Angler mit Umhängetasche von hinten an einer Kaimauer zur blauen Stunde, das Laternenlicht wirft scharfe Kanten auf das Wasser, Speicherhäuser und eine Brücke dahinter AI
Angeltechnik

Streetfishing: Recht im Hafen, Gerät und Lichtkante

Streetfishing ist Spinnfischen ohne Anfahrt. Kaimauer, Brückenpfeiler und Hafenbecken statt Ufer und Boot, leichtes Gerät in einer Umhängetasche, und ein Fischbestand, der größer ist, als die Stadt vermuten lässt. Die eigentliche Frage ist nicht, ob dort Fisch steht, sondern wer dir erlaubt, ihn zu fangen.

Kurz gesagt

  • Streetfishing ist leichtes Spinnfischen an Kaimauern, Brücken und Hafenbecken mitten in der Stadt, entstanden Ende der 1990er Jahre an der Seine in Paris.
  • Ob du dort angeln darfst, entscheiden drei Ebenen: der Bund für Schleusen und Anlagen der Wasserstraße, das Land für das Betreten des Ufers und der Hafen für sein Becken. Keine ersetzt die andere.
  • Das Gerät ist ultraleicht oder leicht: 1,8 bis 2,1 m Rute mit 0,5 bis 15 g, eine 1000er Rolle, Geflecht ab 0,06 mm und Köder von 2 bis 7,5 cm an Köpfen bis 3,5 g.
  • Der erste Meter vor der Wand ist der tiefste. Der Köder läuft parallel zur Mauer, 10 bis 30 cm über Grund, und weite Würfe sind fast nie nötig.
  • Beleuchtete Ufer ziehen nachts Kleinfisch und Räuber zugleich an, das ist gemessen. Gefischt wird die Kante zwischen Licht und Dunkel, nicht der Lichtkegel.

Angeln ohne Anfahrt

Streetfishing ist Spinnfischen in der Stadt, mit leichtem Gerät in einer Umhängetasche und ohne Auto. Entstanden ist es Ende der 1990er Jahre an der Seine, bei jungen Anglern in Paris, Toulouse und Straßburg, die kein Fahrzeug hatten und deshalb dort fischten, wo sie wohnten. 2014 gab es den ersten Wettbewerb, und seitdem hat die Technik einen Namen.

40 Arten leben in Berliner Gewässern
0,5 bis 15 g Wurfgewicht, ultraleicht bis leicht
3 Ebenen entscheiden, ob du hier darfst

In Deutschland ist sie älter als der Name. Wer am Hamburger Hafen, am Berliner Landwehrkanal oder an der Düsseldorfer Rheinpromenade Barsche fängt, fischt Streetfishing, ob er das Wort benutzt oder nicht. Neu ist nur die Frage, die jede Stelle stellt. Nicht ob dort Fisch steht, sondern wer dir erlaubt, ihn zu fangen.

Steckbrief Streetfishing

Was es ist
leichtes Spinnfischen im Stadtgewässer Zu Fuß oder mit dem Rad, Gerät in einer Tasche
Rechtliches
Bund, Land und Hafen müssen alle drei erlauben Schleusen und Wehre sind gesperrt, Häfen je nach Stadt verschieden
Im Hafen
Hamburg frei, Bremen mit Hafenschein, Niedersachsen verboten Berliner Häfen sind Betriebsgelände
Zielfische
Barsch, Zander, Döbel, Rapfen Barsch an der Wand, Zander an der Lichtkante
Beste Zeit
Dämmerung und Nacht an beleuchteten Ufern Im Winter der Hafen, im Sommer die Brut an der Wand
Abstände
Fischwege 30 bis 100 m, Schleusen laut Karte Hamburg 50 m, Sachsen 30 m, Mecklenburg-Vorpommern 100 m
Alle 12 Angaben
Rute
1,8 bis 2,1 m, 0,5 bis 5 g oder 3 bis 15 g Schnelle Spitze, oft mit Vollspitze
Rolle und Schnur
1000er, Geflecht 0,06 bis 0,10 mm Im Winter Mono 0,12 bis 0,14 mm
Köder
Gummi 2 bis 7,5 cm, Köpfe 0,8 bis 3,5 g Dazu Drop-Shot-Bleie bis 4 g und Wobbler 3 bis 6 cm
Führung
parallel zur Wand, 10 bis 30 cm über Grund Der erste Meter ist der tiefste
Kescher
Griff bis 4 m In Hamburg gummiert und mit Abhakmatte Pflicht
Herkunft
Paris, Ende der 1990er Jahre Erster Wettbewerb 2014

