Kurz gesagt
- Angelgewässer in Deutschland teilen sich in drei Familien, Stillgewässer, Fließgewässer und Salzwasser. Innerhalb der Familie entscheidet die Entstehung über den Typ, ein Baggersee ist gegraben, ein See eiszeitlich geformt, ein Stausee aufgestaut.
- Der Gewässertyp bestimmt Tiefe, Sichtweite, Sauerstoff und Struktur, und damit, wo der Fisch steht. Am Baggersee ist das die Abbaukante, am Fluss der Kolk am Prallhang, am Kanal die Steinpackung.
- Ein See unterscheidet sich vom Weiher über die Tiefe. Ab etwa 3 m erreicht das Licht den Grund nicht mehr, und der See schichtet sich im Sommer. Der Teich ist angelegt und ablassbar, der Weiher gewachsen.
- Deutschland hat über 290.000 stehende Gewässer, nur 1.120 davon sind größer als 50 Hektar, dazu ein Fließgewässernetz von mehr als 500.000 km. Rund 7.300 km davon sind Bundeswasserstraßen, auf denen die Schifffahrt Vorrang hat.
- Fischereirecht ist Landesrecht, und der Typ entscheidet mit. An der Küste gelten Küstenfischereirecht und EU-Fangregeln, an der Talsperre oft Trinkwasserschutz, im Hafen die Hafenordnung, am Moorsee und am Tümpel der Biotopschutz.
Stehend, fließend oder salzig
Die erste Entscheidung am Wasser fällt, bevor du die Rute auspackst. Steht das Wasser, fließt es, oder ist es salzig? Aus dieser Familie folgt fast alles, was du über das Gewässer wissen musst, lange bevor du seinen Typ kennst. Ein Stillgewässer erwärmt sich von oben, schichtet sich im Sommer und trägt Kraut, wo Licht den Grund erreicht. Ein Fließgewässer bleibt durchmischt, sortiert Nahrung und Fisch an feste Kanten und steigt nach Regen. Salzwasser folgt Wind, Welle und Tide, und für Angler gilt dort ein anderes Recht.
Innerhalb der Familie entscheidet die Entstehung über den Typ. Ein See ist eiszeitlich geformt, ein Baggersee gegraben, ein Stausee aufgestaut, ein Teich angelegt, ein Altarm vom Fluss abgetrennt. Die Entstehung bestimmt das Profil unter Wasser, das Profil bestimmt die Stellen, und die Stellen bestimmen den Fisch. Ein Angler, der die Entstehung kennt, findet die Kante ohne Echolot.
Stehend oder fließend, die erste Frage
An der Mündung siehst du beide Familien in einem Bild. Links zieht das Wasser über Kies, es bleibt kalt, klar und durchmischt, und der Fisch steht dort, wo die Strömung ihm Nahrung vorbeiträgt. Rechts steht es, erwärmt sich von oben und trägt Schilf, Kraut und Seerosen, weil das Licht bis auf den Grund kommt.
Die Mündung selbst ist an beiden Seiten die beste Stelle. Der Bach bringt Sauerstoff, Nahrung und im Sommer kühleres Wasser in einen See, der sonst überall gleich ist, und im Frühjahr ziehen Weißfisch und Hecht zum Laichen bis in seinen Unterlauf. Die Rinne, die er in den Seegrund gräbt, ist auf jeder Tiefenkarte zu sehen und meist die tiefste Linie in Ufernähe.
Wo ein Bach in einen See mündet, treffen zwei Familien aufeinander. Die Stelle fischt beide. AI-Bild
Das Verzeichnis unten ist nach den drei Familien sortiert, innerhalb der Familie von klein nach groß. Zu jedem Typ steht dabei, woran du ihn erkennst, wie tief er im Regelfall ist und welche Arten dort den Bestand tragen.
Stillgewässer
Das Wasser bleibt, wo es ist, und die Sonne erwärmt es von oben. Im Sommer schichtet sich jedes tiefere Stillgewässer, das Kraut wächst dort, wo Licht den Grund erreicht, und der Fisch steht an Kanten, die sich nicht bewegen. Vom Tümpel bis zur Talsperre unterscheidet die Typen vor allem, wie sie entstanden sind.
