Quappe liegt nachts zwischen Steinen auf dem Gewässergrund, der Bartfaden am Kinn im Lampenlicht AI
Fischart

Quappe: Fisch-Steckbrief, Laichzeit und Schonzeit

Die Quappe ist der Fisch, der alles verkehrt macht. Sie laicht im Januar, wenn das Wasser am kältesten ist, sie frisst im Winter und verschläft den Sommer, und sie ist der einzige Dorsch, der je in einen Fluss gezogen ist. Wer sie am Haken hat, sieht einen Bartfaden am Kinn, zwei Rückenflossen und eine Haut wie ein Aal, und er sollte vorher wissen, was sein Bundesland dazu sagt, denn vier Länder schützen sie das ganze Jahr.

Kurz gesagt

  • Die Quappe (Lota lota) ist der einzige Vertreter der Dorschartigen im Süßwasser, mit einem Bartfaden am Kinn, zwei Rückenflossen und Bauchflossen, die an der Kehle vor den Brustflossen sitzen.
  • Sie laicht von Dezember bis Februar bei Wassertemperaturen unter 4 Grad, nachts und in Knäueln am Grund, und legt mit 350.000 bis 750.000 Eiern je Kilo mehr ab als jeder andere heimische Süßwasserfisch.
  • Im Winter frisst sie intensiv, im Sommer kaum, deshalb ist die kalte Jahreszeit die Fangzeit, nachts, auf Grund, mit Wurm oder Fischfetzen.
  • In Deutschland wird sie meist 30 bis 60 cm lang, ein Fisch von 50 cm wiegt rund 1 Kilo, in Sibirien werden aus derselben Art Fische über einen Meter.
  • Nach der Roten Liste gilt sie in Deutschland als stark gefährdet. Vier Bundesländer schützen sie ganzjährig, vier schonen sie im Winter, Sachsen macht beides, die übrigen führen ein Mindestmaß von 30 bis 40 cm.

Ein Dorsch im Fluss

Alle Dorschartigen leben im Meer, bis auf einen. Die Quappe ist ein Dorsch, der irgendwann in der Eiszeit ins Süßwasser gezogen ist und dort geblieben ist, mit allem, was ihre Verwandtschaft ausmacht, dem Bartfaden am Kinn, den zwei Rückenflossen, der Vorliebe für kaltes Wasser und der Leber, die bei ihr fast ein Zehntel des Körpergewichts ausmacht. Sie lebt in den großen Flüssen, in kühlen, tiefen Seen und bis in die Bodden der Ostsee, versteckt sich tagsüber unter Steinen, Wurzeln und Totholz und kommt erst in der Dämmerung heraus.

Quappe erkennen

4 Merkmale

Drei Merkmale reichen, und eines davon hat kein anderer heimischer Fisch. Wer den Bartfaden am Kinn sieht, hält eine Quappe, alles andere ist Bestätigung.

1 2 3 4
  1. Ein Bartfaden am Kinn

    Genau einer, mittig unter dem Unterkiefer. Der Wels hat sechs, die Barbe vier, der Aal keinen.

  2. Zwei Rückenflossen

    Eine kurze vorn, eine lange dahinter, die fast bis zum Schwanz reicht. Der Aal hat einen durchgehenden Saum.

  3. Marmorierte Haut

    Dunkle Flecken auf olivbraunem Grund, die Schuppen so winzig, dass die Haut glatt wirkt. Der Aal ist einfarbig.

  4. Abgerundete, eigene Schwanzflosse

    Deutlich vom Körper abgesetzt, nicht mit den anderen Flossen verwachsen. Die Bauchflossen sitzen an der Kehle, vor den Brustflossen, wie bei allen Dorschen.

Nicht verwechseln mit

2 Arten

Verwechselt wird diese Art vor allem mit den folgenden. Unter jedem Umriss steht, woran der Unterschied hängt.

