Berlin

Stadtkanal an einem grauen Herbsttag, links eine Backsteinmauer mit Pollern vor einem alten roten Speichergebäude, rechts eine rostige Spundwand. Über dem ruhigen olivgrünen Wasser spannt sich eine grüne Stahlfachwerkbrücke.
Bundesland-Übersicht

Angelgewässer in Berlin

Von der Spundwand am Landwehrkanal über die Havelseen bis zum Müggelsee. 6 Gewässer in Berlin mit Fischbestand, Regeln und dem Fang-Index für heute, dazu die Schonzeiten des Landes.

6 Gewässer 27 Fischarten 3 Gewässertypen 28 Schonzeiten

Karte der Angelgewässer

6 Marker in Berlin

Die Karte startet auf Berlin und zeigt jedes erfasste Gewässer als Marker. Tipp einen an, und Name, Ort, Bewertung und Anzahl der Fänge stehen sofort da. Liegen mehrere dicht beieinander, fasst die Karte sie zu einer Zahl zusammen, ein Tipp darauf zoomt hinein.

Angeln in Berlin auf einen Blick

6 Regeln, die das Land selbst setzt

Die Kurzfassung dessen, was weiter unten ausführlich steht. Sie ersetzt keinen Blick in deinen Erlaubnisschein, denn Verein und Pächter dürfen strenger sein als das Land.

Fischereischein

auch für Friedfisch

Eine Ausnahme für Made und Teig gibt es nicht, Scheine anderer Bundesländer gelten aber mit, solange dein Hauptwohnsitz nicht in Berlin liegt.

Fischerprüfung

Pflicht ab 14

Ohne sie bleibt nur der Jugendfischereischein, vor der Prüfung selbst steht ein Vorbereitungslehrgang von mindestens 30 Stunden.

Kinder

ab 12 mit Verein

Den Jugendfischereischein gibt es ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr, dazu gehören Angelkarte, Vereinsmitgliedschaft und der Nachweis einer sachkundigen Einweisung. Jünger als zwölf geht es nur unselbständig an der Rute einer erwachsenen Person.

Urlauber und Gäste

gibt es nicht

Einen Touristen- oder Urlauberfischereischein kennt Berlin nicht, Gäste weisen einen Fischereischein aus einem anderen Bundesland oder eine ausländische Fischereilegitimation vor.

Ruten

zwei Handangeln

Mit Spinn- oder Flugangel nur eine, je Rute höchstens drei Haken, und jede ausgelegte Rute musst du ständig beaufsichtigen.

Nachtangeln

erlaubt

Das Land verbietet es nicht. Welche Angelzeiten gelten, steht auf deiner Angelkarte, und die Karten des Fischereiamts weisen das Nachtangeln ausdrücklich mit aus.

Angelschein in Berlin

Berlin verlangt die Anglerprüfung. Einen Touristen- oder Urlauberfischereischein gibt es hier nicht, und der brandenburgische Sonderweg endet an der Stadtgrenze. Wer im Umland ohne Prüfung mit der Friedfischangel loszieht, darf das in Berlin nicht. Hier braucht jede Fischerei den Fischereischein, auch die mit Made und Teig.

Vor der Prüfung steht ein Vorbereitungslehrgang von mindestens 30 Stunden. Die Prüfung selbst nehmen die anerkannten Landesverbände der Angler ab. Geprüft wird in sieben Sachgebieten, von allgemeiner Fischkunde über Gewässerökologie bis zum Fischereirecht. Zugelassen wird, wer das 14. Lebensjahr vollendet hat. Den Fischereischein A stellt danach das Fischereiamt aus, wahlweise für ein Jahr oder für fünf. Dazu kommt die Fischereiabgabe als Jahresmarke, die in den Schein geklebt wird. Fehlt die Marke für das laufende Kalenderjahr, ist der Schein ungültig.

Damit darfst du noch nirgends angeln. Fürs Wasser brauchst du zusätzlich die Angelkarte, den Fischereierlaubnisvertrag mit der oder dem Fischereiberechtigten. Sie nennt das Gewässer, die erlaubten Geräte und die Angelzeiten. Ob ein Verbandsausweis auf Vereinsgewässern als Angelkarte durchgeht, regelt das Landesrecht nicht, das entscheidet der Bewirtschafter. Beim Fischereiamt gibt es die Karte inzwischen auch digital.

