Kurz gesagt
- Renke, Felchen und Maräne sind regionale Namen für Fische der Gattung Coregonus, einer Gruppe mit vielen Lokalformen.
- Sie lebt pelagisch im Freiwasser tiefer Seen und filtert Zooplankton mit langen Kiemenreusendornen. Struktur am Ufer bietet ihr nichts.
- In den Landesverordnungen taucht sie nur zweimal auf, in Bayern und Baden-Württemberg, jeweils ab 30 cm und mit Sperre ab Mitte Oktober. Was am See gilt, steht meist in dessen eigener Ordnung.
- Nach der letzten Eiszeit blieben Coregonen in getrennten Seen zurück und entwickelten sich dort eigenständig. Manche Populationen kommen weltweit nur in einem einzigen See vor.
- Sie hängt an klarem, nährstoffarmem Tiefenwasser. Nährstoffeinträge, Erwärmung und Sauerstoffmangel treffen sie unmittelbar.
Ein Fisch, vier Namen
Renken sind silbrige, schlanke Lachsfische mit großen Schuppen, kleinem Maul und einer Fettflosse. Sie leben im Freiwasser tiefer Seen und ernähren sich von Zooplankton, das sie mit langen Kiemenreusendornen aus dem Wasser filtern.
Renke erkennen
5 MerkmaleEine Renke ist ein Lachsfisch ohne Raubfischwerkzeug. Der Kopf sagt das in zwei Sekunden, die übrigen Stellen bestätigen es.
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Kleines Maul ohne Fangzähne
Klein, weich und je nach Form unterständig bis endständig. Wer in diesen Mund schaut, findet keine Zähne, sondern eine glatte Filterkammer.
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Lange Kiemenreusendornen
Unter dem Deckel sitzen dicht stehende Dornen, die Zooplankton aus dem Wasser sieben. Ihre Zahl trennt in der Wissenschaft die einzelnen Formen voneinander.
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Fettflosse vor dem Schwanz
Der strahlenlose Lappen weist sie trotz des friedlichen Kopfes als Lachsfisch aus. Ein Weißfisch mit ähnlichem Maul hat ihn nie.
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Große, lose sitzende Schuppen
Deutlich größer als bei Forelle und Saibling und schon beim Keschern leicht abzulösen. Die Flanke bleibt dabei rein silbrig, ohne Punkte oder Flecken.
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Tief gegabelte Schwanzflosse
Ein schlanker Stiel und eine weit eingeschnittene Flosse, die Bauform für dauerndes Schwimmen im freien Wasser.
Nicht verwechseln mit
1 ArtVerwechselt wird diese Art vor allem mit den folgenden. Unter jedem Umriss steht, woran der Unterschied hängt.
Steckbrief Renke
- Gattung
- Coregonus Kein einzelner Artname, weil jeder See seine eigene Form trägt
- Familie
- Lachsfische (Salmonidae) Erkennbar an der Fettflosse
- Regionale Namen
- Renke, Felchen, Maräne Süddeutschland, Bodenseeraum und Norddeutschland
- Maximale Länge
- etwa 60 cm Je nach Form und See sehr unterschiedlich
- Nahrung
- Zooplankton Gefiltert mit langen Kiemenreusendornen im Freiwasser
- Laichzeit
- meist Herbst bis Winter Bei 4 bis 6 Grad, je nach Form auch im Frühjahr und teils in großer Tiefe
Alle 12 Angaben
- Lebensraum
- Freiwasser tiefer Seen Sie meidet das Ufer und steht in der offenen Wassersäule
- Besonderheit
- viele Lokalformen Jeder große See hat eigene Populationen entwickelt
- Maximales Gewicht
- bis etwa 3 kg Die meisten Formen bleiben unter 1 kg
- Geschlechtsreife
- mit 2 bis 4 Jahren Je nach Form und See, kleinwüchsige Formen früher
- Alter
- bis 15 Jahre In den meisten Seen werden Renken keine 8 Jahre alt
- Hauptsaison
- Mai bis September
Ihr Name wechselt mit der Region. Im bayerischen Voralpenland heißen sie Renke, am Bodensee Felchen, in Norddeutschland Maräne, in der Fachliteratur Coregonen. Gemeint ist jeweils dieselbe Gruppe, und genau diese Vielfalt an Bezeichnungen macht die Art für Einsteiger unübersichtlich.
