Mecklenburg-Vorpommern

Flacher Bodden unter grauem Wolkenhimmel, links ein breiter Schilfgürtel und die verwitterten Pfähle eines eingebrochenen Holzstegs im knietiefen Wasser. Der Wind kräuselt die weite Fläche, am Horizont liegt eine schmale Landzunge
Bundesland-Übersicht

Angelgewässer in Mecklenburg-Vorpommern

Von den Bodden um Rügen über die Mecklenburgische Seenplatte bis an die Ostseeküste. 12 Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern mit Fischbestand, Regeln und dem Fang-Index für heute, dazu die Schonzeiten des Landes.

12 Gewässer 24 Fischarten 3 Gewässertypen 32 Schonzeiten

Karte der Angelgewässer

12 Marker in Mecklenburg-Vorpommern

Die Karte startet auf Mecklenburg-Vorpommern und zeigt jedes erfasste Gewässer als Marker. Tipp einen an, und Name, Ort, Bewertung und Anzahl der Fänge stehen sofort da. Liegen mehrere dicht beieinander, fasst die Karte sie zu einer Zahl zusammen, ein Tipp darauf zoomt hinein.

Angeln in Mecklenburg-Vorpommern auf einen Blick

6 Regeln, die das Land selbst setzt

Die Kurzfassung dessen, was weiter unten ausführlich steht. Sie ersetzt keinen Blick in deinen Erlaubnisschein, denn Verein und Pächter dürfen strenger sein als das Land.

Fischereischein

Pflicht ab 14

Jüngere brauchen in Mecklenburg-Vorpommern gar keinen, ab 14 führt der Weg über die Fischerprüfung oder über den befristeten Schein. Fischereiabgabe und Angelerlaubnis kommen in beiden Fällen dazu.

Fischerprüfung

ab 10 Jahren

Ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr darfst du sie ablegen und hast den Fischereischein danach auf Lebenszeit. Ohne Prüfung kommst du nur über den befristeten Schein ans Wasser.

Kinder

bis 14 ohne Schein

Unter 14 entfällt auch die Fischereiabgabe. Die Angelerlaubnis für das Gewässer braucht das Kind trotzdem, an der Küste gibt es dafür eine günstigere Jahreskarte für alle unter 18.

Urlauber und Gäste

Schein ohne Prüfung

Der Touristenfischereischein gilt für bis zu 28 aufeinander folgende Tage, deckt Binnenland und Küste ab und lässt sich im selben Kalenderjahr verlängern. Beantragen dürfen ihn auch Einheimische.

Ruten

drei an der Küste

Dazu eine Köderfischsenke, alles ständig beaufsichtigt und je Angel höchstens sechs Anbissstellen. Im Binnenland nennt das Land keine Zahl, dort steht sie auf deiner Angelerlaubnis.

Nachtangeln

regelt der Bewirtschafter

Das Land schreibt dazu nichts vor, verbindlich ist die Gewässerordnung deiner Strecke. Bei jedem Gewässer in CatchHub steht, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Angelschein in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern kennt zwei Wege ans Wasser, und der zweite ist eigens für Urlauber gedacht. Der reguläre Fischereischein kommt nach bestandener Fischerprüfung und gilt lebenslang. Daneben steht der zeitlich befristete Fischereischein, den hier alle Touristenfischereischein nennen. Er wird ohne Prüfung erteilt, gilt für bis zu 28 aufeinander folgende Tage und lässt sich im selben Kalenderjahr mehrfach verlängern.

Ausgegeben wird der befristete Schein von den Ämtern und Gemeinden als örtliche Ordnungsbehörden, dazu von Tourismusbüros, Kurverwaltungen und Angelläden. Seit Dezember 2024 geht es auch digital über den Online-Shop der oberen Fischereibehörde, das Dokument liegt danach als PDF auf dem Handy. Wer ihn beantragt, verpflichtet sich, die beiliegende Broschüre zum Fischerei- und Tierschutzrecht durchzuarbeiten. Beantragen dürfen ihn Urlauber und Einheimische gleichermaßen.

Beides ist nur der Sachkundenachweis. Dazu kommt die Fischereiabgabe des Landes für jedes Jahr, in dem du angeln willst, und für jedes Gewässer eine Angelerlaubnis. Im Binnenland stellt sie der Eigentümer oder Pächter aus, meist ein Anglerverband oder ein Fischereibetrieb. In den Küstengewässern ist das Land selbst fischereiberechtigt, dort deckt eine einzige Karte die gesamte Küste ab, als Tages-, Wochen- oder Jahreskarte. Wer den Bewirtschafter einer bestimmten Strecke sucht, findet ihn unten in der Liste auf der jeweiligen Gewässerseite.

