Naturnaher See mit Schilfgürtel am flach auslaufenden Ufer und offenem Wasser dahinter AI
Gewässerart

Angeln am See: Zonen, Schichtung und Fischbestand

Ein See hat eine Tiefenzone, die kein Licht mehr erreicht, und im Sommer teilt er sich in Stockwerke. Der produktivste Teil ist trotzdem der schmale Streifen am Ufer. Wer weiß, wo die Krautgrenze und wo die Sauerstoffgrenze liegt, hat die zwei Fragen beantwortet, die am See zählen.

Kurz gesagt

  • Ein See ist ein natürlich entstandenes Stillgewässer mit einer Tiefenzone, die kein Licht mehr erreicht. Genau die fehlt dem Weiher, und daran wird fachlich unterschieden, nicht an der Fläche.
  • Der produktivste Teil und die erste Adresse beim Angeln am See ist die Uferzone: sie trägt rund das Dreifache an Fischbiomasse je Hektar wie das freie Wasser darüber.
  • Im Sommer teilt sich der See in Stockwerke. Wie tief die Sprungschicht liegt, entscheidet vor allem die Fläche des Sees, nicht seine Tiefe.
  • Unter der Sprungschicht wird der Sauerstoff knapp. Unter 3 mg je Liter steht dort kein Fisch mehr, egal wie gut die Struktur aussieht.
  • Die Sichttiefe verrät den Nährstoffgehalt: über 6 m nährstoffarm, unter 2 m nährstoffreich. Damit sagt sie mehr über den Bestand als jede Fischliste.
Angeln am Bodensee: Karte, Halde, Fische, Regeln Der Bodensee ist das größte Angelwasser Deutschlands und eines der wenigen, an denen die …

Warum ein See ein See ist

Ein See ist nicht einfach das größere Stillgewässer. Ihn kennzeichnet eine Tiefenzone, die kein Licht mehr erreicht und die sich im Sommer über Monate vom Rest abkoppelt. Fehlt sie, ist es ein Weiher, auch wenn die Fläche beachtlich ist. In Deutschland gibt es über 290.000 stehende Gewässer und darunter nur rund 1.120, die größer als 50 Hektar sind.

3 Zonen Ufer, Freiwasser, Tiefe
3 Monate stabil geschichtet heisst geschichtet
unter 3 mg/l Sauerstoff wird tödlich

Steckbrief See

Entstehung
natürlich entstanden, fast immer eiszeitlich geformt Zungenbecken, Rinnen und Toteislöcher, dazu Maare und Erdfälle
Typische Tiefe
3 bis 40 m Norddeutsche Seen bleiben trotz großer Fläche meist unter 10 m
Grund
Feinsediment, an windigen Ufern Sand und Kies Seekreide und Faulschlamm, selten kiesig oder steinig
Schichtung
geschichtet ab etwa drei Monaten Stabilität Darunter gilt er als durchmischt, das ist ein amtliches Kriterium
Sichttiefe
unter 1 m bis über 6 m Sie ist der schnellste Hinweis auf den Nährstoffgehalt
Typische Arten
Barsch, Plötze, Hecht, Blei, Schleie In tiefen Seen kommen Maränen und Ukelei im Freiwasser dazu
Zugang
Verein oder Verband, Bootsangeln oft geregelt Am See gehört häufig die ganze Fläche einem Pächter

Fast alle natürlichen Seen hierzulande sind während oder nach der letzten Eiszeit entstanden. Im Alpenvorland hobelten Gletscherzungen die Becken der großen Seen aus, im norddeutschen Tiefland blieben Rinnen und Toteislöcher zurück, in der Eifel füllten sich Maare. Wo Salz oder Kalk im Untergrund weggelöst wurde, brach die Decke nach, und es entstand ein Erdfallsee.

Woran du einen See im Schnitt erkennst

Der Unterschied zu allem, was ihm ähnelt, steckt im Profil und im Grund. Vier Merkmale reichen zur Einordnung.

