Brandenburg

Schmaler Waldsee im Abendlicht, ein einfacher Holzsteg läuft über Seerosen hinaus ins ruhige Wasser. Dahinter ein dichter Schilfgürtel vor Kiefern und Birken, im Vordergrund flaches, sandiges Ufer
Bundesland-Übersicht

Angelgewässer in Brandenburg

Von den klaren Rinnenseen im Norden über die Havelseen bis an die Oder. 42 Gewässer in Brandenburg mit Fischbestand, Regeln und dem Fang-Index für heute, dazu die Schonzeiten des Landes.

42 Gewässer 29 Fischarten 6 Gewässertypen 18 Schonzeiten

Karte der Angelgewässer

42 Marker in Brandenburg

Die Karte startet auf Brandenburg und zeigt jedes erfasste Gewässer als Marker. Tipp einen an, und Name, Ort, Bewertung und Anzahl der Fänge stehen sofort da. Liegen mehrere dicht beieinander, fasst die Karte sie zu einer Zahl zusammen, ein Tipp darauf zoomt hinein.

Angeln in Brandenburg auf einen Blick

6 Regeln, die das Land selbst setzt

Die Kurzfassung dessen, was weiter unten ausführlich steht. Sie ersetzt keinen Blick in deinen Erlaubnisschein, denn Verein und Pächter dürfen strenger sein als das Land.

Fischereischein

nur für Raubfisch

Auf Friedfisch darfst du dauerhaft ohne Schein angeln, das gibt es in keinem anderen Bundesland. Angelkarte und Fischereiabgabe brauchst du trotzdem.

Fischerprüfung

ab 14 Jahren

Nur wer auf Raubfisch will, legt sie ab. Vor dem 14. Geburtstag wird der Fischereischein nicht erteilt.

Kinder

ab 8 allein

Ab dem vollendeten achten Lebensjahr fischt ein Kind allein mit der Friedfischangel, jünger nur unter ständiger Aufsicht einer volljährigen Person.

Urlauber und Gäste

kein eigener Schein

Einen Touristenfischereischein braucht Brandenburg nicht, weil hier ohnehin jeder auf Friedfisch angeln darf. Scheine anderer Länder gelten mit, solange dein Wohnsitz nicht hier liegt.

Ruten

zwei Handangeln

Mit Spinn- oder Fliegenrute nur eine. Je Rute höchstens drei Haken, und jede ausgelegte Rute musst du ständig beaufsichtigen.

Nachtangeln

erlaubt

Das Land verbietet es nicht. Nur wo Koppelfischerei besteht, endet die Handangel eine Stunde nach Sonnenuntergang.

In Brandenburg geht es auch ohne Prüfung

Brandenburg ist das einzige Bundesland, in dem du dauerhaft ohne Fischereischein und ohne Prüfung angeln darfst. Voraussetzung ist, dass du bei der Friedfischangel bleibst. Anderswo gibt es allenfalls einen befristeten Urlauberfischereischein, hier ist es der Normalfall.

Umsonst ist es trotzdem nicht. Du brauchst eine gültige Angelkarte für genau das Gewässer, an dem du sitzt, und ab 14 Jahren zusätzlich den Nachweis über die entrichtete Fischereiabgabe des Landes. Die Abgabe zahlst du für ein Kalenderjahr oder für fünf Jahre am Stück, ausgegeben wird sie von der unteren Fischereibehörde des Landkreises, von Fischereibetrieben und von Angelgeschäften. Beide Papiere gehören ans Wasser und werden kontrolliert.

Eine Friedfischangel ist eine Rute mit oder ohne Rolle und genau einem einschenkligen Haken, besetzt mit pflanzlichem oder tierischem Köder oder einer Nachbildung davon. Teig, Getreide, Made und Wurm sind das Bild. Köderfisch, Fetzenköder, Krebs, Spinner, Blinker, Wobbler und die Köderfischsenke gehören nicht dazu, damit wärst du beim Raubfischangeln.

Wer auf Raubfisch will, braucht den Fischereischein und dafür die Anglerprüfung. Die steht ab 14 Jahren offen, vorher wird der Schein nicht erteilt. Fischereischeine anderer Bundesländer gelten hier mit, solange du deinen ständigen Wohnsitz nicht in Brandenburg hast. Ohne die Angelkarte des Bewirtschafters läuft aber in keinem Fall etwas. Wer sie für ein bestimmtes Gewässer sucht, findet den Bewirtschafter unten in der Liste auf der jeweiligen Gewässerseite.