Fließgewässer
Strömung sortiert Nahrung und Fisch an feste Kanten, und sie hält das Wasser durchmischt und sauerstoffreich. Ein Fließgewässer kippt im Sommer nicht, es steigt nach Regen. Wie stark, sagt das Einzugsgebiet, beim Bach unter 100 km², beim Strom über 10.000.
Salzwasser
Küste und Meer folgen Gezeiten, Wind und Wellen statt Kraut und Sprungschicht. Die Arten sind andere, das Recht ist ein anderes, und zwei der bekanntesten Zielfische sind für Angler gesperrt, der Dorsch in der Ostsee und der Aal im ganzen Salzwasser.
Welcher Gewässertyp ist das vor dir?
Die meisten Gewässer sagen dir ihren Typ nicht. Das Schild am Zugang nennt einen Namen, der Erlaubnisschein eine Strecke, und ob das Wasser ein See oder ein Weiher ist, ein Stausee oder eine Talsperre, steht nirgends. Dabei entscheidet die Antwort, ob du am ersten Abend an der Kante fischst oder in der Mitte, ob du die Sprungschicht einrechnen musst und ob der Pegel über Nacht um einen Meter fallen kann.
Der Finder unten stellt zwei Fragen, die du vom Ufer aus beantworten kannst, und nennt dazu den Typ, der am wahrscheinlichsten ist, mit dem Merkmal, an dem du ihn festmachst, und mit der Stelle, an die der erste Wurf gehört. Über der Liste steht jeweils die Verwechslung, die bei diesem Merkmal am häufigsten passiert, und wie du sie auflöst.
Der Typ-Finder
Zwei BlickeSag, ob das Wasser steht oder fließt, und was dir am Ufer zuerst auffällt. Darunter steht, welcher Typ das am ehesten ist, woran du ihn erkennst und wo der erste Wurf hingeht.
See oder Weiher? Wirf einen Blick in die Mitte. Wächst dort noch Kraut, erreicht das Licht den Grund und es ist ein Weiher. Liegt die Mitte dunkel und krautfrei, ist es ein See.
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WeiherAm wahrscheinlichsten
Flach bis auf den Grund, Kraut bis in die Mitte, kein Ablass. Licht erreicht den ganzen Boden, deshalb wächst überall etwas.
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SeeAm wahrscheinlichsten
Schilfgürtel, Krautzone und dahinter Tiefe, die das Kraut nicht mehr erreicht. Ab etwa 3 m ist es ein See und kein Weiher.
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TeichAuch möglich
Ein alter Teich sieht nach Jahrzehnten aus wie gewachsen. Such am tiefsten Ende nach dem Ablass, dann ist es ein Teich.
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MoorseeAuch möglich
Ein Moorsee mit Schilfufer ist möglich. Die Wasserfarbe entscheidet, Tee statt Grün heißt Moor.
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BaggerseeAuch möglich
Ein alter Baggersee kann Schilf tragen. Die steile Kante bleibt, sie ist gebaggert und wächst nicht zu.
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AltarmAuch möglich
Ohne Fluss in der Nähe ist es ein Weiher. Mit Fluss daneben und Hochwasserspuren am Ufer ein Altarm.
Welcher Fisch in welchem Gewässer
Die zweite Frage an dieses Register kommt vom Zielfisch her. Wer einen Zander will, sucht kein Gewässer, er sucht einen Typ, und der heißt Kanal, Stausee oder Talsperre, nicht Weiher. Wer eine Schleie will, sucht das Gegenteil, flach, krautig und schlammig. Die Tabelle unten nennt je Zielfisch die Typen, an denen er die erste Wahl ist, und die, an denen er vorkommt, aber ein anderer Typ in der Nähe die bessere Adresse wäre.
Die Zuordnung kommt aus derselben Matrix wie der Steckbrief jeder Typseite. Ein Fisch, der hier erste Wahl ist, steht dort unter den typischen Arten, und umgekehrt. Was an einem bestimmten Revier gemeldet wird, zeigt dagegen seine Gewässerseite, und die kann vom Typ abweichen, weil ein Verein besetzt, was er will.
Welcher Fisch in welchem Gewässer
11 Zielfische-
Steht am Kraut und an der Kante, in fast jedem Stillwasser und in jedem langsamen Fluss.