Steckbrief Quappe

Wissenschaftlicher Name
Lota lota
Familie
Quappen (Lotidae) Der einzige Dorschartige im Süßwasser
Andere Namen
Trüsche, Aalrutte, Rutte, Aalquappe
Länge
meist 30 bis 60 cm In Deutschland selten über 70 cm
Maximale Länge
etwa 120 cm In den Strömen Nordsibiriens, mit über 20 kg, FishBase führt 152 cm als Einzelangabe
Gewicht
50 cm rund 1 kg, 70 cm rund 3 kg Richtwert nach Länge, die Tabelle unten rechnet es
Alle 15 Angaben
Laichzeit
Dezember bis Februar Bei Wassertemperaturen unter 4 Grad, nachts, in Knäueln am Grund
Eier
350.000 bis 750.000 je Kilo Die höchste Zahl aller heimischen Süßwasserfische
Geschlechtsreife
im 3. bis 4. Jahr Bei 25 bis 40 cm Länge
Aktivität
nachts, vor allem im Winter Unter 4 Grad am aktivsten, im Sommer kaum Nahrungsaufnahme
Nahrung
Fische, Krebse, Würmer, Laich Jungfische fressen Plankton und Kleintiere
Lebensraum
Flüsse, kühle Seen, Brackwasser Bewohner der Sohle, braucht Verstecke, Strömung über 0,25 m/s hält sie nur Minuten
Wanderung
zum Laichen flussauf, bis über 100 km Von September bis November bei 10 bis 12 Grad
Bestand
stark gefährdet Rote Liste Deutschland, Wehre trennen die Laichgebiete ab
Alter
bis etwa 20 Jahre Höchstalter nach FishBase

Wo die Quappe steht

Die Quappe ist eine schlechte Schwimmerin. Ihr Körper ist auf Lauern gebaut, nicht auf Strömung, und eine Fließgeschwindigkeit über 0,25 Meter je Sekunde hält sie nur Minuten durch. Sie steht deshalb dort, wo das Wasser ruhig ist und der Grund Verstecke hat, im Kehrwasser hinter der Buhne, unter dem unterspülten Prallhang, im versunkenen Holz, am Fuß der Kante im See. Tagsüber ist sie unsichtbar, nachts zieht sie im Umkreis ihres Verstecks über den Grund, und im Winter weiter.

Angler von hinten am nächtlichen Flussufer im Winter, Knicklicht an der Rutenspitze, Schnee am Ufer, dunkles Wasser

Die Nacht im Januar

Bei jeder anderen Art fällt die Nacht im Winter aus. Die Quappe frisst genau dann, nach Einbruch der Dunkelheit, am Grund, bei 1 bis 4 Grad. Der Köder liegt im Kehrwasser oder am Fuß der Kante, das Knicklicht zeigt den Biss, und der Angler sitzt im Windschatten mit dem Rücken zum Frost.

Die einzige Winternacht, die sich lohnt. AI-Bild

Wo Quappe steht

3 Ansichten

Stillwasser: Baggersee, Weiher, Talsperre

Scharkante 1 Totholz 2 Zufluss 3 Steg 4
  1. Scharkante

    Im geschichteten See lebt sie tief und kühl, an der Scharkante und darunter. Nachts zieht sie an der Kante entlang ins Flachere.

  2. Totholz

    Versunkenes Holz am Fuß der Kante hält sie tagsüber. Ein Köder 2 Meter daneben fängt nachts, einer mittendrin hängt.

  3. Zufluss

    Kaltes, sauerstoffreiches Wasser aus dem Zulauf zieht sie an, im Winter zum Laichen in den Bach selbst.

  4. Steg

    Ein Steg über tiefem Wasser ist im Winter die Stelle, an der der Köder senkrecht unter der Spitze liegt, ohne dass ein Wurf ihn dorthin bringen muss.

Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher

Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Schilfgürtel, Seerosenfeld, Krautfeld, Freies Wasser, Untiefe im Freiwasser.

