Angler von hinten auf einer Steinschüttung am Bodenseeufer im Morgenlicht, vor ihm die steil abfallende Halde des Überlinger Sees, im Dunst gegenüber das bewaldete Steilufer AI
Gewässer-Guide

Angeln am Bodensee: Karte, Halde, Fische, Regeln

Der Bodensee ist das größte Angelwasser Deutschlands und eines der wenigen, an denen die Landesverordnung nicht gilt. Drei Anrainerstaaten regeln den Obersee gemeinsam, die Erlaubnis kommt vom Land statt vom Verein, die Schonzeiten beginnen mittags, die Felchen sind bis Ende 2026 gesperrt und der Hecht hat kein Mindestmaß. Hier steht, wo du die Karte bekommst, wo das deutsche Ufer in 20 Meter Tiefe fällt, welche Fische seit dem Stichling noch tragen und welche Regeln am Wasser gelten.

Erlaubnis Karte von ForstBW, Ufer oder Boot
Recht Bodenseefischereiverordnung, IBKF
Angelzeit 1 h vor bis 1 h nach der Sonne
Felchen gesperrt bis Ende 2026

Kurz gesagt

  • Am Bodensee-Obersee gilt statt der Landesfischereiverordnung die Bodenseefischereiverordnung der drei Anrainerstaaten, mit eigenen Schonzeiten, eigenen Maßen und Fristen, die mittags beginnen und enden.
  • Die Erlaubnis für das deutsche Ufer ist ein Erlaubnisschein des Landes, als Uferkarte oder als Karte für Boot und Ufer, ausgegeben von ForstBW für Baden-Württemberg und vom Landratsamt Lindau für Bayern, mit Fischereischein und Fangstatistikheft.
  • Gefischt wird mit zwei Ruten von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang, Aal und Wels vom Ufer bis 1 Uhr, und vor fremden Ufern nur vom Boot über 25 Metern Wassertiefe.
  • Felchen sind für Angler und Berufsfischer seit 2024 bis Ende 2026 gesperrt, die Seeforelle hat seit 2026 ein Maß von 60 Zentimetern, Barsch, Hecht, Zander und Aal tragen den See.
  • Vom Ufer ist der Überlinger See die erste Adresse, weil die Halde dort in Wurfweite auf 20 Meter fällt, die Flachzonen vor Argen, Schussen und Aach ziehen Weißfisch und Räuber.
Angeln am See: Zonen, Schichtung und Fischbestand Ein See hat eine Tiefenzone, die kein Licht mehr erreicht, und im Sommer teilt …

Ein See mit eigenem Recht, und warum das die erste Regel ist

Der Bodensee ist 536 Quadratkilometer groß, 251 Meter tief und liegt vor drei Staaten und zwei deutschen Bundesländern, und aus dieser Lage folgt die Regel, die vor allen anderen steht. Für den Obersee mit dem Überlinger See gilt die Landesfischereiverordnung Baden-Württembergs ausdrücklich nicht. An ihrer Stelle stehen die Bodenseefischereiverordnung, die Fischschongebietsverordnung und die Beschlüsse der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei, in der Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein Schonzeiten, Maße und Geräte gemeinsam festlegen. Wer mit den Fristen seines Landes an den See kommt, hat die falschen dabei.

Das zweite, was aus der Lage folgt, ist die Karte. Am Obersee gibt es keine Tageskarte eines Vereins, sondern einen Erlaubnisschein, den das Land ausgibt, als Uferkarte oder als Karte für Boot und Ufer, für den Monat oder das Jahr, für Baden-Württemberg über ForstBW, für das bayerische Ufer bei Lindau über das Landratsamt. Dazu gehört der Fischereischein, und dazu gehört ein Fangstatistikheft, in das jeder entnommene Fisch eingetragen wird und das bis Ende Januar zurückgeht. Diese Statistik ist der Grund, warum die IBKF über den See mehr weiß als jede Behörde über jeden anderen See in Deutschland.

