Kurz gesagt
- Die Quappe (Lota lota) ist der einzige Vertreter der Dorschartigen im Süßwasser, mit einem Bartfaden am Kinn, zwei Rückenflossen und Bauchflossen, die an der Kehle vor den Brustflossen sitzen.
- Sie laicht von Dezember bis Februar bei Wassertemperaturen unter 4 Grad, nachts und in Knäueln am Grund, und legt mit 350.000 bis 750.000 Eiern je Kilo mehr ab als jeder andere heimische Süßwasserfisch.
- Im Winter frisst sie intensiv, im Sommer kaum, deshalb ist die kalte Jahreszeit die Fangzeit, nachts, auf Grund, mit Wurm oder Fischfetzen.
- In Deutschland wird sie meist 30 bis 60 cm lang, ein Fisch von 50 cm wiegt rund 1 Kilo, in Sibirien werden aus derselben Art Fische über einen Meter.
- Nach der Roten Liste gilt sie in Deutschland als stark gefährdet. Vier Bundesländer schützen sie ganzjährig, vier schonen sie im Winter, Sachsen macht beides, die übrigen führen ein Mindestmaß von 30 bis 40 cm.
Ein Dorsch im Fluss
Alle Dorschartigen leben im Meer, bis auf einen. Die Quappe ist ein Dorsch, der irgendwann in der Eiszeit ins Süßwasser gezogen ist und dort geblieben ist, mit allem, was ihre Verwandtschaft ausmacht, dem Bartfaden am Kinn, den zwei Rückenflossen, der Vorliebe für kaltes Wasser und der Leber, die bei ihr fast ein Zehntel des Körpergewichts ausmacht. Sie lebt in den großen Flüssen, in kühlen, tiefen Seen und bis in die Bodden der Ostsee, versteckt sich tagsüber unter Steinen, Wurzeln und Totholz und kommt erst in der Dämmerung heraus.
Quappe erkennen
4 MerkmaleDrei Merkmale reichen, und eines davon hat kein anderer heimischer Fisch. Wer den Bartfaden am Kinn sieht, hält eine Quappe, alles andere ist Bestätigung.
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Ein Bartfaden am Kinn
Genau einer, mittig unter dem Unterkiefer. Der Wels hat sechs, die Barbe vier, der Aal keinen.
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Zwei Rückenflossen
Eine kurze vorn, eine lange dahinter, die fast bis zum Schwanz reicht. Der Aal hat einen durchgehenden Saum.
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Marmorierte Haut
Dunkle Flecken auf olivbraunem Grund, die Schuppen so winzig, dass die Haut glatt wirkt. Der Aal ist einfarbig.
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Abgerundete, eigene Schwanzflosse
Deutlich vom Körper abgesetzt, nicht mit den anderen Flossen verwachsen. Die Bauchflossen sitzen an der Kehle, vor den Brustflossen, wie bei allen Dorschen.
Nicht verwechseln mit
2 ArtenVerwechselt wird diese Art vor allem mit den folgenden. Unter jedem Umriss steht, woran der Unterschied hängt.
Aal
Ähnlich lang, glatt und schleimig, und ebenfalls nachts am Grund. Aber ohne Bartfaden, ohne Bauchflossen und mit einem durchgehenden Flossensaum statt zweier Rückenflossen und einer eigenen Schwanzflosse.
Wels
Ein junger Wels hat den breiten Kopf und die lange Afterflosse, aber sechs Barteln statt einer, eine winzige Rückenflosse und keine zweite. Die Quappe hat eine gefleckte, marmorierte Haut, der Wels ist einfarbig dunkel.