Wem das Ufer gehört: drei Ebenen

Der verbreitetste Irrtum des Streetfishings lautet, ein öffentliches Ufer sei ein freies Ufer. Es gehört drei Ebenen, und jede kann Nein sagen.

Ebene Was sie regelt Beispiel
Bund Anlagen der Wasserstraße: Schleusen, Wehre, Betriebshäfen, Betriebswege Sie dürfen außerhalb ihres Zwecks nicht benutzt werden, das Betreten der Betriebswege zu Fuß ist die einzige Ausnahme
Land Das Betreten des Ufers und die Abstände Berlin und Niedersachsen erlauben das Betreten von Ufern und Schifffahrtsanlagen auf eigene Gefahr, aber nicht von gewerblichen Anlagen; Hamburg nimmt gefährdete Bereiche des Hafenverkehrs aus
Hafen Das Becken und seine Flächen Hamburg gibt frei, Bremen verlangt einen Hafenschein, Niedersachsen verbietet, Berlin erklärt seine Häfen zum Betriebsgelände

Die dritte Ebene ist die, die dreimal dasselbe Wort verwendet und dreimal etwas anderes meint. Der Hamburger Hafen ist freies Gewässer, Fischereischein und Fischereiabgabe reichen, und trotzdem wird nach der Praxis seit 2013 nicht mehr von Pontons und Anlegern geangelt, weil Schnüre in die Schrauben der Fähren gerieten. In Bremen gibt das Hafenamt für 25 Euro im Jahr einen Erlaubnisschein aus, und außerhalb der gelisteten Bereiche ist Angeln verboten. In Niedersachsen verbietet die Hafenordnung das Angeln, Freigaben sind die Ausnahme. In Berlin sind Westhafen und Südhafen Betriebsgelände.

Dazu kommt, was für jedes Gewässer gilt. Fischereischein und Erlaubnis, in Hamburg die Abgabe statt der Erlaubnis, und die Kunstköder-Sperren im Frühjahr in Berlin, Bremen, Hamburg und Sachsen. In Berlin bleiben Köder bis 2 cm davon ausgenommen, und genau das ist der Berliner Winter-Streetfisher mit dem Micro-Jig.

Schleuse, Ponton, Brücke: wo die Strecke endet

Eine Regel, die oft zitiert wird, gibt es nicht. Das Binnenschifffahrtsrecht regelt Fahrzeuge, nicht Angler, und einen Sicherheitsabstand zur Schleuse kennt es für die Rute nicht. Das Betretungsverbot der Schleuse kommt aus der Verordnung des Bundes über seine Anlagen, der Abstand aus dem Erlaubnisschein, am Mittellandkanal zum Beispiel 50 m.

Was das Binnenschifffahrtsrecht kennt, ist eine Warnung. Baden und Schwimmen sind bis 100 m ober- und unterhalb von Brücken, Wehren, Hafeneinfahrten, Anlegestellen und im Schleusenbereich verboten. Wer dort von der Kaikante fällt, ist genau da im Wasser, wo niemand sein darf, und die Fähre bremst nicht.

Fischwege schützt das Land, mit Abständen von 30 m in Sachsen und Baden-Württemberg über 50 m in Hamburg bis 100 m in Mecklenburg-Vorpommern. Röhricht wird nicht betreten, und wer von einer Brücke wirft, tut es nur, wo die Gewässerordnung es zulässt. Von der Uferseite unter den Bogen zu werfen ist fast immer der bessere Weg.

Ultraleicht oder leicht: zwei Ruten, eine Tasche

Das Gerät passt in eine Umhängetasche, und es ist leicht, weil die Distanzen kurz und die Köder klein sind.

