Kurz gesagt
- Das Tierschutzgesetz verlangt in § 1 einen vernünftigen Grund für jedes Leid, das einem Tier zugefügt wird, und der Nahrungserwerb ist einer, der Sport allein nach überwiegender Rechtsauffassung nicht.
- Untermaßige Fische, Fische in der Schonzeit und Fische im Entnahmefenster müssen überall zurück, das ist kein Catch and Release, sondern Pflicht.
- Hessen, das Saarland und Schleswig-Holstein verbieten das Angeln, das von vornherein auf das Zurücksetzen angelegt ist, Bayern erlaubt das Zurücksetzen nur, wenn es der Hege dient, Berlin verbietet das Fangen zum Dokumentieren, und Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen lassen fremde Arten nicht zurück ins Wasser.
- Über alle Studien stirbt im Mittel etwa jeder sechste zurückgesetzte Fisch, und die drei Treiber sind der Hakensitz, die Zeit an der Luft und die Wassertemperatur, alle drei in der Hand des Anglers.
- Ein Fisch, der im Wasser gelöst wird, mit nassen Händen und unter zehn Sekunden Luft, überlebt bei Haken vorn im Maul zu über 90 Prozent, tief geschluckt, eine Minute an der Luft und in warmem Wasser zu unter 30.
Zwei Wörter im Tierschutzgesetz, 16 Antworten
Das Bundesrecht kennt das Wort Catch and Release nicht. Es kennt § 1 des Tierschutzgesetzes, der jedem Tier Schmerzen, Leiden und Schäden erspart, für die es keinen vernünftigen Grund gibt, und die Frage, ob das Angeln mit dem Vorsatz, jeden Fisch zurückzusetzen, einen solchen Grund hat. Die überwiegende Rechtsauffassung in Deutschland sagt nein, der Sport allein ist keiner, der Nahrungserwerb ist einer, die Hege des Bestands ist einer. Am Ende steht weder ein Verbot noch eine Erlaubnis, es steht eine Abwägung, und die haben die Länder verschieden in ihre Fischereigesetze geschrieben.
Was dabei oft verloren geht, ist die Unterscheidung, die vor allem anderen steht. Ein untermaßiger Fisch, ein Fisch in der Schonzeit und ein Fisch über dem Entnahmefenster müssen in jedem Land zurück, sofort und schonend, das ist kein Catch and Release, sondern Pflicht. Catch and Release meint den maßigen, freien Fisch, der zurückgeht, obwohl er mitkommen dürfte, und nur um ihn geht der Streit.
| Land | Regel zum Zurücksetzen | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| Hessen | Fischen, das alle Fische zurücksetzt, ist verboten, ohne vernünftigen Grund darf kein Fisch zurück | maßige Fische werden entnommen, Entnahmemaß mit zwei Grenzen |
| Saarland | Angeln, das von vornherein aufs Zurücksetzen ausgerichtet ist, ist verboten | derselbe Grundsatz, Setzkescher-Fische gehen nicht zurück |
| Schleswig-Holstein | Angeln, das aufs Zurücksetzen angelegt ist, verboten, Aussetzen zum Wiederfang verboten | Küste und Binnenland gleich |
| Bayern | Zurücksetzen nur, wenn es der Hege dient und die Art in der Anlage steht | Grundel, Blaubandbärbling, Sonnenbarsch nie zurück |
| Berlin | Fangen und Zurücksetzen zum Dokumentieren verboten | kein Foto-Fang, gehälterte Fische nicht zurück |
| Thüringen | fremde Arten ohne Schonzeit und Maß müssen entnommen werden | Setzkescher-Fische nicht zurück |
| Brandenburg | gehälterter Fisch geht nicht zurück | Entscheidung am Kescher |
| Rheinland-Pfalz | Anlandepflicht für Arten, die weder Maß noch Schutz noch einen Platz in der Besatzliste haben | nicht geführte Arten kommen mit |
| übrige acht Länder | keine eigene Regel | § 1 Tierschutzgesetz und die Gewässerordnung |
Die Tabelle ist aus den Landesseiten verdichtet, auf denen jede Zeile mit Quelle und Stand steht, und sie ist keine Rechtsauskunft. Die Gewässerordnung des Vereins darf strenger sein und ist es oft, bis zur Entnahmepflicht für jeden maßigen Fisch.
