Bremen

Tideweser bei Niedrigwasser, eine Steinschüttung zieht von links in die freigefallenen Schlickflächen, davor ein flacher Priel mit Rippelmarken im nassen Sand. Dahinter die flache Marsch mit Deich, einer Reihe Kopfweiden und einem Kirchturm unter hohem, bewölktem Himmel
Bundesland-Übersicht

Angelgewässer in Bremen

Von der Tideweser mitten durch die Stadt über die Fleete im Blockland bis zur Geeste in Bremerhaven. 24 Gewässer in Bremen mit Fischbestand, Regeln und dem Fang-Index für heute, dazu die Schonzeiten des Landes.

24 Gewässer 35 Fischarten 7 Gewässertypen 13 Schonzeiten

Karte der Angelgewässer

24 Marker in Bremen

Die Karte startet auf Bremen und zeigt jedes erfasste Gewässer als Marker. Tipp einen an, und Name, Ort, Bewertung und Anzahl der Fänge stehen sofort da. Liegen mehrere dicht beieinander, fasst die Karte sie zu einer Zahl zusammen, ein Tipp darauf zoomt hinein.

Angeln in Bremen auf einen Blick

6 Regeln, die das Land selbst setzt

Die Kurzfassung dessen, was weiter unten ausführlich steht. Sie ersetzt keinen Blick in deinen Erlaubnisschein, denn Verein und Pächter dürfen strenger sein als das Land.

Fischereischein

Pflicht ab 14 Jahren

Deine Stadtgemeinde stellt ihn nach bestandener Prüfung und mit Hauptwohnsitz im Land aus, danach gilt er unbefristet und ohne jährliche Fischereiabgabe.

Fischerprüfung

ohne Ausnahme Pflicht

Abgenommen wird sie vom anerkannten Landesfischereiverband nach einem Vorbereitungslehrgang, seit Ende 2024 verlangt auch das Stockangelrecht sie.

Kinder

unter 14 nur begleitet

Begleitung heißt eine Person mit Fischereischein, die Aufsicht führt, eine Altersgrenze nach unten nennt das Gesetz nicht. Einen Jugendfischereischein gibt es in Bremen nicht.

Urlauber und Gäste

fremder Schein gilt mit

Ein Fischereischein aus einem anderen EU-Staat wird anerkannt, eine Prüfung aus einem anderen Bundesland zählt hier ebenso. Wer nicht in Bremen wohnt, braucht aber auch für die bremische Weser einen Erlaubnisschein.

Ruten

steht im Erlaubnisschein

Eine feste Zahl nennt das Landesrecht nicht, sie steht in deinem Fischereischein und im Erlaubnisschein des Gewässers. Beim Stockangelrecht sind es genau zwei Stockangeln.

Nachtangeln

regelt der Bewirtschafter

Das Landesrecht sagt dazu nichts, es entscheidet die Gewässerordnung des Bewirtschafters. Bei jedem Gewässer in CatchHub ist vermerkt, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Angelschein in Bremen

Bremen verlangt die Fischerprüfung, und seit Ende 2024 auch dort, wo früher das Alter genügte. Abgenommen wird sie nicht von einer Behörde, sondern vom anerkannten Landesfischereiverband. Davor steht ein Vorbereitungslehrgang über Fisch-, Gewässer- und Gerätekunde sowie Fischereirecht. Den Fischereischein bekommst du danach bei deiner Stadtgemeinde, frühestens mit vollendetem 14. Lebensjahr und mit Hauptwohnsitz im Land.

Danach ist Ruhe. Der Fischereischein gilt für unbeschränkte Zeit, eine jährliche Fischereiabgabe wie in vielen anderen Ländern erhebt Bremen nicht. Eine Prüfung aus einem anderen Bundesland zählt hier ebenso, und ein Fischereischein aus einem anderen EU-Staat wird anerkannt. Eine im EU-Ausland abgelegte Prüfung allein reicht dagegen nicht.