Von auswärts wird es einfacher. Fischereischeine anderer Bundesländer gelten in Berlin mit, solange dein Hauptwohnsitz nicht hier liegt, und dann entfällt auch die Berliner Fischereiabgabe. Gastangler aus dem Ausland weisen stattdessen eine Mitgliedschaft in einer ausländischen Fischereiorganisation oder eine ausländische Fischereilegitimation nach. Die Angelkarte braucht jede und jeder. Wer sie für ein bestimmtes Gewässer sucht, findet den Bewirtschafter unten in der Liste auf der jeweiligen Gewässerseite.

Kinder brauchen hier einen Verein

Den Jugendfischereischein gibt es in Berlin ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr, er gilt ein Jahr und läuft bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag. Eine Prüfung braucht es dafür nicht. Dafür verlangt das Land drei Dinge zusätzlich. Eine Angelkarte für das Gewässer, eine Mitgliedschaft in einem Angelverein und einen Nachweis über die sachkundige Einweisung durch eine Person mit Fischereischein A oder B. Ohne Verein geht hier also nichts, und das ist bundesweit ungewöhnlich.

Der Jugendfischereischein berechtigt nur zur Friedfischangel. Auf Raubfisch geht es erst mit dem Fischereischein A, und der Weg dorthin führt ab 14 über die Anglerprüfung.

Jünger als zwölf geht auch, aber nur unselbständig. Ein Kind unter zwölf bekommt keinen eigenen Schein und darf keine eigene Angel führen. Es hilft an der Rute einer erwachsenen Person, die selbst Fischereischein und Angelkarte hat. Wie weit das reicht, steht nicht im Gesetz, sondern in den Hinweisen des Fischereiamts. Danach darf das Kind nach Unterweisung die Montage bauen, werfen, halten und keschern, einen lebenden Fisch abködern, betäuben oder töten dagegen nicht. Die erwachsene Person bleibt dabei. Muss sie doch weg, kommt die Angel aus dem Wasser. Frag im Zweifel beim Fischereiamt oder beim Bewirtschafter nach, verlassen kannst du dich nur auf deren Auskunft.

Was das Land am Wasser vorschreibt

Die Regel, die Berlin von allem anderen unterscheidet, ist die Raubfischsperre. Vom 1. Januar bis zum 30. April dürfen weder Köderfischsenken noch Raubfischköder eingesetzt werden. Als Raubfischköder gilt jeder Köderfisch, jeder Wirbeltier- und Krebsköder, jeder Fetzenköder und jeder Kunstköder über 2 Zentimeter Gesamtlänge. Vier Monate im Jahr ist Spinnfischen damit praktisch dicht. Was bleibt, sind Kunstköder bis 2 Zentimeter, und genau deshalb ist der Barsch am feinen Gerät hier der Winterfisch.

Zwei Handangeln gleichzeitig, mit Spinn- oder Flugangel nur eine. Jede Rute darf höchstens drei Haken tragen, kein Haken mehr als drei Schenkel, und alle ausgelegten Ruten musst du ständig und unmittelbar beaufsichtigen. Künstliche Köder mit feststehenden Mehrfachhaken sind verboten, ebenso Pilker über 30 Gramm und das Schleppen hinter einem Fahrzeug. Zu stehenden Fanggeräten hältst du mindestens 30 Meter Abstand. Auf Müggelsee und Havel arbeiten noch Erwerbsfischer, und ihre Reusen und Netze stehen mit Stangen markiert im Wasser.

Der lebende Köderfisch ist unzulässig. Tote Köderfische darfst du nur in dem Gewässer oder Gewässersystem verwenden, aus dem sie stammen, tiefgefrorene, konservierte und tote Seefische ausgenommen. Beim Futter zieht das Land seit November 2025 eine harte Grenze: höchstens 500 Gramm Nassgewicht Lockfuttermittel je Person und Fangtag, und vorrätiges Einbringen am Vortag ist verboten. Ausnahmen erteilt nur die untere Fischereibehörde. Für Karpfen- und Feederangler ist das die größte Umstellung seit Jahren.

Aal und Zander zusammen höchstens drei Fische an einem Fangtag, egal wie sie sich aufteilen. Gehältert wird ausschließlich im Setzkescher, und der muss aus knotenlosem Material bestehen, mindestens 3,50 Meter lang sein, mindestens 0,50 Meter Ringdurchmesser haben, auf ganzer Länge gegen das Zusammenfallen gesichert und weitgehend unter Wasser aufgestellt sein. Bei starkem Wellenschlag, in Gewässern mit erheblichem Sog und Schwall durch Schiffsverkehr und vom nicht verankerten Boot aus ist er tabu. Ein gehälterter Fisch darf nicht mehr zurück ins Wasser, du entscheidest also direkt nach dem Fang. Fangen und Zurücksetzen allein, um Maße oder Merkmale zu dokumentieren, ist ausdrücklich verboten, und nicht heimische Arten wie die Schwarzmundgrundel dürfen gar nicht erst zurück.

