Kurz gesagt
- Der Wels (Silurus glanis) ist der einzige heimische Fisch ohne Schuppen. Er trägt sechs Barteln, eine winzige Rückenflosse und eine Afterflosse über die halbe Körperlänge.
- Er ist die am wenigsten regulierte große Art des Landes. Ganze neun Bundesländer nennen ihn gar nicht, und wo er steht, fehlt oft sogar das Mindestmaß.
- Er hört über den Weberschen Apparat, eine Knochenkette zwischen Schwimmblase und Innenohr. Darauf beruht die alte Methode, mit dem Wallerholz zu klopfen.
- Im Osten und Südosten Europas ist er heimisch, im Westen kam er über Besatz dazu. Seit den 1990er Jahren nimmt sein Bestand dort deutlich zu.
- Ein Fisch von 2 m hat meist 15 bis 20 Jahre hinter sich. Der Rekordfisch aus dem Po maß 285 cm.
Sechs Barteln, keine Schuppen, eine riesige Afterflosse
Ein Wels ist unverwechselbar. Zwei lange Barteln stehen vom Oberkiefer ab, vier kürzere sitzen am Unterkiefer, die Haut trägt keine Schuppen, und die Afterflosse zieht sich als niedriger Saum fast bis zur Schwanzflosse. Die Rückenflosse dagegen ist so klein, dass sie leicht übersehen wird.
Wels erkennen
5 MerkmaleDer Wels ist der einzige heimische Fisch ohne Schuppen, und damit ist die Bestimmung im Grunde erledigt. Barteln und Afterflosse bestätigen sie.
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Sechs Barteln am Maul
Zwei lange stehen vom Oberkiefer ab, vier kürzere sitzen am Unterkiefer. Sie tasten und schmecken den Grund ab, während das winzige Auge kaum etwas beiträgt.
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Winzige Rückenflosse
Ein kurzer Stummel mit wenigen Strahlen, den viele auf dem Foto übersehen. Kein anderer großer Fisch unserer Gewässer trägt so wenig auf dem Rücken.
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Harter Brustflossenstachel
Der erste Strahl jeder Brustflosse ist verhärtet und läuft spitz aus. Beim Stützen eines schweren Fisches gehört die Hand deshalb hinter diese Flosse.
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Haut ohne Schuppen
Dunkel marmoriert, dick, stark schleimig und empfindlich gegen Licht. Ein Wels gehört deshalb nie auf trockenen Kies in die Sonne.
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Afterflosse bis zum Schwanz
Ein niedriger Saum über die halbe Körperlänge, der fast in die Schwanzflosse übergeht. Diese Fläche gibt ihm den Antritt aus dem Stand.
Nicht verwechseln mit
1 ArtVerwechselt wird diese Art vor allem mit den folgenden. Unter jedem Umriss steht, woran der Unterschied hängt.
Steckbrief Wels
- Wissenschaftlicher Name
- Silurus glanis
- Familie
- Echte Welse (Siluridae) Der einzige heimische Vertreter
- Maximale Länge
- über 250 cm Der belegte Rekord liegt bei 285 cm, gefangen 2023 im Po
- Maximales Gewicht
- über 100 kg In Deutschland sind Fische über 200 cm bereits selten
- Barteln
- 6 Stück Zwei lange am Oberkiefer, vier kurze am Unterkiefer
- Haut
- schuppenlos Dick, schleimig und lichtempfindlich
Alle 13 Angaben
- Laichzeit
- Mai bis Juli Ab etwa 18 bis 20 Grad, das Männchen bewacht das Gelege
- Aktivität
- überwiegend nachts Ortet Beute über Barteln, Seitenlinie und Gehör
- Geschlechtsreife
- mit 3 bis 4 Jahren Bei etwa 40 bis 60 cm, weit unter jedem Landesmaß
- Alter
- über 50 Jahre möglich Ein Fisch von 2 m hat meist 15 bis 20 Jahre hinter sich, Einzelfälle werden 80
- Nahrung
- Fisch, Krebse, Würmer, Kleinsäuger Frisst alles, was ins Maul passt, auch Wasservögel
- Lebensraum
- warme Flüsse, Seen und Kanäle Braucht Sommerwärme, deshalb fehlt er in kalten Gebirgsgewässern
- Hauptsaison
- Juni bis September
Im Maul sitzen dichte Reihen kleiner Bürstenzähne, keine Fangzähne wie beim Hecht. Sie halten Beute fest, statt sie zu zerteilen, und sie rauen beim Griff ins Maul die Haut auf. Wer regelmäßig auf Wels angelt, erkennt Kollegen an den Händen.