See im Querschnitt

4 Merkmale

Vier Merkmale trennen den gewachsenen See von allem, was ihm ähnlich sieht. Drei davon lassen sich vom Ufer aus prüfen, das vierte braucht ein Echolot oder ein Thermometer an der Schnur.

1 2 3 4
  1. Das Ufer läuft flach aus

    Ein gewachsener See hat eine breite Zone, in der das Licht bis zum Grund reicht. Dort steht Röhricht, dort laicht fast jede Art, und dort liegt die Kinderstube des ganzen Gewässers.

  2. Der Krautgürtel endet an einer Linie

    Pflanzen wachsen genau so weit hinaus, wie Licht sie erreicht. Diese Grenze ist die wichtigste Angelstelle des Sees, weil Deckung und offenes Wasser dort aufeinandertreffen.

  3. Darüber steht offenes Wasser

    Die freie Säule über der Tiefe ist ein eigener Lebensraum. In tiefen Seen leben dort Maränen und Ukelei, und im Sommer teilt die Sprungschicht sie waagerecht in zwei Hälften.

  4. Der Grund ist weich, nicht kiesig

    Über Jahrtausende sinkt ab, was im See stirbt. Der Boden trägt deshalb Seekreide und Faulschlamm statt des Kieses, den ein ausgebaggertes Becken zeigt.

Leicht zu verwechseln mit

3 Typen

Drei Stillgewässer, die im Schnitt sofort auseinandergehen. Unter jedem Umriss steht, woran der Unterschied hängt.

See, Baggersee, Weiher oder Stausee

Auf der Karte sehen alle vier gleich aus, nämlich blau. Unter Wasser trennt sie mehr, als die meisten erwarten, und wer den falschen Typ vor sich vermutet, sucht an der falschen Stelle.

See und die Nachbarn

4 Typen
Typ Entstehung Tiefe Sichttiefe Was du zuerst suchst
See diese Seite natürlich entstanden, fast immer eiszeitlich geformt 3 bis 40 m mittel die Krautkante und die Scharkante dahinter
Baggersee ausgehoben im Kies- oder Sandabbau, gefüllt mit Grundwasser 5 bis 25 m hoch die Abbaukante
Weiher gewachsenes Flachgewässer ohne Ablass, oft aus einem See verlandet bis etwa 2 m gering die Krautkante und die tiefste Stelle
Stausee aufgestauter Flusslauf mit kurzer Verweilzeit des Wassers 5 bis 30 m mittel das alte Flussbett und den Einlauf

Die rechte Spalte trägt die eigentliche Auskunft. Sie nennt für jeden Typ die Struktur, an der die Suche beginnt.

Drei Zonen, drei Welten

Die Gliederung eines Sees ist waagerecht und senkrecht zugleich. Waagerecht liegen Uferzone, Freiwasser und Tiefenzone nebeneinander, senkrecht teilt die Sommerschichtung sie noch einmal.

Die Uferzone

So weit, wie Licht den Grund erreicht. Hier wurzeln die Pflanzen, hier laicht fast jede Art, und hier steht der größte Teil der Biomasse des ganzen Sees.

HechtSchleieLaichplatz

Das Freiwasser

Die offene Säule über der Tiefe. Sie trägt Plankton und die Fische, die davon leben, in tiefen Seen vor allem Maränen und Ukelei, dazu die Räuber, die ihnen folgen.

MaräneUkeleiBoot

Die Tiefenzone

Dauerhaft dunkel, unterhalb der Pflanzengrenze. Dort wird abgebaut, was von oben absinkt, und genau dieser Abbau zehrt im Sommer den Sauerstoff auf.

Sommersauerstoffarm

Die Sprungschicht dazwischen

Ab dem Frühjahr liegt zwischen warmem Oberflächen- und kaltem Tiefenwasser eine schmale Zone mit steilem Temperaturabfall. Sie trennt die Stockwerke bis zum Herbst.