251 m Größte Tiefe des Obersees, im Mittel rund 90 Meter, das tiefste stehende Gewässer Deutschlands
25 m Wassertiefe, ab der die deutsche Erlaubnis vor dem schweizerischen, österreichischen und bayerischen Ufer vom Boot aus gilt
21 t Felchenfang der Berufsfischer zuletzt vor dem Verbot, gegen rund 800 Tonnen im Jahr 20 Jahre davor

Vom Ufer: die Halde des Überlinger Sees

Der See hat 273 Kilometer Ufer in drei Ländern, 173 davon in Deutschland, und der Teil, den die Karte von ForstBW abdeckt, liegt zwischen Bodman im Westen und Kressbronn an der bayerischen Grenze. Er zerfällt in zwei Hälften. Im Überlinger See zwischen Bodman und Überlingen fällt der Grund dicht am Ufer steil ab, wenige Wurfweiten draußen liegen 20 Meter Wasser, und das macht diesen Arm zur ersten Adresse für jeden, der tiefes Wasser vom Land erreichen will. Die Seeforelle im Frühjahr, der Hecht an der Kante, der Barsch im Herbst in der Tiefe, alles steht hier in Reichweite eines Wurfblinkers.

Blick von der Steinschüttung am Ufer des Überlinger Sees auf das klare, tiefblaue Wasser, das wenige Meter vom Ufer entfernt steil in die Tiefe abfällt, gegenüber das bewaldete Steilufer

Die Farbe verrät die Tiefe. Wo das Hellgrün der Steine ins Dunkelblau kippt, beginnt die Halde, und der Blinker gehört genau über diese Linie geworfen, dann abgezählt und die Kante hinauf geführt. Der Fisch steht an der Kante, nicht im Blauen dahinter und nicht im Grünen davor.

Wenige Wurfweiten draußen liegen 20 Meter Wasser. AI-Bild

Der Wurfblinker ist die Ufermethode dieser Halde. 18 bis 28 Gramm, schlank, silbern oder kupfern, über die Kante geworfen und abgezählt, bis er die Tiefe hat, in der der Fisch steht, dann die Halde hinauf geführt, mit Stopps, in denen er flattert. Die Tiefe hängt an der Zählzeit, und die Zählzeit am Gewicht. Der Rechner ist mit dem Halden-Blinker vorbelegt, 22 Gramm über 5 Meter Wasser an der Kante, und sagt, wie lange du zählst.

Wie tief steht dein Blinker nach fünf Sekunden?

Rechner

Ein Blinker hat keine Lauftiefe, er hat eine Sinkrate. Wie tief er fischt, entscheidest du über die Sekunden nach dem Aufkommen, und wie schnell er dabei fällt, hängt an seiner Blechstärke und nicht am Aufdruck.

Sink-Rechner

Gewicht, Länge und Wassertiefe rein, Zählzeit raus

  • Sinkrate …
  • Zähl bis …
  • Was du in der Hand hast …

Die Werte gelten für freies Absinken bei loser Schnur. Hältst du die Schnur straff, pendelt der Köder zu dir und sinkt rund ein Viertel langsamer. Bei ganz loser Schnur fällt er voll durch, dann merkst du aber den Biss im Absinken nicht.

Östlich von Überlingen, vor Meersburg, Hagnau und Immenstaad, zieht sich die Halde flacher hinaus, und vor den Mündungen von Seefelder Aach, Rotach, Schussen und Argen liegen die Flachzonen des Sees, mit Kraut, Weißfisch und den Räubern am Rand. Diese Zonen tragen zum Teil Schutzregeln als Fischschonbezirk, mit eigenen Zeiten, die im Erlaubnisschein stehen. Vom Ufer gilt die Erlaubnis nur dort, wo das Ufer der Allgemeinheit zugänglich ist, private Stege und Grundstücke gehören nicht dazu, das Hafenbecken Friedrichshafen ist gesperrt, seine Molen sind befischbar.