Wo er tagsüber liegt
Ein Wels verbringt den Tag regungslos an einem festen Platz und wird erst in der Dämmerung aktiv. Gesucht wird deshalb das Versteck, nicht der Fisch.
Der Platz, an dem er den Tag verbringt
Unter diesem Wurzelstock liegt eine Höhle, und in einer solchen Höhle liegt tagsüber der Wels. Er ist ausgesprochen standorttreu, und ein guter Platz beherbergt oft über Jahre denselben großen Fisch.
Wird er entnommen, dauert es, bis der Kolk wieder besetzt ist. Für dich heißt das, dass sich das Merken einer solchen Stelle mehr lohnt als das Absuchen der Fläche.
Ein guter Kolk trägt oft über Jahre denselben Fisch. AI-Bild
Wo Wels steht
3 Ansichten-
Totholz
Auch im Stillwasser sucht er Holz, am liebsten in der tiefsten Ecke. Ein einzelner Wurzelstock beherbergt oft über Jahre denselben Fisch.
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Scharkante
An der Scharkante wandert er nachts entlang, wenn er sein Versteck verlässt. Der Weg vom Tiefen ins Flache führt über dieselbe Linie.
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Schilfgürtel
Im Sommer schiebt er sich nach Einbruch der Dunkelheit bis vor das Schilf und jagt in kaum hüfttiefem Wasser. Tagsüber steht dort nichts.
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Zufluss
Kühleres Wasser bringt Sauerstoff und Futter in den See. Nach warmen Wochen sammeln sich Kleinfisch und Wels im selben Bereich.
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Freies Wasser
In warmen Nächten folgt er den Weißfischschwärmen über die tiefste Stelle hinaus. Vom Boot aus ist das der Platz für den Köderfisch unter der Pose.
Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Seerosenfeld, Krautfeld, Untiefe im Freiwasser, Steg.
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Totholz
Versunkene Bäume in tiefen Abschnitten sind sein Tagesversteck. Er liegt regungslos darin und verlässt es erst mit der Dämmerung.
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Buhnenfeld
Vor jedem Buhnenkopf wäscht die Strömung eine Vertiefung aus. Diese Löcher halten an großen Strömen die schwersten Fische.
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Prallhang
Die Außenkurve hat Tiefe direkt am Ufer und darunter ausgespülte Blöcke. Nachts rückt er von dort ins flache Wasser vor.
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Kehrwasser
Hinter einem Hindernis dreht das Wasser und sammelt, was von oben kommt. Ein Wels braucht diese Ruhe, denn er ist kein Dauerschwimmer.
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Einmündung
Wo ein Nebenfluss einmündet, steht Kleinfisch im trüben Wasser. Nach Hochwasser lohnt diese Stelle als erste.
Gewässertyp im Lexikon: Fluss Strom Bach
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Brückenpfeiler, Gleithang, Krautfahne.
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Liegeplätze
Unter den Booten ist es dunkel, ruhig und voller Kleinfisch. In Städten liegen dort die dichtesten Bestände überhaupt.
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Kaimauer
Die Kaimauer fällt senkrecht ab und ist unten oft ausgespült. Diese Höhlungen sind Verstecke, die vom Ufer aus niemand sieht.
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Fahrrinne
Die Fahrrinne ist der tiefste Streifen und im Hochsommer der kühlste. Tagsüber liegt er dort, nachts kommt er heraus.
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Hafeneinfahrt
An der Hafeneinfahrt trifft bewegtes auf stehendes Wasser, und der Grund fällt ab. Am Abend stellt er sich an diese Enge.