Kinder dürfen hier früh und allein ans Wasser

Ab dem vollendeten achten Lebensjahr darf ein Kind in Brandenburg allein mit der Friedfischangel fischen, ohne Begleitung und ohne Fischereischein. Bis zum 14. Geburtstag reicht dafür die Angelkarte für das Gewässer, danach kommt der Nachweis über die Fischereiabgabe dazu. Eine erwachsene Begleitung ist dafür nicht nötig, und das ist in Deutschland ungewöhnlich.

Jünger geht es auch, aber nur in Begleitung. Kinder unter acht Jahren dürfen mit der Friedfischangel mitangeln, wenn eine volljährige Person ständig und unmittelbar aufpasst, die selbst Fischereiabgabe und Angelkarte dabeihat. Gefischt wird dann im Rahmen dieser einen Angelkarte. Keschern, Abhaken, Betäuben und Töten übernimmt die erwachsene Person, das Kind darf das nicht.

Wer möchte, kann ab acht Jahren einen Jugendfischereischein beantragen. Er gilt bis zum 18. Geburtstag und berechtigt zur Friedfischhandangel. Für den richtigen Fischereischein und damit für Raubfisch führt der Weg über die Anglerprüfung, und die ist ab 14 zugänglich.

Was das Land am Wasser vorschreibt

Zwei Handangeln gleichzeitig, mehr nicht. Mit Spinn- oder Fliegenrute ist nur eine erlaubt. Jede Rute darf höchstens drei Haken tragen, ein Haken höchstens drei Schenkel, und alle ausgelegten Ruten musst du ständig und unmittelbar beaufsichtigen. Künstliche Köder mit feststehenden Mehrfachhaken sind verboten, der Drilling muss also beweglich sitzen. Bei totem Köderfisch, Fetzenköder oder Krebs ist nur ein Köder je Rute zulässig.

Der lebende Köderfisch ist unzulässig. Tote Köderfische darfst du nur in dem Gewässer oder Gewässersystem verwenden, aus dem sie stammen, tiefgefrorene, konservierte und tote Seefische ausgenommen. Zum Köderfischfang ist eine Senke mit bis zu 120 Zentimetern Seitenlänge erlaubt, sie gehört aber nicht zur Friedfischangel. Beim Aal greift eine Grenze, die es anderswo nicht gibt, denn mit der Handangel darfst du an einem Fangtag höchstens drei Aale anlanden. Zu Netzen, Reusen und ständigen Vorrichtungen der Erwerbsfischerei hältst du mindestens 50 Meter Abstand, vom Ufer wie vom Boot. Schleppangeln unter Segel oder Motorkraft ist verboten.

Den Setzkescher regelt hier das Land selbst und überlässt ihn nicht dem Verein. Hältern ist bis zum Ende des Fangtages erlaubt, nicht aber bei Forellen, Saiblingen, Äschen, Maränen und Lachsen, und nur in strömungsberuhigten Zonen. Vom fahrenden Boot aus ist es untersagt. Am wichtigsten ist der letzte Satz dieser Regel. Ein gehälterter Fisch darf nicht mehr zurück ins Wasser, du entscheidest also direkt nach dem Fang, ob er mitkommt.

Auch der Wetterschutz ist geregelt. Ein Anglerzelt oder Schirmzelt ist zulässig, wenn es dem Schutz vor Unwetter dient und nicht der Übernachtung, höchstens zwei Personen Platz bietet, keinen wasserundurchlässigen Boden hat, in gedeckten Farben gehalten ist und nicht länger als zwölf Stunden am Stück an derselben Stelle steht. Alles darüber ist ein Zelt und außerhalb von Zelt-, Camping- und Biwakplätzen nicht erlaubt. Auf nicht schiffbaren Gewässern darf dein Boot bis zu 1.500 Kilogramm verdrängen und einen Elektromotor bis ein Kilowatt tragen. Schilf, Rohrkolben, Binsen und Seerosen befährst du nicht, dazu hältst du einen Meter Abstand.

Nachtangeln verbietet das Land nicht, mit einer Ausnahme. Wo Koppelfischerei besteht, also ein gemeinschaftliches altes Fischereirecht, ist die Handangel auf die Zeit von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang begrenzt. Anfüttern, Bootsangeln und Zeltverbote im Einzelnen legt dagegen der Bewirtschafter fest, ebenso Fangbeschränkungen und größere Mindestmaße auf der Angelkarte. Führt der Weg über Waldwege, brauchst du für die Anfahrt eine Waldfahrgestattung. Bei jedem Gewässer in CatchHub steht, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Schonzeiten und Mindestmaße in Brandenburg

18 Arten mit eigener Regel

Zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden. Die Schonzeit ist ein Zeitraum, in dem eine Art gar nicht entnommen werden darf, meist rund um die Laichzeit. Das Mindestmaß ist eine Länge, unter der ein Fisch immer zurückgeht, auch außerhalb der Schonzeit.