Flachwasserzone vor einer Flussmündung am Bodensee mit Schilfgürtel und Krautfeldern unter der Oberfläche, im Hintergrund die weite Wasserfläche und die Alpen im Dunst

Argen, Schussen, Rotach und Seefelder Aach tragen Sand und Nährstoffe in den See und bauen davor die Flachzonen, die dem tiefen Obersee sonst fehlen. Weißfisch steht im Kraut, Hecht und Zander an dessen Rand, und ein Teil dieser Zonen ist Fischschonbezirk mit eigenen Zeiten.

Vor den Mündungen wird der See flach und grün. AI-Bild

Die Standplätze eines Sees sind am Bodensee dieselben wie überall, nur in anderem Maßstab. Die Krautkante liegt vor den Mündungen, die Scharkante ist die Halde, und der Steg ist die Mole. Die Karte nummeriert die Strukturen so, wie du sie vom Ufer aus abfischst.

Wo der Fisch an diesem Gewässertyp steht

1 Ansicht

Stillwasser: Baggersee, Weiher, Talsperre

Krautfeld 1 Schilfgürtel 2 Scharkante 3 Totholz 4 Zufluss 5 Untiefe im Freiwasser 6
  1. Krautfeld

    Die Krautkante ist die wichtigste Linie des Sees. Sie liefert Deckung und Nahrung an derselben Stelle, und die Uferzone trägt insgesamt rund das Dreifache an Fischbiomasse je Hektar wie das Freiwasser.

  2. Schilfgürtel

    Der Röhrichtgürtel ist Laichplatz, Kinderstube und Deckung in einem. Er steht unter gesetzlichem Schutz, gefischt wird deshalb an seiner Kante und nicht in ihm.

  3. Scharkante

    Wo die Flachzone in die Tiefe abbricht, ziehen die Fische entlang statt quer durch das offene Wasser. Im Hochsommer gilt das nur oberhalb der Sprungschicht, darunter fällt die Kante als Standplatz aus.

  4. Totholz

    Ein liegender Stamm bringt Struktur in eine sonst gleichförmige Uferzone. Er wirkt zuverlässig, ersetzt aber keinen Lebensraum: Einzelstücke ziehen Fisch an, sie erzeugen keinen.

  5. Zufluss

    Ein Zulauf bringt Sauerstoff, Nahrung und einen Temperaturunterschied. Im Hochsommer und im Winter ist das der stärkste Reiz, den ein See zu bieten hat.

  6. Untiefe im Freiwasser

    Eine Bank oder ein Plateau mitten im See fängt Wind und Umwälzung ab und trägt oft härteren Grund als der Rest. In einem Weichboden-See ist das ein Alleinstellungsmerkmal.

Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher

Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Seerosenfeld, Freies Wasser, Steg.

Vom Boot: die Halde entlang und die 25-Meter-Linie

Vom Boot öffnet sich das freie Wasser, und damit alles, woran vom Ufer niemand herankommt, das Schleppen entlang der Haldenkante auf Seeforelle und Hecht, das Vertikalangeln auf Barsch über der Tiefe, und in den Jahren nach dem Verbot wieder die Hegene über dem Freiwasser. Die Bootskarte ist ein eigener Schein, und die Schleppzeiten stehen darin.

Die wichtigste Grenze vom Boot ist keine Linie am Ufer. Vor dem schweizerischen, österreichischen und bayerischen Ufer darf mit der deutschen Erlaubnis nur dort gefischt werden, wo das Wasser tiefer als 25 Meter ist. Vor einer steilen Halde ist das 200 Meter vom Ufer, vor einer Flachzone 2 Kilometer, und wer schleppt, hält die Tiefenlinie im Echolot wie eine Fahrrinne. Ganz ausgenommen vom Fischereirecht sind der Konstanzer Trichter vor der Stadt und einzelne Uferstrecken samt der Halden davor, unter anderem beiderseits der Mainau und vor Nußdorf. Dort ruht das Angeln auch mit gültiger Karte.