Mai bis OktoberEcholot

Diese Gliederung erklärt, warum sich zwei Seen mit gleicher Fläche völlig verschieden verhalten. Wie groß die Zonen im Verhältnis zueinander sind, hängt an Tiefe, Form und Nährstoffgehalt, und daran hängt alles Weitere.

Wo der Fisch im See steht

Fast jede gute Stelle liegt an einem Übergang: zwischen Kraut und offenem Wasser, zwischen flach und tief, zwischen warm und kalt. Die Reihenfolge unter der Karte ist die Rangfolge.

Wo der Fisch an diesem Gewässertyp steht

1 Ansicht

Stillwasser: Baggersee, Weiher, Talsperre

Krautfeld 1 Schilfgürtel 2 Scharkante 3 Totholz 4 Zufluss 5 Untiefe im Freiwasser 6
  1. Krautfeld

    Die Krautkante ist die wichtigste Linie des Sees. Sie liefert Deckung und Nahrung an derselben Stelle, und die Uferzone trägt insgesamt rund das Dreifache an Fischbiomasse je Hektar wie das Freiwasser.

  2. Schilfgürtel

    Der Röhrichtgürtel ist Laichplatz, Kinderstube und Deckung in einem. Er steht unter gesetzlichem Schutz, gefischt wird deshalb an seiner Kante und nicht in ihm.

  3. Scharkante

    Wo die Flachzone in die Tiefe abbricht, ziehen die Fische entlang statt quer durch das offene Wasser. Im Hochsommer gilt das nur oberhalb der Sprungschicht, darunter fällt die Kante als Standplatz aus.

  4. Totholz

    Ein liegender Stamm bringt Struktur in eine sonst gleichförmige Uferzone. Er wirkt zuverlässig, ersetzt aber keinen Lebensraum: Einzelstücke ziehen Fisch an, sie erzeugen keinen.

  5. Zufluss

    Ein Zulauf bringt Sauerstoff, Nahrung und einen Temperaturunterschied. Im Hochsommer und im Winter ist das der stärkste Reiz, den ein See zu bieten hat.

  6. Untiefe im Freiwasser

    Eine Bank oder ein Plateau mitten im See fängt Wind und Umwälzung ab und trägt oft härteren Grund als der Rest. In einem Weichboden-See ist das ein Alleinstellungsmerkmal.

Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher

Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Seerosenfeld, Freies Wasser, Steg.

Der Vorrang der Uferzone ist keine Erfahrungssache, sondern gemessen. Eine hydroakustische Aufnahme am Wallersee fand im Freiwasser rund 20 bis 28 kg Fisch je Hektar und im Uferbereich 66 bis 76 kg. Die schmale Zone am Rand trägt damit etwa das Dreifache der großen Fläche in der Mitte.

Dichter Schilfgürtel eines Sees, dessen Außenkante an offenes, dunkleres Wasser grenzt

Die Kante, an der zwei Zonen zusammenstoßen

Der Schilfgürtel ist von außen eine grüne Wand, unter Wasser ein Wald aus Halmen mit Gängen dazwischen. Kleinfisch steht darin, Räuber patrouillieren davor, und die Außenkante ist der Ort, an dem beide sich begegnen.

Wirf entlang der Kante statt hinein. Ein Köder, der parallel zum Schilf läuft, bleibt länger in der Zone, in der etwas passiert.

Wo das Schilf endet, beginnt das Freiwasser, und dazwischen liegt die fängigste Linie. AI-Bild

Die Sprungschicht liegt nicht dort, wo du sie vermutest

Ab dem Frühjahr erwärmt sich die Oberfläche schneller, als die Wärme nach unten gelangt. Es entsteht eine warme Deckschicht, darunter eine schmale Zone mit steilem Temperaturabfall und darunter kaltes Tiefenwasser. Als geschichtet gilt ein See, wenn dieser Zustand mindestens drei Monate hält; das ist ein amtliches Kriterium und keine Formulierungsfrage.