Daneben kennt Bremen ein Papier, das es sonst nirgends gibt. Das Stockangelrecht nach § 9 des Fischereigesetzes erlaubt Bewohnern des Landes, mit höchstens zwei Stockangeln in der bremischen Weser, in der Kleinen Weser, in der Lesum bis zur Burger Straßenbrücke und im tideabhängigen Teil der Geeste zu fischen, ohne für die Strecke einen Erlaubnisschein zu lösen. Naturschutzgebiete sind ausgenommen, und im Hafengebiet dürfen Hafen- und Fischereibehörde es einschränken. Bis Ende 2024 ging das ganz ohne Prüfung, ab 18 Jahren. Das ist vorbei. Alte Stockangelscheine ohne Prüfung verlieren nach Ausgabejahr gestaffelt bis Ende 2030 ihre Gültigkeit.

Für jedes andere Wasser kommt der Erlaubnisschein des Bewirtschafters dazu, und wer nicht in Bremen wohnt, braucht ihn auch für die bremische Weser. Wer den Bewirtschafter einer bestimmten Strecke sucht, findet ihn unten in der Liste auf der jeweiligen Gewässerseite.

Kinder und Jugendliche unter 14

Einen Jugendfischereischein gibt es in Bremen nicht. Das Land kennt genau ein Papier, und das bekommt man frühestens mit 14, nach bestandener Prüfung. Die Prüfung selbst darf man schon in dem Jahr ablegen, in dem man 14 wird, den Schein gibt es dann zum Geburtstag.

Ans Wasser dürfen Kinder trotzdem, und das Gesetz nennt dafür keine Altersgrenze nach unten. § 36 des Fischereigesetzes erlaubt allen unter 14 zu fischen, solange sie in Begleitung und unter Aufsicht einer Person mit Fischereischein sind. Ein eigenes Prüfungszeugnis braucht das Kind dafür nicht.

Für das Gewässer selbst bleibt es beim Erlaubnisschein des Bewirtschafters, und wie der das für Kinder handhabt, ist von Verein zu Verein verschieden. Frag dort nach, bevor ihr losfahrt. Der Landesfischereiverband empfiehlt, Kinder etwa ab zehn Jahren in einen Verein zu holen, damit sie dort unter Anleitung auf die Prüfung zuwachsen.

Was Bremen am Wasser vorschreibt

Einige Verbote stehen direkt im Fischereigesetz und sind schärfer als in vielen anderen Ländern. Die Lebendhälterung gefangener Fische im Setzkescher ist untersagt, ebenso Wettfischen und jede fischereiliche Veranstaltung mit Wettbewerbscharakter. Das ist Landesrecht, kein Vereinsbeschluss. Verboten sind außerdem der lebende Köderfisch sowie Speer, Harpune, Schlinge, Schusswaffe, Sprengstoff und Leuchten, die Fische anlocken sollen.

Die auffälligste Regel betrifft das Frühjahr. Vom 1. Februar bis 15. Mai sind Barsch, Hecht und Zander geschont, und das Verbot reicht weiter als die reine Entnahme. In dieser Zeit ist jede Spinnfischerei verboten, Blinker und Twister ausdrücklich eingeschlossen, dazu das Fischen mit Köderfisch und Köderfischteilen. Dreieinhalb Monate ohne Kunstköder sind für Zugezogene die größte Umstellung. Der Köderfisch selbst muss in offenen Binnengewässern aus dem Gewässersystem stammen, in dem du fischst, oder aus einer Teichwirtschaft mit heimischen Arten.

Mitführen musst du Unterfangkescher, ein Maß zum Messen, einen Schlagstock, einen Hakenlöser und ein Messer, und gelandet wird mit dem Kescher, wo es örtlich möglich ist. Eine feste Rutenzahl nennt das Landesrecht dagegen nicht. Sie steht in deinem Fischereischein und im Erlaubnisschein, beim Stockangelrecht sind es genau zwei. Nachtangeln, Bootsangeln, Anfüttern und Zelten regelt das Land ebenfalls nicht. Was dort gilt, steht in der Gewässerordnung des Bewirtschafters, und bei jedem Gewässer in CatchHub ist vermerkt, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Weil Niedersachsen Bremen vollständig umschließt, ist die Landesgrenze beim Angeln nie weit. Ein paar hundert Meter Wümme oder Weser weiter gilt niedersächsisches Recht mit anderen Schonzeiten und anderen Mindestmaßen, für die Unterweser flussab der Stadtgrenze dazu die Fischereikarte des Staatlichen Fischereiamts Bremerhaven. Der Fischereischein wandert mit über die Grenze, die Erlaubnis für das Wasser nicht, und der Stockangelschein gilt ausschließlich in Bremen.