Kleines Angelboot auf dem offenen Bodensee mit zwei Ruten in Haltern, dahinter im Dunst das Schweizer Ufer mit den Alpen, das Wasser tiefblau und ruhig

Das Echolot ist am Bodensee ein Rechtsinstrument. Es zeigt, ob unter dem Boot die 25 Meter erreicht sind, ab denen die deutsche Karte vor den fremden Ufern gilt, und vor einer Flachzone kann diese Linie weit draußen liegen. Die beiden Ruten laufen in Haltern, eine flach für die Seeforelle, eine am Schleppblei für den Hecht an der Kante.

Vor dem fremden Ufer zählt die Wassertiefe, nicht die Entfernung. AI-Bild

Die Fische, und warum der Stichling alles verändert hat

Der Bodensee war der Felchensee. Die Berufsfischer fingen vor 20 Jahren rund 800 Tonnen Felchen im Jahr, 2022 waren es 21, ein Rückgang um 97 Prozent, und die IBKF hat den Fang ab 2024 für drei Jahre ganz gesperrt, für Berufsfischer und für Angler. Die Ursache liegt im Wasser selbst. Der Phosphorgehalt ist seit den 1980ern auf einen Bruchteil gesunken, damit das Plankton, damit die Nahrung der Felchen, und in dieses Loch ist der Stichling gestoßen, der seit 2013 im Freiwasser lebt und dort über 90 Prozent aller Fische stellt. Er frisst Laich und Brut, und die Quagga-Muschel filtert seit 2016, was an Plankton noch übrig ist.

Was den See trotzdem trägt, sind die Räuber und die Fische der Uferzone. Der Barsch, am See Egli oder Kretzer genannt, ist der zuverlässigste Fisch geblieben, in Schwärmen an der Halde und an jeder Mole. Der Hecht steht an den Krautkanten der Flachzonen und hat am Obersee weder Schonzeit noch Maß. Der Zander hat sich vor den Mündungen und in den Häfen festgesetzt, der Wels nimmt seit Jahren zu, und der Aal läuft nachts vor den Mündungen. Dazu Karpfen, Schleie, Rotauge und Brachse im Flachen, die Äsche in den Mündungen, die Trüsche, wie die Quappe hier heißt, in der Tiefe, und die Seeforelle, die Königin des Sees, die seit 2026 erst ab 60 Zentimetern mitgenommen werden darf.

Art Wo am deutschen Ufer Wann Methode
Barsch Halde, Molen, Steinschüttungen, Häfen September bis November, Mai Gummi 5 bis 8 cm, Dropshot, vertikal vom Boot
Hecht Krautkanten vor den Mündungen, Haldenkante Mai bis Juni, Oktober Schleppen, Wurfblinker, großer Gummi
Zander Mündungen, Häfen, Halde in der Dämmerung Juni bis Oktober Gummifisch am Grund, Köderfisch aus dem See
Seeforelle Halde des Überlinger Sees, Freiwasser März bis Mai am Ufer, Sommer vom Boot Wurfblinker, Schleppen mit Spange
Aal, Wels vor den Mündungen, Häfen Mai bis September, bis 1 Uhr Tauwurm, Köderfisch am Grund
Karpfen, Schleie Flachzonen, Kraut Mai bis September Feeder, Pose
Felchen Freiwasser gesperrt bis Ende 2026, ab 2027 Mai bis August Hegene, höchstens drei je Tag

Fünf Methoden decken diese Fische am deutschen Ufer ab, und die Karten sagen, wann welche dran ist.

Wurfblinker an der Halde

Die Ufermethode des Überlinger Sees. Ein schlanker Blinker von 18 bis 28 Gramm wird über die Kante geworfen, zählt ab und läuft die Halde hinauf, im Frühjahr auf Seeforelle und Hecht, im Herbst auf Barsch. Der Sink-Rechner unten sagt, wie lange du zählst.

Ufer Frühjahr Halde

Gummifisch und Dropshot auf Barsch

Der Barsch ist der zuverlässigste Fisch des Sees. Vom Ufer an Molen, Stegen und Steinschüttungen mit 5 bis 8 Zentimetern Gummi, vom Boot an der Halde in 10 bis 20 Metern vertikal oder am Dropshot. Von Mitte September bis November stehen die Schwärme tief und dicht.