Steckbrief Quappe
- Wissenschaftlicher Name
- Lota lota
- Familie
- Quappen (Lotidae) Der einzige Dorschartige im Süßwasser
- Andere Namen
- Trüsche, Aalrutte, Rutte, Aalquappe
- Länge
- meist 30 bis 60 cm In Deutschland selten über 70 cm
- Maximale Länge
- etwa 120 cm In den Strömen Nordsibiriens, mit über 20 kg, FishBase führt 152 cm als Einzelangabe
- Gewicht
- 50 cm rund 1 kg, 70 cm rund 3 kg Richtwert nach Länge, die Tabelle unten rechnet es
Alle 15 Angaben
- Laichzeit
- Dezember bis Februar Bei Wassertemperaturen unter 4 Grad, nachts, in Knäueln am Grund
- Eier
- 350.000 bis 750.000 je Kilo Die höchste Zahl aller heimischen Süßwasserfische
- Geschlechtsreife
- im 3. bis 4. Jahr Bei 25 bis 40 cm Länge
- Aktivität
- nachts, vor allem im Winter Unter 4 Grad am aktivsten, im Sommer kaum Nahrungsaufnahme
- Nahrung
- Fische, Krebse, Würmer, Laich Jungfische fressen Plankton und Kleintiere
- Lebensraum
- Flüsse, kühle Seen, Brackwasser Bewohner der Sohle, braucht Verstecke, Strömung über 0,25 m/s hält sie nur Minuten
- Wanderung
- zum Laichen flussauf, bis über 100 km Von September bis November bei 10 bis 12 Grad
- Bestand
- stark gefährdet Rote Liste Deutschland, Wehre trennen die Laichgebiete ab
- Alter
- bis etwa 20 Jahre Höchstalter nach FishBase
Wo die Quappe steht
Die Quappe ist eine schlechte Schwimmerin. Ihr Körper ist auf Lauern gebaut, nicht auf Strömung, und eine Fließgeschwindigkeit über 0,25 Meter je Sekunde hält sie nur Minuten durch. Sie steht deshalb dort, wo das Wasser ruhig ist und der Grund Verstecke hat, im Kehrwasser hinter der Buhne, unter dem unterspülten Prallhang, im versunkenen Holz, am Fuß der Kante im See. Tagsüber ist sie unsichtbar, nachts zieht sie im Umkreis ihres Verstecks über den Grund, und im Winter weiter.
Die Nacht im Januar
Bei jeder anderen Art fällt die Nacht im Winter aus. Die Quappe frisst genau dann, nach Einbruch der Dunkelheit, am Grund, bei 1 bis 4 Grad. Der Köder liegt im Kehrwasser oder am Fuß der Kante, das Knicklicht zeigt den Biss, und der Angler sitzt im Windschatten mit dem Rücken zum Frost.
Die einzige Winternacht, die sich lohnt. AI-Bild
Wo Quappe steht
3 Ansichten-
Scharkante
Im geschichteten See lebt sie tief und kühl, an der Scharkante und darunter. Nachts zieht sie an der Kante entlang ins Flachere.
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Totholz
Versunkenes Holz am Fuß der Kante hält sie tagsüber. Ein Köder 2 Meter daneben fängt nachts, einer mittendrin hängt.
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Zufluss
Kaltes, sauerstoffreiches Wasser aus dem Zulauf zieht sie an, im Winter zum Laichen in den Bach selbst.
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Steg
Ein Steg über tiefem Wasser ist im Winter die Stelle, an der der Köder senkrecht unter der Spitze liegt, ohne dass ein Wurf ihn dorthin bringen muss.
Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Schilfgürtel, Seerosenfeld, Krautfeld, Freies Wasser, Untiefe im Freiwasser.
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Kehrwasser
Die Quappe hält keine Strömung über 0,25 Meter je Sekunde länger als Minuten. Sie steht im Kehrwasser hinter der Buhne und im ruhigen Strich unter dem Prallhang.
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Prallhang
Unterspülte Ufer und Wurzeln am tiefen Außenbogen sind ihr Tagesversteck. Nachts kommt sie an den Fuß der Kante heraus.
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Totholz
Ein versunkener Baum ist Versteck und Speisekammer zugleich. Der Köder liegt am Rand davon, stromab, wo die Quappe nachts herauszieht.
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Einmündung
Zur Laichzeit steigt sie in die Nebenbäche auf. Die Mündung ist von November bis Februar die Stelle, an der sie vorbeikommt, oft in Trupps.