Schonzeiten und Mindestmaße in Bremen

13 Arten mit eigener Regel

Zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden. Die Schonzeit ist ein Zeitraum, in dem eine Art gar nicht entnommen werden darf, meist rund um die Laichzeit. Das Mindestmaß ist eine Länge, unter der ein Fisch immer zurückgeht, auch außerhalb der Schonzeit.

Schonzeiten und Mindestmaße in Bremen
Art Schonzeit Maß, Mindestmaß in Zentimetern
Aal keine Schonzeit 45 cm
Bachforelle Entnahme nur bei nachweislichem Besatz oder bestandsunterstützenden Maßnahmen 15. Okt. bis 15. März 30 cm
Barsch 1. Feb. bis 15. Mai 15 cm
Flunder keine Schonzeit 25 cm
Hecht 1. Feb. bis 15. Mai 60 cm
Meerforelle Entnahme nur bei nachweislichem Besatz oder bestandsunterstützenden Maßnahmen 15. Okt. bis 15. März 50 cm
Rapfen keine Schonzeit 40 cm
Zander 1. Feb. bis 15. Mai 40 cm
Weitere 5 Arten Weniger anzeigen
Äsche 1. März bis 15. Mai 35 cm
Döbel keine Schonzeit 30 cm
Flusskrebs Entnahme nur bei nachweislichem Besatz oder bestandsunterstützenden Maßnahmen 1. Nov. bis 30. Juni 11 cm
Lachs Entnahme nur bei nachweislichem Besatz oder bestandsunterstützenden Maßnahmen 15. Okt. bis 15. März 60 cm
Quappe keine Schonzeit 35 cm

Quelle: Bremische Binnenfischereiverordnung, §§ 2 bis 4, Stand 30. September 2011.

So wird gemessen, so geht er zurück

Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende des längsten Teils der Schwanzflosse. Untermaßige Fische und Fische in der Schonzeit setzt du unverzüglich und vorsichtig zurück. Ist ein solcher Fisch tot oder nicht mehr lebensfähig, darfst du ihn weder behalten noch ins Wasser zurückwerfen. Er wird tierschutzgerecht getötet und außerhalb des Gewässers entsorgt.

Ganzjährig geschützt, diese Arten gehen immer zurück

Diese Arten haben weder Schonzeit noch Mindestmaß, sie sind das ganze Jahr über tabu. Hängt eine am Haken, geht sie sofort und schonend zurück.

  • Bachneunauge
  • Flussneunauge
  • Meerneunauge
  • Stör
  • Maifisch
  • Finte
  • Nordseeschnäpel
  • Zährte
  • Bitterling
  • Schneider
  • Schmerle
  • Schlammpeitzger
  • Steinbeißer
  • Groppe
  • Kleine Flussmuschel

Ohne Gewähr, und der Verein darf strenger sein

Diese Übersicht gibt den Stand der Landesverordnung wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten und größere Mindestmaße festlegen, und sie tun es oft. Verbindlich ist immer, was in deinem Erlaubnisschein steht. In den Küstengewässern gilt diese Tabelle nicht. Dazu zählen die Wasserflächen der Weser, die zur Stadtgemeinde Bremerhaven und zum stadtbremischen Überseehafengebiet Bremerhaven gehören. Dort ist die Fischerei nach dem Bremischen Fischereigesetz frei, die Aufsicht führt das Staatliche Fischereiamt Bremerhaven, und für die Meeresfische gelten die Fangregeln der EU.

Angelregionen in Bremen

5 Landschaften und was dort steht

Bremen ist beim Angeln kein einheitliches Gebiet, obwohl es das kleinste Flächenland ist. Zwischen der Stadt Bremen und Bremerhaven liegen rund 60 Kilometer Niedersachsen, und ein Fleet im Blockland verlangt anderes Gerät als die Tideweser an der Spundwand. Diese Einteilung ist unsere eigene, sie sortiert das Land so, wie man es beim Planen einer Tour sortiert.