Kinder brauchen hier bis 14 keinen Schein

Wer das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, braucht in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt keinen Fischereischein und zahlt auch keine Fischereiabgabe. Die Angelerlaubnis für das Gewässer braucht das Kind trotzdem, an der Küste gibt es dafür eine eigene, günstigere Jahreskarte für alle unter 18.

Ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr darf man die Fischereischeinprüfung ablegen und bekommt danach den Fischereischein auf Lebenszeit. Zwischen zehn und 14 ist er also freiwillig, ab 14 führt kein Weg mehr daran vorbei, außer über den befristeten Schein.

Eine zweite Ausnahme gilt für schwerbehinderte Menschen und für alle, die durch amtsärztliches Attest belegen können, dass sie die Prüfung nicht ablegen können. Sie dürfen ohne eigenen Fischereischein angeln, solange eine volljährige Person mit gültigem Schein dabei ist. Der Nachweis darüber gehört mit ans Wasser.

Was das Land am Wasser vorschreibt

Für Angler lässt das Landesfischereigesetz genau zwei Geräte zu, die Handangel und die Köderfischsenke. Die Senke darf höchstens 1,20 mal 1,20 Meter messen. In den Küstengewässern schreibt das Land die Zahl gleich mit vor: höchstens drei Handangeln und eine Köderfischsenke, alle ständig beaufsichtigt, je Angel höchstens sechs Anbissstellen, und nur für den Eigenbedarf. Im Binnenland steht die Rutenzahl dagegen nicht im Gesetz, sondern auf deiner Angelerlaubnis.

Drei Verbote gelten überall im Land. Der lebende Köderfisch ist unzulässig, Wettfischen auf das beste Fangergebnis ebenfalls, und künstliche Köder mit feststehendem Mehrfachhaken sind verboten. Was Letzteres für einen bestimmten Köder bedeutet, klärst du im Zweifel vorher mit dem Bewirtschafter. In Fischaufstiegs- und Fischabstiegshilfen und 100 Meter darum herum ist das Angeln komplett gesperrt.

Auf dem Wasser wird es an der Küste enger. In den Fischereibezirken von der Wismarbucht bis zum Stettiner Haff ist Schleppangeln ganzjährig verboten, an vier Küstenabschnitten vor Rügen, dem Fischland-Darß und westlich von Wismar vom 15. September bis 15. März. Im Strelasund, im Rassower Strom, im Wieker Bodden und in der Having musst du beim Angeln vor Anker liegen, driften geht nur am Treibanker. Bei Hecht, Zander und Meerforelle sind an der Küste je drei Fische am Angeltag die Grenze, bei Dorsch und Lachs gilt, was die EU für das laufende Jahr festgelegt hat.

Nachtangeln, Setzkescher, Boot und Futterboot regelt das Land nicht. Was dort gilt, steht in der Gewässerordnung des Bewirtschafters und kann von Strecke zu Strecke verschieden sein. Bei jedem Gewässer in CatchHub steht, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Schonzeiten und Mindestmaße in Mecklenburg-Vorpommern

32 Arten mit eigener Regel

Zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden. Die Schonzeit ist ein Zeitraum, in dem eine Art gar nicht entnommen werden darf, meist rund um die Laichzeit. Das Mindestmaß ist eine Länge, unter der ein Fisch immer zurückgeht, auch außerhalb der Schonzeit.