Ein Leben im offenen Wasser
Die Renke ist der Gegenentwurf zu allen Fischen, die an Kanten und Strukturen stehen. Sie lebt pelagisch, also frei in der Wassersäule, und folgt ihrer Nahrung.
Wasser ohne Struktur
Hier gibt es nichts, woran ein Fisch stehen könnte, und genau das ist der Lebensraum der Renke. Sie lebt pelagisch, also frei in der Wassersäule, und folgt ihrer Nahrung statt einer Struktur.
Zooplankton steigt bei geringem Licht auf und sinkt bei Helligkeit ab. Die Renken machen diese Wanderung mit, und deshalb entscheiden bei ihnen Tiefe und Uhrzeit über den Erfolg, weniger der Platz.
Kein Ufer, kein Grund, keine Kante: ihr Lebensraum. AI-Bild
Wo Renke steht
1 Ansicht-
Freies Wasser
Die Wassersäule über der größten Tiefe ist ihr eigentlicher Lebensraum. Sie steht dort frei, ohne Bezug zum Grund, und wechselt die Tiefe mit dem Licht.
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Scharkante
Über der Scharkante wird das Plankton zusammengeschoben. Am Morgen und am Abend schieben sich die Schwärme genau über diese Linie.
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Untiefe im Freiwasser
Eine Kuppe mit Kies oder Sand ist bei den flachlaichenden Formen der Laichplatz. Im Spätherbst liegen solche Bereiche oft in einer Sperrzone.
-
Zufluss
Vor der Mündung trägt der Bach Nährstoffe ein, und dort steht das Plankton dichter als im Rest des Sees. Der Effekt hält nach einem Hochwasser tagelang an.
Gewässertyp im Lexikon: See Baggersee Weiher
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Totholz, Schilfgürtel, Seerosenfeld, Krautfeld, Steg.
Zooplankton steigt bei geringem Licht auf und sinkt bei Helligkeit ab, und die Renken machen diese Wanderung mit. Bei ihnen entscheiden deshalb Tiefe und Uhrzeit über den Erfolg, weniger der Platz. Ohne Echolot ist das Suchspiel schwierig, mit Echolot dagegen erstaunlich planbar.
Warum jeder See seine eigene Form hat
Nach der letzten Eiszeit blieben Coregonen in vielen voneinander getrennten Seen zurück. Seither haben sie sich in jedem dieser Gewässer eigenständig entwickelt, und die Unterschiede sind erheblich: es gibt Formen, die im Flachwasser laichen, und solche, die dafür in mehr als 50 m Tiefe ziehen, dazu Herbst- und Frühjahrslaicher im selben See.
Seen, in denen jede Form für sich blieb
Nach der letzten Eiszeit blieben Coregonen in vielen voneinander getrennten Seen zurück. Seither hat sich jede dieser Populationen eigenständig entwickelt, in Laichzeit, Laichtiefe und Wachstum.
Was in einem See als Renke gilt, ist deshalb möglicherweise nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Der Verlust einer solchen Population lässt sich durch Besatz aus einem anderen See nicht ersetzen.
Nach der Eiszeit blieb jede Population in ihrem See. AI-Bild
Ob es sich dabei um Arten oder um Formen handelt, ist wissenschaftlich bis heute umstritten. Praktisch heißt das für dich: was in deinem See als Renke gilt, ist möglicherweise nirgendwo sonst auf der Welt zu finden, und der Verlust einer solchen Population lässt sich durch Besatz aus einem anderen See nicht ersetzen.
Regeln aus zwei Richtungen
In den Landesverordnungen erscheint sie meist als Felchen. Nur Baden-Württemberg und Bayern führen sie überhaupt auf, beide mit 30 cm Mindestmaß und einer Schonzeit ab Mitte Oktober.