Die Länder mit einer eigenen Regel
Hessen ist am deutlichsten. Fischen, das allein Sport- oder Hobbyzwecken dient und alle gefangenen Fische zurücksetzt, ist verboten, und ohne vernünftigen Grund darf ein Fisch nach dem Fang nicht zurück. Dazu setzt das Land für die geschützten Arten kein reines Mindestmaß, sondern ein Entnahmemaß mit zwei Grenzen, unter der unteren und über der oberen geht der Fisch zurück, dazwischen wird er entnommen. Das Saarland und Schleswig-Holstein schreiben es kürzer, das Angeln, das von vornherein auf das Zurücksetzen angelegt ist, ist verboten, und Schleswig-Holstein verbietet dazu das Aussetzen fangfähiger Fische zum baldigen Wiederfang.
Hessen, Saarland, Schleswig-Holstein: ausdrücklich verboten
Hessen verbietet das Fischen, das allein Sport- oder Hobbyzwecken dient und alle gefangenen Fische zurücksetzt, und ohne vernünftigen Grund darf ein Fisch nach dem Fang nicht zurück. Das Saarland und Schleswig-Holstein verbieten das Angeln, das von vornherein auf das Zurücksetzen angelegt ist, und Schleswig-Holstein dazu das Aussetzen fangfähiger Fische zum baldigen Wiederfang.
Bayern: nur zur Hege, nur heimische Arten
Wieder aussetzen darfst du einen Fisch nur, wenn es der Hege dient, und nur, wenn seine Art in der Anlage der Verordnung steht. Schwarzmundgrundel, Blaubandbärbling und Sonnenbarsch stehen nicht darin und dürfen nicht zurück, untermaßige und geschonte Fische gehen dagegen sofort und vorsichtig zurück.
Berlin: nicht fürs Foto
Fangen und Zurücksetzen allein, um Maße oder Merkmale zu dokumentieren, ist ausdrücklich verboten, und ein gehälterter Fisch darf nicht mehr zurück. Nicht heimische Arten wie die Schwarzmundgrundel gehen gar nicht erst zurück.
Thüringen: fremde Arten müssen mit
Arten, die nicht heimisch sind und für die weder Schonzeit noch Mindestmaß gilt, musst du mitnehmen, zurücksetzen ist bei ihnen verboten. Dazu gilt, was einmal im Setzkescher war, darf nicht zurück.
Die übrigen Länder: das Tierschutzgesetz allein
Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt regeln das Zurücksetzen nicht eigens. Dort gilt § 1 Tierschutzgesetz, der vernünftige Grund, und die Gewässerordnung des Vereins, die oft strenger ist. Brandenburg lässt nur den gehälterten Fisch nicht zurück, Rheinland-Pfalz verlangt die Anlandung nicht geführter Arten.
Bayern und Berlin gehen den Weg über den Grund. In Bayern darfst du einen Fisch nur zurücksetzen, wenn es der Hege dient und seine Art in der Anlage der Verordnung steht, und Schwarzmundgrundel, Blaubandbärbling und Sonnenbarsch stehen nicht darin. In Berlin ist das Fangen und Zurücksetzen allein zum Dokumentieren verboten, und ein gehälterter Fisch darf nicht mehr zurück. Thüringen dreht es um und verlangt die Entnahme fremder Arten, für die es weder Schonzeit noch Maß gibt, Rheinland-Pfalz schreibt für Arten ohne Mindestmaß, ganzjährigen Schutz und Platz in der Besatzliste eine Anlandepflicht vor, und Brandenburg lässt den gehälterten Fisch nicht zurück. Die übrigen acht Länder schweigen, und dort gilt das Tierschutzgesetz mit dem vernünftigen Grund, den im Zweifel ein Gericht auslegt.
Was die Studien sagen: jeder sechste stirbt, und drei Dinge entscheiden
Die Frage, ob Catch and Release dem Fisch nützt, hat eine gemessene Antwort. Über 274 Schätzungen aus 142 Studien starben im Mittel 18 Prozent der zurückgesetzten Fische, mit einer Spanne von null bis über 90, und der Hakensitz war der stärkste Treiber, gefolgt von der Verletzung, dem Naturköder, der Wassertemperatur und der Zeit an der Luft. Die deutschen Zahlen aus den Ratgebern dieses Guides liegen in dieser Spanne. Die Bachforelle starb in Einzelstudien zu 1 bis 14 Prozent, die Scholle zu 1 Prozent vorn gehakt und 42 tief geschluckt, die Meerforelle im Versuch bei 4 bis 10 Grad nach vier Wochen gar nicht, die Seeforelle am Bodensee zu 17 Prozent am Einzelhaken und 27 am Drilling.