Schonzeiten und Mindestmaße in Mecklenburg-Vorpommern
Art Schonzeit Maß, Mindestmaß in Zentimetern
Hecht An der Küste 50 cm, Schonzeit 1. März bis 30. April, höchstens drei am Tag keine Schonzeit 45 cm
Zander An der Küste Schonzeit 23. April bis 22. Mai und höchstens drei am Tag, im Stettiner Haff, im Peenestrom und in der Darßer Boddenkette 40 cm keine Schonzeit 45 cm
Barsch An der Küste 20 cm keine Schonzeit 17 cm
Aal An der Küste derzeit ganzjährig gesperrt. Das Land setzt das Verbot jedes Jahr neu, vor der Tour beim LALLF nachsehen 1. Dez. bis 28. Feb. 50 cm
Dorsch Nur an der Küste. Die EU verbietet Anglern den Dorschfang derzeit vollständig und entscheidet jedes Jahr neu derzeit ganzjährig gesperrt 35 cm
Meerforelle An der Küste 15. September bis 14. Dezember, höchstens drei am Tag 1. Sept. bis 31. März 45 cm
Flunder Nur an der Küste keine Schonzeit 25 cm
Karpfen keine Schonzeit 40 cm
Weitere 24 Arten Weniger anzeigen
Bachforelle 1. Okt. bis 31. März 30 cm
Lachs An der Küste 15. September bis 14. Dezember, dazu die Vorgaben der EU für die Ostsee 1. Sept. bis 31. März 60 cm
Große Maräne 1. Okt. bis 31. Dez. 30 cm
Ostseeschnäpel Nur an der Küste 1. Nov. bis 30. Nov. 40 cm
Äsche keine Schonzeit 30 cm
Quappe An der Küste ohne Schonzeit 1. Jan. bis 15. Feb. 30 cm
Wels 1. Mai bis 30. Juni 70 cm
Schleie keine Schonzeit 25 cm
Aland keine Schonzeit 25 cm
Rapfen keine Schonzeit 35 cm
Scholle Nur an der Küste keine Schonzeit 25 cm
Kliesche Nur an der Küste keine Schonzeit 25 cm
Steinbutt Nur an der Küste 1. Juni bis 31. Juli 30 cm
Glattbutt Nur an der Küste keine Schonzeit 30 cm
Zährte An der Küste ganzjährig geschützt 1. Mai bis 31. Juli kein Maß
Zope 1. Apr. bis 31. Mai kein Maß
Hasel 1. März bis 31. Mai kein Maß
Binnenstint 1. März bis 30. Apr. kein Maß
Bachschmerle 1. März bis 31. Mai kein Maß
Bitterling 1. Apr. bis 30. Juni kein Maß
Elritze 1. Apr. bis 30. Juni kein Maß
Schlammpeitzger 1. Apr. bis 31. Juli kein Maß
Steinbeißer 1. Apr. bis 31. Juli kein Maß
Sumpfkrebs keine Schonzeit 11 cm

Quelle: Binnenfischereiverordnung und Küstenfischereiverordnung M-V, Stand 27. Januar 2011 im Binnenland und 21. Januar 2022 an der Küste.

So wird gemessen, so geht er zurück

Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse. Untermaßige Fische und Fische in der Schonzeit setzt du unverzüglich und mit der gebotenen Sorgfalt in dasselbe Gewässer zurück.

Ganzjährig geschützt, diese Arten gehen immer zurück

Diese Arten haben weder Schonzeit noch Mindestmaß, sie sind das ganze Jahr über tabu. Hängt eine am Haken, geht sie sofort und schonend zurück.

  • Bachneunauge
  • Flussneunauge
  • Meerneunauge
  • Atlantischer Stör
  • Stör
  • Maifisch
  • Finte
  • Nordseeschnäpel
  • Nase
  • Barbe
  • Ziege
  • Ostgroppe
  • Edelkrebs

Ohne Gewähr, und der Verein darf strenger sein

Diese Übersicht gibt den Stand der Landesverordnung wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten und größere Mindestmaße festlegen, und sie tun es oft. Verbindlich ist immer, was in deinem Erlaubnisschein steht. Welche der beiden Verordnungen gilt, hängt am Gewässer. Bodden, Wieken, Haffe, Sunde, Buchten, Achterwasser, Peenestrom und die Ostsee zählen als Küstengewässer, alles andere ist Binnengewässer. Auch die Unterläufe von Warnow, Peene, Recknitz, Ryck, Uecker, Barthe und Zarow gehören ab einer im Gesetz benannten Stelle zur Küste, meist ab einer Brücke.

Angelregionen in Mecklenburg-Vorpommern

7 Landschaften und was dort steht

Mecklenburg-Vorpommern ist beim Angeln kein einheitliches Gebiet. Ein Bodden verlangt anderes Gerät als die Müritz, und an der Außenküste entscheidet der Wind, ob du überhaupt ans Wasser kommst. Diese Einteilung ist unsere eigene, sie sortiert das Land so, wie man es beim Planen einer Tour sortiert.