Braune Tideweser bei auflaufendem Wasser im Morgendunst, eine Steinbuhne schiebt sich von links in die Strömung, am Ufer grober Blockwurf, kahle Weiden und Röhricht, im Hintergrund eine Eisenbahnbrücke

Weser, Lesum und Ochtum

Der Strom durch die Stadt, ab dem Weserwehr im Takt der Tide

Am Weserwehr in Hemelingen endet die staugeregelte Mittelweser und die Tide beginnt. Flussabwärts kehrt die Strömung zweimal am Tag um, der Wasserstand läuft mehrere Meter auf und ab, und der Fisch wandert mit. Angesetzt wird an Steinpackungen, Buhnenkanten, Spundwänden und der Kante zur Fahrrinne, wo ablaufendes Wasser das Futter sammelt. Lesum und Ochtum hängen an derselben Tide, die Lesum gehört bis zur Burger Straßenbrücke zum Stockangelgebiet.

Beste Zeit: Oktober bis Januar auf Zander, Ende Februar auf Stint

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Barsch Aal Rapfen Brassen
Hafenbecken im grauen Winterlicht, vom Kai aus fällt eine rostige Spundwand senkrecht ins dunkle, stille Wasser, davor ein Poller mit aufgeschossenem Tau, dahinter Backsteinschuppen und ein alter Hafenkran

Bremer Hafenbecken

Tiefes, stilles Wasser mitten in der Stadt, mit eigenem Papier

Die bremischen Hafengebiete sind ein Revier für sich, und sie haben ihre eigene Erlaubnis. Der Fischereischein allein reicht dort nicht, dazu kommt die Erlaubnis der Hafenbehörde. Dafür stehen senkrechte Spundwände, Pontons und Kaimauern bereit, an denen das Wasser schon am ersten Meter tief ist und sich Weißfisch sammelt. Welche Becken freigegeben sind, hängt am Hafenbetrieb und kann sich ändern.

Beste Zeit: Spätherbst bis Frühjahr, wenn der Fisch ruhiges Wasser sucht

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Barsch Aal Brassen Hecht
Schmaler Marschgraben im Hochsommer, Entengrütze und Seerosen liegen an den Rändern, in der Mitte bleibt eine offene Wasserrinne, an den Ufern Schilf, Kopfweiden und ein Holzsteg, dahinter flache Weiden bis zum Horizont

Blockland und Wümmeniederung

Hunderte Kilometer Gräben und Fleete hinter dem Deich

Das Blockland ist flaches Marschland im Norden der Stadt, durchzogen von einem Netz aus Fleeten und Gräben, das kaum ein Ortsfremder überblickt. Das Wasser steht meist still, ist selten tief und krautet im Sommer stark zu, entsprechend dicht am Rand steht der Hecht. Torfkanal und Kuhgraben laufen als Verbindungen hindurch und werden über die Wümme-Karte befischt. Die Untere Wümme ist Naturschutzgebiet, dort sind Uferzugang und Zeiten eng geregelt.

Beste Zeit: Mai und Juni auf Schleie, Oktober und November auf Hecht

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Schleie Aal Karpfen Rotauge
Ausgekieste Grube am Stadtrand im Frühjahr, eine helle Kiesbank fällt steil ins klare türkise Wasser, rechts eine abgebrochene Sandkante, am Ufer Birken und Kiefern, dahinter Hausdächer und ein Wasserturm

Seen im Stadtgebiet

Vom flachen Flutbecken bis zur 15 Meter tiefen Kiesgrube

Zwei völlig verschiedene Sorten Wasser tragen hier denselben Namen. Der Werdersee ist eine Flutrinne der Weser, breit, schilfgesäumt und kaum 3 Meter tief, dazu kommen zwei ganzjährig gesperrte Schutzzonen. Der Stadtwaldsee ist eine ausgekieste Grube, klar und stellenweise 15 Meter tief, mit steilen Kanten dicht am Ufer. Zwischen beiden liegen keine 10 Kilometer, und trotzdem fischst du sie völlig anders.