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Buhnenfeld
Zwischen den Steinen des Buhnenkopfs steht sie tagsüber. Der Köder liegt nachts im Kessel dahinter, nicht auf den Steinen.
Gewässertyp im Lexikon: Fluss Strom Bach
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Brückenpfeiler, Gleithang, Krautfahne.
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Steinpackung
Die Lücken zwischen den Steinen sind Versteck, nachts sucht sie davor am Grund.
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Kaimauer
Am Fuß der Wand, im tiefsten Wasser des Kanals, steht sie im Winter dicht am Boden.
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Hafeneinfahrt
An der Hafeneinfahrt wechseln Tiefe und Grund. Solche Übergänge sind ihre Leitlinie in der Nacht.
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Brückenpfeiler
Unter der Brücke liegt der Kanal im Schatten und oft eine Spur tiefer. Die Pfeiler sind Versteck, der Köder liegt zwischen ihnen auf dem Grund.
Gewässertyp im Lexikon: Kanal Hafen
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Fahrrinne, Liegeplätze.
Der einzige Fisch, der im Winter laicht
Alles, was an der Quappe seltsam ist, folgt aus ihrer Laichzeit. Sie laicht von Dezember bis Februar, bei Wassertemperaturen unter 4 Grad, wenn jede andere Art stillsteht. Vorher wandert sie, in vielen Flüssen von September bis November stromauf, sobald das Wasser auf 10 bis 12 Grad fällt, teils über 100 Kilometer weit, wie es für die Elbe belegt ist. Wo Wehre den Weg versperren, weicht sie in die Nebenbäche aus. Das Ablaichen passiert nachts, kleine Gruppen bilden sich windende Knäuel, die am Grund entlangziehen, und die Eier treiben mit einer Ölkugel im Freiwasser, bis sie sich in ruhigen Abschnitten anheften.
Der Laichzug in den Bach
Wo die großen Flüsse verbaut sind, laichen die Quappen in den Zuflüssen, und die Mündung ist im Winter der Ort, an dem sie vorbeiziehen. Die Eier treiben mit einer Ölkugel im Freiwasser, bis sie sich in ruhigen Abschnitten am Grund anheften. Ein Bach ohne Wehr ist für die Art wichtiger als jede Besatzmaßnahme.
Über solche Mündungen steigt sie im Dezember auf. AI-Bild
Die Zahl dahinter ist ein Rekord. Ein Kilo Quappe legt 350.000 bis 750.000 Eier, mehr als jeder andere heimische Süßwasserfisch, und die Zahl sagt, wie hoch die Verluste sind. Die Larven schlüpfen nach 30 bis 75 Tagen mit 3 bis 4 Millimetern, leben zuerst im Freiwasser und brauchen im Frühjahr überflutete Auen, in denen sich das Plankton entwickelt, das sie fressen. Ein Fluss ohne Aue ist für die Quappe ein Fluss ohne Nachwuchs.
Der Irrtum von der Winterruhe
Fische ruhen im Winter, so die Regel, und die Quappe bricht sie. Ihr Stoffwechsel ist in der kalten Jahreszeit höher als im Sommer, sie frisst von Herbst bis Frühjahr intensiv und im Sommer kaum, und am aktivsten ist sie bei Wassertemperaturen unter 4 Grad. Wer die Quappe im Juli sucht, findet einen Fisch, der unter einem Stein liegt und nichts nimmt. Wer sie im Januar nachts am Grund des Kehrwassers sucht, findet den einzigen Räuber des Gewässers, der gerade jagt. Dass die Art dennoch als Winterschläfer gilt, liegt daran, dass niemand im Januar nachts am Wasser sitzt.