Flacher See im Herbst, im knietiefen Wasser vorn Krautfelder und eine Bank dunkler Muschelschalen, links ein breiter Schilfgürtel vor gelb verfärbten Birken

Mecklenburgische Seenplatte

Das größte zusammenhängende Seengebiet Deutschlands

Die Müritz allein misst über 110 Quadratkilometer und ist im Schnitt nur 6,5 Meter tief, an einer Stelle aber 31. Genau dieser Gegensatz macht das Revier aus. Weite Flachwasserplateaus mit Kraut und Muschelbänken laufen auf wenige klare Kanten zu, und an denen steht im Herbst der Zander. Vom Ufer kommt man wegen der breiten Schilfgürtel nur an wenigen Stellen ans Wasser, gearbeitet wird hier mit dem Boot. Der Tollensesee daneben ist deutlich klarer und tiefer und hat noch eine echte Maränenfischerei.

Beste Zeit: Oktober bis Dezember auf Zander, Hochsommer auf Maräne

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Hecht Barsch Aal Große Maräne
Direkt zum Gewässer
Blick von einer Grasböschung über eine weite Bucht, klares grünes Brackwasser mit dunklen Seegrasflecken und Steinen, am Ufer ein Gürtel runder Findlinge und ein windschiefer Weißdorn

Rügener Bodden und Strelasund

Flaches Brackwasser, in dem Hechte wirklich groß werden

Zwei bis fünf Meter Wasser über Seegras, Blasentang und Armleuchteralgen, im östlichen Greifswalder Bodden knapp 14 Meter an der tiefsten Stelle. Der Bodden ist eines der wichtigsten Heringslaichgebiete der westlichen Ostsee, und die großen Hechte hängen sich an die Schwärme, statt im Kraut zu stehen. Beim Bootsangeln gilt im Strelasund, im Rassower Strom und im Wieker Bodden ein Ankergebot, driften darfst du nur am Treibanker. Schleppangeln ist in diesen Fischereibezirken ganzjährig verboten.

Beste Zeit: März bis Mai und Oktober bis Dezember

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Barsch Zander Meerforelle Hornhecht
Sturm über einem flachen Bodden, braungrünes Wasser mit Schaumkämmen läuft auf einen dunklen Sandstrand voll angespülter Schilfreste, rechts windgeschorene Kiefern unter Schauerwolken

Darß-Zingster Boddenkette

Knapp zwei Meter Wasser auf fast 200 Quadratkilometern

Eine Kette flacher Boddengewässer, die nur am östlichen Ende mit der Ostsee in Verbindung steht. Deshalb steigt der Salzgehalt von Westen nach Osten. Der Saaler Bodden ist fast Süßwasser, im Grabow schwimmen daneben Flunder und Hering. Das Wasser ist nährstoffreich und trüb, die Sichttiefe liegt oft unter einem Meter, also arbeiten hier grelle und laute Köder besser als natürliche. Der östliche Teil der Kette liegt im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, dort darfst du vom Ufer nur an den Stränden angeln, die das Nationalparkamt dafür ausgewiesen hat.

Beste Zeit: Frühjahr und Spätherbst auf Hecht

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Barsch Zander Flunder
Brandung der offenen Ostsee im ersten Morgenlicht, große Findlinge und ein Steinriff im Wasser, rechts ein helles Kliff aus Kreide und Geschiebemergel mit kahlen Buchen darüber

Ostsee-Außenküste

Von der Lübecker Bucht bis nach Usedom

Sandstrand wechselt sich mit Steilufern aus Kreide und Geschiebemergel ab, und wo die Kliffs abbrechen, liegen Steinfelder im Wasser. An diesen Riffkanten und vor den Mündungen von Warnow, Recknitz und Barthe wird auf Meerforelle gewatet, meist im Frühjahr bei auflandigem Wind. Im Herbst gehört der Strand den Brandungsanglern und im Mai steht der Hornhecht plötzlich in Wurfweite. Für Dorsch und Lachs schreibt die EU jedes Jahr neu fest, wie viel überhaupt mitgenommen werden darf.