Beste Zeit: Frühsommer auf Karpfen und Schleie, Herbst auf Raubfisch

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Zander Karpfen Aal Wels
Weite Wesermündung bei auffrischendem Wind, Schaumkronen schlagen gegen eine gestufte Betonmole, davor eine rote Fahrwassertonne, am flachen Horizont ein Regenschauer und die Containerkräne des Hafens

Bremerhaven und die Wesermündung

Der zweite Landesteil, flussab und rechtlich eine andere Welt

Hier ist die Weser Brackwasser und mehrere Kilometer breit. Die Wasserflächen, die zu Bremerhaven gehören, zählen im Landesrecht als Küstengewässer, dort ist die Fischerei frei und die Binnenfischereiverordnung greift nicht. Die Geeste mündet mitten in der Stadt und trägt die Tide weit ins Land, ihr tideabhängiger Teil gehört zum bremischen Stockangelgebiet. Für die Hafenbecken brauchst du auch hier wieder eine eigene Erlaubnis.

Beste Zeit: Sommer auf Flunder und Wolfsbarsch, Winter auf Zander in der Geeste

Beliebte Fische in dieser Region
Aal Zander Flunder Meerforelle Wolfsbarsch
CatchHub App

Die Regeln deines Gewässers in der Tasche

Schonzeit vergessen? In der App steht bei jedem Gewässer, was dort gilt, dazu Fang-Index, Wetter und Pegel für heute.

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Was in Bremen schwimmt

10 Arten, die das Land prägen

Fast jede dieser Arten steht in Bremen an einer bestimmten Sorte Wasser, und genau das entscheidet, wohin du fährst. Den Stint suchst du im Vorfrühling in der Weser, den Hecht im Grabennetz des Blocklands. Welche Arten an einem einzelnen Gewässer gemeldet sind, steht auf dessen Seite.

Aal Anguilla anguilla

Der Leitfisch der Unterweser. Nachts zieht er über die Steinpackungen ins Flache, tagsüber steht er in den Löchern dahinter. Auch in den stillen Gräben des Blocklands ist er zu Hause, dort fängst du ihn eher am ruhigen Abend als in der Strömung.

Wo im Land
Tideweser, Lesum, Fleete im Blockland
Beste Zeit
Warme Sommernächte, Juni bis September
Im Land
ab 45 cm

Zander Sander lucioperca

Trübes Wasser und harte Kanten sind sein Revier, und davon hat Bremen reichlich. In der Weser steht er an der Fahrrinnenkante, in den Hafenbecken direkt an der Spundwand. Von Februar bis Mitte Mai ist er geschont, und in dieser Zeit ruht auch das Spinnfischen ganz.

Wo im Land
Weser, Hafenbecken, Geeste, Werdersee
Beste Zeit
Oktober bis Januar, in der Dämmerung
Im Land
ab 40 cm, Schonzeit 1. Feb. bis 15. Mai

Hecht Esox lucius

Im Grabennetz des Blocklands steht er dicht am Kraut und oft in weniger als 1 Meter Wasser. Bremen verlangt für ihn ein ungewöhnlich großes Mindestmaß, deutlich mehr als die meisten Länder. Rechne also damit, dass ein guter Teil der Fische wieder zurückgeht.

Wo im Land
Fleete im Blockland, Werdersee, Wümme, Baggerseen
Beste Zeit
September bis Januar
Im Land
ab 60 cm, Schonzeit 1. Feb. bis 15. Mai

Barsch Perca fluviatilis

Der Fisch für den kurzen Feierabend an der Kaimauer. Er jagt in Trupps entlang der Spundwände und unter Pontons, im Herbst zieht er in den Baggerseen über die Kante. Anders als in vielen Ländern hat er in Bremen eine eigene Schonzeit und ein eigenes Mindestmaß.

Wo im Land
Hafenbecken, Spundwände an der Weser, Baggerseen
Beste Zeit
Juni bis Oktober
Im Land
ab 15 cm, Schonzeit 1. Feb. bis 15. Mai

Stint Osmerus eperlanus

Ein kleiner Wanderfisch, der im Vorfrühling in dichten Schwärmen die Weser hinaufzieht, um abzulaichen. Gefangen wird er nicht mit der Rute, sondern mit der Senke, und dafür braucht es ein eigenes Papier. Frisch riecht er deutlich nach Gurke, daran erkennst du ihn sofort.