Schonzeiten und Mindestmaße in Brandenburg
Art Schonzeit Maß, Mindestmaß in Zentimetern
Hecht Gilt für die Handangel. Für Geräte der Erwerbsfischerei legt der Hegeplan vier zusammenhängende Wochen fest 1. Feb. bis 31. März 45 cm
Zander Gilt für die Handangel. Für Geräte der Erwerbsfischerei legt der Hegeplan vier zusammenhängende Wochen fest 1. Apr. bis 31. Mai 45 cm
Aal Mit der Handangel höchstens drei Aale an einem Fangtag keine Schonzeit 50 cm
Karpfen keine Schonzeit 35 cm
Schleie keine Schonzeit 25 cm
Rapfen 1. Apr. bis 30. Juni 40 cm
Bachforelle 16. Okt. bis 15. Apr. 30 cm
Kleine Maräne keine Schonzeit 15 cm
Weitere 10 Arten Weniger anzeigen
Äsche 1. Dez. bis 31. Mai 30 cm
Barbe 1. Mai bis 31. Juli 40 cm
Quappe keine Schonzeit 30 cm
Aland keine Schonzeit 30 cm
Hasel keine Schonzeit 15 cm
Zope 1. März bis 31. Mai 20 cm
Große Maräne Nur in stehenden Gewässern nach Besatz. In Fließgewässern ist sie ganzjährig geschützt 1. Okt. bis 31. Dez. 30 cm
Lachs Nur für eingesetzte Satzfische. Wild aufgewachsene Lachse sind ganzjährig geschützt 16. Okt. bis 15. Apr. 60 cm
Meerforelle Nur für eingesetzte Satzfische. Wild aufgewachsene Meerforellen sind ganzjährig geschützt 16. Okt. bis 15. Apr. 60 cm
Seeforelle Nur für eingesetzte Satzfische. Wild aufgewachsene Seeforellen sind ganzjährig geschützt 16. Okt. bis 15. Apr. 60 cm

Quelle: Fischereiordnung des Landes Brandenburg, Anlage zu § 2 Abs. 1, Stand 5. März 2024.

So wird gemessen, so geht er zurück

Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse. Untermaßige Fische und Fische in der Schonzeit setzt du unverzüglich schonend zurück. Sitzt der Haken zu tief, durchtrennst du die Schnur in Höhe der Kopfspitze.

Ganzjährig geschützt, diese Arten gehen immer zurück

Diese Arten haben weder Schonzeit noch Mindestmaß, sie sind das ganze Jahr über tabu. Hängt eine am Haken, geht sie sofort und schonend zurück.

  • Bach-, Fluss- und Meerneunauge
  • Alle Störarten
  • Maifisch
  • Finte
  • Nordseeschnäpel
  • Stint
  • Nase
  • Zährte
  • Ziege
  • Schneider
  • Elritze
  • Moderlieschen
  • Gründling
  • Weißflossengründling
  • Bitterling
  • Schlammpeitzger
  • Steinbeißer und Goldsteinbeißer
  • Schmerle
  • Groppe
  • Kleiner Stichling
  • Edelkrebs
  • Alle Teich- und Flussmuscheln

Ohne Gewähr, und der Verein darf strenger sein

Diese Übersicht gibt den Stand der Landesverordnung wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten und größere Mindestmaße festlegen, und sie tun es oft. Verbindlich ist immer, was in deinem Erlaubnisschein steht. An bewirtschafteten Anlagen der Fischzucht und Fischhaltung sowie an Teichen und anderen geschlossenen Gewässern, in denen die Fische nicht herrenlos sind, gilt diese Tabelle nicht. Dort setzt der Betreiber die Regeln. Und sie endet an der Berliner Stadtgrenze: Havel, Spree und Dahme laufen mitten hindurch, und Berlin hat eigene Fristen und Maße. Wer über die Grenze fährt, liest die Tabelle des Nachbarlands.

Angelregionen in Brandenburg

7 Landschaften und was dort steht

Brandenburg ist beim Angeln kein einheitliches Gebiet. Ein Moorsee in der Uckermark verlangt anderes Gerät als die Oder nach Hochwasser, und im Spreewald zählt jeder Meter Fließ. Diese Einteilung ist unsere eigene, sie sortiert das Land so, wie man es beim Planen einer Tour sortiert.