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Brückenpfeiler
Pfeiler geben Schatten und Struktur in einem sonst gleichförmigen Gewässer. Vor dem Fundament liegt fast immer ein Kolk.
Gewässertyp im Lexikon: Kanal Hafen
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Steinpackung.
Auffällig ist seine Standorttreue. Ein guter Kolk beherbergt oft über Jahre denselben großen Fisch, und wird er entnommen, dauert es, bis der Platz wieder besetzt ist. In Städten sind Hafenbecken und Kanalabschnitte inzwischen die dichtesten Bestände, weil dort Tiefe, Bauwerke und Kleinfisch zusammenkommen.
Wie er jagt, ohne zu sehen
Der Wels lebt in trübem Wasser und in der Nacht, und sein Auge spielt dabei die kleinste Rolle. Die Barteln tasten und schmecken, die Seitenlinie nimmt Druckwellen auf, und über eine Kette kleiner Knochen zwischen Schwimmblase und Innenohr hört er ausgesprochen gut. Diese Verbindung heißt Weberscher Apparat und macht die Schwimmblase zu einer Art Trommelfell.
Sechs Barteln und ein winziges Auge
Dieser Kopf zeigt, worauf sich der Wels verlässt und worauf nicht. Das Auge ist winzig, die sechs Barteln dagegen sind lang und beweglich, und sie tasten und schmecken zugleich.
Damit findet er Beute in einer Trübung, in der Sehen nichts mehr bringt. Zusammen mit der Seitenlinie und seinem guten Gehör ergibt das einen Jäger, dem Dunkelheit keinen Nachteil verschafft.
Zwei lange oben, vier kurze unten: das Tastwerkzeug des Welses. AI-Bild
Daraus erklärt sich eine alte Methode. Beim Klopfen mit dem Wallerholz wird ein dumpfer Laut erzeugt, der über genau dieses System wahrgenommen wird. Ob er Fressverhalten oder Neugier auslöst, ist ungeklärt. Dass er wirkt, ist seit Generationen belegt.
Sieben Länder, drei davon ohne Maß
Der Wels ist die am wenigsten regulierte große Art in Deutschland. Nur sieben Bundesländer nennen ihn in ihrer Fischereiverordnung, ein einziges davon mit Schonzeit.
Schonzeit und Mindestmaß nach Bundesland
4 Bundesländer, Mindestmaß zwischen 50 und 75 cm
| Bundesland | Schonzeit | Maß, Mindestmaß in Zentimetern |
|---|---|---|
| Bayern | keine Schonzeit heute frei | kein Maß |
| Berlin | keine Schonzeit heute frei | 75 cm |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1. Mai bis 30. Juni heute frei | 70 cm |
| Niedersachsen | keine Schonzeit heute frei | 50 cm |
| Sachsen-Anhalt Schonzeit und Mindestmaß wurden 2013 gestrichen | keine Schonzeit heute frei | kein Maß |
| Schleswig-Holstein | keine Schonzeit heute frei | kein Maß |
| Thüringen | keine Schonzeit heute frei | 50 cm |
Alle Angaben aus den Landesfischereiverordnungen, Stand und Quelle je Land auf der jeweiligen Schonzeiten-Seite. Der Status gilt für 11.10.2026.
Ohne Gewähr, und dein Erlaubnisschein darf strenger sein
Diese Tabelle gibt den Stand der Landesverordnungen wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten, größere Mindestmaße und Entnahmefenster festlegen, und sie tun es häufig. Verbindlich ist immer das Papier, das du am Wasser dabei hast.
Die Erklärung ist einfach. In weiten Teilen des Landes gilt er nicht als ursprünglich heimisch, und wo eine Art als Zuwanderer geführt wird, verzichtet der Gesetzgeber meist auf Laichschutz. Für dich am Wasser heißt das, dass der Erlaubnisschein hier praktisch die einzige Quelle ist, und viele Vereine haben sehr wohl eigene Regeln.