Die Zeit an der Luft ist der Faktor, den der Angler am direktesten in der Hand hat. Erschöpfte Regenbogenforellen überlebten im Versuch zu 88 Prozent, wenn sie sofort zurückgingen, zu 62 nach 30 Sekunden an der Luft und zu 28 nach 60. Ein Foto auf dem Gras dauert eine Minute. Der Rechner nimmt Hakensitz, Luftzeit und Wassertemperatur und gibt die Chance aus, die die Studien dafür nennen, vorbelegt mit einem Fisch vorn gehakt, 20 Sekunden Luft und 15 Grad.
Überlebt der Fisch das Zurücksetzen?
RechnerDrei Dinge entscheiden, ob ein zurückgesetzter Fisch weiterlebt, und alle drei stehen in deiner Hand. Wo der Haken sitzt, wie lange der Fisch an der Luft war und wie warm das Wasser ist. Der Rechner nimmt die drei und gibt die Chance aus, die die Studien dafür nennen.
Rücksetz-Check
Hakensitz, Luftzeit und Wassertemperatur rein, Chance raus
- Überlebenschance …
- Was am meisten kostet …
- Mit 5 Sekunden Luft und Haken vorn …
Richtwerte aus Bartholomew und Bohnsack 2005 (Hakensitz als stärkster Treiber, im Mittel 18 Prozent Sterblichkeit über alle Studien), Ferguson und Tufts 1992 (Luftzeit) und dem Thünen-Bericht 2024 (Scholle tief gehakt 42 Prozent). Keine Messung an deinem Fisch, und Zander aus über 10 Metern Tiefe fallen wegen der Schwimmblase heraus.
Der Rechner ist eine Verdichtung von Richtwerten, keine Messung an deinem Fisch, und er kennt einen Fall nicht. Beim Zander aus mehr als 8 bis 10 Metern Tiefe drückt die Schwimmblase beim Hochpumpen ins Maul, und er geht nicht zurück, egal wie kurz die Luftzeit ist. Wer so tief fischt, fischt auf Entnahme.
Das schonende Zurücksetzen in fünf Schritten
Wo das Zurücksetzen erlaubt ist oder Pflicht, entscheidet die Ausführung über die Zahl der Fische, die weiterleben. Die Schritte sind kurz, und ihr Kern ist, dass der Fisch das Wasser nicht verlässt.
-
Entscheiden, bevor der Fisch das Wasser verlässt
Maß, Schonzeit und Entnahmefenster sind vor dem Kescher klar, und die Frage, ob der Fisch mitkommt, ist beantwortet, bevor er an der Luft ist. Ein Fisch, der zurückgeht, bleibt im Wasser, im Kescher mit gummiertem Netz oder an der Schnur im Flachen.
-
Im Wasser lösen
Der Haken kommt raus, während der Fisch im Wasser liegt, mit der Zange oder dem Lösegerät, mit nassen Händen und ohne Griff in die Kiemen. Ein Haken ohne Widerhaken ist in drei Sekunden draußen, ein angedrückter in fünf.
-
Tief geschluckt: Vorfach abschneiden
Sitzt der Haken im Rachen oder tiefer, wird er nicht gezogen. Das Vorfach wird so dicht wie möglich am Maul abgeschnitten, und der Fisch geht mit dem Haken zurück. Ein gezogener tiefer Haken tötet mehr als jeder belassene.
-
Foto im Wasser oder gar nicht
Wenn ein Foto sein muss, dann mit dem Fisch knapp über dem Wasser, waagerecht, in beiden nassen Händen, und die Kamera ist vorher bereit. Zehn Sekunden Luft sind das Maß, nicht eine Minute, und Gras, Kies und Waage bleiben weg.
-
Halten, bis er schwimmt
Der Fisch kommt waagerecht ins Wasser, im Fluss mit dem Kopf gegen die Strömung, und wird an der Schwanzwurzel gehalten, bis er von allein wegschwimmt. Ein Fisch, der auf die Seite kippt, wird wieder aufgerichtet, nicht hin und her bewegt.