Barsch Herbst Boot

Schleppen auf Seeforelle und Hecht

Vom Boot entlang der Haldenkante, mit Spange oder Wobbler bei 3 bis 4,5 Stundenkilometern, im Frühjahr flach, im Sommer mit Schleppblei auf 8 bis 16 Meter. Die Bootskarte ist Pflicht, und die Schleppzeiten stehen im Schein.

Boot Seeforelle Hecht

Aal und Wels bis 1 Uhr

Die einzige Nachtmethode am See. Tauwurm oder Köderfisch aus dem Bodensee am Grund vor den Mündungen und Häfen, von Mai bis September. Der Wels nimmt seit einigen Jahren zu, und für beide gilt die Ausnahme bis 1 Uhr nur vom Ufer.

Nacht Ufer Sommer

Karpfen, Schleie und Rotauge in den Flachzonen

Vor den Mündungen von Argen, Schussen, Rotach und Seefelder Aach liegen die Flachzonen mit Kraut und Weißfisch. Feeder und Pose mit Mais und Made, mit Rücksicht auf die Fischschonbezirke, die dort teilweise liegen.

Friedfisch Mündung Sommer

Der Tag am See, gerechnet nach der Sonne über Konstanz

Die Angelzeit am Obersee ist gesetzt. Sie beginnt 60 Minuten vor dem Sonnenaufgang und endet 60 Minuten nach dem Sonnenuntergang, jeweils bezogen auf Konstanz. Nachtangeln gibt es nur als Ausnahme, Aal und Wels vom Ufer bis 1 Uhr. Für Barsch, Hecht, Zander und Seeforelle bleibt der Tag, und darin die beiden Dämmerungen, die am klaren See noch mehr zählen als anderswo, weil das Wasser am Tag bis 10 Meter tief durchsichtig ist und der Räuber im Licht sieht, was ihn nicht überzeugt.

Gefischt wird mit höchstens zwei Ruten, und der Köderfisch muss aus dem Bodensee stammen. Ein mitgebrachtes Rotauge aus dem Vereinsweiher ist am See verboten, weil der Bestand vor eingeschleppten Arten und Krankheiten geschützt wird, und der Stichling zeigt, warum.

Beste Saison

Beißphase (je höher, desto besser) Schonzeit Aktueller Monat

Über alle Arten am deutschen Ufer. Frühjahr und Herbst an der Halde, im Sommer vom Boot über tiefem Wasser, im Winter Barsch und Trüsche in der Tiefe. Die Schonzeiten des Obersees stehen in der Tabelle im Text.

Das eigene Recht des Obersees in einer Tabelle

Die Fristen des Obersees weichen von allem ab, was du aus deinem Bundesland kennst, und sie beginnen und enden mittags um 12 Uhr. Die Tabelle nennt den Stand der Bodenseefischereiverordnung mit den Beschlüssen der IBKF. Verbindlich ist der Erlaubnisschein mit seinen Beilagen, und die Konferenz kann Fristen jedes Jahr anpassen.

Art Schonzeit am Obersee Maß Besonderheit
Felchen ganzjährig gesperrt bis Ende 2026 kein Maß ab 2027 nur Mai bis August, höchstens drei je Tag
Seeforelle 1. November bis 10. Januar 60 cm seit 2026 vorher 50 cm, Schleppverbot in der Frist
Zander 1. April bis 31. Mai 40 cm am Untersee andere Frist
Barsch 20. April bis 10. Mai kein Maß im Sommer ab 13 cm anzulanden, höchstens 30 je Tag
Hecht keine kein Maß wie jeder Fang sofort zu töten
Äsche 1. Februar bis 30. April 35 cm vor allem in den Mündungen
Seesaibling 1. November bis 31. Dezember kein Maß höchstens fünf je Tag
Aal keine 50 cm vom Ufer bis 1 Uhr
Karpfen, Schleie keine 25 cm, 20 cm