Verbreitet ist die Annahme, in einem tiefen See liege die Sprungschicht tiefer. Sie liegt aber dort, wo der Wind sie hinarbeitet, und dafür zählt die Fläche. An einem Waldsee von 10 Hektar endet die Deckschicht oft schon bei 3 m, an einem offenen See von 10 Quadratkilometern erst bei etwa 7 m. Die tiefe Sprungschicht findest du im weiten See, nicht im tiefen.

Warum die Tiefe im Sommer leer ist

Unterhalb der Sprungschicht wird kein Sauerstoff nachgeliefert, verbraucht aber weiter. Über den Sommer sinkt der Gehalt, bis die Zone unbewohnbar wird. Unter 3 mg je Liter wird es für die meisten Arten tödlich; Renke, Seeforelle und Saibling leiden schon, wenn der Wert von 8 auf unter 5 mg fällt.

Wie schnell das geht, hat wenig mit der Tiefe zu tun, und zwei Nachbarseen in Schleswig-Holstein zeigen das deutlich. Beide sind ähnlich groß, ähnlich nährstoffarm und wurden beide im Juni gemessen. Der Suhrer See ist 24,7 m tief und war ab 12 m praktisch sauerstofffrei; in diesen Bereichen wurde kein einziger Fisch nachgewiesen. Der Schlünsee ist mit 44 m fast doppelt so tief und hatte im Minimum noch 5,4 mg je Liter, sein Tiefenwasser blieb also bewohnbar.

Der flachere See hatte das tote Tiefenwasser. Dahinter steht ein Verhältnis. Je mächtiger der Tiefenkörper gegenüber der zehrenden Grundfläche ausfällt, desto länger reicht der Sauerstoffvorrat vom Frühjahr. Für dich am Wasser folgt daraus eine einfache Reihenfolge: erst das Profil prüfen, dann die Stelle wählen. Wo kein Sauerstoff ist, gibt es keinen Standplatz, egal wie verlockend die Kante im Echolot aussieht.

Was die Sichttiefe verrät

Seen unterscheiden sich vor allem im Nährstoffgehalt, und der lässt sich mit bloßem Auge abschätzen. Über 6 m Sichttiefe gilt ein See als nährstoffarm, über 2 m als mittel, unter 2 m als nährstoffreich und unter 1 m als überdüngt. Eine Ausnahme sind Moorseen, deren Wasser Huminstoffe braun färben, ohne dass es deshalb nährstoffreich wäre.

Für den Fangerfolg ist das die wichtigste Einzelangabe. Die Fischmenge folgt dem Nährstoffangebot. In einem sehr nährstoffarmen See stehen rund 37 kg je Hektar, an der Grenze zum mittleren Bereich schon etwa 100 kg. Klares Wasser bedeutet also weniger Bisse und im Schnitt schwerere Einzelfische, trübes das Gegenteil.

Der Regelfall in Deutschland ist übrigens nicht der klare See. 2021 erreichte nur ein knappes Viertel der bewerteten Seen einen guten ökologischen Zustand, und die Überdüngung gilt weiter als ihr größtes Problem.

Blick von einem Holzsteg in klares Seewasser, in dem der helle Grund nach wenigen Metern im Grün verschwindet

Was der Blick ins Wasser über den See sagt

Vom Steg aus siehst du den Grund, bis er im Grün verschwindet. Diese Grenze ist ungefähr die Sichttiefe, und sie verrät, wie viel Plankton der See trägt und wie tief Pflanzen noch wachsen können.

Ein See, in dem du 4 m weit siehst, funktioniert anders als einer mit 1 m. Im klaren steht der Fisch tiefer und weiter draußen, im trüben näher am Ufer und höher.

Die Tiefe, in der der Grund verschwindet, ist die Sichttiefe, und sie sagt mehr als jede Tabelle. AI-Bild

Naturnah heißt nicht fängig

Ein Befund aus dem amtlichen Monitoring lohnt die Erwähnung, weil er einer verbreiteten Erwartung widerspricht. Ein See in gutem ökologischem Zustand ist nicht automatisch ein guter Angelsee. Der Suhrer See erfüllt die Anforderungen und lieferte trotzdem geringe Fänge, weil sein Ufer von Natur aus strukturarm ist und Plankton wie Bodentiere spärlich sind.