Nachtangeln verbietet das Land nicht. Die gültigen Angelzeiten stehen auf der Angelkarte, und die Karten des Fischereiamts weisen das Nachtangeln ausdrücklich mit aus. Wird ein Gewässer mit Fischen besetzt, die das Mindestmaß schon erreicht haben, ist das Angeln auf diese Art acht Wochen lang gesperrt. Angelveranstaltungen musst du mindestens einen Monat vorher anzeigen, Wettbewerbe um Geld, Sachpreise oder Pokale sind verboten. Boot, Zelt, Uferzugang und weitere Fangbegrenzungen regelt dagegen der Bewirtschafter. Bei jedem Gewässer in CatchHub steht, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Schonzeiten und Mindestmaße in Berlin

28 Arten mit eigener Regel

Zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden. Die Schonzeit ist ein Zeitraum, in dem eine Art gar nicht entnommen werden darf, meist rund um die Laichzeit. Das Mindestmaß ist eine Länge, unter der ein Fisch immer zurückgeht, auch außerhalb der Schonzeit.

Schonzeiten und Mindestmaße in Berlin
Art Schonzeit Maß, Mindestmaß in Zentimetern
Hecht Die Schonzeit gilt, soweit mit der Handangel nachgestellt wird 1. Jan. bis 30. Apr. 45 cm
Zander Die Schonzeit gilt, soweit mit der Handangel nachgestellt wird. Zusammen mit Aal höchstens drei Fische an einem Fangtag 1. Jan. bis 31. Mai 45 cm
Aal Zusammen mit Zander höchstens drei Fische an einem Fangtag keine Schonzeit 50 cm
Wels keine Schonzeit 75 cm
Karpfen keine Schonzeit 35 cm
Schleie keine Schonzeit 25 cm
Flussbarsch Steht in Anlage 2, das Land nennt für ihn weder Schonzeit noch Maß keine Schonzeit kein Maß
Blei, Brassen Steht in Anlage 2, das Land nennt für ihn weder Schonzeit noch Maß keine Schonzeit kein Maß
Weitere 20 Arten Weniger anzeigen
Rapfen 1. Apr. bis 30. Juni 40 cm
Quappe keine Schonzeit 30 cm
Döbel keine Schonzeit 30 cm
Aland keine Schonzeit 30 cm
Hasel keine Schonzeit 15 cm
Kleine Maräne keine Schonzeit 15 cm
Zope 1. März bis 31. Mai 20 cm
Äsche 1. Dez. bis 31. Mai 30 cm
Bachforelle 1. Okt. bis 30. Apr. 30 cm
Regenbogenforelle 1. Okt. bis 30. Apr. 25 cm
Bachsaibling 1. Okt. bis 30. Apr. 25 cm
Seeforelle 1. Okt. bis 31. Mai 60 cm
Große Maräne Nur für eingesetzte Satzfische. In Fließgewässern ist sie ganzjährig geschützt 1. Okt. bis 31. Dez. 30 cm
Flussstint 1. Feb. bis 30. Apr. kein Maß
Plötze Steht in Anlage 2, das Land nennt für sie weder Schonzeit noch Maß keine Schonzeit kein Maß
Rotfeder Steht in Anlage 2, das Land nennt für sie weder Schonzeit noch Maß keine Schonzeit kein Maß
Güster Steht in Anlage 2, das Land nennt für ihn weder Schonzeit noch Maß keine Schonzeit kein Maß
Kaulbarsch Steht in Anlage 2, das Land nennt für ihn weder Schonzeit noch Maß keine Schonzeit kein Maß
Ukelei Steht in Anlage 2, das Land nennt für ihn weder Schonzeit noch Maß keine Schonzeit kein Maß
Giebel Steht in Anlage 2, das Land nennt für ihn weder Schonzeit noch Maß keine Schonzeit kein Maß

Quelle: Berliner Landesfischereiordnung, § 8 mit den Anlagen 1 und 2, Stand 27. Oktober 2025.

So wird gemessen, so geht er zurück

Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse. Untermaßige Fische und Fische in der Schonzeit setzt du unverzüglich schonend zurück. Ist ein solcher Fisch nicht mehr überlebensfähig, tötest du ihn sofort und setzt ihn ebenfalls zurück, mitnehmen oder verwerten darfst du ihn nicht.