Klarer See mit türkisfarbenem Wasser, im flachen Vordergrund eine Sandbank und versunkene Äste, dahinter Nebel über der Fläche und ein Kiefernwald

Ruppiner Land und Rheinsberger Seenkette

Tiefe, klare Rinnenseen im Norden, viele davon mit Maränenbestand

Der Große Stechlinsee geht auf knapp 70 Meter hinunter und ist damit der tiefste See des Landes. Sein Wasser ist so klar, dass du die Kante bei ruhigem Wetter siehst, bevor das Echolot sie zeigt. Nördlich davon hängt die Rheinsberger Seenkette zusammen, ein See geht über einen kurzen Lauf in den nächsten. Viele dieser Seen führt das Land als Maränengewässer, und nur dort darfst du mit der Hegene fischen.

Beste Zeit: Winter auf Maräne, Oktober und November auf Hecht

Beliebte Fische in dieser Region
Kleine Maräne Hecht Barsch Aal Schleie
Blick von einem bewaldeten Hang hinab auf einen schmalen See mit fast schwarzem Wasser, ringsum kahle Buchen, Falllaub und trockenes Schilf, über dem hinteren Ende hängt Nebel

Uckermark und Schorfheide

Lange Rinnenseen der Eiszeit, dazwischen stille Waldseen

Der Werbellinsee ist lang gestreckt, kaum mehr als einen Kilometer breit und fällt an den Flanken auf über 50 Meter ab. Genau diese Form macht ihn aus, denn der Fisch steht an der Kante und nicht in der Fläche. Unteruckersee und Oberuckersee sind flacher und nährstoffreicher, dort läuft mehr über Brassen, Schleie und Hecht. Rundherum liegen die Waldseen der Schorfheide, oft ohne Weg ans Ufer und entsprechend wenig beangelt.

Beste Zeit: Herbst und Winter, tief an der Kante

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Hecht Kleine Maräne Barsch Aal
Breiter, ruhiger Fluss mit einer Reihe Steinbuhnen am Ufer und zwei Fahrwassertonnen in der Mitte, dahinter weitet sich das Wasser unter grauem Himmel

Havel und Havelseen

Ein Fluss fast ohne Gefälle, der sich immer wieder zu Seen weitet

Die Havel fließt kaum, sie schiebt sich durch die Mark und wird alle paar Kilometer zum See. Zwischen Potsdam und Brandenburg an der Havel reihen sich Templiner See, Schwielowsee und Breitlingsee aneinander, unterhalb von Rathenow wird sie schmaler und bekommt Buhnen. Am Rand der Fahrrinne, die die Berufsschifffahrt frei hält, steht der Zander. In den Buchten dahinter ziehen große Schwärme Brassen, die hier fast überall Blei heißen.

Beste Zeit: Oktober bis März auf Zander, Frühsommer auf Brassen

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Brassen Hecht Wels Karpfen
Flaches grünliches Uferwasser mit dichten Krautfeldern und Muschelschalen auf Sandgrund, am Ufer trockenes Gras und Erlen, im Sommerdunst die flache Gegenseite

Seenland Oder-Spree und Dahme-Seen

Das Märkische Meer und die Seenketten der Dahme

Der Scharmützelsee zieht sich rund zehn Kilometer nach Süden und geht auf knapp 30 Meter hinunter, Fontane nannte ihn das Märkische Meer. Er ist klar, führt einen Maränenbestand und trägt entsprechend gute Barsche. Weiter westlich hängt die Dahme ihre Seen aneinander, deutlich flacher, krautiger und im Sommer schnell warm. Zwei Landschaften auf engem Raum, und beide sind von Berlin aus in einer Stunde erreicht.

Beste Zeit: September bis November, dann stehen Barsch und Hecht zusammen

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Barsch Zander Kleine Maräne Schleie
Schmales Fließ mit fast stehendem dunklem Wasser, an beiden Ufern alte Erlen mit freiliegenden Wurzeln, ein umgestürzter Stamm liegt quer im Wasser, darüber ein grünes Blätterdach

Spree und Spreewald

Ein Fluss, der sich in hunderte Fließe auffächert

Im Spreewald teilt sich die Spree in ein Netz aus Fließen, das über tausend Kilometer misst. Kaum Strömung, Erlenwurzeln bis ins Wasser, Totholz an jeder zweiten Biegung. Das ist Hecht- und Aalwasser, gefischt wird kurz und gezielt statt weit geworfen. Ein Punkt gehört in die Planung, denn wo Koppelfischerei besteht, erlaubt das Land die Handangel nur von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang.