Der einzige Fisch, der im Winter laicht

Alles, was an der Quappe seltsam ist, folgt aus ihrer Laichzeit. Sie laicht von Dezember bis Februar, bei Wassertemperaturen unter 4 Grad, wenn jede andere Art stillsteht. Vorher wandert sie, in vielen Flüssen von September bis November stromauf, sobald das Wasser auf 10 bis 12 Grad fällt, teils über 100 Kilometer weit, wie es für die Elbe belegt ist. Wo Wehre den Weg versperren, weicht sie in die Nebenbäche aus. Das Ablaichen passiert nachts, kleine Gruppen bilden sich windende Knäuel, die am Grund entlangziehen, und die Eier treiben mit einer Ölkugel im Freiwasser, bis sie sich in ruhigen Abschnitten anheften.

Kleiner klarer Bach im Winter mündet in einen Fluss, Kiesgrund im flachen Wasser, Raureif am Ufer, keine Menschen

Der Laichzug in den Bach

Wo die großen Flüsse verbaut sind, laichen die Quappen in den Zuflüssen, und die Mündung ist im Winter der Ort, an dem sie vorbeiziehen. Die Eier treiben mit einer Ölkugel im Freiwasser, bis sie sich in ruhigen Abschnitten am Grund anheften. Ein Bach ohne Wehr ist für die Art wichtiger als jede Besatzmaßnahme.

Über solche Mündungen steigt sie im Dezember auf. AI-Bild

Die Zahl dahinter ist ein Rekord. Ein Kilo Quappe legt 350.000 bis 750.000 Eier, mehr als jeder andere heimische Süßwasserfisch, und die Zahl sagt, wie hoch die Verluste sind. Die Larven schlüpfen nach 30 bis 75 Tagen mit 3 bis 4 Millimetern, leben zuerst im Freiwasser und brauchen im Frühjahr überflutete Auen, in denen sich das Plankton entwickelt, das sie fressen. Ein Fluss ohne Aue ist für die Quappe ein Fluss ohne Nachwuchs.

Der Irrtum von der Winterruhe

Fische ruhen im Winter, so die Regel, und die Quappe bricht sie. Ihr Stoffwechsel ist in der kalten Jahreszeit höher als im Sommer, sie frisst von Herbst bis Frühjahr intensiv und im Sommer kaum, und am aktivsten ist sie bei Wassertemperaturen unter 4 Grad. Wer die Quappe im Juli sucht, findet einen Fisch, der unter einem Stein liegt und nichts nimmt. Wer sie im Januar nachts am Grund des Kehrwassers sucht, findet den einzigen Räuber des Gewässers, der gerade jagt. Dass die Art dennoch als Winterschläfer gilt, liegt daran, dass niemand im Januar nachts am Wasser sitzt.

Schonzeit und Maß: zwei Sorten Länder

Die Regeln zur Quappe sind zweigeteilt, und die Teilung folgt dem Bestand. Vier Länder im Westen führen sie als ganzjährig geschützte Art, dort geht jede Quappe zurück. Vier Länder schonen sie im Winter, genau in der Zeit, in der sie laicht und beißt, und Sachsen macht beides: in Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster gilt die Winterschonzeit, in jedem anderen sächsischen Gewässer der ganzjährige Schutz. Die übrigen führen ein Mindestmaß zwischen 30 und 40 Zentimetern und keine Frist, Hamburg dazu ein Entnahmefenster. Die Tabelle zeigt jede Landesregel einzeln, gerechnet für heute, und die Gewässerordnung darf strenger sein.