Ganzjährig geschützt, diese Arten gehen immer zurück

Diese Arten haben weder Schonzeit noch Mindestmaß, sie sind das ganze Jahr über tabu. Hängt eine am Haken, geht sie sofort und schonend zurück.

  • Bach-, Fluss- und Meerneunauge
  • Atlantischer Stör
  • Lachs
  • Meerforelle
  • Maifisch
  • Finte
  • Barbe
  • Nase
  • Zährte
  • Ziege
  • Schneider
  • Elritze
  • Moderlieschen
  • Gründling
  • Weißflossengründling
  • Bitterling
  • Schlammpeitzger
  • Steinbeißer
  • Schmerle
  • Karausche
  • West- und Ostgroppe
  • Zwergstichling
  • Große Maräne in Fließgewässern
  • Edelkrebs
  • Alle Teich-, Fluss- und Malermuscheln

Ohne Gewähr, und der Verein darf strenger sein

Diese Übersicht gibt den Stand der Landesverordnung wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten und größere Mindestmaße festlegen, und sie tun es oft. Verbindlich ist immer, was in deinem Erlaubnisschein steht. An bewirtschafteten Anlagen der Fischzucht und Fischhaltung und an Stauteichen, in denen die Fische nicht herrenlos sind, gilt diese Tabelle nicht. Dort setzt der Betreiber die Regeln. Und sie endet an der Stadtgrenze: Havel, Spree, Dahme und die Seenketten laufen nach Brandenburg weiter, dort gilt die Brandenburgische Fischereiordnung mit anderen Fristen und Maßen. Seeforelle und Flussstint stehen drüben sogar ganzjährig unter Schutz. Wer über die Grenze fährt, liest die Tabelle des Nachbarlands.

Angelregionen in Berlin

5 Landschaften und was dort steht

Berlin ist beim Angeln kein einheitliches Gebiet. Eine Spundwand am Landwehrkanal verlangt anderes Gerät als der windoffene Müggelsee, und die Waldseen am Grunewald noch einmal anderes. Diese Einteilung ist unsere eigene, sie sortiert die Stadt so, wie man sie beim Planen einer Tour sortiert.

Winterlicher Blick von einer sandigen Kiesbank über den weiten See, links kahle Erlenzweige, rechts ein bereifter Schilfgürtel, dahinter eine bewaldete Insel mit Kiefern und eine rote Fahrwassertonne im Dunst.

Oberhavel, Tegeler See und die Spandauer Kanäle

Das tiefste Wasser der Stadt, dahinter die Havel Richtung Norden

Der Tegeler See ist mit rund 450 Hektar der zweitgrößte See Berlins und zwischen seinen Inseln mit knapp 16 Metern der tiefste. Diese Rinne ist im Hochsommer und im Winter die Adresse, wenn es flach nicht mehr läuft. Nordwärts wird die Havel breit, gut befahren und gleichmäßig tief, die Struktur liefern hier Fahrrinnenkanten und Hafeneinfahrten. Der Oberhavel-Bereich samt Tegeler See gehört zu den Strecken, die das Fischereiamt selbst bewirtschaftet.

Beste Zeit: Oktober bis Januar auf Zander, Frühsommer auf Schleie

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Hecht Barsch Aal Brassen
Schmaler Waldsee im Herbst, rechts führt ein sandiger Uferpfad zwischen Buchenstämmen entlang, freigespülte Wurzeln und gelbes Laub liegen an der Wasserkante, das dunkle Wasser spiegelt den Hang gegenüber.

Unterhavel, Wannsee und die Grunewaldseen

Breite Havelseen im Südwesten, daneben stille Rinnen im Wald

Der Große Wannsee ist keine eigene Pfanne, sondern eine seenartige Erweiterung der Unterhavel, im Mittel 5,5 Meter tief und an der tiefsten Stelle 9 Meter. Am Wochenende steht hier so viel Bootsverkehr, dass sich das Angeln in die frühen Stunden verschiebt. Wenige Kilometer weiter östlich liegen Schlachtensee und Krumme Lanke, schmale Rinnenseen im Wald ohne Motorboote, klar und mit hohem Angeldruck. Groß Glienicker See, Griebnitzsee und Jungfernsee liegen auf der Landesgrenze, dort endet die Berliner Angelkarte mitten im Wasser.

Beste Zeit: Frühjahr und Herbst auf Hecht, Winter auf Barsch

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Barsch Zander Karpfen Aal
Großer flacher See bei Wind, kurze Wellen mit Schaumkämmen bis an den Bildrand, links ein Schilfgürtel, im offenen Wasser drei Markierungsstangen mit kleinen Fahnen unter grauem Wolkenhimmel.