Gewässergüte beschreibt, wie nah ein See seinem natürlichen Zustand kommt. Wie viel Fisch darin steht, ist eine andere Frage, und beide Antworten fallen regelmäßig auseinander.

Umgestürzter Baum liegt mit der Krone im flachen Wasser eines Seeufers, dahinter Seerosen

Naturnah sieht so aus

Ein unverbautes Ufer lässt Bäume liegen, wo sie fallen. Im Wasser wird die Krone zur Struktur, an der Kleinfisch Deckung findet und Barsch und Hecht darauf warten.

Solche Stellen sind an einem naturnahen See häufig und deshalb weniger konzentriert als an einem strukturarmen Baggersee. Sie sind gut, aber sie sind nicht die einzigen.

Ein liegender Baum im Wasser ist Deckung, Laichplatz und Ansitz in einem. AI-Bild

Was an Seen gemeldet wird

Was tatsächlich landet, sagt das Fangbuch besser als jede Bestandsliste. Die folgende Auswertung zieht alle Meldungen zusammen, die an Revieren mit diesem Typ eingetragen wurden.

Noch zu wenige Meldungen für eine Auswertung

Dazu liegen bisher zu wenige Fänge mit Datum und Revier vor. Sobald genug zusammenkommen, stehen hier die stärksten Monate, die beste Tageszeit und die Reviere mit den meisten Fängen.

See ist der breiteste Typ des Registers und deckt sehr verschiedene Gewässer ab, vom flachen Tieflandsee bis zum Alpensee. Die Zahlen mitteln entsprechend weit, und die einzelne Gewässerseite ist genauer.

Wo du Seen findest

Zwei Landschaften tragen den größten Teil des deutschen Seenbestands: die Jungmoränen Schleswig-Holsteins, Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs, und der nördliche Alpenrand mit den größten und tiefsten Gewässern.

135 Reviere dieses Typs
13,8 m mittlere Tiefe, 1,9 bis 251,1 m
22,3 ha mittlere Fläche

Reviere je Region

Gezählt werden Reviere, die in CatchHub den Typ See tragen; ein Revier kann mehrere Typen haben. Tiefe und Fläche stehen nicht bei jedem Revier: die Werte oben sind die Mitte der Reihe aus 53 Tiefenangaben und 101 Flächenangaben. Stand 10.10.2026.

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Der See beantwortet die meisten Fragen selbst, wenn du die richtigen stellst. Fünf Handgriffe reichen für eine erste Einordnung.

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Zwei davon wiegen schwerer als der Rest. Die Sichttiefe sagt, wie viel Fisch überhaupt zu erwarten ist, und die Krautgrenze sagt, wo er steht. Alles Weitere verfeinert nur.

Gefangen an Seen

Echte Meldungen mit Foto, eingetragen an Seen aus der Datenbank. Hinter jeder Kachel steht das Revier, an dem der Fang gemacht wurde.

See aus der Community

zuletzt gemeldet

Häufige Fragen zur Gewässerart See

12 Fragen
Was unterscheidet einen See von einem Weiher?

Die Tiefenzone. Ein See hat einen Bereich, den kein Licht mehr erreicht, ein Weiher nicht. Bei ihm reicht das Licht bis zum Grund, und er kann überall mit Pflanzen bewachsen sein. Die Fläche spielt dabei keine Rolle, die Durchlichtung schon.

Was ist die Sprungschicht?

Die schmale Zone, in der die Wassertemperatur im Sommer steil abfällt. Sie trennt das durchmischte, warme Oberflächenwasser vom kalten Tiefenwasser. Weil unterhalb kein Sauerstoff nachgeliefert wird, ist sie in vielen Seen die Untergrenze des Lebensraums.

Wie tief liegt die Sprungschicht?