Schonzeit und Mindestmaß nach Bundesland

12 Bundesländer, Mindestmaß zwischen 30 und 40 cm

Schonzeit und Mindestmaß für Quappe nach Bundesland
Bundesland Schonzeit Maß, Mindestmaß in Zentimetern
Baden-Württemberg 1. Nov. bis 28. Feb. heute frei 30 cm
Bayern keine Schonzeit heute frei 40 cm
Berlin keine Schonzeit heute frei 30 cm
Brandenburg keine Schonzeit heute frei 30 cm
Bremen keine Schonzeit heute frei 35 cm
Hamburg Entnahmefenster bis 50 cm, höchstens drei Fische am Tag keine Schonzeit heute frei 30 cm
Hessen Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Mecklenburg-Vorpommern An der Küste ohne Schonzeit 1. Jan. bis 15. Feb. 30 cm
Niedersachsen keine Schonzeit heute frei 35 cm
Nordrhein-Westfalen Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Rheinland-Pfalz Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Saarland Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Sachsen in Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster 1. Jan. bis 31. März, sonst ganzjährig 30 cm
Sachsen-Anhalt keine Schonzeit heute frei 30 cm
Schleswig-Holstein 1. Jan. bis 28. Feb. heute frei 35 cm
Thüringen 1. Nov. bis 31. März heute frei 30 cm

Alle Angaben aus den Landesfischereiverordnungen, Stand und Quelle je Land auf der jeweiligen Schonzeiten-Seite. Der Status gilt für 11.10.2026.

Ohne Gewähr, und dein Erlaubnisschein darf strenger sein

Diese Tabelle gibt den Stand der Landesverordnungen wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten, größere Mindestmaße und Entnahmefenster festlegen, und sie tun es häufig. Verbindlich ist immer das Papier, das du am Wasser dabei hast.

unter 4 °C Wassertemperatur, bei der die Quappe laicht und am aktivsten ist
750.000 Eier je Kilo Körpergewicht im Höchstfall, Rekord unter den heimischen Süßwasserfischen
4 von 16 Bundesländer schützen die Quappe ganzjährig, vier weitere schonen sie im Winter, Sachsen je nach Fluss

Wie schwer ist eine Quappe von 50 cm?

Die Quappe ist langgestreckt wie der Aal, aber mit dem dicken Vorderkörper eines Dorsches, und deshalb schwerer, als ihre Länge vermuten lässt. Die Tabelle gibt Richtwerte nach Länge, gerechnet für Fische in normaler Kondition, und die Meldungen aus dem Fangbuch ersetzen sie, sobald genug Fische mit Länge und Gewicht vorliegen.

Länge, Gewicht und Mindestmaß

Richtwerte

Quappe: Gewicht nach Länge

  • 30 cm 210 g
  • 35 cm 340 g
  • 40 cm 520 g
  • 50 cm 1,0 kg
  • 60 cm 1,8 kg
  • 70 cm 2,9 kg
  • 80 cm 4,4 kg

Mindestmaß, wo es eins gibt

Alle übrigen Bundesländer führen für diese Art kein Mindestmaß. Der Erlaubnisschein deines Gewässers kann trotzdem eins nennen, und er gilt zusätzlich.

Richtwert aus einer Längen-Gewichts-Beziehung, nicht gewogen. Ein Fisch aus einem mageren Fluss liegt darunter, einer vor der Laichzeit darüber. Sobald genug Fänge mit Gewicht gemeldet sind, rechnet diese Kurve mit den echten Fischen.

Wie alt ist eine Quappe von 40 cm?

Die Quappe wächst in den ersten Jahren schnell und wird im dritten oder vierten Jahr bei 25 bis 40 Zentimetern geschlechtsreif. Danach wird sie langsamer, und ein Fisch von 60 Zentimetern ist meist über acht Jahre alt. Die Spannen unten sind Richtwerte, ein Fisch aus einem kalten Fluss liegt am unteren Rand, einer aus einem nährstoffreichen See am oberen.