Beste Zeit: April bis Oktober, in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Aal Schleie Karpfen Wels
Großer Fluss bei Niedrigwasser, zwischen den Steinbuhnen liegen breite Sandbänke frei, das braune Wasser zieht in Strömungslinien vorbei, dahinter eine flache Reihe Pappeln

Oder und Oderbruch

Der Grenzstrom im Osten, dahinter die Altarme im Bruch

An der Oder fließt das Wasser noch, und zwar frei. Kein Wehr, keine Schleuse, nur Buhnen. Der Pegel schwankt stark und steuert alles. Bei steigendem Wasser ziehen die Fische ins überflutete Vorland, bei fallendem sammeln sie sich in den Kolken hinter den Buhnenköpfen. Rapfen jagen sichtbar an der Oberfläche, im Oderbruch dahinter liegen die abgeschnittenen Altarme mit ganz anderem Wasser, still und krautig.

Beste Zeit: Juli bis Oktober, bei fallendem Pegel

Beliebte Fische in dieser Region
Zander Rapfen Wels Aland Quappe
Junger Tagebausee von oben gesehen, die Böschung fällt in Sandterrassen mit jungen Kiefern ab, davor weites blaues Wasser mit Wellenkämmen unter Quellwolken

Lausitzer Seenland

Geflutete Tagebaue, tief, steil und ungewöhnlich klar

Aus den Braunkohletagebauen der Niederlausitz ist eine ganze Kette großer Seen geworden, der Senftenberger See war der erste davon. Die Böschungen fallen steil ab, das Wasser ist nährstoffarm und klarer als an fast jedem gewachsenen See des Landes. Der Fischbestand ist jung und geht in mehreren Seen auf einen Initialbesatz zurück. Auf manchen Angelkarten stehen deshalb größere Mindestmaße, als das Landesrecht verlangt.

Beste Zeit: Frühsommer und Herbst, tief an der Böschung

Beliebte Fische in dieser Region
Hecht Zander Barsch Kleine Maräne Wels
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Was in Brandenburg schwimmt

10 Arten, die das Land prägen

Fast jede dieser Arten steht in Brandenburg an einer bestimmten Sorte Wasser, und genau das entscheidet, wohin du fährst. Die Kleine Maräne steht in den tiefen Seen des Nordens, den Rapfen findest du an der Oder. Welche Arten an einem einzelnen Gewässer gemeldet sind, steht auf dessen Seite.

Hecht Esox lucius

Der Fisch, für den die meisten hierher fahren. In den flachen, krautigen Havel- und Dahme-Seen steht er dicht am Schilf, in den Spreewald-Fließen an jedem Wurzelstock. Seine Schonzeit liegt hier früh und ist kurz, ab April darfst du wieder auf ihn angeln.

Wo im Land
Havelseen, Spreewald-Fließe, Krautbänke der Dahme-Seen
Beste Zeit
April bis Juni und September bis November
Im Land
ab 45 cm, Schonzeit 1. Feb. bis 31. März

Zander Sander lucioperca

Er findet in Brandenburg alles, was er braucht. Trübe, tiefe Rinnen in der Havel, harte Böschungen in den Tagebauseen und Kolke hinter den Buhnen der Oder. In den klaren Seen der Lausitz und am Scharmützelsee beißt er dagegen fast nur im Dunkeln.

Wo im Land
Havel-Fahrrinne, Oder, Scharmützelsee, Lausitzer Seen
Beste Zeit
Oktober bis März, in der Dämmerung
Im Land
ab 45 cm, Schonzeit 1. Apr. bis 31. Mai

Barsch Perca fluviatilis

In den klaren Rinnenseen wird er groß, weil er dort auf Sicht jagt und auch im Winter Futter findet. Er steht in Rudeln an der Kante und über tiefem Wasser. Für ihn nennt das Landesrecht weder Schonzeit noch Mindestmaß, die Angelkarte darf beides trotzdem vorgeben.

Wo im Land
Klare Rinnenseen der Uckermark, Scharmützelsee, Stechlinsee
Beste Zeit
Ganzjährig, am stärksten im Spätherbst

Aal Anguilla anguilla

Die Fließe des Spreewalds sind sein Wasser, und auch die großen Seen tragen ihn. Nachts zieht er ins Flache und über weichen Grund. Eine Regel gilt hier, die es anderswo nicht gibt, denn mit der Handangel darfst du an einem Fangtag höchstens drei Aale mitnehmen.

Wo im Land
Spreewald, Havel, Oder, fast jeder größere See
Beste Zeit
Warme Nächte von Mai bis August
Im Land
ab 50 cm

Kleine Maräne Coregonus albula

Ein Schwarmfisch des kalten, tiefen Freiwassers und im Land weiter verbreitet, als die meisten denken. Gefischt wird er mit der Hegene, einer Kette feiner Haken ohne Köder. Erlaubt ist die nur an den Seen, die das Land ausdrücklich als Maränengewässer führt.