Wo im Land
Weser und Lesum im Stadtgebiet
Beste Zeit
Ende Februar bis Anfang April

Flunder Platichthys flesus

Ein Plattfisch, der so weit ins Süßwasser vordringt, dass er sogar in der Binnenfischereiverordnung des Landes steht. Er kommt mit dem auflaufenden Wasser hoch und liegt über Sand und Schlick. Angeln auf Flunder heißt hier vor allem, die richtige Tidephase zu erwischen.

Wo im Land
Tideweser bis ins Stadtgebiet, Geeste
Beste Zeit
Mai bis September
Im Land
ab 25 cm

Karpfen Cyprinus carpio

In den nährstoffreichen Baggerseen wird er schwer, im flachen Vahrer See zieht er im Frühsommer sichtbar durch die Seerosenfelder. Weder Schonzeit noch Mindestmaß setzt das Land für ihn fest, die Grenzen kommen hier allein aus der Gewässerordnung.

Wo im Land
Bultensee, Vahrer See, Werdersee, Vereinsteiche
Beste Zeit
Ab etwa 12 Grad, Mai bis Oktober

Schleie Tinca tinca

Der Fisch für die erste Stunde nach Sonnenaufgang. In den Gräben des Blocklands steht sie im Kraut und verrät sich durch aufsteigende Bläschen, lange bevor der Bissanzeiger etwas sagt. Ein leiser Anmarsch bringt hier mehr als schweres Gerät.

Wo im Land
Fleete im Blockland, Vahrer See, Werdersee
Beste Zeit
Mai und Juni, in der Morgendämmerung

Wels Silurus glanis

In den tiefen Bremer Baggerseen hat er sich festgesetzt. Tagsüber liegt er über der Tiefe und an Hindernissen, nachts zieht er über die Flachbereiche bis dicht ans Ufer. Wer auf ihn geht, wählt Kescher und Abhakmatte entsprechend groß.

Wo im Land
Stadtwaldsee, Achterdieksee, Bultensee
Beste Zeit
Warme Sommernächte

Meerforelle Salmo trutta trutta

Sie nutzt die Weser als Wanderweg und steigt in die Nebenflüsse auf. In Bremen ist sie doppelt geschützt, denn neben der Schonzeit steht eine zweite Hürde. Entnehmen darfst du sie nur, wenn sie nachweislich besetzt wurde oder wenn für sie bestandsstützende Maßnahmen gelaufen sind.

Wo im Land
Unterweser bei Bremerhaven, Geeste, Lesum
Beste Zeit
Frühjahr, außerhalb der Salmoniden-Schonzeit
Im Land
ab 50 cm, Schonzeit 15. Okt. bis 15. März

Welche Gewässer es in Bremen gibt

7 Typen und was sie ausmacht

Von der Wesermündung bei Bremerhaven bis zum Torfkanal im Blockland, dazwischen tiefe Hafenbecken und alte Kiesgruben. Der Typ entscheidet über Gerät, Zielfisch und Tageszeit, deshalb lohnt es sich, ihn vor der Tour zu kennen. In der Gewässersuche kannst du direkt nach diesen Typen filtern.

Strom

Die Weser ist das Rückgrat des Landes und teilt es in zwei Ufer. Am Weserwehr in Hemelingen endet der Stau, darunter läuft die Tide durch. Zweimal am Tag kehrt die Strömung um, und die Stelle, die bei Niedrigwasser trocken liegt, steht sechs Stunden später unter mehreren Metern Wasser.

Fluss

Wümme, Lesum, Ochtum und Geeste sind alle tidegeprägt und deutlich träger, als das Wort Fluss vermuten lässt. Sie erreichen die Weser über Sperrwerke und Siele und laufen dahinter breit durch die Marsch. Der beste Platz wechselt hier mit dem Wasserstand, nicht mit der Uhrzeit.

Kanal

Torfkanal, Kuhgraben und die Fleete des Blocklands sind zur Entwässerung und für den Torfkahn gegraben worden. Sie sind schmal, stehen fast still und krauten im Sommer zu. Genau das macht sie zum Hechtwasser, denn der Fisch liegt dort direkt an der Kante zum offenen Streifen.

Hafen

Kaum ein Bundesland hat so viel Kaikante auf so wenig Fläche. Die Becken sind tief, windgeschützt und von senkrechten Spundwänden gefasst, an denen schon der erste Meter mehrere Meter Wasser hat. Gefischt wird dort nur mit der Erlaubnis der Hafenbehörde.