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Trübes Wasser, harter Grund und Tiefe direkt am Ufer. Der Fisch der gebauten Gewässer.
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Überall, wo es Struktur gibt, vom Steg bis zur Spundwand. Im klaren Wasser am stärksten.
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Warmes, nährstoffreiches Wasser mit weichem Grund. Je flacher und wärmer, desto früher im Jahr.
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Flach, krautig und schlammig, im Morgengrauen an der Krautkante.
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Die Bachforelle braucht kaltes, fließendes Wasser. Die Regenbogenforelle kommt aus dem Besatzteich.
- Erste Wahl
- Bach
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Weicher Grund, Deckung und ein Weg zum Meer. Nachts überall, wo es dunkel und tief ist.
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Warm und groß. Stausee, Strom und der Baggersee mit Tiefe, immer mit Beute in der Nähe.
- Erste Wahl
- Stausee
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Kies und Strömung, nichts anderes. Wo das Wasser über Steine zieht, steht sie.
- Geht auch
- kein zweiter Typ
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Tragen den Bestand fast jedes Gewässers, vom Teich bis zum Strom. Wo sie stehen, steht der Räuber.
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Salzwasser vom Ufer aus, im Frühjahr und Herbst dicht unter Land.
Erste Wahl heißt: an diesem Typ ist der Fisch Zielfisch, nicht Beifang. Geht auch heißt: er kommt vor, aber ein anderer Typ in der Nähe ist die bessere Adresse. Welche Arten an einem bestimmten Revier gemeldet werden, zeigt seine Gewässerseite.
Alle Gewässertypen im Vergleich
Fünf Eigenschaften machen einen Gewässertyp für das Angeln aus. Die Tiefe entscheidet über Schichtung und Winterlager, die Strömung über Bleigewicht und Köderführung, die Sichttiefe über Farbe und Vorfach, die Nährstoffe über die Dichte des Bestands und die Struktur unter Wasser darüber, ob es überhaupt Stellen gibt oder ob jeder Meter Ufer gleich ist.
Der Vergleich unten stellt alle 17 Typen auf diese fünf Skalen. Er kürt keinen Sieger, denn ein Kanal mit kaum Struktur ist kein schlechteres Gewässer als ein See mit viel, er verlangt nur etwas anderes. Am Kanal zählt jede Steinpackung doppelt, weil es so wenige gibt, am See musst du aus 50 Stellen die drei richtigen wählen.
Alle Gewässertypen im Vergleich
17 Typen, 5 SkalenKeine Zeile ist besser als die andere, sie verlangen Verschiedenes. Die Punkte sagen, wie tief ein Typ ist, wie stark er strömt, wie weit du siehst, wie viel Nahrung er trägt und wie viel Struktur unter Wasser liegt.
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Tümpel Stillgewässer
Laichplatz für Amphibien und Insekten
- Tiefe flach
- Strömung keine
- Sichttiefe minimal
- Nährstoffe üppig
- Struktur unter Wasser viel
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Teich Stillgewässer
planbarer Bestand, weil bewirtschaftet
- Tiefe flach
- Strömung keine
- Sichttiefe gering
- Nährstoffe üppig
- Struktur unter Wasser wenig
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Weiher Stillgewässer
dichter Bestand und viel Deckung auf kleiner Fläche
- Tiefe flach
- Strömung keine
- Sichttiefe gering
- Nährstoffe üppig
- Struktur unter Wasser sehr viel
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Moorsee Stillgewässer
ein unverbauter Lebensraum, an dem die Säure die Arten auswählt
- Tiefe mäßig
- Strömung keine
- Sichttiefe minimal
- Nährstoffe kaum
- Struktur unter Wasser viel
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See Stillgewässer
jede Zone hat ihre Art, vom Schilf bis ins Freiwasser
- Tiefe tief
- Strömung keine
- Sichttiefe mittel
- Nährstoffe reichlich
- Struktur unter Wasser sehr viel
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Baggersee Stillgewässer