Schonzeit und Mindestmaß nach Bundesland
2 Bundesländer, überall 30 cm Mindestmaß
| Bundesland | Schonzeit | Maß, Mindestmaß in Zentimetern |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 15. Okt. bis 10. Jan. heute frei | 30 cm |
| Bayern | 15. Okt. bis 31. Dez. heute frei | 30 cm |
Alle Angaben aus den Landesfischereiverordnungen, Stand und Quelle je Land auf der jeweiligen Schonzeiten-Seite. Der Status gilt für 11.10.2026.
Ohne Gewähr, und dein Erlaubnisschein darf strenger sein
Diese Tabelle gibt den Stand der Landesverordnungen wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten, größere Mindestmaße und Entnahmefenster festlegen, und sie tun es häufig. Verbindlich ist immer das Papier, das du am Wasser dabei hast.
Bei dieser Art wiegen die Ordnungen der einzelnen Seen fast immer schwerer als die Landesangabe. Bodensee, Chiemsee, Starnberger See und die großen mecklenburgischen Seen haben jeweils eigene Regelwerke mit eigenen Fristen, Maßen, Netz- und Hakenvorgaben. Wer dort angelt, liest das Papier des Sees und nicht die Landestabelle.
Nicht mit der Forelle verwechseln
Beide sind Lachsfische mit Fettflosse, und beide leben in denselben Seen. Ein paar Merkmale trennen sie trotzdem sofort.
Das Sieb hinter dem Kiemendeckel
Was eine Renke frisst, entscheidet sich hier. Die langen Dornen der Kiemenreuse stehen so dicht, dass winzige Krebse im Atemwasser hängen bleiben, und der Fisch schwimmt damit im Grunde dauernd durch seine Mahlzeit.
Für die Wissenschaft ist dieselbe Reihe das wichtigste Merkmal zur Unterscheidung der Formen. Wie viele Dornen ein Fisch trägt, hängt daran, ob seine Population feines Plankton oder größere Beute nutzt, und in manchen Seen leben zwei solcher Formen nebeneinander, ohne sich zu mischen.
Die Reusendornen sieben Zooplankton aus dem durchströmenden Wasser. AI-Bild
Was die Renke von der Forelle unterscheidet
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Das Maul ist dabei am aussagekräftigsten. Eine Renke filtert und braucht kein Fanggebiss, eine Forelle jagt und hat eines. Wer in den geöffneten Fischmund schaut, hat die Antwort.
Warum sie als Anzeigerart gilt
Renken brauchen klares, nährstoffarmes Wasser mit sauerstoffreicher Tiefe. Steigt der Nährstoffgehalt, wächst die Algenmenge, und beim Abbau zehrt sie den Sauerstoff in der Tiefe auf. Dort laichen viele Formen, und die Eier ersticken.
Die Seen im Alpenvorland haben das in den 1970er Jahren durchgemacht und sich nach dem Bau der Kläranlagen wieder erholt. Heute steht die umgekehrte Sorge im Raum. Mancherorts ist das Wasser so nährstoffarm geworden, dass die Planktonmenge für gute Renkenjahrgänge nicht mehr reicht. Die Art bildet damit den Zustand eines Sees genauer ab als jede Einzelmessung.
Wie schwer ist eine Renke von 40 cm?
Renken sind schlank und wiegen bei 40 cm noch keine 700 g. Die Tabelle rechnet mit einer Form mittlerer Kondition, wie sie in den meisten Voralpenseen steht.
Länge, Gewicht und Mindestmaß
RichtwerteRenke: Gewicht nach Länge
Mindestmaß, wo es eins gibt
Alle übrigen Bundesländer führen für diese Art kein Mindestmaß. Der Erlaubnisschein deines Gewässers kann trotzdem eins nennen, und er gilt zusätzlich.
Richtwert aus einer Längen-Gewichts-Beziehung, nicht gewogen. Ein Fisch aus einem mageren Fluss liegt darunter, einer vor der Laichzeit darüber. Sobald genug Fänge mit Gewicht gemeldet sind, rechnet diese Kurve mit den echten Fischen.
Wie alt ist eine Renke von 35 cm?