Das entscheidet vor allem die Fläche des Sees, nicht seine Tiefe. Je weiter der Wind über das Wasser streichen kann, desto tiefer arbeitet er die Deckschicht ein. An einem See von 10 ha liegt sie oft bei 3 m, an einem von 10 km² eher bei 7 m.

Warum fange ich im Hochsommer in der Tiefe nichts?

Weil dort meist kein Sauerstoff mehr ist. Unter der Sprungschicht zehrt der Abbau organischen Materials, und Nachschub von oben gibt es nicht. Unter 3 mg je Liter wird es für die meisten Arten tödlich, empfindliche Arten leiden schon unter 5 mg.

Was sagt die Sichttiefe über einen See aus?

Sie zeigt den Nährstoffgehalt an. Über 6 m gilt ein See als nährstoffarm, über 2 m als mittel, unter 2 m als nährstoffreich und unter 1 m als überdüngt. Ausnahme sind Moorseen, deren Wasser braun gefärbt und trotzdem nährstoffarm ist.

Wo laichen die meisten Arten im See?

In der Uferzone. Hecht, Barsch, Schleie, Karpfen und die Weißfische brauchen flaches, erwärmtes Wasser mit Pflanzen oder Hartsubstrat. Das macht diesen schmalen Streifen zum wichtigsten Teil des Sees und erklärt, warum befestigte Ufer so stark wirken.

Bringt ein klarer See mehr Fisch?

Nein, eher weniger. Klar heißt nährstoffarm, und die Fischmenge folgt den Nährstoffen. In einem sehr nährstoffarmen See stehen rund 37 kg je Hektar, an der Grenze zum mittleren Bereich schon etwa 100 kg. Klares Wasser bedeutet also weniger Bisse, dafür oft größere Einzelfische.

Wie viele Seen gibt es in Deutschland?

Mehr als 290.000 stehende Gewässer, davon aber nur rund 1.120 größer als 50 Hektar. Fast alle natürlichen Seen sind während oder nach der letzten Eiszeit entstanden, und über 90 Prozent sind kleiner als einen halben Quadratkilometer.

Wann mischt sich ein See durch?

Im Frühjahr und im Herbst. Wenn sich die Temperaturen zwischen Oberfläche und Tiefe angleichen, reicht Wind aus, um den ganzen Wasserkörper umzuwälzen. Dabei gelangt Sauerstoff nach unten, und die Fische verteilen sich neu. Flache Seen tun das mehrmals im Jahr, sehr tiefe manchmal gar nicht vollständig.

Darf ich am See überall ans Ufer?

Nein. Röhrichte, Verlandungsbereiche und naturnahe Ufer stehen nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter Schutz, unabhängig davon, ob der See in einem Schutzgebiet liegt. Das Betreten des Ufers zum Angeln erlauben die Landesfischereigesetze, und zwar nur dem, der einen gültigen Erlaubnisschein hat.

Was ist ein Angelsee?

Kein eigener Gewässertyp, sondern ein See, für den es Erlaubnisscheine gibt, vom Verein, vom Fischereirechtsinhaber oder als Tageskarte. Wer „Angelsee" hört, meint oft die kommerzielle Anlage mit besetzten Forellen; die ist fachlich meist ein Teich und hat ihre eigene Seite im Ratgeber Angeln am Forellensee.

Warum ist der Bestand in einem naturnahen See nicht automatisch gut?

Weil naturnah nicht produktiv heißt. Ein See in gutem ökologischem Zustand kann von Natur aus strukturarme Ufer und wenig Nahrung haben und trägt dann wenig Fisch. Die Gewässergüte beschreibt den Zustand, nicht den Fangerfolg.

Passt dazu

René Seidel

Zusammengestellt von

René Seidel

Ich angle seit 2002: angefangen mit acht Jahren an den Weihern, die mein Vater gepachtet hatte, heute vor allem am Neckar bei Heilbronn, an der Wörnitz und am Main. Mit CatchHub baue ich die Angel-Community, in der ich meine Praxis am Wasser mit echten Fangdaten zusammenbringe.

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