Baggersee

Der Kiesabbau in der Weserniederung hat eine Reihe tiefer, klarer Seen hinterlassen, darunter Stadtwaldsee, Bultensee und Achterdieksee. Sie fallen dicht am Ufer steil ab und tragen neben Hecht und Zander auch Wels. Im Sommer sind sie zugleich Badeseen, dann sind die Strandbereiche gesperrt.

See

Der Werdersee ist kein natürlicher See, sondern eine Flutrinne, die man der Weser zur Seite gestellt hat. Er ist breit, schilfgesäumt und kaum 3 Meter tief. Zwei Bereiche darin bleiben das ganze Jahr über für die Angelei gesperrt.

Küste

Bei Bremerhaven ist die Weser schon Brackwasser und mehrere Kilometer breit. Diese Wasserflächen zählen im Landesrecht als Küstengewässer, und damit gilt dort ein anderes Regelwerk als in der Stadt Bremen. Flunder, Wolfsbarsch und Meeräsche stehen hier neben Aal und Zander.

Beliebte Angelgewässer in Bremen

nach Followern und Fängen

Diese Reihenfolge macht die Community, nicht die Redaktion. Gewertet wird, wie viele Angler dem Gewässer folgen und wie viele Fänge dort gemeldet sind. Ein Gewässer steigt also, weil Angler hingehen und melden.

Die größten Angelgewässer

nach Fläche und nach Länge

Zwei Listen, weil sich Hektar und Kilometer nicht vergleichen lassen. Links stehen die flächengrößten Stillgewässer, rechts die längsten Flussstrecken. Groß heißt dabei nicht automatisch gut, aber es heißt Platz und meist mehr Struktur, an der sich Fisch sammelt.

Alle Gewässer in Bremen

24 Gewässer, alphabetisch

Hinter jedem Namen steht die Gewässerseite mit Fischbestand, erlaubten Angelmethoden, den Regeln vor Ort, dem Bewirtschafter und dem Fang-Index für heute. Die Zahl rechts sind die gemeldeten Fänge.

24 von 24 Gewässern

1 Achterdieksee Bremen-Oberneuland Baggersee Aal · Barsch · Bitterling 2 Alte Ochtum Bremen-Woltmershausen Altarm Hecht · Zander · Barsch 3 Alter Hafen Bremerhaven Kanal Hecht · Zander · Barsch 4 Auesee Bremerhaven-Speckenbüttel See Hecht · Zander · Barsch 5 Blockdieksee Bremen-Blockdiek See Aal · Barsch · Hecht 6 Bootsteich Speckenbüttel Bremerhaven Teich Hecht · Zander · Barsch 7 Bultensee Bremen Baggersee Aal · Barsch · Hecht 8 Carl-Schurz-See Bremerhaven-Weddewarden See Hecht · Zander · Flussbarsch 9 Fischereihafen Bremerhaven Bremerhaven See Aal · Flunder · Schwarzmundgrundel 10 Friedhofsgewässer Osterholz Bremen-Osterholz Teich 11 Industriehafen Bremen Kohlenhafen und Hafenkanal A Bremen Kanal Zander · Flussbarsch · Aal 12 Langenkampssee Bremen-Horn-Lehe See Aal · Barsch · Hecht 13 Luneplate Bremerhaven Teich Hecht · Flussbarsch · Aal 14 Neuer Hafen Ostseite Bremerhaven Kanal Aal · Zander · Barsch 15 Neustädter Hafen mit Lankenauer Hafen Bremen Kanal Zander · Flussbarsch · Hecht 16 Sodenmattsee Bremen-Huchting Baggersee Aal · Barsch · Hecht 17 Surheider Baggerkuhle Bremerhaven Baggersee Hecht · Zander · Barsch 18 Teich Bürgerpark Bremerhaven Bremerhaven Teich Hecht · Zander · Barsch 19 Teich Reinkenheide Bremerhaven Teich Hecht · Zander · Barsch 20 Teneversee Bremen-Osterholz See Hecht · Karpfen · Brassen 21 Unisee Stadtwaldsee Bremen-Horn-Lehe Baggersee Aal · Barsch · Hecht 22 Vahrer See Hematensee Bremen-Vahr See Aal · Barsch · Brassen 23 Werdersee Bremen See Aal · Aland · Barsch 24 Weser Bremische Weser, Stadtstrecke ab Weserwehr Hastedt Fluss Aal · Hecht · Zander 2

Häufige Fragen zum Angeln in Bremen

8 Fragen

Die Fragen, die vor dem ersten Angeltag in Bremen am häufigsten gestellt werden. Alles Weitere zum Angelschein allgemein steht auf der Übersicht für Deutschland.