Schonzeit und Maß: zwei Sorten Länder
Die Regeln zur Quappe sind zweigeteilt, und die Teilung folgt dem Bestand. Vier Länder im Westen führen sie als ganzjährig geschützte Art, dort geht jede Quappe zurück. Vier Länder schonen sie im Winter, genau in der Zeit, in der sie laicht und beißt, und Sachsen macht beides: in Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster gilt die Winterschonzeit, in jedem anderen sächsischen Gewässer der ganzjährige Schutz. Die übrigen führen ein Mindestmaß zwischen 30 und 40 Zentimetern und keine Frist, Hamburg dazu ein Entnahmefenster. Die Tabelle zeigt jede Landesregel einzeln, gerechnet für heute, und die Gewässerordnung darf strenger sein.
Schonzeit und Mindestmaß nach Bundesland
12 Bundesländer, Mindestmaß zwischen 30 und 40 cm
| Bundesland | Schonzeit | Maß, Mindestmaß in Zentimetern |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 1. Nov. bis 28. Feb. heute frei | 30 cm |
| Bayern | keine Schonzeit heute frei | 40 cm |
| Berlin | keine Schonzeit heute frei | 30 cm |
| Brandenburg | keine Schonzeit heute frei | 30 cm |
| Bremen | keine Schonzeit heute frei | 35 cm |
| Hamburg Entnahmefenster bis 50 cm, höchstens drei Fische am Tag | keine Schonzeit heute frei | 30 cm |
| Hessen | Ganzjährig geschützt heute geschont | kein Maß |
| Mecklenburg-Vorpommern An der Küste ohne Schonzeit | 1. Jan. bis 15. Feb. | 30 cm |
| Niedersachsen | keine Schonzeit heute frei | 35 cm |
| Nordrhein-Westfalen | Ganzjährig geschützt heute geschont | kein Maß |
| Rheinland-Pfalz | Ganzjährig geschützt heute geschont | kein Maß |
| Saarland | Ganzjährig geschützt heute geschont | kein Maß |
| Sachsen | in Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster 1. Jan. bis 31. März, sonst ganzjährig | 30 cm |
| Sachsen-Anhalt | keine Schonzeit heute frei | 30 cm |
| Schleswig-Holstein | 1. Jan. bis 28. Feb. heute frei | 35 cm |
| Thüringen | 1. Nov. bis 31. März heute frei | 30 cm |
Alle Angaben aus den Landesfischereiverordnungen, Stand und Quelle je Land auf der jeweiligen Schonzeiten-Seite. Der Status gilt für 11.10.2026.
Ohne Gewähr, und dein Erlaubnisschein darf strenger sein
Diese Tabelle gibt den Stand der Landesverordnungen wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten, größere Mindestmaße und Entnahmefenster festlegen, und sie tun es häufig. Verbindlich ist immer das Papier, das du am Wasser dabei hast.
Wie schwer ist eine Quappe von 50 cm?
Die Quappe ist langgestreckt wie der Aal, aber mit dem dicken Vorderkörper eines Dorsches, und deshalb schwerer, als ihre Länge vermuten lässt. Die Tabelle gibt Richtwerte nach Länge, gerechnet für Fische in normaler Kondition, und die Meldungen aus dem Fangbuch ersetzen sie, sobald genug Fische mit Länge und Gewicht vorliegen.
Länge, Gewicht und Mindestmaß
RichtwerteQuappe: Gewicht nach Länge
Mindestmaß, wo es eins gibt
Alle übrigen Bundesländer führen für diese Art kein Mindestmaß. Der Erlaubnisschein deines Gewässers kann trotzdem eins nennen, und er gilt zusätzlich.
Richtwert aus einer Längen-Gewichts-Beziehung, nicht gewogen. Ein Fisch aus einem mageren Fluss liegt darunter, einer vor der Laichzeit darüber. Sobald genug Fänge mit Gewicht gemeldet sind, rechnet diese Kurve mit den echten Fischen.
Wie alt ist eine Quappe von 40 cm?
Die Quappe wächst in den ersten Jahren schnell und wird im dritten oder vierten Jahr bei 25 bis 40 Zentimetern geschlechtsreif. Danach wird sie langsamer, und ein Fisch von 60 Zentimetern ist meist über acht Jahre alt. Die Spannen unten sind Richtwerte, ein Fisch aus einem kalten Fluss liegt am unteren Rand, einer aus einem nährstoffreichen See am oberen.