klares Wasser und ein berechenbares Profil
- Tiefe tief
- Strömung keine
- Sichttiefe hoch
- Nährstoffe kaum
- Struktur unter Wasser wenig
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Stausee Stillgewässer
der eingestaute Flusslauf ist eine durchgehende Rinne
- Tiefe tief
- Strömung schwach
- Sichttiefe mittel
- Nährstoffe reichlich
- Struktur unter Wasser viel
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Talsperre Stillgewässer
steile Kanten und Renken im Freiwasser
- Tiefe sehr tief
- Strömung keine
- Sichttiefe hoch
- Nährstoffe kaum
- Struktur unter Wasser viel
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Altarm Stillgewässer
Kinderstube des Flusses, viel Deckung, kaum Strömung
- Tiefe mäßig
- Strömung keine
- Sichttiefe gering
- Nährstoffe üppig
- Struktur unter Wasser sehr viel
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Bach Fließgewässer
kaltes, sauerstoffreiches Wasser und sichtbare Standplätze
- Tiefe flach
- Strömung deutlich
- Sichttiefe hoch
- Nährstoffe kaum
- Struktur unter Wasser viel
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Fluss Fließgewässer
die Strömung sortiert Nahrung und Fisch an feste Kanten
- Tiefe mäßig
- Strömung deutlich
- Sichttiefe gering
- Nährstoffe reichlich
- Struktur unter Wasser sehr viel
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Fließgewässer Fließgewässer
ein Prinzip, das von der Quelle bis zur Mündung gilt
- Tiefe mäßig
- Strömung deutlich
- Sichttiefe mittel
- Nährstoffe wenige
- Struktur unter Wasser viel
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Kanal Fließgewässer
jede Struktur zählt doppelt, weil es so wenige gibt
- Tiefe mäßig
- Strömung keine
- Sichttiefe gering
- Nährstoffe reichlich
- Struktur unter Wasser kaum
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Strom Fließgewässer
Buhnenfelder bremsen die Strömung, solange sie nicht überströmt sind
- Tiefe tief
- Strömung stark
- Sichttiefe minimal
- Nährstoffe reichlich
- Struktur unter Wasser viel
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Hafen Stillgewässer
Tiefe direkt am Ufer, Schatten und Struktur ohne Ende
- Tiefe tief
- Strömung keine
- Sichttiefe gering
- Nährstoffe üppig
- Struktur unter Wasser sehr viel
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Küste Salzwasser
vom Ufer aus erreichbares Salzwasser, kein Boot nötig
- Tiefe mäßig
- Strömung deutlich
- Sichttiefe mittel
- Nährstoffe wenige
- Struktur unter Wasser viel
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Meer Salzwasser
Arten und Größen, die es im Süßwasser nicht gibt
- Tiefe sehr tief
- Strömung deutlich
- Sichttiefe mittel
- Nährstoffe wenige
- Struktur unter Wasser wenig
Die Stufen ordnen den Typ ein, nicht das Gewässer vor deiner Haustür. Ein einzelner Baggersee kann trüber sein als ein einzelner See, und dazu sagt jede Typseite mehr.
Ein Gewässer vom Ufer aus lesen
Unter Wasser sieht das Gewässer so aus wie darüber. Ein steiles Ufer setzt sich steil fort, ein flaches flach, und ein Prallhang, der außen an der Kurve unterspült ist, trägt darunter den Kolk. Wer das Ufer liest, braucht für den Anfang kein Echolot, er braucht einen Blick für Kanten, Schatten und Brüche in der Gleichförmigkeit.
Die Kante siehst du an der Farbe
An klarem Wasser verrät der Farbwechsel die Tiefe. Hell und türkis liegt der Grund in Reichweite des Lichts, dunkel und blau fällt er weg. Am Baggersee ist diese Linie die Abbaukante, und sie läuft meist parallel zum Ufer, wenige Meter draußen. Am See ist es die Scharkante hinter dem Kraut, am Fluss die Rinne im Kolk.
Fische ziehen an solchen Linien entlang, nicht quer durch das offene Wasser. Ein Wurf, der die Kante trifft und den Köder daran hinabführt, deckt mehr ab als zehn Würfe in die Mitte. Bei trübem Wasser hilft ein Lot, ein Blei an der Schnur, das du im Abstand von 2 m absinken lässt. Wo die Absinkzeit plötzlich springt, liegt der Abbruch.