Beste Zeit: März bis Mai auf Meerforelle, Oktober bis Dezember in der Brandung

Beliebte Fische in dieser Region
Meerforelle Dorsch Hornhecht Flunder Scholle
Weite spiegelglatte Flachwasserfläche in der Winterdämmerung, am Ufer aufgeschobene graue Eisplatten im Sand, daneben raureifbedecktes Gras und kahles Weidengebüsch

Stettiner Haff, Peenestrom und Achterwasser

Das Zanderrevier im Südosten, mit eigenem Mindestmaß

Hinter Usedom liegt eine der größten Flachwasserflächen der südlichen Ostsee, trüb, windanfällig und selten tiefer als sechs Meter. Der Zander findet hier alles, was er braucht, und das Land hat sein Mindestmaß im Stettiner Haff, im Peenestrom und in der Darßer Boddenkette deshalb auf 40 Zentimeter gesetzt statt auf 45. Das Achterwasser ist die geschütztere Variante davon und läuft im Sommer schnell warm. Bei den Erlaubnissen lohnt ein zweiter Blick, denn in Teilen des Usedomer Sees halten die Stadt und die Kirche zu Usedom eigene Fischereirechte und die Küstenkarte des Landes gilt dort nicht.

Beste Zeit: Oktober bis Februar auf Zander

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Hecht Barsch Aal Brassen
Blick von einem bewaldeten Steilufer durch Buchen hinunter auf einen tiefen dunkelblauen See, unten fällt der helle Sandgrund mit Steinen steil ab, gegenüber zieht ein Regenschauer

Schweriner Seenland und Westmecklenburg

Tiefe, klare Seen westlich der Seenplatte

Der Schweriner See fällt an seiner tiefsten Stelle über 50 Meter ab und gehört damit zu den tiefsten Seen des Landes. Das kalte Tiefenwasser trägt einen Maränenbestand, während Hecht und Barsch an den Schilfkanten und in den Buchten des Innensees stehen. Weil das Wasser klarer ist als in den Bodden, lohnt sich feineres Gerät und die frühe Stunde. Der Störkanal verbindet den See mit der Müritz-Elde-Wasserstraße und ist selbst eine brauchbare Zanderstrecke.

Beste Zeit: Mai und Juni auf Schleie, Herbst auf Hecht

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Barsch Schleie Große Maräne Karpfen
Schmaler Moorfluss mit fast schwarzem, stillem Wasser windet sich durch flaches Niedermoor, vorn eine weiche Torfkante mit Seggen, an den Rändern Seerosen und Mückenschwärme im Gegenlicht

Moorflüsse und Wasserstraßen

Flüsse fast ohne Gefälle, dazu die Elde als Schifffahrtsweg

Die Peene fällt auf 100 Kilometern nicht einmal 30 Zentimeter und hat zwischen dem Kummerower See und dem Peenestrom kein einziges Wehr. Bei anhaltendem Ostwind drückt die Ostsee das Wasser flussaufwärts und die Strömung dreht schlicht um, ein Effekt, auf den man die Ansitzstelle einstellen muss. Ringsum liegt das größte zusammenhängende Niedermoor Mitteleuropas, entsprechend weich sind die Ufer und entsprechend selten sind gute Zugänge. Die Elde ist das Gegenteil davon, staugeregelt, mit Schleusen, Liegestellen und harten Kanten.

Beste Zeit: Mai bis Oktober, an der Peene nach ablandigem Wind

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Zander Barsch Aal Wels
CatchHub App

Die Regeln deines Gewässers in der Tasche

Schonzeit vergessen? In der App steht bei jedem Gewässer, was dort gilt, dazu Fang-Index, Wetter und Pegel für heute.

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Was in Mecklenburg-Vorpommern schwimmt

10 Arten, die das Land prägen

Fast jede dieser Arten steht in Mecklenburg-Vorpommern an einer bestimmten Sorte Wasser, und genau das entscheidet, wohin du fährst. Den Dorsch fängst du nicht in der Seenplatte, und der Hornhecht kommt nur im Frühjahr an die Küste. Welche Arten an einem einzelnen Gewässer gemeldet sind, steht auf dessen Seite.

Hecht Esox lucius

Der Fisch, für den Angler aus ganz Europa hierher fahren. Im Brackwasser der Bodden wächst er auf Größen ab, die im Binnensee kaum vorkommen, weil Nahrung und Fläche stimmen. Wichtig für die Planung sind die zwei Rechtslagen: an der Küste 50 Zentimeter, Schonzeit im Frühjahr und höchstens drei Fische am Tag, im Binnenland 45 Zentimeter ohne gesetzliche Schonzeit.