Wachstum: Alter und Länge

bis 70 cm
  • 1 Jahr 8 bis 14 cm
  • 2 Jahre 16 bis 24 cm
  • 3 Jahre 24 bis 33 cm
  • 4 Jahre 30 bis 40 cm
  • 6 Jahre 38 bis 50 cm
  • 8 Jahre 45 bis 58 cm
  • 12 Jahre 55 bis 70 cm

Was die Meldungen zur Quappe zeigen

Die Quappe ist im Fangbuch ein seltener Fisch, und jede Meldung zählt doppelt, weil sie zeigt, wo die Art noch vorkommt. Der Block unten sammelt Monat, Stunde, Köder und Revier der gemeldeten Quappen. Solange die Mindestzahl fehlt, steht er leer, und genau das ist die ehrliche Auskunft über eine Art, die kaum noch jemand fängt.

Noch zu wenige Meldungen für eine Auswertung

Dazu liegen bisher zu wenige Fänge mit Datum und Revier vor. Sobald genug zusammenkommen, stehen hier die stärksten Monate, die beste Tageszeit und die Reviere mit den meisten Fängen.

Die gemeldeten Quappen mit Foto, jede mit ihrem Revier:

Noch kein Fang mit Foto gemeldet

Hier stehen Fänge aus der Community, sobald der erste öffentlich eingetragen wurde. Jede Kachel führt dann zum Revier dahinter.

Fänge eintragen

Tief geschluckt, kalt gehalten

Die Quappe nimmt den Köder wie der Aal, sie saugt ihn ein und schluckt sofort, und wer wartet, hakt im Schlund. Der Anhieb kommt beim ersten Abzug. Der Fisch selbst ist bei Frost empfindlich, seine Schleimhaut trocknet an der Luft in Sekunden, und ein Tuch nimmt sie mit. Wer sie zurücksetzen muss oder will, hält sie mit nassen Händen, löst den Haken im Wasser und lässt sie gehen, bevor die Hände kalt werden.

Eine Quappe am Haken, und was dann gilt

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Warum die großen Quappen fehlen

Um 1900 fingen die Fischer der Unterelbe rund 20.000 Kilo Quappen im Jahr, eine großwüchsige Wanderform, die im Ästuar aufwuchs und zum Laichen in die Mittelläufe stieg. Diese Form ist an Weser und Ems erloschen, seit Wehre die Laichgebiete abtrennen, und in der Elbe hat sie sich nach dem Bau der Staustufe Geesthacht nur als kleiner Rest gehalten. Was heute in den Flüssen lebt, ist die kleinwüchsige, stationäre Form, und auch die ist nach der Roten Liste stark gefährdet, weil ihr die Auen fehlen, in denen die Larven aufwachsen. Wo ein Bach ohne Wehr in einen Fluss mündet und die Aue im Frühjahr überflutet wird, gibt es Quappen, und wo nicht, gibt es sie nicht. Welche Reviere sie führen, steht auf den Gewässerseiten, und wer eine fängt, meldet sie mit Revier und Länge, denn jede Meldung ist eine Verbreitungsangabe, die es sonst nicht gibt.

Häufige Fragen zur Fischart Quappe

8 Fragen
Was ist eine Quappe für ein Fisch?

Ein Dorsch des Süßwassers. Die Quappe (Lota lota) ist der einzige Vertreter der Dorschartigen, der ganz im Süßwasser lebt, verwandt mit Kabeljau und Seelachs. Sie ist langgestreckt, glatt und marmoriert, hat einen Bartfaden am Kinn, zwei Rückenflossen und lebt nachts am Grund von Flüssen und kühlen Seen. Andere Namen sind Trüsche, Aalrutte und Rutte.

Wann laicht die Quappe?

Von Dezember bis Februar, bei Wassertemperaturen unter 4 Grad, als einziger heimischer Fisch mitten im Winter. Das Ablaichen passiert nachts, die Fische bilden Knäuel am Grund, und die Eier treiben mit einer Ölkugel im Wasser, bis sie sich in ruhigen Abschnitten anheften. Vorher wandern viele Bestände flussauf, teils über 100 Kilometer.

Hat die Quappe eine Schonzeit?

