oberste Größenklasse der Gewässerbewertung, und sie liegt über dem großen Fluss mit 1.000 bis 10.000 km². Die Breite am Ufer ist nur die Folge davon.
Welche deutschen Gewässer sind Ströme?
Über die Größe kommen Donau mit 817.000 km², Rhein mit 185.300, Elbe mit 148.270, Oder mit 118.860 und Weser mit 46.300 km² infrage. Als Stromtypen führt die Gewässerbewertung kiesgeprägte Ströme wie den Ober- und Mittelrhein und sandgeprägte wie Niederrhein, Elbe und Weser.
Ist jedes große Gewässer mit viel Einzugsgebiet ein Strom?
Nicht automatisch. Die Ems erreicht mit 15.600 km² die Schwelle, wird aber nicht als Stromtyp geführt. Umgekehrt kommen auch große Nebenflüsse auf diese Größe, etwa die Havel mit 24.096 km². Größenklasse und Gewässertyp sind zwei verschiedene Dinge.
Was ist ein Buhnenfeld?
Der Bereich zwischen zwei Buhnen, also zwischen zwei Steindämmen quer zur Strömung. Die Buhnen verengen den Querschnitt, heben den Wasserspiegel und bündeln den Durchfluss. Dadurch steigt die Sohlschubspannung, die Sohle tieft sich begrenzt ein, und am Ende steht ein neues Gleichgewicht mit größerer Wassertiefe.
Ist jedes Buhnenfeld gleich?
Nein, und das ist der häufigste Fehler am Strom. Wird die Buhne umströmt, ist das Feld eine Zone deutlich reduzierter Fließgeschwindigkeit mit Wirbel und Ablagerung. Wird sie überströmt, herrschen im Feld ähnliche Geschwindigkeiten wie im Flussschlauch, und abgelagertes Material wird wieder aufgenommen. Es entscheidet der Pegel, nicht das Bauwerk.
Warum sehen Nachbarfelder verschieden aus?
Weil die Ausrichtung der Buhne wirkt. Stromauf geneigte Buhnen schützen das Ufer gut und verlanden stark, stromab geneigte schützen schlecht und verlanden kaum, orthogonale liegen dazwischen. An der Elbe liegen zudem Buhnenrücken streckenweise höher als das langjährige Mittelwasser, dort ist der wirksame Abstand kleiner als die Normalbreite.
Steht der Fisch in der Fahrrinne?
Dort am wenigsten. Die Fahrrinne ist genau die Zone, in die der Ausbau den Durchfluss bündelt, mit der höchsten Sohlschubspannung und dem mobilsten Substrat, dazu Propellerstrahl und Rückströmung. Struktur liegt am Buhnenkopf und im Buhnenfeld, und Stillwasserarten sitzen in den Auengewässern statt im Hauptgerinne.
Was macht ein vorbeifahrendes Schiff mit dem Wasser?
Zuerst läuft dem Schiff eine Anspannung von wenigen Zentimetern voraus, dann staut sich die Bugwelle. Im verengten Querschnitt beschleunigt das Wasser zum Heck zurück, und dabei sinkt der Wasserspiegel neben dem Schiff ab. Zum Schluss kommt die Heckquerwelle als mitlaufender Rollbrecher. Dieser Absunk kann Uferbereiche kurzzeitig trockenfallen lassen, was Jungfische gefährdet.
Sind die Wellen am breiten Strom harmloser als am Kanal?
Teils. Absunk und Rückströmung fallen bei großem Querschnitt relativ kleiner aus. Dafür verhalten sich die Sekundärwellen wie freie Wellen und verlieren mit der Entfernung kaum Höhe, sodass sie auch weit entfernte Ufer erreichen. Ihre Höhe wächst etwa mit dem Quadrat der Schiffsgeschwindigkeit, schnelle Einheiten wirken also überproportional.
Wie lese ich den Pegel an einem Strom?
Als Trend über Tage. Ein Strom hat ein hydrologisches Gedächtnis aus Boden- und Grundwasserspeicher, und deshalb gibt es die Sechs-Wochen-Vorhersage ausschließlich für Rhein, Elbe und Donau. Hochwasserscheitel brauchen zwischen zwei Pegeln oft einen bis fünf Tage. Dieselbe Pegelmeldung bedeutet dabei je Abschnitt etwas anderes.
Haben die Grundeln den Strom verändert?
Deutlich. Vier eingewanderte Grundelarten sind im Rheingebiet etabliert, Hauptkorridor war der 1992 fertiggestellte Main-Donau-Kanal. Die Kesslergrundel stellt an den Ufern des Niederrheins über 50 Prozent der Individuen, die Schwarzmaulgrundel über 10 Prozent. Begünstigt werden sie durch die Blocksteinufer, an denen sie sich mit ihren zu Saugnäpfen umgeformten Bauchflossen auch bei Wellenschlag halten. Ein Zurückdrängen gilt als nicht mehr möglich.
Quellen und Stand
7 Quellen-
Steckbriefe der deutschen Fließgewässertypen (Pottgiesser und Sommerhäuser 2008) Im Auftrag des Umweltbundesamtes. Größenklasse Strom ab etwa 10.000 km², die Stromtypen 10 und 20 samt Beispielgewässern und vollständiger Fischfauna.
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Buhnen, Regelungselemente an Bundeswasserstraßen Bundesanstalt für Wasserbau. Wirkungskette des Buhneneinbaus, Buhnenfeldwirbel und Scherzone, Buhnenkopfkolke, der Unterschied zwischen umströmter und überströmter Buhne sowie die Wirkung der Ausrichtung.
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Schiffserzeugte Wellen, Phänomen, Einflussgrößen und Messung Gesing und Soyeaux 2016, Bundesanstalt für Wasserbau und Bundesanstalt für Gewässerkunde. Kolbeneffekt, Rückströmung, Absunk, Primär- und Sekundärwellen, und die Gefährdung juveniler Fischfauna durch trockenfallende Uferbereiche.
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Sohlstabilisierungskonzept für die Elbe von Mühlberg bis zur Saalemündung Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, WSA Dresden, BfG und BAW. Streichlinienbreiten von 100 bis 160 m, Fahrrinne mit 50 m Breite und 1,6 m Tiefe unter Gleichwertigem Wasserstand, und Buhnenrücken über dem Mittelwasser.
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Eingewanderte Grundelarten im Rheinsystem (IKSR-Bericht 208) Internationale Kommission zum Schutz des Rheins 2013. Vier etablierte Arten, der Main-Donau-Kanal als Korridor, über 50 Prozent Individuenanteil der Kesslergrundel am Niederrhein und die Blocksteinufer als Vorteil.
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Pegel Köln, Rhein (Undine) Bundesanstalt für Gewässerkunde. Einzugsgebiet 144.232 km², mittlerer Abfluss 2.080 m³ je Sekunde, höchster Tagesmittelwert 10.900 und niedrigster 401 m³ je Sekunde.
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Baden in der Weser, Hinweise zu Gefahren und Badeverboten Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee, Juli 2025. Sog und Wellenschlag als Hauptgefahr, Verbotszonen im betonnten Fahrwasser und an befestigten Ufern, Buhnenköpfen und Molen.
Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.
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