Der Kescher bleibt im Wasser und wird zur Lösestation. Der Fisch liegt im gummierten Netz, die Hand hält ihn nur so fest, dass er nicht springt, und die Zange greift den Haken am Bogen und dreht ihn gegen die Einstichrichtung heraus. Der Fisch war dabei nie an der Luft, und das Foto, falls eins sein muss, entsteht in dieser Lage.
Im Kescher, im Wasser, in Sekunden. AI-Bild
Das Werkzeug dafür ist ein Kescher mit gummiertem Netz, der im Wasser bleibt und zur Lösestation wird, eine Zange oder ein Lösegerät, das den Haken am Bogen greift, und ein Seitenschneider für das Vorfach, wenn der Haken tief sitzt. Ein tiefer Haken wird nicht gezogen, bei der Bachforelle starben 74 Prozent der Fische, denen er gezogen wurde, gegen 47 mit belassenem Haken, und ein rostender Haken löst sich in Wochen von selbst. Der Widerhaken ist angedrückt, weil er das Lösen von einer Minute auf Sekunden verkürzt und bei gespannter Schnur kaum einen Fisch kostet.
Das Halten ist kein Hin- und Herbewegen. Die Strömung treibt Wasser durch die Kiemen, und die Forelle zeigt selbst, wann sie so weit ist, mit einem Schlag der Schwanzflosse, der die Hand öffnet. Ein Fisch, der auf die Seite kippt, wird nur wieder aufgerichtet und weiter gehalten, im Sommer eine halbe Minute länger als im Frühjahr.
Mit dem Kopf gegen die Strömung, bis sie von allein geht. AI-Bild
Das Halten am Ende ist der Schritt, den die meisten auslassen. Ein Fisch, der nach dem Drill sofort losgelassen wird, treibt oft weg und stirbt Stunden später, ein Fisch, der an der Schwanzwurzel mit dem Kopf gegen die Strömung gehalten wird, bis er von allein wegschwimmt, hat sich erholt. Im Sommer dauert das länger als im Frühjahr, weil warmes Wasser weniger Sauerstoff trägt, und über 20 Grad Wassertemperatur ist das der Punkt, an dem die Entnahme die schonendere Wahl sein kann.
Der Hakensitz beginnt beim Köder
Der stärkste Treiber der Sterblichkeit wird entschieden, bevor der Fisch beißt. Ein Naturköder am Grund, der eine Minute liegt, wird tief geschluckt, ein Kunstköder in Bewegung hakt vorn. Ein Circle Hook hakt im Maulwinkel, ein kleiner Haken am großen Köder in der Kehle. Die Scholle wurde vom Boot mit einem kleinen Haken zu 20 Prozent tief geschluckt, mit einem 2/0 zu 10, und der zügige Anhieb tat das Übrige. Beim Karpfen sitzt der Haken am Haar fast immer im Unterkiefer, weshalb das Karpfenangeln die niedrigsten Sterblichkeiten aller Methoden hat, beim Hecht am Köderfisch mit zwei Drillingen und spätem Anhieb die höchsten.
Wer zurücksetzen will, wählt also den Köder, der vorn hakt, den Haken, der sich lösen lässt, und den Anhieb, der früh kommt. Das ist der Teil des Catch and Release, der vor dem Fang liegt, und er wiegt mehr als jede Abhakmatte.
Was das Fangbuch über die Entscheidung sagt
Das Fangbuch zählt jeden gemeldeten Fang, ob er zurückging oder nicht, und die Größenverteilung im Block zeigt, wie viele davon unter dem Maß lagen und ohnehin zurück mussten. Bei den meisten Arten ist das die Mehrheit.
Aus 86 gemeldeten Fängen
06/2019 bis 10/2026 · 34 Gewässer · Stand 10.10.2026Gemeldete Fänge je Monat
Gemeldete Fänge im Tagesverlauf
Die meisten Meldungen fallen in das Fenster von 16 bis 19 Uhr.
Womit gefangen wurde
Mit welcher Methode
Welche Arten gemeldet werden
Größenverteilung
Diese Zahlen stammen aus Fängen, die Angler selbst in CatchHub eingetragen haben. Sie zeigen, was gemeldet wurde, nicht was in einem Gewässer lebt. Niemand meldet Tage ohne Fang, deshalb sind es Fangzahlen und keine Fangchancen.