Eine geöffnete Umhängetasche auf Kopfsteinpflaster, davor Köderbox, Zange, Maßband und ein zusammengeschobener Kescher

Alles, was du trägst, und nichts sonst

Streetfishing lebt davon, dass die Ausrüstung in eine Tasche passt. Eine kleine Box mit Köpfen und Gummis, eine Zange, ein Maßband und der Kescher mit langem Griff, dazu die Papiere.

Wer mehr mitnimmt, geht weniger weit, und Streetfishing ist die Technik, bei der der nächste Poller der bessere ist.

Köderbox, Zange, Maßband, Kescher. Der Rest bleibt zu Hause. AI-Bild

Klasse Rute Wurfgewicht Rolle Schnur
Ultraleicht 1,8 bis 2,1 m, schnelle Spitze, oft mit Vollspitze 0,5 bis 5 g 500 bis 1500 Geflecht 0,06 bis 0,08 mm oder Mono 0,12 bis 0,14 mm
Leicht 1,8 bis 2,1 m 3 bis 15 g 1000 bis 2500 Geflecht 0,08 bis 0,10 mm oder Mono 0,20 bis 0,25 mm

Davor ein Fluorocarbon-Vorfach mit 0,14 bis 0,25 mm gegen die Kanten der Wand, bei Hecht im Gewässer Titan oder Stahl. Die Köder sind Gummis von 2 bis 7,5 cm an Köpfen von 0,8 bis 3,5 g, Drop-Shot-Bleie bis 4 g, Wobbler von 3 bis 6 cm und kleine Spinner. Der Kescher hat einen Griff bis 4 m, weil die Kaikante 2 bis 4 m über dem Wasser liegt, und in Hamburg ist er gummiert und die Abhakmatte liegt daneben, beides ist dort Pflicht.

Die Montage im Detail

5 Bauteile

Eine Kaimauer von der Seite. Was die Stelle ausmacht, ist der eine Meter zwischen Wand und Köder.

1 2 3 4 5
  1. Der Kai ist die Anhöhe

    2 bis 4 m über dem Wasser. Von hier steht die Schnur steil, und der Kescher braucht einen Griff, der bis zum Wasser reicht. Ob du hier stehen darfst, sagt die Hafenordnung.

  2. Die Rute ist kurz

    1,8 bis 2,1 m, ultraleicht oder leicht. Länger stört zwischen Pollern und Geländern, und weit werfen musst du nicht, der Fisch steht unter dir.

  3. Die Schnur steht steil

    Von der Kaikante fällt sie fast senkrecht. Geflecht ab 0,06 mm, damit ein 1-g-Kopf überhaupt sinkt, und ein Fluorocarbon-Vorfach gegen die Kanten der Wand.

  4. Die Wand ist die Struktur

    Spundwandprofile bilden Nischen, und in jeder sitzt ein Barsch. Der Köder läuft parallel zur Wand, nie von ihr weg.

  5. Der Köder ist klein und läuft langsam

    Gummi mit 2 bis 7,5 cm an 0,8 bis 3,5 g, in Zeitlupe 10 bis 30 cm über Grund. Kleine Köder heißt nicht kleine Fische.

Der erste Meter ist der tiefste

An einer Kaimauer gibt es keinen Uferbereich, der langsam abfällt. Das Wasser ist vom ersten Meter an tief, und die Wand selbst ist die Struktur. Spundwandprofile bilden Nischen, in denen Barsche sitzen, und im Sommer steht die Brut direkt an der Mauer, mit dem Räuber dahinter.

Ein Kescher mit langem Griff reicht von der Kaikante hinunter zum Wasser, ein Barsch liegt im Netz

Der Griff reicht bis zum Wasser

Eine Kaikante liegt 2 bis 4 m über dem Wasser, und von dort hebt ein Geflecht von 0,06 mm keinen Barsch. Der Kescher hat deshalb einen Griff bis 4 m, und er wird aufgezogen, bevor der erste Wurf fällt.

In Hamburg ist er gummiert und die Abhakmatte liegt daneben, beides ist dort Pflicht.