Wo im Land
Werbellinsee, Stechlinsee, Scharmützelsee, Senftenberger See
Beste Zeit
Spätherbst und Winter, tief im Freiwasser
Im Land
ab 15 cm

Karpfen Cyprinus carpio

Lausitz und Spreewald leben seit Jahrhunderten von der Teichwirtschaft, und aus dieser Tradition stammt ein Teil der Bestände. In den großen Havelseen wächst er dagegen wild ab und wird vorsichtig. Dort bringt die erste Kante mehr als der weite Wurf.

Wo im Land
Havelseen, Dahme-Seen, Teichgebiete der Lausitz
Beste Zeit
Ab etwa 12 Grad, Mai bis Oktober
Im Land
ab 35 cm

Schleie Tinca tinca

Sie steht dort, wo das Kraut am dichtesten ist, und verrät sich durch aufsteigende Bläschen. Die vielen flachen Waldseen des Landes sind voll davon. Gefischt wird sie kurz vor dem Schilf, oft in weniger als einem Meter Wasser.

Wo im Land
Verkrautete Buchten der Havelseen, Moor- und Waldseen
Beste Zeit
Mai und Juni, in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang
Im Land
ab 25 cm

Brassen Abramis brama

In Brandenburg heißt er fast überall Blei. In den großen Havelseen zieht er in Schwärmen über weichen Grund, und wo er auftaucht, trübt sich das Wasser und die Bissanzeige kommt nicht mehr zur Ruhe. Ein Fisch für die Friedfischangel, mit der du hier ohne Prüfung fischen darfst.

Wo im Land
Havelseen, Untere Havel, Unteruckersee
Beste Zeit
Mai bis August, nachts und in der Dämmerung

Wels Silurus glanis

In Havel und Oder hat er sich fest eingerichtet und wird groß. Tagsüber liegt er an Hindernissen und in tiefen Löchern, nachts zieht er ins Flache. Weder Schonzeit noch Mindestmaß nennt das Landesrecht für ihn, viele Angelkarten dagegen schon.

Wo im Land
Havel, Oder, Spree, große Lausitzer Seen
Beste Zeit
Warme Sommernächte

Rapfen Aspius aspius

Ein Raubfisch, den du hörst, bevor du ihn siehst. An den Buhnenköpfen der Oder treibt er Ukelei zusammen und schlägt in den Schwarm. Gefischt wird er weit und flach, mit kleinen, schnellen Ködern über der Strömungskante.

Wo im Land
Oder, Untere Havel, Oder-Spree-Kanal
Beste Zeit
Juli bis September, tagsüber an der Oberfläche
Im Land
ab 40 cm, Schonzeit 1. Apr. bis 30. Juni

Welche Gewässer es in Brandenburg gibt

8 Typen und was sie ausmacht

Vom klaren Rinnensee bis zum Tagebaurestloch der Lausitz, das erst seit wenigen Jahren voll Wasser steht. Der Typ entscheidet über Gerät, Zielfisch und Tageszeit, deshalb lohnt es sich, ihn vor der Tour zu kennen. In der Gewässersuche kannst du direkt nach diesen Typen filtern.

See

Rund 3.000 Seen liegen im Land, die meisten davon Rinnen- und Toteisseen der letzten Eiszeit. Das erklärt ihre Form, denn viele sind lang, schmal und fallen an den Flanken steil ab. Der Große Stechlinsee geht auf knapp 70 Meter hinunter und ist der tiefste davon.

Fluss

Havel, Spree, Dahme und Nuthe haben fast kein Gefälle. Sie fließen so langsam, dass sie sich streckenweise wie lange Seen anfühlen, und im Spreewald fächert sich die Spree in ein Netz aus Fließen auf. Wer Strömung sucht, findet sie hier an Wehren und Schleusen.

Strom

Die Oder bildet die Ostgrenze und ist der einzige frei fließende Strom des Landes, gebändigt allein durch Buhnen. Im Westen berührt die Elbe die Prignitz. Beide leben vom Pegel, und der schwankt hier stärker als an jedem See.

Kanal

Zwischen Oder, Havel und Spree liegt ein dichtes Netz künstlicher Wasserstraßen, vom Finowkanal bis zum Oder-Havel-Kanal. Sie sind gleichmäßig tief, hart im Ufer und laufen schnurgerade. Wo eine Schleuse oder eine Einmündung diese Gleichförmigkeit bricht, steht der Fisch.

Moorsee

In der Schorfheide, im Rheinsberger Wald und in der Prignitz liegen hunderte kleine Braunwasserseen, oft ohne Weg ans Ufer. Das Wasser ist sauer und torfbraun, die Sicht gering. Der Bestand ist dünn, dafür stehen Schleie, Karausche und Hecht dicht unter der Oberfläche.