Türkis ist flach, Blau ist tief. Die Linie dazwischen ist die Stelle. AI-Bild
Die vier Karten unten zeigen die Strukturen, die auf fast jedem Gewässer einer Familie wiederkehren, mit dem Grund, warum dort ein Fisch steht. Dieselben Karten stehen auf jeder Artseite und jeder Technikseite dieses Guides, dort nummeriert nach dem, was die Art oder die Technik daraus macht. Hier ist jede Struktur erklärt, damit du die Zeichnung einmal lernst und danach jede Seite in Sekunden liest.
Ein Gewässer lesen
4 Ansichten-
Scharkante
Wo die Flachzone in die Tiefe abbricht. Fische ziehen an dieser Linie entlang, und im Sommer endet ihr Lebensraum wenige Meter darunter an der Sprungschicht. Die Kante ist an jedem Stillgewässer die erste Stelle, die du suchst.
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Krautfeld
Deckung und Nahrung an derselben Stelle. Die Uferzone trägt je Hektar rund das Dreifache an Fischmasse wie das Freiwasser, und die Außenkante des Krauts ist die Jagdlinie von Hecht und Barsch.
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Schilfgürtel
Laichplatz, Kinderstube und Deckung in einem. Der Röhrichtgürtel steht unter gesetzlichem Schutz, gefischt wird an seiner Kante, nie in ihm.
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Zufluss
Sauerstoff, Nahrung und ein Temperaturunterschied in einem Wasser, das sonst überall gleich ist. Im Hochsommer und im Winter der stärkste Reiz, den ein See zu bieten hat.
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Untiefe im Freiwasser
Eine Bank mitten im See. Sie fängt Wind und Umwälzung ab, trägt oft härteren Grund als der Rest und zieht Weißfisch und dahinter Räuber an, weil sie die einzige Struktur im offenen Wasser ist.
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Totholz
Ein liegender Stamm bringt Struktur in eine gleichförmige Uferzone. Er zieht Fisch an, er erzeugt keinen, und er kostet bei jedem zweiten Wurf einen Köder.
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Seerosenfeld
Schatten und Deckung im Flachen. Unter den Blättern steht der Hecht im Sommer auch mittags, und die Schleie zieht morgens an ihrem Rand entlang.
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Steg
Schatten, Pfähle und der ausgetretene Grund davor. Barsche stehen unter fast jedem Steg, und im Frühjahr laichen Weißfische an seinen Pfählen.
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Freies Wasser
Das offene Wasser über der Tiefe. Ohne Echolot ist es die schwächste Stelle des Sees, mit Echolot die Stelle für Renke, Barschschwärme und den großen Hecht im Herbst.
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Prallhang
Die Außenseite der Kurve. Hier gräbt die Strömung den Kolk, das Ufer ist steil und unterspült, und der tiefste Punkt des ganzen Abschnitts liegt fast immer hier.
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Kehrwasser
Hinter jedem Hindernis dreht das Wasser zurück. In der Naht zwischen Strömung und Kehrwasser steht der Räuber und wartet, was vorbeitreibt, ohne selbst zu schwimmen.
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Buhnenfeld
Am Strom die wichtigste Struktur. Der Kolk am Buhnenkopf, die Sandbank dahinter und das ruhige Feld zwischen zwei Buhnen sind drei verschiedene Stellen für drei verschiedene Fische.
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Einmündung
Ein Nebenbach bringt kühleres, sauerstoffreiches Wasser und Nahrung. Bei Hochwasser weichen die Fische in die Mündung aus, im Sommer suchen sie ihre Kühle.
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Brückenpfeiler
Pfeiler brechen die Strömung und werfen Schatten. Hinter jedem Pfeiler liegt ein Kehrwasser, davor ein Kolk, und beides ist vom Ufer aus erreichbar.
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Gleithang
Die Innenseite der Kurve, flach und mit Kies oder Sand belegt. Die Barbe zieht hier über den Kies, und im Frühjahr laichen Weißfische im Flachen.
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Totholz
Ein Baum im Fluss ist Deckung gegen die Strömung. Döbel und Forelle stehen in seinem Schatten, und die Strömung gräbt an seinem Fuß eine Rinne.