Warum er sich seit den 1990er Jahren ausbreitet
Der Wels stammt aus dem Osten und Südosten Europas. In Donau, Elbe und Oder ist er seit jeher zu Hause, im Rheinsystem und in vielen westdeutschen Flüssen kam er über Besatz und Zuwanderung dazu. Seit den 1990er Jahren nimmt sein Bestand dort deutlich zu.
Drei Entwicklungen wirken zusammen. Wärmere Sommer verlängern die Zeit, in der er wächst und erfolgreich laicht. Gestaute und ausgebaute Flüsse liefern genau die tiefen, strömungsarmen Bereiche mit Totholz, die er sucht. Und mit den eingewanderten Grundeln steht ihm eine Nahrungsquelle zur Verfügung, die es vorher nicht gab.
Ob das ein Problem ist, wird fachlich diskutiert. Belegt ist, dass er als großer Räuber in Gewässern auftritt, in denen es zuvor keinen vergleichbaren gab. Nicht belegt sind die Schreckensszenarien, die regelmäßig durch die Presse gehen.
Wie schwer ist ein Wels von 2 m?
Beim Wels reicht ein Maßband, denn kaum jemand hat eine Waage für 40 kg dabei. Die Tabelle übersetzt die Länge, und sie zeigt, wie schnell das Gewicht ab 1,5 m steigt.
Länge, Gewicht und Mindestmaß
RichtwerteWels: Gewicht nach Länge
Mindestmaß, wo es eins gibt
Alle übrigen Bundesländer führen für diese Art kein Mindestmaß. Der Erlaubnisschein deines Gewässers kann trotzdem eins nennen, und er gilt zusätzlich.
Richtwert aus einer Längen-Gewichts-Beziehung, nicht gewogen. Ein Fisch aus einem mageren Fluss liegt darunter, einer vor der Laichzeit darüber. Sobald genug Fänge mit Gewicht gemeldet sind, rechnet diese Kurve mit den echten Fischen.
Wie alt ist ein Wels von 1,50 m?
Der Wels ist der am schnellsten wachsende Fisch unserer Gewässer. Im warmen Rhein oder in der Donau erreicht er 1 m in fünf bis sechs Jahren, ein 1,50 m langer Fisch ist dort zehn bis zwölf Jahre alt. In kühlen Seen dauert dasselbe doppelt so lang.
Wachstum: Alter und Länge
bis 270 cm- 1 Jahr 15 bis 30 cm
- 2 Jahre 35 bis 50 cm
- 3 Jahre 50 bis 70 cm
- 5 Jahre 80 bis 110 cm
- 8 Jahre 120 bis 150 cm
- 12 Jahre 150 bis 190 cm
- 20 Jahre 200 bis 240 cm
- 30 Jahre 230 bis 270 cm
Der Rekordfisch von 285 cm aus dem Po war nach Schätzungen über 30 Jahre alt. Welse wachsen ihr Leben lang weiter, nur immer langsamer.
Was die Meldungen über den Wels zeigen
Eingetragen hat die Werte unten die Community selbst, Fang für Fang.
Aus 5 gemeldeten Fängen
08/2022 bis 08/2026 · 4 Gewässer · Stand 10.10.2026Diese Zahlen stammen aus Fängen, die Angler selbst in CatchHub eingetragen haben. Sie zeigen, was gemeldet wurde, nicht was in einem Gewässer lebt. Niemand meldet Tage ohne Fang, deshalb sind es Fangzahlen und keine Fangchancen.
Bei dieser Art fällt die Tageszeit besonders ins Gewicht. Welse beißen überwiegend nachts, und die wenigsten Angler tragen um drei Uhr morgens etwas ein. Was die Uhr zeigt, ist deshalb eher der Rhythmus der Meldungen als der der Fische.
Die Kacheln darunter zeigen einzelne dieser Fänge samt Foto, und jede führt in das Revier, aus dem der Fisch stammt.