Wachstum: Alter und Länge
bis 70 cm- 1 Jahr 8 bis 14 cm
- 2 Jahre 16 bis 24 cm
- 3 Jahre 24 bis 33 cm
- 4 Jahre 30 bis 40 cm
- 6 Jahre 38 bis 50 cm
- 8 Jahre 45 bis 58 cm
- 12 Jahre 55 bis 70 cm
Was die Meldungen zur Quappe zeigen
Die Quappe ist im Fangbuch ein seltener Fisch, und jede Meldung zählt doppelt, weil sie zeigt, wo die Art noch vorkommt. Der Block unten sammelt Monat, Stunde, Köder und Revier der gemeldeten Quappen. Solange die Mindestzahl fehlt, steht er leer, und genau das ist die ehrliche Auskunft über eine Art, die kaum noch jemand fängt.
Noch zu wenige Meldungen für eine Auswertung
Dazu liegen bisher zu wenige Fänge mit Datum und Revier vor. Sobald genug zusammenkommen, stehen hier die stärksten Monate, die beste Tageszeit und die Reviere mit den meisten Fängen.
Die gemeldeten Quappen mit Foto, jede mit ihrem Revier:
Noch kein Fang mit Foto gemeldet
Hier stehen Fänge aus der Community, sobald der erste öffentlich eingetragen wurde. Jede Kachel führt dann zum Revier dahinter.
Fänge eintragenTief geschluckt, kalt gehalten
Die Quappe nimmt den Köder wie der Aal, sie saugt ihn ein und schluckt sofort, und wer wartet, hakt im Schlund. Der Anhieb kommt beim ersten Abzug. Der Fisch selbst ist bei Frost empfindlich, seine Schleimhaut trocknet an der Luft in Sekunden, und ein Tuch nimmt sie mit. Wer sie zurücksetzen muss oder will, hält sie mit nassen Händen, löst den Haken im Wasser und lässt sie gehen, bevor die Hände kalt werden.
Eine Quappe am Haken, und was dann gilt
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Warum die großen Quappen fehlen
Um 1900 fingen die Fischer der Unterelbe rund 20.000 Kilo Quappen im Jahr, eine großwüchsige Wanderform, die im Ästuar aufwuchs und zum Laichen in die Mittelläufe stieg. Diese Form ist an Weser und Ems erloschen, seit Wehre die Laichgebiete abtrennen, und in der Elbe hat sie sich nach dem Bau der Staustufe Geesthacht nur als kleiner Rest gehalten. Was heute in den Flüssen lebt, ist die kleinwüchsige, stationäre Form, und auch die ist nach der Roten Liste stark gefährdet, weil ihr die Auen fehlen, in denen die Larven aufwachsen. Wo ein Bach ohne Wehr in einen Fluss mündet und die Aue im Frühjahr überflutet wird, gibt es Quappen, und wo nicht, gibt es sie nicht. Welche Reviere sie führen, steht auf den Gewässerseiten, und wer eine fängt, meldet sie mit Revier und Länge, denn jede Meldung ist eine Verbreitungsangabe, die es sonst nicht gibt.
Häufige Fragen zur Fischart Quappe
8 FragenWas ist eine Quappe für ein Fisch?
Ein Dorsch des Süßwassers. Die Quappe (Lota lota) ist der einzige Vertreter der Dorschartigen, der ganz im Süßwasser lebt, verwandt mit Kabeljau und Seelachs. Sie ist langgestreckt, glatt und marmoriert, hat einen Bartfaden am Kinn, zwei Rückenflossen und lebt nachts am Grund von Flüssen und kühlen Seen. Andere Namen sind Trüsche, Aalrutte und Rutte.
Wann laicht die Quappe?