Von der Kaikante hebt keine 0,06er Schnur einen Fisch, der Kescher tut es. AI-Bild

Deshalb wird nicht geworfen, sondern abgelassen. Der Köder sinkt an der Wand bis zum Grund, dann läuft er in Zeitlupe parallel zur Mauer, 10 bis 30 cm über Grund, und nach 2 bis 3 Würfen geht es 3 Schritte weiter zum nächsten Poller. Ein Poller ist ein Punkt, kein Fächer, und wer ihn mit 15 Würfen abfischt, verschenkt die 5 Poller daneben.

An der Wand entlang

Köder senkrecht ablassen, dann in Zeitlupe parallel zur Mauer führen, 10 bis 30 cm über Grund. Die Nischen der Spundwand sind die Stellen, nicht das offene Wasser.

BarschStandard

Die Lichtkante

Den Köder aus dem Dunkel in den Lichtkegel ziehen und an der Kante stoppen. Der Zander steht im Schatten und schaut ins Licht.

ZanderNacht

Micro-Jig im Winter

Köder bis 2 cm an Köpfen unter 1 g. In Berlin bleiben sie in der Raubfischsperre erlaubt, und im Hafen steht der Barsch dann tief und dicht.

BarschWinterBerlin

Drop-Shot am Poller

Blei mit 0,9 bis 4 g am Grund, Köder eine Handbreit darüber, auf der Stelle gezittert. Für den Fisch, der unter dem Poller steht und nicht jagen will.

BarschTiefe

Der kleine Wobbler im Kehrwasser

3 bis 6 cm, langsam eingekurbelt oder getwitcht, im ruhigen Wasser hinter Anleger und Pfeiler. Der Döbel steht dort im Sommer oben.

DöbelRapfenSommer

Die Lichtkante

Nachts hat die Stadt einen Vorteil, den kein Baggersee bietet. Laternen, Brücken und beleuchtete Fassaden werfen scharfe Lichtkanten aufs Wasser, und was Angler seit Jahrzehnten beobachten, ist gemessen. Beleuchtete Strukturen ziehen Kleinfisch unter 10 cm an, und sie ziehen große Räuber über 50 cm an, die dort bessere Jagdbedingungen vorfinden.

Gefischt wird nicht der Lichtkegel, sondern seine Kante. Der Zander steht im Dunkeln und schaut ins Licht, und ein Köder, der aus dem Schatten in die Helle gezogen und an der Grenze gestoppt wird, ist sein Bild von Beute. Was nachts sonst noch gilt, vom Rotlicht bis zur Rechtslage, steht beim Nachtangeln.

Der Irrtum vom leeren Stadtwasser

Wer den Landwehrkanal, den Hamburger Hafen oder den Düsseldorfer Rhein sieht, vermutet dort wenig Fisch. Das Gegenteil ist belegt. In Berliner Gewässern leben rund 40 Fischarten, 14 davon nicht heimisch. Im befahrenen Kanal steht der Zander dichter als im ruhigen Arm, und Hafenbecken tragen höhere Larvendichten als das offene Wasser davor. Die Seine, an der die Technik entstand, hatte ihre Fische gerade zurückbekommen, als die ersten Streetfisher an ihr standen.

Und kleine Köder heißt nicht kleine Fische. Ein 5-cm-Gummi an 2 g an der Kaimauer fängt den Barsch, der dort steht, und der ist im Winter im Hafen nicht kleiner als im See.

Wo in der Stadt gefischt wird

Die Szene des Streetfishings ist die Kaimauer, und der Stadtfluss ist ihre zweite Adresse. Der Hafen-Eintrag beschreibt das Gewässer, diese Karte den Stand des Anglers.

Blick an einer rostigen Spundwand hinunter ins dunkle Hafenwasser, ein winziger Gummiköder hängt an der Schnur direkt vor dem Stahl

Die Nischen der Wand sind die Struktur

Eine Spundwand ist kein glattes Ufer. Ihre Profile bilden Nischen, und in jeder sitzt ein Barsch mit dem Rücken zum Stahl. Der Köder läuft deshalb senkrecht an der Wand hinunter und dann parallel zu ihr.

Ein Wurf von der Wand weg fischt das leere Wasser dazwischen, und der erste Meter vor dem Stahl ist der, in dem die Fische stehen.