Wels aus der Community
zuletzt gemeldetEin Fisch, den niemand allein landen sollte
Ab einer gewissen Größe wird ein Wels zu einer Frage von Handhabung und Sicherheit. Ein 30-kg-Fisch an einer steilen Uferböschung bringt jeden aus dem Gleichgewicht, der ihn allein bewegen will.
Waagerecht halten, nie senkrecht
So sieht ein sauberer Griff aus. Der Fisch hängt an keiner Stelle frei, sein Gewicht verteilt sich auf zwei Hände, und die Wirbelsäule bleibt in der Lage, in der sie im Wasser liegt.
Senkrecht am Unterkiefer gehalten, reißen bei 30 kg innere Strukturen, ohne dass von außen etwas zu sehen wäre. Der Fisch schwimmt danach ab und geht Tage später ein. Deshalb ist die zweite Person hier keine Bequemlichkeit.
Eine Hand im Maul, eine vor der Afterflosse, das Gewicht auf beiden. AI-Bild
Einen großen Wels sicher versorgen
0 von 6Tippe zum Abhaken. Dein Stand bleibt auf diesem Gerät gespeichert.
Der Rest ist Vorbereitung. Wer weiß, dass in seinem Revier große Welse stehen, hat einen Plan für die Landung, bevor der erste Wurf fällt: eine flache Stelle zum Ausleiten, jemanden zum Helfen und alles zum Abhaken griffbereit. Ein Fisch, der 20 Jahre gebraucht hat, verdient diese Viertelstunde Vorbereitung.
Häufige Fragen zur Fischart Wels
7 FragenHat der Wels eine Schonzeit?
Fast nirgends. Nur Mecklenburg-Vorpommern schont ihn vom 1. Mai bis 30. Juni. Sieben Bundesländer führen ihn überhaupt in der Verordnung, und Bayern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein nennen dabei nicht einmal ein Mindestmaß.
Wie groß wird ein Wels in Deutschland?
Fische zwischen 150 und 200 cm sind an großen Flüssen keine Seltenheit mehr, über 200 cm bleibt ein Ausnahmefang. Die europäischen Rekorde aus dem Po und der Ebro liegen bei rund 270 cm, solche Größen erreicht er hier nicht.
Ist der Wels in Deutschland heimisch?
In den östlichen Einzugsgebieten ja, vor allem in Donau, Elbe und Oder. Im Rheinsystem und in vielen westdeutschen Gewässern kam er erst durch Besatz und Ausbreitung hinzu und hat sich seit den 1990er Jahren stark vermehrt.
Warum breitet er sich so stark aus?
Weil sich die Bedingungen zu seinen Gunsten verändert haben. Wärmere Sommer verlängern die Wachstums- und Laichsaison, gestaute und ausgebaute Flüsse bieten tiefe, ruhige Bereiche, und mit Grundeln und Weißfischschwärmen findet er reichlich Nahrung.
Sind Welse für Menschen gefährlich?
Nein. Es gibt keine belegten Angriffe auf Schwimmer in Deutschland. Was vorkommt, ist ein Wels, der im Sommer sein Gelege verteidigt und dabei nach etwas stößt, das ihm zu nahe kommt. Die Geschichten über verschluckte Hunde und Kinder gehören ins Reich der Legenden.
Wann laicht der Wels?
Von Mai bis Juli, sobald das Wasser etwa 18 bis 20 Grad erreicht. Das Männchen baut eine Laichgrube zwischen Wurzeln oder Pflanzen im Flachwasser und bewacht das Gelege, bis die Larven schlüpfen.
Woran erkenne ich einen Wels sicher?
An sechs Barteln, der schuppenlosen Haut und der extrem langen, niedrigen Afterflosse, die fast bis zur Schwanzflosse reicht. Die Rückenflosse ist dagegen winzig. Verwechseln lässt er sich allenfalls mit dem eingeschleppten Zwergwels, und der bleibt unter 45 cm.
Quellen und Stand
1 Quelle-
Rote Liste der Süßwasserfische und Neunaugen Deutschlands Rote-Liste-Zentrum im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz, abgerufen am 09.09.2026
Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.
Passt dazu
Sieh nach, wo Wels gerade gemeldet wird
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