Müggelsee und die Köpenicker Seenkette

Der größte See der Stadt, dazu Dahme und Spree im Südosten

Mit 7,3 Quadratkilometern ist der Große Müggelsee das größte Gewässer Berlins und trotzdem nirgends tiefer als 8 Meter. Er liegt völlig windoffen, trübt bei Welle innerhalb von Stunden ein, und genau dann zieht der Zander hoch und frisst. Südlich davon fächert sich die Dahme in Langer See, Seddinsee und Krossinsee auf, mit Schilfkanten, Bootsstegen und weichem Grund. Auf dem Müggelsee arbeiten noch Erwerbsfischer, ihre Reusen und Stellnetze stehen markiert im Wasser und wollen umfahren werden.

Beste Zeit: Oktober bis Januar auf Zander, Sommernächte auf Aal und Wels

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Hecht Barsch Aal Plötze
Direkt zum Gewässer
Stadtkanal in der blauen Stunde, vorn nasses Kopfsteinpflaster mit einem eisernen Poller, gegenüber eine Betonwand über rostiger Spundwand, rechts die Granitpfeiler einer Straßenbrücke, Laternenlicht liegt auf dem Wasser.

Spree und die Innenstadt-Kanäle

Spundwand, Schiffsverkehr und Zander mitten in der Stadt

Die Spree durchquert Berlin auf gut 45 Kilometern und ist von der Mühlendammschleuse bis nach Spandau durchgehend Wasserstraße. Steile Spundwände, harte Kanten, kaum Kraut und ein Grund, der von Schiffen ständig aufgewirbelt wird. Der Fisch steht deshalb punktgenau an Brückenpfeilern, Hafeneinfahrten und Einläufen, dazwischen ist oft nichts. Gefischt wird hier zu Fuß mit einer Rute und Rucksack, ein Platz ist nach zehn Minuten abgesucht.

Beste Zeit: November bis Februar auf Zander und Barsch

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Barsch Rapfen Aal Wels
Ehemalige Kiesgrube im Frühsommer von der sandigen Uferkante aus, unter dem klaren Wasser fällt die helle Kiesflanke steil ab, ringsum Birken und Kiefern, über den Baumwipfeln die Dächer eines Plattenbaus.

Baggerseen und Stadtseen im Osten und Norden

Ausgekieste Gruben und kleine Seen zwischen den Wohngebieten

Die Kaulsdorfer Seen sind ausgekieste Gruben, die sich mit Grund- und Regenwasser gefüllt haben. Klares Wasser, steile Flanken dicht am Ufer, kein Schiffsverkehr und Tiefen um 6 Meter. Das verlangt feineres Gerät, als es an Kanal und Havel nötig wäre. Die kleinen Seen im Norden und Osten liegen mitten im Wohngebiet, sind in zehn Minuten zu Fuß erreichbar und entsprechend stark beangelt. Nicht für jedes dieser Gewässer gibt es eine Angelkarte, das lohnt einen Blick vor der Anfahrt.

Beste Zeit: Mai und Juni auf Schleie und Karpfen, Herbst auf Hecht

Beliebte Fische in dieser Region
Karpfen Schleie Hecht Barsch Plötze
CatchHub App

Die Regeln deines Gewässers in der Tasche

Schonzeit vergessen? In der App steht bei jedem Gewässer, was dort gilt, dazu Fang-Index, Wetter und Pegel für heute.

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Was in Berlin schwimmt

10 Arten, die das Land prägen

Fast jede dieser Arten steht in Berlin an einer bestimmten Sorte Wasser, und genau das entscheidet, wohin du fährst. Den Zander suchst du an der harten Kante in der Innenstadt, die Schleie im Kraut der Kaulsdorfer Seen. Welche Arten an einem einzelnen Gewässer gemeldet sind, steht auf dessen Seite.

Zander Sander lucioperca

Der Zielfisch der Stadt. Trübes Wasser, Spundwände und der ständige Sog der Schifffahrt sind genau sein Element, und davon liefert Berlin auf kurzer Strecke reichlich. Zwei Landesregeln bestimmen hier seinen Kalender. Von Januar bis Mai hat er Schonzeit, und zusammen mit dem Aal darfst du höchstens drei Fische am Fangtag mitnehmen.