Wo im Land
Rügener Bodden, Darß-Zingster Boddenkette, Seenplatte
Beste Zeit
März bis Mai und Oktober bis Dezember
Im Land
ab 45 cm

Zander Sander lucioperca

Trübes Flachwasser mit Wind darauf ist sein Element, und davon hat das Land reichlich. Im Haff und im Peenestrom steht er über Sand und Muschelfeldern, in der Seenplatte an den wenigen harten Kanten. Sein Mindestmaß ist nicht überall gleich, im Stettiner Haff, im Peenestrom und in der Darßer Boddenkette liegt es niedriger als sonst.

Wo im Land
Stettiner Haff, Peenestrom, Müritz und Plauer See
Beste Zeit
Oktober bis Februar, in der Dämmerung
Im Land
ab 45 cm

Dorsch Gadus morhua

Der klassische Zielfisch der Brandungs- und Kutterangler an der Ostsee. Die Bestände der westlichen Ostsee sind seit Jahren stark eingebrochen, deshalb entscheidet die EU jedes Jahr neu, was Angler entnehmen dürfen. Derzeit ist das gar nichts, der Dorschfang ist für Angler ganzjährig gesperrt und Beifänge gehören zurück ins Wasser. Vor der Fahrt gehört ein Blick auf die aktuelle Regelung dazu.

Wo im Land
Außenküste vor Kühlungsborn, Warnemünde und Rügen
Beste Zeit
Oktober bis Dezember in der Brandung
Im Land
ab 35 cm, derzeit ganzjährig gesperrt

Meerforelle Salmo trutta trutta

Gesucht wird sie watend an Steinfeldern, Sandzungen und dort, wo Süßwasser in die Ostsee läuft. Auflandiger Wind und angetrübtes Wasser sind die besseren Bedingungen, spiegelglatte See ist die schlechteste. Blanke Fische ziehen im Winter dicht unter Land, im Hochsommer wandert der Bestand ab.

Wo im Land
Riffkanten der Außenküste, Mündungen von Warnow, Recknitz und Barthe
Beste Zeit
März bis Mai, dazu November und Dezember
Im Land
ab 45 cm, Schonzeit 1. Sept. bis 31. März

Hornhecht Belone belone

Sechs Wochen im Jahr, dann steht er zum Laichen in Wurfweite und der Strand ist voll. Er beißt oberflächennah und hakt sich am harten Schnabel schlecht, weshalb viele mit Wollfäden statt mit Haken arbeiten. Der Greifswalder Bodden ist eines der bedeutendsten Laichgebiete der Art an der deutschen Ostseeküste.

Wo im Land
Greifswalder Bodden, Strelasund und die flachen Strände davor
Beste Zeit
Ende April bis Anfang Juni

Barsch Perca fluviatilis

Im Bodden jagt er in großen Trupps über den Flachbereichen und verrät sich durch die Möwen darüber. In den Seen steht er dagegen kleinräumig an Kraut und Totholz. Sein Mindestmaß unterscheidet sich zwischen Binnenland und Küste, an der Küste ist es drei Zentimeter größer.

Wo im Land
Boddenränder, Seenplatte, Hafenbecken
Beste Zeit
September bis November
Im Land
ab 17 cm

Aal Anguilla anguilla

Die moorigen, langsam fließenden Flüsse des Landes waren immer Aalgewässer, und in der Berufsfischerei ist er bis heute ein wichtiger Fisch. Der Bestand gilt europaweit als kritisch. An der Küste ist der Aalfang derzeit ganzjährig gesperrt, das Land setzt das Verbot jedes Jahr neu.

Wo im Land
Peene, Elde, Müritz und die Haffgewässer
Beste Zeit
Warme Nächte von Juni bis August
Im Land
ab 50 cm, Schonzeit 1. Dez. bis 28. Feb.

Große Maräne Coregonus lavaretus

Ein Fisch der klaren, tiefen Seen und ein Zeichen dafür, dass es dem Gewässer besser geht. In der Müritz kommt er nach Jahrzehnten wieder auf, im Tollensesee war er nie ganz weg. Geangelt wird mit der Hegene senkrecht über der Tiefe, das ist eine eigene Disziplin mit eigenem Gerät.

Wo im Land
Tollensesee, Schweriner See, Müritz
Beste Zeit
Hochsommer im Freiwasser, tief über Grund
Im Land
ab 30 cm, Schonzeit 1. Okt. bis 31. Dez.

Flunder Platichthys flesus

Der verlässlichste Fisch der Brandung, wenn der Dorsch ausbleibt. Sie zieht im Herbst dicht unter Land und nimmt Wattwurm und Fetzen vom Grund. Wattwürmer darfst du hier übrigens nur von Hand graben, motorbetriebene Geräte sind verboten.