Parallel zur Wand, nie von ihr weg, und der Köder bleibt im Profil. AI-Bild

Wo du beim Streetfishing fischst

2 Ansichten

Fließgewässer mit Strömung

Brückenpfeiler 1 Buhnenfeld 2 Kehrwasser 3 Einmündung 4
  1. Brückenpfeiler

    Der Pfeiler im Stadtfluss gräbt eine Rinne und wirft nachts Licht. Von der Uferpromenade angeworfen, nie vom Geländer.

  2. Buhnenfeld

    Am Rhein und an der Elbe reichen die Buhnen bis in die Stadt. Der Kessel dahinter hält den Zander, die Steine den Barsch.

  3. Kehrwasser

    Hinter Anlegern und Pfeilern steht das Wasser, und dort steht der Döbel. Ein kleiner Wobbler im Zeitlupentempo.

  4. Einmündung

    Wo ein Stadtbach oder Kanal in den Fluss läuft, sammelt sich Nahrung, und der Rapfen jagt an der Kante.

Gewässertyp im Lexikon: Fluss Strom Bach

Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Totholz, Gleithang, Krautfahne, Prallhang.

Angeln vor Publikum

In der Stadt bist du nie allein. Spaziergänger fragen, Radfahrer müssen vorbei, und die Promenade gehört allen. Wer freundlich erklärt, was er tut, den Weg freihält, den Fisch schnell und sichtbar schonend behandelt und nichts liegen lässt, sorgt dafür, dass die Stelle offen bleibt. Ein Streetfisher, der auffällt, fällt der Hafenordnung des nächsten Jahres auf.

  1. Die drei Ebenen für diese Stelle klären

    Ist das Ufer eine Anlage des Bundes, gilt hier ein Betretungsverbot der Gemeinde, und was sagt die Hafenordnung. Dazu Fischereischein und Erlaubnis, in Hamburg die Abgabe.

  2. Die Tasche packen, nicht den Koffer

    Eine Rute, eine Rolle, eine Köderbox, Zange, Maßband, Papiere und der Kescher mit langem Griff. Alles, was du nicht trägst, bleibt zu Hause.

  3. Die Stelle bei Tageslicht lesen

    Nischen in der Wand, Schatten unter Booten, die Kante am Fuß der Mauer, und die Lampen, die abends die Lichtkante machen.

  4. Den Köder an der Wand ablassen, nicht werfen

    Der erste Meter ist der tiefste. Köder bis zum Grund, dann in Zeitlupe parallel zur Wand, 10 bis 30 cm über Grund.

  5. Zwei bis drei Würfe je Poller, dann weiter

    Ein Poller ist ein Punkt, kein Fächer. Wer nach 3 Würfen keinen Biss hat, geht 3 Schritte weiter und fischt den nächsten.

  6. Den Fisch mit dem Kescher holen, nicht mit der Schnur

    Von der Kaikante hebt ein 0,06er Geflecht keinen Barsch. Der Kescher reicht bis zum Wasser, und in Hamburg ist er gummiert und die Abhakmatte liegt daneben.

  7. Abstand halten, Fragen beantworten

    Publikum gehört dazu. Wer freundlich erklärt, was er tut, und die Promenade freihält, sorgt dafür, dass die Stelle offen bleibt.

Was vor dem ersten Wurf in der Stadt stimmt

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Wo Streetfishing gemeldet wird

Welche Stadtgewässer die Technik tragen und wann dort am meisten gemeldet wird, steht in den Einträgen der Angler.

Noch zu wenige Meldungen für eine Auswertung

Dazu liegen bisher zu wenige Fänge mit Datum und Revier vor. Sobald genug zusammenkommen, stehen hier die stärksten Monate, die beste Tageszeit und die Reviere mit den meisten Fängen.

Noch kein Fang mit Foto gemeldet

Hier stehen Fänge aus der Community, sobald der erste öffentlich eingetragen wurde. Jede Kachel führt dann zum Revier dahinter.