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Krautfahne
Krautfahnen bremsen die Strömung und halten Insekten fest. Zwischen zwei Fahnen läuft eine Rinne, und in der Rinne steht der Fisch mit dem Kopf gegen den Strom.
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Steinpackung
Die Steinschüttung am Ufer ist die einzige Struktur über Kilometer. In ihren Lücken leben Krebse und Grundeln, davor steht der Barsch, und nachts zieht der Zander an ihrem Fuß entlang.
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Fahrrinne
Die Fahrrinne ist der tiefste Streifen, und ihre Kante zur Uferbank ist die Linie, an der die Fische tagsüber stehen. Ein Schiff in der Rinne hat Vorrang.
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Hafeneinfahrt
Die Öffnung zwischen Kanal und Hafenbecken. Hier wechselt das Wasser, hier zieht jeder Fisch durch, der ins Becken oder heraus will, und hier steht der Räuber.
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Brückenpfeiler
Schatten und Pfeiler in einem sonst schattenlosen Gewässer. Unter der Brücke stehen Barsch und Zander auch am hellen Tag.
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Liegeplätze
Festgemachte Schiffe werfen Schatten, und ihre Schrauben kolken den Grund aus. Die Löcher an den Liegeplätzen sind die tiefsten Stellen des Beckens.
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Kaimauer
Die Kaimauer fällt senkrecht in die Tiefe. Der Fisch steht direkt an der Wand, oft unter deinen Füßen, und die Montage läuft an ihr hinab statt nach vorn.
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Rinne hinter der Bank
Hinter der ersten Sandbank läuft eine Rinne parallel zum Strand. Sie ist die Straße, auf der Plattfisch und Meerforelle ziehen, und sie liegt in Wurfweite.
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Mole und Hafeneinfahrt
Die Mole reicht über die Brandung hinaus in tiefes Wasser. Ihre Steine tragen Krabben und Tang, und die Hafeneinfahrt daneben ist eine Strömungskante.
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Buhne
Steinbuhnen brechen die Welle und schaffen Kehrwasser. An ihrem Kopf steht die Meerforelle, zwischen zwei Buhnen sammelt sich der Sand zur Bank.
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Seegraswiese
Die Seegraswiese ist die Kinderstube der Küste, voller Garnelen und Kleinfisch. Ihr Rand zum Sand ist die Fresskante von Meerforelle und Hornhecht.
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Sandbank
Flach und hell. Über der Bank bricht die Welle, und in der Rinne davor und dahinter wartet der Fisch auf das, was sie aufwirbelt.
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Untiefe
Ein Steinfeld oder ein Riff vor der Küste. Bei ruhiger See steht hier der Dorsch, der in der Ostsee für Angler gesperrt ist, dazwischen Plattfisch und Wittling.
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Priel
An der Nordsee kommt das Wasser mit der Flut durch den Priel. Bei ablaufendem Wasser steht der Fisch in seiner Rinne, und die Zeit dafür gibt der Tidenkalender vor.
Gewässertypen im Jahreslauf
Die Jahreszeit verschiebt nicht nur den Köder, sie verschiebt den Typ. Im April erwärmt sich ein 2 m flacher Weiher Wochen vor dem 20 m tiefen See daneben, und die Fische dort fressen längst, während der See noch im Winter steht. Im Juli kehrt sich das um. Der Weiher wird warm und sauerstoffarm, der See bietet Kühle unter der Oberfläche, und der Fluss hält beides in Bewegung. Im Januar dreht sich die Reihenfolge ein drittes Mal, und vorn liegen dann Gewässer, die im Sommer kaum jemand fischt.
Die vier Karten unten nennen je Jahreszeit die Typen, die dann vorn liegen, mit dem Grund, der sie nach vorn bringt. Sie ersetzen nicht die Typseite, sie sagen dir, welche du gerade öffnen solltest.
Frühjahr März bis Mai, Wasser 4 bis 15 Grad, steigend
Kleine, flache Gewässer erwärmen sich Wochen vor den großen. Wer im April fängt, sucht das Wasser, das die Sonne erreicht.