Von Dezember bis Februar, bei Wassertemperaturen unter 4 Grad, als einziger heimischer Fisch mitten im Winter. Das Ablaichen passiert nachts, die Fische bilden Knäuel am Grund, und die Eier treiben mit einer Ölkugel im Wasser, bis sie sich in ruhigen Abschnitten anheften. Vorher wandern viele Bestände flussauf, teils über 100 Kilometer.
Hat die Quappe eine Schonzeit?
Je nach Land. Vier Länder schützen sie ganzjährig, dort geht jede Quappe zurück. Vier weitere schonen sie im Winter, genau in der Laichzeit, und Sachsen macht beides: in Elbe, Mulde und Weißer Elster eine Winterschonzeit, überall sonst ganzjährig. Die übrigen führen nur ein Mindestmaß zwischen 30 und 40 cm, Hamburg dazu ein Entnahmefenster. Die Tabelle oben zeigt jede Landesregel einzeln.
Wie groß wird eine Quappe?
In Deutschland meist 30 bis 60 cm, Fische über 70 cm sind selten. Bei 50 cm wiegt sie rund ein Kilo, bei 70 cm rund drei. Im Norden Sibiriens werden aus derselben Art Fische über einen Meter und deutlich über 20 Kilo, weil dort das kalte Wasser das ganze Jahr hält.
Wann kann ich Quappen fangen?
Im Winter, nachts. Die Quappe frisst von Herbst bis Frühjahr intensiv und im Sommer kaum, und sie verlässt ihr Versteck erst in der Dämmerung. Die beste Zeit sind die Nächte von November bis Februar bei 1 bis 4 Grad, auf Grund, mit Tauwurm oder Fischfetzen, im Kehrwasser oder am Fuß der Kante. In vier Ländern ist das verboten, in vier weiteren und in den drei sächsischen Flüssen genau dann geschont, im übrigen Sachsen ganzjährig.
Woran erkenne ich eine Quappe vom Aal?
Am Bartfaden am Kinn, den der Aal nicht hat, an den zwei getrennten Rückenflossen statt des durchgehenden Flossensaums, an den Bauchflossen, die bei der Quappe an der Kehle sitzen und beim Aal fehlen, und an der eigenen, abgerundeten Schwanzflosse. Die Haut ist bei beiden glatt, die Quappe ist aber marmoriert.
Ist die Quappe gefährdet?
Ja, nach der Roten Liste Deutschlands gilt sie als stark gefährdet. Die Hauptursache sind Wehre, die die Laichwanderung abschneiden, und der Verlust der Auen, in denen die Larven im Frühjahr aufwachsen. Die großwüchsigen Wanderformen der Weser und Ems sind erloschen, in der Elbe hat sich ein kleiner Bestand gehalten.
Ist die Quappe ein Speisefisch?
Ja, wo die Entnahme erlaubt ist. Das Fleisch ist weiß, fest und grätenarm wie beim Dorsch, und die Leber gilt seit Jahrhunderten als Delikatesse. Um 1900 wurden allein in der Unterelbe rund 20.000 Kilo im Jahr gefangen. Heute ist die Quappe an den meisten Gewässern zu selten, um mehr als einen Einzelfisch zu rechtfertigen.
Quellen und Stand
3 Quellen-
Vollzugshinweise zum Schutz von Fischarten in Niedersachsen: Quappe, Aalrutte (Lota lota), LAVES und NLWKN, 2011 Lebensweise, Laichzeit unter 4 Grad, 350.000 bis 750.000 Eier je Kilo, Strömungstoleranz 0,25 m/s, Fangmengen der Unterelbe um 1900, Ursachen des Rückgangs; abgerufen am 18.09.2026
-
Rote Liste der Süßwasserfische und Neunaugen Deutschlands, Rote-Liste-Zentrum Einstufung der Quappe als stark gefährdet, abgerufen am 18.09.2026
-
FishBase: Lota lota (Linnaeus, 1758), Burbot Maximallänge und Höchstgewicht der Art, Verbreitung über die Nordhalbkugel
Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.
Passt dazu
Sieh nach, wo Quappe gerade gemeldet wird
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