Jeder dieser Fänge mit Foto stand einmal vor derselben Frage:
Fänge aus der Community
zuletzt gemeldetWo das Zurücksetzen am Ufer scheitert
Die Fehler, die einen Fisch töten, der leben sollte, passieren nach dem Drill, am Ufer, in Sekunden. Vier davon kommen immer wieder vor, und die Tabelle stellt sie neben das, was sie verhindert.
| Was passiert | Was dahintersteckt | Was hilft |
|---|---|---|
| Der Fisch liegt auf dem Gras, während das Handy gesucht wird | Das Foto vor dem Fisch, eine Minute Luft für einen Fisch, der zehn Sekunden verträgt | Das Foto entfällt oder ist in zehn Sekunden erledigt, im Kescher, im Wasser |
| Der tief sitzende Haken wird herausgezogen | Der Haken war zu schade zum Abschneiden | Vorfach abschneiden, der Haken bleibt drin und löst sich in Wochen von selbst |
| Der Fisch wird zum Lösen an den Kiemen gepackt | Der Griff in die Kiemen verletzt die einzige Stelle, an der ein Fisch nicht verletzt sein darf | Der Fisch bleibt im Kescher im Wasser, gehalten wird er an der Schwanzwurzel |
| Der Fisch treibt nach dem Loslassen seitlich weg | Losgelassen ohne Halten, und er stirbt drei Buhnen weiter | Halten, Kopf gegen die Strömung, bis er von allein wegschwimmt |
Bevor du einen Fisch zurücksetzt
0 von 7Tippe zum Abhaken. Dein Stand bleibt auf diesem Gerät gespeichert.
Die ehrliche Entscheidung am Kescher
Catch and Release ist in Deutschland keine Haltung, die sich ein Angler aussucht, sondern eine Entscheidung, die das Land, die Gewässerordnung und der Fisch selbst mitbestimmen. In Hessen fällt sie meist gegen das Zurücksetzen, in Bayern für die Hege, in acht Ländern für den vernünftigen Grund. Was überall gilt, ist die Ausführung, im Wasser lösen, unter zehn Sekunden Luft, halten bis er schwimmt, und der Köder, der vorn hakt. Und was überall gilt, ist die andere Seite, der Fisch, der mitkommt, wird sofort betäubt und getötet, nach den Schritten im Ratgeber zum Fisch waidgerecht töten. Zwischen beiden gibt es keinen dritten Weg, nur den Eimer, und den kennt kein Gesetz.
Passende Gewässer in der App
5 von 34Burgweiher Metternich
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Wuppertal, Nordrhein-Westfalen
Fang-Index heute, live aus der App: je höher (0 bis 100), desto besser stehen die Chancen.
Zum Nachschlagen
9 EinträgeHäufige Fragen
8 FragenIst Catch and Release in Deutschland verboten?
Nicht als solches, aber das Tierschutzgesetz verlangt für jedes Leid einen vernünftigen Grund, und der Sport allein gilt nach überwiegender Auffassung nicht als einer. Hessen, das Saarland und Schleswig-Holstein verbieten das Angeln, das von vornherein aufs Zurücksetzen angelegt ist, Bayern erlaubt das Zurücksetzen nur zur Hege, Berlin verbietet den Fang fürs Foto, Thüringen und Rheinland-Pfalz verlangen die Entnahme fremder oder nicht geführter Arten. Die übrigen Länder regeln es nicht eigens.
Muss ich einen maßigen Fisch mitnehmen?
In Hessen darf ein Fisch ohne vernünftigen Grund nach dem Fang nicht zurück, und viele Gewässerordnungen kennen eine Entnahmepflicht für maßige Fische. Anderswo darfst du ihn zurücksetzen, wenn ein Grund dafür vorliegt, die Hege des Bestands, ein Laichfisch, ein Fisch, den du nicht verwerten kannst. Was überall zurück muss, sind untermaßige, geschonte und Fische über dem Entnahmefenster.
Wie viele zurückgesetzte Fische sterben?
Im Mittel über 274 Schätzungen aus 142 Studien rund 18 Prozent, mit einer Spanne von null bis über 90. Die Bachforelle liegt bei 1 bis 14 Prozent, die Scholle bei 1 Prozent vorn gehakt und 42 tief geschluckt, die Meerforelle im Versuch bei null nach vier Wochen, die Seeforelle am Bodensee bei 17 am Einzelhaken und 27 am Drilling. Der Hakensitz entscheidet mehr als alles andere.
Wie lange darf ein Fisch an der Luft sein?