Eine Renke legt in den ersten Jahren rasch zu und flacht danach früh ab. Wie weit sie überhaupt kommt, hängt fast nur an der Planktondichte ihres Sees.
Wachstum: Alter und Länge
bis 58 cm- 1 Jahr 10 bis 16 cm
- 2 Jahre 17 bis 25 cm
- 3 Jahre 24 bis 32 cm
- 4 Jahre 29 bis 38 cm
- 5 Jahre 33 bis 43 cm
- 6 Jahre 36 bis 47 cm
- 8 Jahre 41 bis 53 cm
- 10 Jahre 45 bis 58 cm
Ein Fisch von 35 cm ist damit meist vier bis sechs Jahre alt. In den nährstoffärmer gewordenen Voralpenseen dauert derselbe Zuwachs heute länger als noch in den 1980er Jahren, und mit dem Wachstum sind auch die Fangzahlen zurückgegangen.
Was die Meldungen zur Renke zeigen
Auffällig ist bei dieser Art, wie stark sich die Fänge auf wenige Seen konzentrieren.
Noch zu wenige Meldungen für eine Auswertung
Dazu liegen bisher zu wenige Fänge mit Datum und Revier vor. Sobald genug zusammenkommen, stehen hier die stärksten Monate, die beste Tageszeit und die Reviere mit den meisten Fängen.
Renkenangeln ist eine regional begrenzte Disziplin mit eigener Technik, und die Datenlage spiegelt das: viele Meldungen aus wenigen Gewässern, kaum welche aus dem Rest der Republik.
Darunter stehen gemeldete Renken mit Bild, Seename und Fangtag.
Noch kein Fang mit Foto gemeldet
Hier stehen Fänge aus der Community, sobald der erste öffentlich eingetragen wurde. Jede Kachel führt dann zum Revier dahinter.
Fänge eintragenHäufige Fragen zur Fischart Renke
6 FragenSind Renke, Felchen und Maräne dasselbe?
Sie gehören alle zur Gattung Coregonus, sind aber nicht zwingend dieselbe Art. Die Namen sind regional. Renke heißt sie im bayerischen Voralpenland, Felchen am Bodensee, Maräne in Norddeutschland. Dahinter steckt eine ganze Artengruppe mit vielen Lokalformen.
Wie viele Arten gibt es?
Das ist bis heute umstritten. Je nach Auffassung sind es wenige Arten mit vielen Formen oder Dutzende eigenständige Arten. Sicher ist, dass sich in vielen Seen isolierte Populationen entwickelt haben, die sich in Laichzeit, Laichtiefe und Wachstum unterscheiden.
Hat die Renke eine Schonzeit?
Nur zwei Bundesländer führen sie überhaupt, und dort heißt sie Felchen. Baden-Württemberg und Bayern nennen beide 30 cm Mindestmaß und eine Schonzeit ab Mitte Oktober. Entscheidender sind ohnehin die Ordnungen der einzelnen Seen, die eigene Fristen, Maße und Fangzahlen festlegen.
Warum steht die Renke nicht am Ufer?
Weil ihre Nahrung im Freiwasser schwebt. Sie filtert Zooplankton mit langen Kiemenreusendornen und folgt dessen täglicher Vertikalwanderung. Struktur, Kraut und Uferkanten bieten ihr nichts.
Wie groß wird eine Renke?
Je nach Form und See sehr unterschiedlich, höchstens etwa 60 cm und 3 kg. Die meisten Formen bleiben unter 1 kg, und in den meisten Seen werden Renken keine 8 Jahre alt.
Warum sind Renkenbestände so empfindlich?
Weil sie an klares, nährstoffarmes Tiefenwasser gebunden sind. Nährstoffeinträge, Erwärmung und Sauerstoffmangel in der Tiefe treffen sie unmittelbar, und weil viele Populationen nur in einem einzigen See vorkommen, ist jeder Verlust endgültig.
Quellen und Stand
1 Quelle-
Rote Liste der Süßwasserfische und Neunaugen Deutschlands Rote-Liste-Zentrum im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz, abgerufen am 09.09.2026
Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.
Passt dazu
Sieh nach, wo Renke gerade gemeldet wird
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