Wo im Land
Brandung der Außenküste, Boddenausgänge, Peenestrom
Beste Zeit
September bis Dezember
Im Land
ab 25 cm

Schleie Tinca tinca

In den dunklen, weichgründigen Moorseen des Landes wächst sie langsam und wird dabei erstaunlich groß. Sie steht im Kraut in weniger als zwei Metern Wasser und verrät sich durch aufsteigende Bläschen. Wer sie sucht, ist vor Sonnenaufgang am Platz.

Wo im Land
Moorgewässer, verkrautete Buchten der Seenplatte
Beste Zeit
Mai und Juni, kurz nach Sonnenaufgang
Im Land
ab 25 cm

Welche Gewässer es in Mecklenburg-Vorpommern gibt

7 Typen und was sie ausmacht

Vom Brackwasser-Bodden bis zum Moorsee, dessen Wasser braun steht wie Tee. Der Typ entscheidet über Gerät, Zielfisch und Tageszeit, deshalb lohnt es sich, ihn vor der Tour zu kennen. In der Gewässersuche kannst du direkt nach diesen Typen filtern.

See

Die Mecklenburgische Seenplatte ist das größte zusammenhängende Seengebiet Deutschlands. Meist flach und krautig, mit weiten Plateaus und wenigen harten Kanten. Vom Ufer kommt man wegen der breiten Schilfgürtel nur an ausgebauten Stellen ans Wasser.

Küste

Bodden, Wieken, Haffe, das Achterwasser und der Peenestrom sind Brackwasser und rechtlich Küstengewässer. Selten tiefer als fünf Meter, dafür riesig und windanfällig. Zur offenen Ostsee hin steigt der Salzgehalt, und mit ihm wechselt der Bestand von Hecht und Barsch zu Hering, Hornhecht und Plattfisch.

Meer

Die Außenküste zieht sich von der Lübecker Bucht bis nach Usedom, im Wechsel aus Sandstrand und Steilufern aus Kreide und Geschiebemergel. Vor den abbrechenden Kliffs liegen Steinfelder, die besten Stellen für Meerforelle. Draußen wird vom Kleinboot und vom Kutter geangelt, dort setzt die EU die Fangmengen.

Fluss

Die Flüsse des Landes haben kaum Gefälle und laufen durch Niedermoor. Die Peene fällt auf 100 Kilometern nicht einmal 30 Zentimeter und dreht bei Ostwind ihre Strömung um. Weiche Ufer, wenige feste Zugänge und dafür sehr viel Deckung im Wasser.

Kanal

Die Müritz-Elde-Wasserstraße verbindet die Seenplatte mit der Elbe, der Störkanal hängt den Schweriner See daran. Gleichmäßige Fahrrinnen mit Schleusen und Liegestellen. Der Fisch sammelt sich an genau diesen Kanten, auf der freien Strecke steht wenig.

Moorsee

Zwischen den großen Seen liegen hunderte kleine Moorgewässer, oft ohne Zulauf und mit weichem, dunklem Grund. Das Wasser ist braun gefärbt und die Sichttiefe gering. Der Bestand ist schmal, dafür wachsen einzelne Hechte und Schleien ungestört ab.

Hafen

Stralsund, Sassnitz, Wismar und Rostock bieten tiefes Wasser direkt an der Kaikante und ganzjährig Fisch. Geangelt werden darf aber nur in Teilbereichen, und einzelne Strecken sind ausdrücklich gesperrt. Vom Rügendamm zum Beispiel ist das Angeln seit 2017 verboten.

Beliebte Angelgewässer in Mecklenburg-Vorpommern

nach Followern und Fängen

Diese Reihenfolge macht die Community, nicht die Redaktion. Gewertet wird, wie viele Angler dem Gewässer folgen und wie viele Fänge dort gemeldet sind. Ein Gewässer steigt also, weil Angler hingehen und melden.

Die größten Angelgewässer

nach Fläche und nach Länge

Zwei Listen, weil sich Hektar und Kilometer nicht vergleichen lassen. Links stehen die flächengrößten Stillgewässer, rechts die längsten Flussstrecken. Groß heißt dabei nicht automatisch gut, aber es heißt Platz und meist mehr Struktur, an der sich Fisch sammelt.