So kurz wie möglich, und zehn Sekunden sind das Maß. Erschöpfte Regenbogenforellen überlebten im Versuch zu 88 Prozent ohne Luft, zu 62 nach 30 Sekunden und zu 28 nach 60. Ein Foto ist möglich, wenn die Kamera vorher bereit ist und der Fisch knapp über dem Wasser bleibt, ein Foto auf dem Gras mit Suchen nach dem Handy ist es nicht.
Was mache ich, wenn der Fisch den Haken geschluckt hat?
Das Vorfach dicht am Maul abschneiden und den Haken drinlassen. Ein tief sitzender Haken, der gezogen wird, tötet mehr als jeder belassene, bei der Bachforelle 74 gegen 47 Prozent, und ein rostender Haken löst sich in Wochen von selbst. Wo Maß und Schonzeit es erlauben, ist bei einem tief gehakten Fisch die Entnahme die ehrlichere Entscheidung.
Sind Widerhaken beim Catch and Release verboten?
Vom Bund nicht, von vielen Strecken ja, und die Zahlen sprechen für den angedrückten Widerhaken. Er verkürzt das Lösen auf Sekunden, verringert die Verletzung und verliert bei gespannter Schnur kaum einen Fisch. Am Bodensee sind Drillinge mit Widerhaken beim Schleppen verboten, an Salmonidenstrecken oft jeder Widerhaken.
Darf ich einen Fisch fürs Foto aus dem Wasser nehmen?
In Berlin ist das Fangen und Zurücksetzen allein zum Dokumentieren verboten, anderswo ist das Foto erlaubt, solange der Fisch ohnehin zurückgeht und die Luftzeit kurz bleibt. Zehn Sekunden, waagerecht, nasse Hände, über dem Wasser, und die Kamera war vorher bereit. Wer das Foto braucht, um ein Maß zu belegen, fotografiert im Kescher.
Was gilt für Zander aus der Tiefe?
Der Zander hat eine geschlossene Schwimmblase, die er nur langsam entleert. Kommt ein Fisch aus mehr als 8 bis 10 Metern, drückt ihm die Blase ins Maul, und zurück geht er nicht mehr. Wer in dieser Tiefe fischt, fischt auf Entnahme, und der Rücksetz-Check rechnet dafür nicht.
Quellen und Stand
8 Quellen-
Bartholomew, A. und Bohnsack, J. A.: A review of catch-and-release angling mortality with implications for no-take reserves, Reviews in Fish Biology and Fisheries 15, 2005 274 Schätzungen aus 142 Studien, im Mittel 18 Prozent Sterblichkeit, Hakensitz und Verletzung als stärkste Treiber
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Ferguson, R. A. und Tufts, B. L.: Physiological effects of brief air exposure in exhaustively exercised rainbow trout, Canadian Journal of Fisheries and Aquatic Sciences 49, 1992 Überleben 88, 62 und 28 Prozent nach 0, 30 und 60 Sekunden an der Luft
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Weltersbach, Lewin, Haase, Funk, Ferter, Strehlow: Untersuchung der Überlebensraten zurückgesetzter Plattfische in der Angelfischerei, Thünen-Institut für Ostseefischerei, Abschlussbericht Dezember 2024 Scholle: 42 Prozent Sterblichkeit tief geschluckt gegen 1 Prozent vorn, 93 von 100 überleben bei richtigem Umgang
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Skov, Ferter, Jepsen, Pedersen, Lewin, Gundelund, Weltersbach: Post-release effects of catch and release angling for sea trout, Fisheries Research 261, 2023 Keine Sterblichkeit nach vier Wochen bei 4 bis 10 Grad, Wundheilung dokumentiert
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Cooke, S. J. und Suski, C. D.: Do we need species-specific guidelines for catch-and-release recreational angling to effectively conserve diverse fishery resources? Biodiversity and Conservation 14, 2005 Die allgemeinen Regeln: Luftzeit, Wassertemperatur, Hakensitz, Gerät, und warum sie je Art verschieden wiegen
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Angeln in Hessen: was das Land am Wasser vorschreibt, CatchHub Verbot des Fischens, das alle gefangenen Fische zurücksetzt, Entnahmemaß mit zwei Grenzen
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Angeln in Bayern: was das Land am Wasser vorschreibt, CatchHub Zurücksetzen nur, wenn es der Hege dient und die Art in der Anlage steht
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§ 1 Tierschutzgesetz, Bundesministerium der Justiz Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen
Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.
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