Wo im Land
Spree und Innenstadt-Kanäle, Müggelsee, Untere Havel
Beste Zeit
Oktober bis Dezember, in der Dämmerung
Im Land
ab 45 cm, Schonzeit 1. Jan. bis 31. Mai

Hecht Esox lucius

In den flachen Buchten der Havelseen und an den Schilfkanten der Dahme steht er oft dichter am Ufer, als der Wurf vermuten lässt. Seine Schonzeit endet in Berlin Ende April, und weil bis dahin auch die Raubfischköder gesperrt sind, beginnt die Hechtsaison hier faktisch erst im Mai.

Wo im Land
Krautbänke der Havelseen, Schilfkanten am Müggelsee, Baggerseen
Beste Zeit
Mai bis Dezember, außerhalb der Raubfischsperre
Im Land
ab 45 cm, Schonzeit 1. Jan. bis 30. Apr.

Barsch Perca fluviatilis

Der Berliner Winterfisch, und zwar aus einem rechtlichen Grund. Kunstköder bis 2 Zentimeter Gesamtlänge gelten hier nicht als Raubfischköder und sind deshalb auch von Januar bis April erlaubt. Wer in diesen Monaten überhaupt mit Kunstköder losziehen will, fischt in Berlin auf Barsch, feiner als anderswo und meist an der Wand.

Wo im Land
Spundwände der Kanäle, Hafenbecken, Steinpackungen
Beste Zeit
Ganzjährig, im Winter in den Häfen
Im Land
weder Schonzeit noch Mindestmaß

Aal Anguilla anguilla

Berlin setzt seit 2005 jedes Jahr Jungaale in seine Gewässer, um die Rückwanderung laichreifer Tiere zu stützen. Nachts zieht er ins Flache und an die Steinpackungen, tagsüber liegt er tief. Eine Schonzeit nennt das Land nicht, dafür ein Mindestmaß und die Grenze von drei Fischen am Tag, die er sich mit dem Zander teilt.

Wo im Land
Havel, Spree, Dahme, Müggelsee
Beste Zeit
Warme Sommernächte
Im Land
ab 50 cm

Wels Silurus glanis

In Havel und Spree hat er sich fest eingerichtet und wird groß. Tagsüber liegt er an Hindernissen, in Hafenbecken und tiefen Löchern, nachts zieht er ins Flache. Sein Mindestmaß ist mit 75 Zentimetern das höchste, das die Berliner Verordnung für irgendeine Art nennt.

Wo im Land
Untere Havel, Spree, Müggelsee, Langer See
Beste Zeit
Warme Sommernächte
Im Land
ab 75 cm

Karpfen Cyprinus carpio

In den klaren Baggerseen im Osten wird er vorsichtig und schwer, in den flachen Stadtseen zieht er im Frühsommer sichtbar durchs Kraut. Seit der Novelle von 2025 ist das Anfüttern hier eng begrenzt und Vorfüttern am Vortag verboten. Wer Karpfen fischt, plant in Berlin anders als im Umland.

Wo im Land
Kaulsdorfer Seen, Stadtseen, ruhige Havelbuchten
Beste Zeit
Ab etwa 12 Grad, Mai bis September
Im Land
ab 35 cm

Schleie Tinca tinca

Sie steht dort, wo das Kraut am dichtesten ist, und verrät sich durch aufsteigende Bläschen, lange bevor der Bissanzeiger etwas sagt. Gefischt wird sie kurz vor dem Schilf, oft in weniger als einem Meter Wasser. Die flachen Seen im Osten der Stadt sind dafür die besseren Adressen als die großen Havelseen.

Wo im Land
Verkrautete Havelbuchten, Kaulsdorfer Seen, kleine Stadtseen
Beste Zeit
Mai und Juni, in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang
Im Land
ab 25 cm

Brassen Abramis brama

In Berlin heißt er Blei, und unter diesem Namen steht er auch in der Landesverordnung. Über weichem Grund zieht er in Schwärmen, und wo er auftaucht, kommt die Bissanzeige nicht mehr zur Ruhe. Ein Fisch für die Feederrute, für den das Land weder Schonzeit noch Mindestmaß festlegt.

Wo im Land
Müggelsee, Havelseen, Teltowkanal
Beste Zeit
Mai bis August, nachts und in der Dämmerung
Im Land
weder Schonzeit noch Mindestmaß

Plötze Rutilus rutilus

Die häufigste Art der Stadt und der Fisch, mit dem in Berlin fast jeder anfängt. Sie steht in Schwärmen entlang der Schilfkanten und unter den Stegen, im Winter zieht sie in die tieferen Rinnen. Für Hecht und Zander ist sie die Grundlage des ganzen Systems.