Baggersee

Zwei Sorten treffen im Land aufeinander. Die Kies- und Sandgruben im Berliner Umland sind klein und klar, die gefluteten Tagebaue der Niederlausitz dagegen viele Quadratkilometer groß und sehr tief. Beide haben steile Böschungen und wenig Nährstoffe, und beide verlangen feineres Gerät als der Fluss.

Altarm

Im Oderbruch liegen die abgeschnittenen Schlingen des alten Flusslaufs, dazu kommen die Altarme der Unteren Havel. Kaum Strömung, viel Totholz, im Sommer schnell warm. Sie sind das Gegenstück zum Strom nebenan und tragen Hecht, Schleie und Karpfen.

Bach

Wenige, aber es gibt sie. Stepenitz, Dömnitz und Schlaube laufen kühl und klar über Sand und Kies. In die Stepenitz steigen seit einem Wiederansiedlungsprogramm wieder Lachs und Meerforelle auf, und für eingesetzte Satzfische beider Arten führt die Landesverordnung eine eigene Zeile.

Beliebte Angelgewässer in Brandenburg

nach Followern und Fängen

Diese Reihenfolge macht die Community, nicht die Redaktion. Gewertet wird, wie viele Angler dem Gewässer folgen und wie viele Fänge dort gemeldet sind. Ein Gewässer steigt also, weil Angler hingehen und melden.

Die größten Angelgewässer

nach Fläche und nach Länge

Zwei Listen, weil sich Hektar und Kilometer nicht vergleichen lassen. Links stehen die flächengrößten Stillgewässer, rechts die längsten Flussstrecken. Groß heißt dabei nicht automatisch gut, aber es heißt Platz und meist mehr Struktur, an der sich Fisch sammelt.

Alle Gewässer in Brandenburg

42 Gewässer, alphabetisch

Hinter jedem Namen steht die Gewässerseite mit Fischbestand, erlaubten Angelmethoden, den Regeln vor Ort, dem Bewirtschafter und dem Fang-Index für heute. Die Zahl rechts sind die gemeldeten Fänge.

25 von 42 Gewässern

1 Elbe Bälower Haken Bälow Altarm Hecht · Zander · Barsch 2 Elbe Buhnenfelder km 432-438, Raum Gnevsdorf/Quitzöbel Landkreis Prignitz Fluss Zander · Hecht · Wels 3 Elbe Buhnenstrecke bei Hinzdorf Wittenberge Fluss Zander · Hecht · Barsch 4 Elbe Gänsekuhle & Heckenloch bei Schadebeuster Schadebeuster Altarm 5 Elbe Jungfernbrack südöstlich Wustrow Wustrow Altarm Aal · Barsch · Brachse 6 Elbe Ostufer Borschütz – Stehla Mühlberg/Elbe Fluss Zander · Wels · Hecht 1 2 7 Elbe Stadtstrecke Wittenberge, km 447,6–459,5 + Hafen Wittenberge Fluss Zander · Hecht · Wels 8 Elbe Strecke Wootz – Unbesandten Lenzerwische Fluss Zander · Hecht · Aal 1 9 Elbe Totrang-Brack südlich Wustrow Wustrow Altarm 10 Finowkanal Finowfurt bis Lieper Schleuse Eberswalde Kanal Hecht · Zander · Flussbarsch 11 Gelber Haken Garsedow Altarm Hecht · Karpfen · Barsch 12 Gnevsdorfer Vorflut Quitzöbel bis Gnevsdorf Legde/Quitzöbel und Rühstädt Fluss Hecht · Zander · Barsch 13 Gnevsdorfer Vorfluter Landesgrenze ST – Elbemündung Rühstädt Kanal Hecht · Zander · Barsch 14 Großer Wilkensee Elbe-Altwasser am Achterdeich Lenzen See Aal · Karpfen · Hecht 15 Havel Brandenburg an der Havel bis Rathenow Brandenburg an der Havel Fluss Hecht · Zander · Barsch 1 16 Havel Bredereiche bis Zehdenick Zehdenick Fluss Hecht · Zander · Barsch 17 Havel Ketzin bis Brandenburg an der Havel Deetz Fluss Hecht · Zander · Barsch 1 18 Havel Potsdamer Havel, Jungfernsee bis Brandenburg Potsdam Fluss Hecht · Zander · Barsch 19 Havel Rathenow bis Havelberg Havelaue Fluss Hecht · Zander · Barsch 20 Havel Steinhavel bis Fürstenberg Fürstenberg/Havel Fluss Hecht · Zander · Barsch 21 Havel Stolpsee bis Bredereiche Fürstenberg/Havel Fluss Hecht · Zander · Barsch 22 Havel Zehdenick bis Hennigsdorf Oranienburg Fluss Aal · Zander 23 Havelkanal Nieder Neuendorf bis Paretz Hennigsdorf bis Ketzin Kanal Blei · Plötze · Güster 2 24 Johannesbrack Elbaltarm bei Wootz, OT Kietz Wootz Altarm Hecht · Barsch · Aal 25 Kietzer Kuhlen Elbe-Altwasser am Achterdeich Lenzen (Elbe) Altarm