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Häufige Fragen zur Angeltechnik Streetfishing

9 Fragen
Was ist Streetfishing und woher kommt es?

Leichtes Spinnfischen an Kaimauern, Brücken und Hafenbecken mitten in der Stadt, zu Fuß oder mit dem Rad. Entstanden ist es Ende der 1990er Jahre in Paris, Toulouse und Straßburg, bei jungen Anglern ohne Auto an der Seine. Den ersten Wettbewerb gab es 2014 als Teil der World Predator Classic.

Welche Rute brauche ich zum Streetfishing?

Eine kurze mit 1,8 bis 2,1 m, entweder ultraleicht mit 0,5 bis 5 g oder leicht mit 3 bis 15 g, mit schneller Spitze. Dazu eine 1000er Rolle mit Geflecht von 0,06 bis 0,10 mm und ein Fluorocarbon-Vorfach von 0,14 bis 0,25 mm. Länger als 2,1 m stört zwischen Pollern und Geländern.

Darf ich im Hafen angeln?

Das entscheidet die Stadt. In Hamburg ist der Hafen freies Gewässer, Fischereischein und Abgabe reichen, aber von Pontons und Anlegern wird nach der Praxis seit 2013 nicht mehr geangelt. In Bremen braucht es den Hafenschein des Hafenamts für 25 Euro im Jahr. In Niedersachsen verbietet die Hafenordnung das Angeln, Freigaben sind die Ausnahme. Berlins Häfen sind Betriebsgelände.

Darf ich von Brücken, Pontons und Stegen angeln?

Anlagen des Bundes an Wasserstraßen, also Schleusen, Wehre und Betriebshäfen, dürfen außerhalb ihres Zwecks nicht benutzt werden. Pontons in Hamburg sind nach der Praxis gesperrt, weil Schnüre in Fährschrauben gerieten. Brücken regelt die Gewässerordnung, und von der Uferseite unter den Bogen zu werfen ist fast immer der bessere Weg.

Wie nah darf ich an Schleuse und Fischweg?

Die Schleuse selbst ist gesperrt, der Abstand steht im Erlaubnisschein, am Mittellandkanal zum Beispiel 50 m. Fischwege schützt das Land: Hamburg 50 m, Sachsen 30 m, Baden-Württemberg 30 m, Mecklenburg-Vorpommern 100 m. Eine allgemeine Regel aus dem Binnenschifffahrtsrecht gibt es für Angler nicht.

Wann ist die beste Zeit zum Streetfishing?

Die erste und die letzte Stunde des Tages, und nachts an beleuchteten Ufern. Beleuchtete Stellen ziehen gemessen mehr Kleinfisch und mehr große Räuber an. Im Winter ist der Hafen die Adresse, im Sommer steht die Brut an der Wand und der Räuber dahinter.

Wie weit werfe ich beim Streetfishing?

Kaum. Der erste Meter vor der Wand ist der tiefste, der Köder wird abgelassen und parallel zur Mauer geführt, 10 bis 30 cm über Grund. Ein Poller ist ein Punkt, nach 2 bis 3 Würfen geht es 3 Schritte weiter.

Was fange ich in der Stadt?

Barsch an der Wand, Zander an der Lichtkante, Döbel und Rapfen im Stadtfluss, dazu Grundeln. In Berliner Gewässern leben rund 40 Fischarten, 14 davon nicht heimisch. Ein Stadtwasser ist kein leeres Wasser, im befahrenen Kanal steht der Zander dichter als im ruhigen Arm.

Heißt öffentliches Ufer, dass ich dort angeln darf?

Nein. Das Uferbetretungsrecht der Länder gilt nicht für Häfen und gewerbliche Anlagen, der Bund sperrt seine Anlagen an Wasserstraßen, und der Hafen hat seine eigene Ordnung. Alle drei müssen erlauben, und Fischereischein plus Erlaubnis bleiben dazu Pflicht.

Passt dazu

René Seidel

Zusammengestellt von

René Seidel

Ich angle seit 2002: angefangen mit acht Jahren an den Weihern, die mein Vater gepachtet hatte, heute vor allem am Neckar bei Heilbronn, an der Wörnitz und am Main. Mit CatchHub baue ich die Angel-Community, in der ich meine Praxis am Wasser mit echten Fangdaten zusammenbringe.

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