Brauche ich in Bremen einen Angelschein?

Ja, und zwar ohne Ausnahme. Bremen verlangt die Fischerprüfung, abgenommen wird sie vom anerkannten Landesfischereiverband. Danach stellt die Stadtgemeinde den Fischereischein aus, und der gilt unbefristet. Für das konkrete Gewässer kommt der Erlaubnisschein des Bewirtschafters dazu.

Was ist das Bremer Stockangelrecht?

Ein Sonderrecht, das es nur hier gibt. Wer in Bremen wohnt und die Fischerprüfung hat, darf mit dem Stockangelschein und zwei Stockangeln in der bremischen Weser, in der Kleinen Weser, in der Lesum bis zur Burger Straßenbrücke und im tideabhängigen Teil der Geeste fischen, ohne einen Erlaubnisschein zu lösen. Naturschutzgebiete sind ausgenommen, im Hafengebiet gelten eigene Regeln. Bis Ende 2024 ging das ohne Prüfung, alte Scheine laufen gestaffelt bis Ende 2030 aus.

Ab welchem Alter dürfen Kinder in Bremen angeln?

Einen Jugendfischereischein kennt Bremen nicht. Kinder unter 14 dürfen aber angeln, solange sie in Begleitung und unter Aufsicht einer Person mit Fischereischein sind. Ein eigenes Prüfungszeugnis brauchen sie dafür nicht. Ab 14 gilt die volle Prüfungspflicht, für das Gewässer bleibt es beim Erlaubnisschein des Bewirtschafters.

Welche Schonzeiten gelten in Bremen?

Barsch, Hecht und Zander sind vom 1. Februar bis 15. Mai geschont, Bachforelle, Lachs und Meerforelle vom 15. Oktober bis 15. März, die Äsche vom 1. März bis 15. Mai. Auffällig ist das Mindestmaß beim Hecht, es liegt mit 60 cm deutlich über dem der meisten Länder. Die vollständige Übersicht steht weiter oben auf dieser Seite. Verein und Gewässerordnung dürfen strenger sein, nie lockerer.

Darf ich in Bremen im Frühjahr mit Kunstködern angeln?

Nein. Während der Raubfischschonzeit vom 1. Februar bis 15. Mai ist in den Binnengewässern jede Spinnfischerei verboten, Blinker und Twister ausdrücklich eingeschlossen, dazu das Fischen mit Köderfisch und Köderfischteilen. Das gilt unabhängig davon, auf welchen Fisch du es abgesehen hast.

Ist ein Setzkescher in Bremen erlaubt?

Nein. § 19 des Bremischen Fischereigesetzes verbietet die Lebendhälterung gefangener Fische im Setzkescher, und zwar landesweit. Im selben Absatz steht auch das Verbot von Wettfischen und von fischereilichen Veranstaltungen mit Wettbewerbscharakter.

Gelten die Bremer Schonzeiten auch in Bremerhaven?

Nur zum Teil. Die Wasserflächen der Weser, die zu Bremerhaven und zum stadtbremischen Überseehafengebiet gehören, sind im Landesrecht Küstengewässer. Dort ist die Fischerei frei, die Binnenfischereiverordnung mit ihren Schonzeiten greift nicht, und die Aufsicht führt das Staatliche Fischereiamt Bremerhaven. Für die Hafenbecken brauchst du eine eigene Erlaubnis.

Wo kann ich in Bremen angeln?

In CatchHub sind 24 Gewässer in Bremen erfasst, von der Tideweser mitten durch die Stadt über die Fleete im Blockland und die Baggerseen im Stadtgebiet bis zur Geeste in Bremerhaven. Zu jedem stehen Fischbestand, Angelmethoden, die Regeln vor Ort und ein täglicher Fang-Index.

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