Stand der Tabelle sind die Bodenseefischereiverordnung in der Fassung vom 17. Januar 2023 und die Einzelanordnung des Regierungspräsidiums Tübingen vom 15. Dezember 2025, die die IBKF-Beschlüsse für das Jahr 2026 umsetzt, beide in den Quellen verlinkt. Sie ist keine Rechtsauskunft, der Erlaubnisschein mit seinen Beilagen darf strenger sein und ist es an einzelnen Stellen. Wer am Untersee zwischen Konstanz und Stein am Rhein fischt, hat eine eigene Fischereiordnung, eigene Karten und eigene Fristen, und dieser Ratgeber gilt dort nicht.

Was das Fangbuch über den Bodensee sagt

Der Block zählt nur die Fänge, die am Revier Bodensee gemeldet wurden, mit Art, Monat, Stunde und Köder. Er ist die Statistik der Angler, die die IBKF-Zahlen ergänzt, und er füllt sich mit jeder Meldung vom deutschen Ufer.

Noch zu wenige Meldungen für eine Auswertung

Dazu liegen bisher zu wenige Fänge mit Datum und Revier vor. Sobald genug zusammenkommen, stehen hier die stärksten Monate, die beste Tageszeit und die Reviere mit den meisten Fängen.

Fänge vom Bodensee mit Foto, sobald die ersten öffentlich stehen:

Noch kein Fang mit Foto gemeldet

Hier stehen Fänge aus der Community, sobald der erste öffentlich eingetragen wurde. Jede Kachel führt dann zum Revier dahinter.

Fänge eintragen

Was am Obersee schiefgeht, und woran es liegt

Was am größten See schiefgeht, hat selten mit dem Fisch zu tun und meist mit der Karte im Kopf. Die Tabelle nennt die drei Fälle, die am deutschen Ufer immer wieder vorkommen, ihre Ursache und den Ausweg.

Was passiert Was dahintersteckt Was hilft
Die Schonzeit aus Baden-Württemberg wird auf einen Fisch angewandt, der am Obersee eine andere hat oder keine Die Landesverordnung im Kopf, obwohl sie für den Obersee ausdrücklich nicht gilt Die Tabelle des Obersees oben, und im Zweifel der Erlaubnisschein mit seinen Beilagen
Das Boot liegt 300 Meter vor dem Schweizer Ufer über 18 Metern Wasser, wo die deutsche Karte nicht gilt Die Uferlinie als Grenze, dabei zählt vor fremden Ufern allein die Wassertiefe Die 25-Meter-Linie im Echolot halten, vor einer Flachzone liegt sie weit draußen
Der Blinker fliegt über die Halde hinaus in 40 Meter Wasser, wo im Frühjahr kein Fisch steht Der Wurf ins Blaue statt an die Kante, an der alle stehen Über die Farbgrenze werfen, abzählen und die Halde hinauf führen

Bevor du an den Bodensee fährst

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Der See nach dem Stichling

Der Bodensee ist nicht mehr der See der Felchen, und er wird es in dieser Form nicht wieder. Was bleibt, ist ein klarer, tiefer, kalter See mit einer Halde, die vom Ufer erreichbar ist, mit Barschen in Schwärmen, mit Hechten ohne Maß, mit Zandern vor den Mündungen und mit einer Seeforelle, die dank 60 Zentimetern Maß meist wenigstens einmal gelaicht hat, bevor sie mitgenommen werden darf. Die Regeln dazu sind andere als überall sonst im Land, und sie stehen auf der Seite des Reviers, mit dem Fang-Index für heute und den Meldungen der Angler, die vor dir am Wasser waren.