Häufige Fragen zum Angeln in Brandenburg

8 Fragen

Die Fragen, die vor dem ersten Angeltag in Brandenburg am häufigsten gestellt werden. Alles Weitere zum Angelschein allgemein steht auf der Übersicht für Deutschland.

Brauche ich in Brandenburg einen Angelschein?

Für Friedfisch nicht. Brandenburg ist das einzige Bundesland, in dem du dauerhaft ohne Fischereischein und ohne Prüfung angeln darfst, solange du bei der Friedfischangel bleibst. Nötig sind eine Angelkarte für das Gewässer und ab 14 Jahren der Nachweis über die Fischereiabgabe. Wer auf Raubfisch angeln will, braucht den Fischereischein und dafür die Anglerprüfung.

Was ist eine Friedfischangel in Brandenburg?

Eine Rute mit oder ohne Rolle und genau einem einschenkligen Haken, besetzt mit pflanzlichem oder tierischem Köder oder einer Nachbildung davon. Teig, Getreide, Made und Wurm sind typisch. Nicht erlaubt sind Köderfisch, Fetzenköder, Krebs, Spinner, Blinker, Wobbler und die Köderfischsenke. Zwei solcher Ruten darfst du gleichzeitig fischen.

Brauche ich in Brandenburg die Fischereiabgabe auch ohne Fischereischein?

Ja, ab 14 Jahren. Der Nachweis über die entrichtete Fischereiabgabe ist unabhängig vom Fischereischein Pflicht und wird ohne ihn sogar zur wichtigsten Karte in der Tasche. Du bekommst ihn bei der unteren Fischereibehörde des Landkreises, in Fischereibetrieben und in Angelgeschäften, gültig für ein Kalenderjahr oder für fünf Jahre am Stück. Kinder unter 14 sind befreit.

Ab welchem Alter dürfen Kinder in Brandenburg angeln?

Ab dem vollendeten achten Lebensjahr allein mit der Friedfischangel, ohne Begleitung und ohne Fischereischein. Bis 14 reicht die Angelkarte, danach kommt die Fischereiabgabe dazu. Jünger geht es nur unter ständiger Aufsicht einer volljährigen Person mit eigener Angelkarte, und das Kind darf dabei nicht keschern, abhaken, betäuben oder töten.

Welche Schonzeiten gelten in Brandenburg?

Die Fischereiordnung legt Schonzeit und Mindestmaß in ihrer Anlage fest, darunter Hecht ab 45 cm mit Schonzeit vom 1. Februar bis 31. März und Zander ab 45 cm mit Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai. Beim Aal gibt es keine Schonzeit, dafür ein Mindestmaß von 50 cm und die Grenze von drei Aalen je Fangtag. Die vollständige Übersicht steht weiter oben auf dieser Seite.

Gilt in Brandenburg ein Mindestmaß für Barsch und Wels?

Nach Landesrecht nicht. Barsch, Wels, Brassen und Rotauge stehen gar nicht in der Anlage der Fischereiordnung, für sie nennt das Land weder Schonzeit noch Mindestmaß. Das heißt aber nicht, dass es nirgends eines gibt, denn Hegeplan und Angelkarte dürfen eigene Maße und Schonzeiten festlegen. Verbindlich ist, was auf deiner Karte steht.

Ist Nachtangeln in Brandenburg erlaubt?

Das Land verbietet es nicht, mit einer Ausnahme. Wo Koppelfischerei besteht, ist die Handangel auf die Zeit von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang begrenzt. Ob es an einem Gewässer sonst geht, steht in der Gewässerordnung des Bewirtschafters. Bei jedem Gewässer in CatchHub ist vermerkt, was dort belegt erlaubt oder verboten ist.

Wo kann ich in Brandenburg angeln?

In CatchHub sind 42 Gewässer in Brandenburg erfasst, von den Havelseen über Spreewald, Oder und Uckermark bis zu den gefluteten Tagebauen der Lausitz. Insgesamt zählt das Land rund 3.000 Seen und über 30.000 Kilometer Fließgewässer. Zu jedem Gewässer stehen hier Fischbestand, Angelmethoden, die Regeln vor Ort und ein täglicher Fang-Index.

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