Alle Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern

12 Gewässer, alphabetisch

Hinter jedem Namen steht die Gewässerseite mit Fischbestand, erlaubten Angelmethoden, den Regeln vor Ort, dem Bewirtschafter und dem Fang-Index für heute. Die Zahl rechts sind die gemeldeten Fänge.

12 von 12 Gewässern

Häufige Fragen zum Angeln in Mecklenburg-Vorpommern

8 Fragen

Die Fragen, die vor dem ersten Angeltag in Mecklenburg-Vorpommern am häufigsten gestellt werden. Alles Weitere zum Angelschein allgemein steht auf der Übersicht für Deutschland.

Brauche ich in Mecklenburg-Vorpommern einen Angelschein?

Ja, aber es gibt zwei Wege. Entweder du legst die Fischerprüfung ab und bekommst den Fischereischein auf Lebenszeit, oder du nimmst den Touristenfischereischein, der ohne Prüfung erteilt wird. Dazu kommen in beiden Fällen die Fischereiabgabe des Landes und eine Angelerlaubnis für das Gewässer.

Was ist der Touristenfischereischein in Mecklenburg-Vorpommern?

Ein zeitlich befristeter Fischereischein für bis zu 28 aufeinander folgende Tage, den es ohne Fischerprüfung gibt. Im selben Kalenderjahr lässt er sich mehrfach verlängern, und er gilt sowohl für die Binnengewässer als auch für die Küste. Wer ihn beantragt, verpflichtet sich, die beiliegende Broschüre zum Fischerei- und Tierschutzrecht durchzuarbeiten. Beantragen dürfen ihn auch Einwohner des Landes, nicht nur Urlauber.

Ab welchem Alter dürfen Kinder in Mecklenburg-Vorpommern angeln?

Bis zum vollendeten 14. Lebensjahr ganz ohne Fischereischein und ohne Fischereiabgabe. Die Angelerlaubnis für das Gewässer brauchen sie trotzdem. Ab zehn Jahren darf man die Fischereischeinprüfung ablegen und den Fischereischein auf Lebenszeit bekommen, ab 14 ist er Pflicht.

Gelten an der Ostsee dieselben Regeln wie an den Seen in Mecklenburg-Vorpommern?

Nein. Für die Küstengewässer gilt die Küstenfischereiverordnung, für alles andere die Binnenfischereiverordnung, und die beiden unterscheiden sich. Der Hecht misst an der Küste 50 Zentimeter und hat dort eine Schonzeit im Frühjahr, im Binnenland sind es 45 Zentimeter ohne gesetzliche Schonzeit. Auch Bodden, Haffe, Achterwasser und Peenestrom zählen rechtlich zur Küste, ebenso die Unterläufe mehrerer Flüsse.

Brauche ich eine eigene Angelkarte für die Ostsee?

Ja, aber nur eine einzige für die gesamte Küste. Das Land ist dort selbst fischereiberechtigt und gibt die Karte als Tages-, Wochen- oder Jahreskarte aus, für Kinder und Jugendliche günstiger. Ausgenommen sind wenige Strecken mit eigenem Fischereirecht Dritter, darunter die Unterwarnow und der Breitling bei Rostock und Teile des Usedomer Sees.

Gibt es in Mecklenburg-Vorpommern eine Schonzeit für Hecht und Zander?

In den Binnengewässern nicht. Die Binnenfischereiverordnung nennt für beide Arten nur ein Mindestmaß, keine Schonzeit. An der Küste dagegen schon, dort ist der Hecht vom 1. März bis 30. April geschützt und der Zander vom 23. April bis 22. Mai. Viele Bewirtschafter im Binnenland setzen in ihrer Gewässerordnung trotzdem eigene Schonzeiten fest, verbindlich ist also dein Erlaubnisschein.

Mit wie vielen Ruten darf ich in Mecklenburg-Vorpommern angeln?

An der Küste mit höchstens drei Handangeln und einer Köderfischsenke, alle ständig beaufsichtigt und je Angel mit höchstens sechs Anbissstellen. Im Binnenland schreibt das Land keine Zahl vor, dort steht sie auf deiner Angelerlaubnis.

Wo kann ich in Mecklenburg-Vorpommern angeln?

In CatchHub sind 12 Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern erfasst, von der Müritz und der Mecklenburgischen Seenplatte über die Bodden rund um Rügen und den Darß bis zur Ostsee-Außenküste und den Moorflüssen im Binnenland. Zu jedem stehen Fischbestand, Angelmethoden, die Regeln vor Ort und ein täglicher Fang-Index.

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