Wo im Land
Überall, am dichtesten in Havelseen und Müggelsee
Beste Zeit
Ganzjährig, im Winter tief und träge
Im Land
weder Schonzeit noch Mindestmaß

Rapfen Aspius aspius

Ein Raubfisch, den du hörst, bevor du ihn siehst. Unterhalb der Schleusen und an den Strömungskanten der Spree treibt er Ukelei zusammen und schlägt in den Schwarm. Seine Schonzeit reicht in Berlin bis in den Juni hinein und damit über das Ende der Raubfischsperre hinaus. Wirklich frei ist er hier erst im Hochsommer.

Wo im Land
Untere Havel, Spree, Schleusenausläufe
Beste Zeit
Juli bis September, tagsüber an der Oberfläche
Im Land
ab 40 cm, Schonzeit 1. Apr. bis 30. Juni

Welche Gewässer es in Berlin gibt

7 Typen und was sie ausmacht

Havel, Spree und Dahme machen mit ihren seenartigen Erweiterungen rund zwei Drittel der Berliner Wasserfläche aus, den Rest teilen sich Kanäle, Häfen, Baggerseen und kleine Stadtseen. Der Typ entscheidet über Gerät, Zielfisch und Tageszeit, deshalb lohnt es sich, ihn vor der Tour zu kennen. In der Gewässersuche kannst du direkt nach diesen Typen filtern.

See

Die großen Berliner Seen sind keine eigenständigen Becken, sondern seenartige Erweiterungen von Havel, Spree und Dahme. Der Große Müggelsee ist mit 7,3 Quadratkilometern der größte und trotzdem nirgends tiefer als 8 Meter. Der Tegeler See fällt zwischen seinen Inseln auf knapp 16 Meter ab und ist damit das tiefste Loch der Stadt.

Fluss

Spree, Havel und Dahme haben fast kein Gefälle und sind auf ihrer gesamten Berliner Strecke ausgebaute Wasserstraße. Die Spree durchquert die Stadt auf gut 45 Kilometern, die Havel auf 27, die Dahme auf 16. Strömung findest du nur an Schleusen, Wehren und Brückenengen, und genau dort steht dann auch der Fisch.

Kanal

Zwischen Havel, Spree und Dahme liegt ein dichtes Netz künstlicher Wasserstraßen, vom Landwehrkanal mitten in Kreuzberg bis zum Teltowkanal im Süden. Sie sind gleichmäßig tief, hart im Ufer und laufen schnurgerade. Wo eine Einmündung, eine Schleuse oder ein Einlauf diese Gleichförmigkeit bricht, sammelt sich alles.

Hafen

Westhafen, Nordhafen, Humboldthafen und die kleineren Becken am Teltowkanal sind Betriebsflächen mitten in der Stadt. Ihr Wasser steht ruhiger als der Kanal daneben und kühlt im Winter langsamer aus. Barsch und Zander ziehen sich genau dorthin zurück, wenn es kalt wird.

Baggersee

Im Osten der Stadt haben Sand- und Kiesgruben eine Reihe klarer Seen hinterlassen, die Kaulsdorfer Seen sind die bekanntesten davon. Steile Flanken dicht am Ufer, sichtiges Wasser, kein Schiffsverkehr. Feineres Gerät als an Kanal und Havel ist hier Pflicht.

Bach

Wuhle, Panke und Tegeler Fließ sind neben den Wasserstraßen die letzten echten Fließgewässer der Stadt. Schmal, flach und über weite Strecken renaturiert. Der Bestand ist dünn, und an vielen Abschnitten ist Angeln nicht erlaubt.

Weiher

Die Berliner Pfuhle sind Toteislöcher der letzten Eiszeit, oft kaum größer als ein Fußballfeld und rundum bebaut. Flach, krautig und im Sommer schnell warm. Schleie, Rotfeder und Karausche stehen hier dicht unter der Oberfläche, die Karausche ist in Berlin allerdings ganzjährig geschützt.

Beliebte Angelgewässer in Berlin

nach Followern und Fängen

Diese Reihenfolge macht die Community, nicht die Redaktion. Gewertet wird, wie viele Angler dem Gewässer folgen und wie viele Fänge dort gemeldet sind. Ein Gewässer steigt also, weil Angler hingehen und melden.

Die größten Angelgewässer

nach Fläche und nach Länge

Zwei Listen, weil sich Hektar und Kilometer nicht vergleichen lassen. Links stehen die flächengrößten Stillgewässer, rechts die längsten Flussstrecken. Groß heißt dabei nicht automatisch gut, aber es heißt Platz und meist mehr Struktur, an der sich Fisch sammelt.