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Häufige Fragen

8 Fragen
Was brauche ich, um am Bodensee zu angeln?

Einen gültigen Fischereischein und den Erlaubnisschein für den Obersee, als Uferkarte oder als Karte für Boot und Ufer. Für das baden-württembergische Ufer gibt ForstBW ihn aus, für das bayerische Ufer bei Lindau das Landratsamt. Dazu kommt das Fangstatistikheft, in das jeder entnommene Fisch eingetragen wird. Eine Tageskarte im Sinne eines Vereinsscheins gibt es am Obersee nicht, die kleinste Karte läuft einen Monat.

Welche Schonzeiten gelten am Bodensee?

Die des Obersees, nicht die des Landes. Seeforelle, Zander, Äsche und Seesaibling haben eigene Fristen, der Barsch ein kurzes Fenster im Frühjahr, die Felchen sind bis Ende 2026 ganz gesperrt, und der Hecht hat weder Schonzeit noch Maß. Die Tabelle im Text führt jede Art mit Frist und Maß nach der Bodenseefischereiverordnung und der Einzelanordnung für 2026, und alle Fristen beginnen und enden mittags um 12 Uhr.

Darf ich am Bodensee Felchen angeln?

Bis Ende 2026 nicht. Die Bevollmächtigtenkonferenz der Anrainerstaaten hat die Felchen ab 2024 für drei Jahre gesperrt, für Angler und Berufsfischer, weil der Fang von rund 800 Tonnen im Jahr auf 21 Tonnen gefallen war. Ab 2027 ist die Hegene wieder erlaubt, von Mai bis August, mit einer Grenze von drei Felchen je Tag und zunächst befristet bis Ende 2028.

Wo angelt man am Bodensee vom Ufer am besten?

Am Überlinger See zwischen Bodman und Überlingen, wo die Halde in Wurfweite auf 20 Meter fällt und Seeforelle, Hecht und Barsch vom Land erreichbar sind. Weiter östlich vor Meersburg und Immenstaad zieht sich die Halde flacher, und vor den Mündungen von Argen, Schussen und Aach liegen Flachzonen für Friedfisch. Erlaubt ist das Ufer nur, wo es öffentlich zugänglich ist.

Warum gibt es am Bodensee so wenige Fische?

Weil das Wasser sauber wurde und der Stichling kam. Der Phosphorgehalt ist seit den 1980ern auf einen Bruchteil gesunken, damit fehlt das Plankton, und seit 2013 stellt der Stichling über 90 Prozent der Fische im Freiwasser und frisst Laich und Brut der Felchen. Die Quagga-Muschel filtert seit 2016 zusätzlich. Barsch, Hecht, Zander und Wels sind davon weniger betroffen.

Darf ich mit dem Boot überall auf dem Bodensee angeln?

Mit der deutschen Bootskarte auf dem ganzen Obersee, vor dem schweizerischen, österreichischen und bayerischen Ufer aber nur dort, wo das Wasser tiefer als 25 Meter ist. Ausgenommen sind der Konstanzer Trichter und einzelne Uferstrecken samt Halde, etwa an der Mainau und vor Nußdorf. Für das Schleppen und die Fischschonbezirke gelten eigene Zeitfenster.

Bis wann darf ich am Bodensee angeln?

Von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang, gerechnet für Konstanz. Nachtangeln gibt es nur als Ausnahme für Aal und Wels vom Ufer bis 1 Uhr. Für Barsch, Hecht und Zander bleibt der Tag, und der Fang-Index des Reviers zeigt, welche Stunde davon am stärksten ist.

Gilt am Untersee dasselbe wie am Obersee?

Nein. Der Untersee zwischen Konstanz und Stein am Rhein hat eine eigene Fischereiordnung zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz, eigene Karten und eigene Fristen. Dieser Ratgeber beschreibt den Obersee mit dem Überlinger See, den das Revier im Bestand abdeckt.

René Seidel

Geschrieben von

René Seidel

Ich angle seit 2002: angefangen mit acht Jahren an den Weihern, die mein Vater gepachtet hatte, heute vor allem am Neckar bei Heilbronn, an der Wörnitz und am Main. Mit CatchHub baue ich die Angel-Community, in der ich meine Praxis am Wasser mit echten Fangdaten zusammenbringe.

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