Je nach Land. Vier Länder schützen sie ganzjährig, dort geht jede Quappe zurück. Vier weitere schonen sie im Winter, genau in der Laichzeit, und Sachsen macht beides: in Elbe, Mulde und Weißer Elster eine Winterschonzeit, überall sonst ganzjährig. Die übrigen führen nur ein Mindestmaß zwischen 30 und 40 cm, Hamburg dazu ein Entnahmefenster. Die Tabelle oben zeigt jede Landesregel einzeln.

Wie groß wird eine Quappe?

In Deutschland meist 30 bis 60 cm, Fische über 70 cm sind selten. Bei 50 cm wiegt sie rund ein Kilo, bei 70 cm rund drei. Im Norden Sibiriens werden aus derselben Art Fische über einen Meter und deutlich über 20 Kilo, weil dort das kalte Wasser das ganze Jahr hält.

Wann kann ich Quappen fangen?

Im Winter, nachts. Die Quappe frisst von Herbst bis Frühjahr intensiv und im Sommer kaum, und sie verlässt ihr Versteck erst in der Dämmerung. Die beste Zeit sind die Nächte von November bis Februar bei 1 bis 4 Grad, auf Grund, mit Tauwurm oder Fischfetzen, im Kehrwasser oder am Fuß der Kante. In vier Ländern ist das verboten, in vier weiteren und in den drei sächsischen Flüssen genau dann geschont, im übrigen Sachsen ganzjährig.

Woran erkenne ich eine Quappe vom Aal?

Am Bartfaden am Kinn, den der Aal nicht hat, an den zwei getrennten Rückenflossen statt des durchgehenden Flossensaums, an den Bauchflossen, die bei der Quappe an der Kehle sitzen und beim Aal fehlen, und an der eigenen, abgerundeten Schwanzflosse. Die Haut ist bei beiden glatt, die Quappe ist aber marmoriert.

Ist die Quappe gefährdet?

Ja, nach der Roten Liste Deutschlands gilt sie als stark gefährdet. Die Hauptursache sind Wehre, die die Laichwanderung abschneiden, und der Verlust der Auen, in denen die Larven im Frühjahr aufwachsen. Die großwüchsigen Wanderformen der Weser und Ems sind erloschen, in der Elbe hat sich ein kleiner Bestand gehalten.

Ist die Quappe ein Speisefisch?

Ja, wo die Entnahme erlaubt ist. Das Fleisch ist weiß, fest und grätenarm wie beim Dorsch, und die Leber gilt seit Jahrhunderten als Delikatesse. Um 1900 wurden allein in der Unterelbe rund 20.000 Kilo im Jahr gefangen. Heute ist die Quappe an den meisten Gewässern zu selten, um mehr als einen Einzelfisch zu rechtfertigen.

Quellen und Stand

3 Quellen
  1. Vollzugshinweise zum Schutz von Fischarten in Niedersachsen: Quappe, Aalrutte (Lota lota), LAVES und NLWKN, 2011 Lebensweise, Laichzeit unter 4 Grad, 350.000 bis 750.000 Eier je Kilo, Strömungstoleranz 0,25 m/s, Fangmengen der Unterelbe um 1900, Ursachen des Rückgangs; abgerufen am 18.09.2026
  2. Rote Liste der Süßwasserfische und Neunaugen Deutschlands, Rote-Liste-Zentrum Einstufung der Quappe als stark gefährdet, abgerufen am 18.09.2026
  3. FishBase: Lota lota (Linnaeus, 1758), Burbot Maximallänge und Höchstgewicht der Art, Verbreitung über die Nordhalbkugel

Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.

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René Seidel

Zusammengestellt von

René Seidel

Ich angle seit 2002: angefangen mit acht Jahren an den Weihern, die mein Vater gepachtet hatte, heute vor allem am Neckar bei Heilbronn, an der Wörnitz und am Main. Mit CatchHub baue ich die Angel-Community, in der ich meine Praxis am Wasser mit echten Fangdaten zusammenbringe.

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Sieh nach, wo Quappe gerade gemeldet wird

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