Alle Gewässer in Berlin

6 Gewässer, alphabetisch

Hinter jedem Namen steht die Gewässerseite mit Fischbestand, erlaubten Angelmethoden, den Regeln vor Ort, dem Bewirtschafter und dem Fang-Index für heute. Die Zahl rechts sind die gemeldeten Fänge.

6 von 6 Gewässern

Häufige Fragen zum Angeln in Berlin

8 Fragen

Die Fragen, die vor dem ersten Angeltag in Berlin am häufigsten gestellt werden. Alles Weitere zum Angelschein allgemein steht auf der Übersicht für Deutschland.

Brauche ich in Berlin einen Angelschein?

Ja, und zwar mit Anglerprüfung. Berlin kennt keinen Touristen- oder Urlauberfischereischein und auch keine Ausnahme für die Friedfischangel. Nach der Prüfung stellt das Fischereiamt den Fischereischein A aus, dazu kommt die Fischereiabgabe als Jahresmarke und die Angelkarte für das konkrete Gewässer.

Gilt mein Brandenburger Angelschein in Berlin?

Ein echter Fischereischein aus Brandenburg gilt hier mit, solange dein Hauptwohnsitz nicht in Berlin liegt. Dann bist du auch von der Berliner Fischereiabgabe befreit. Wer in Brandenburg dagegen ohne Fischereischein auf Friedfisch angelt, hat kein Papier, das in Berlin gelten könnte. Diese Ausnahme endet an der Stadtgrenze. Eine Angelkarte für das Gewässer brauchst du in jedem Fall.

Ab welchem Alter dürfen Kinder in Berlin angeln?

Ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr mit dem Jugendfischereischein, und der gilt bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag. Eine Prüfung braucht es nicht, dafür eine Angelkarte, eine Mitgliedschaft in einem Angelverein und den Nachweis über eine sachkundige Einweisung. Erlaubt ist damit nur die Friedfischangel. Jünger als zwölf geht es nur unselbständig an der Rute einer erwachsenen Person mit eigenem Schein und eigener Angelkarte.

Welche Schonzeiten gelten in Berlin?

Die Landesfischereiordnung legt sie in Anlage 1 fest, darunter Hecht ab 45 cm mit Schonzeit vom 1. Januar bis 30. April und Zander ab 45 cm mit Schonzeit vom 1. Januar bis 31. Mai. Der Wels hat keine Schonzeit, dafür mit 75 cm das größte Mindestmaß der Tabelle. Von Aal und Zander zusammen darfst du höchstens drei Fische am Fangtag mitnehmen. Die vollständige Übersicht steht weiter oben auf dieser Seite.

Warum darf ich in Berlin von Januar bis April nicht mit Blinker und Gummifisch angeln?

Weil das Land in dieser Zeit Raubfischköder und Köderfischsenken sperrt. Als Raubfischköder gelten Köderfische, Wirbeltier- und Krebsköder, Fetzenköder und alle Kunstköder über 2 Zentimeter Gesamtlänge. Kunstköder bis 2 Zentimeter bleiben ganzjährig erlaubt, deshalb ist der Barsch am feinen Gerät in diesen Monaten der Zielfisch.

Wie viel darf ich in Berlin anfüttern?

Höchstens 500 Gramm Nassgewicht Lockfuttermittel je Person und Fangtag. Vorrätiges Einbringen am Tag vor dem Angeln ist verboten. Die Regel gilt seit November 2025, Ausnahmen erteilt nur die untere Fischereibehörde. Für Karpfen- und Feederangler ist das die größte Umstellung der letzten Jahre.

Ist Nachtangeln in Berlin erlaubt?

Das Land verbietet es nicht. Welche Angelzeiten gelten, steht auf deiner Angelkarte, und die Karten des Fischereiamts weisen das Nachtangeln ausdrücklich mit aus. Bei jedem Gewässer in CatchHub ist vermerkt, was dort belegt erlaubt oder verboten ist, auch Bootsangeln, Setzkescher und Zelten.

Wo kann ich in Berlin angeln?

In CatchHub sind 6 Gewässer in Berlin erfasst, von Havel, Spree und Dahme über Müggelsee, Wannsee und Tegeler See bis zu den Innenstadt-Kanälen und den Baggerseen im Osten. Insgesamt sind rund 6,7 Prozent der Stadtfläche Wasser. Zu jedem Gewässer stehen hier Fischbestand, Angelmethoden, die Regeln vor Ort und ein täglicher Fang-Index.

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  • Fang-Index für heute, an jedem Gewässer
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Alle Bundesländer

Redaktioneller Stand:

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