- Weiher flach bis auf den Grund, erwärmt sich zuerst, Schleie und Karpfen kommen früh in Gang
- Teich geschützt und flach, das erste Wasser mit Betrieb
- Altarm warmes Stillwasser neben dem noch kalten Fluss, Hecht nach der Schonzeit
- Bach Bachforelle ab Saisonbeginn, das Wasser klar und noch kalt
- Küste Meerforelle im flachen Wasser, ab Mai der Hornhecht
- Hafen wärmt sich schneller als der Strom davor, Weißfisch zuerst
Sommer Juni bis August, Wasser 18 bis 25 Grad
Wärme, Sauerstoffmangel und Schichtung sortieren die Gewässer. Fließendes und tiefes Wasser bleibt kühl, flaches wird in der Nacht gefischt.
- Fluss die Strömung hält Sauerstoff und Fisch in Bewegung, Barbe und Döbel bis in den Abend
- Strom Buhnenfelder in der Dämmerung, Zander in der Nacht am Buhnenkopf
- Bach kalt und sauerstoffreich, während die Seen kippen
- Talsperre tief und kühl, Hecht und Barsch über der Sprungschicht
- Baggersee klar und tief, die Sprungschicht bei 4 bis 6 m, die Bisse in der Nacht
- Kanal Zander nachts an der Steinpackung, tagsüber der Schiffsverkehr
Herbst September bis November, Wasser 18 bis 6 Grad, fallend
Die Herbstzirkulation macht tiefe Seen wieder ganz bewohnbar, und die Räuber fressen sich Reserven an. Die beste Zeit der Stillgewässer.
- See Vollzirkulation, Hecht und Zander am Weißfisch, Barsch im Schwarm
- Baggersee Kante und Sohle zugleich befischbar, Zander am Fuß der Kante
- Talsperre Renke und Hecht im Freiwasser, der sinkende Pegel legt Kanten frei
- Stausee Zander und Wels im alten Flussbett, bevor das Wasser abkühlt
- Küste Meerforelle zurück in Ufernähe, ab Oktober die stärksten Wochen
- Strom Zander am Buhnenkopf, Barbe bis zum ersten Frost
Winter Dezember bis Februar, Wasser unter 6 Grad
Kaltes Wasser, wenig Bewegung. Gefischt wird dort, wo es tief, eisfrei und einen Tick wärmer ist, und das sind oft die gebauten Gewässer.
- Hafen tief und eisfrei, Zander und Barsch dicht am Kai
- Kanal gleichmäßige Tiefe, das Winterlager der Weißfische und dahinter der Zander
- Stausee der Durchfluss hält die Rinne offen, Zander und Wels tief im Flussbett
- Fluss Kolke und Gumpen als Winterlager, die Quappe in der Nacht
- Talsperre Tiefe ohne Eis, Hecht und Zander an den Hangkanten
- Küste Meerforelle an sonnigen Wintertagen im Flachwasser
Im Winter gewinnt das gebaute Wasser
Wenn der Weiher unter Eis liegt, ist der Hafen offen. Er ist tief, windgeschützt, und Schiffe, Kühlwasser und Schlick halten ihn ein paar Zehntelgrad wärmer als den Strom davor. Der Weißfisch sammelt sich hier in dichten Schwärmen, und wo der Weißfisch steht, steht im Winter der Zander dahinter.
Dasselbe Muster trägt den Kanal und den Stausee durch die kalte Zeit. Gleichmäßige Tiefe, kein Kraut, das im Winter fault, und Strukturen, die sich nicht bewegen. Ob du dort angeln darfst, entscheidet die Hafenordnung, und die verbietet es in vielen Becken. Wo es erlaubt ist, steht es im Erlaubnisschein.
Eisfrei, tief und einen Tick wärmer. Der Hafen ist das Winterrevier, wo er es zulässt. AI-Bild
Wo welcher Typ das Land prägt
Deutschland ist von Norden nach Süden ein anderes Angelland. Die Eiszeit hat dem Norden seine Seen hinterlassen, Rinnenseen in Brandenburg und Mecklenburg, dazu die Küste mit Ostsee und Nordsee. Die Mittelgebirge tragen die Talsperren, von der Eifel über das Sauerland bis in den Harz und den Thüringer Wald. Der Westen hat das dichteste Kanalnetz, der Süden die Alpenseen und die schnellen Flüsse, und die großen Ströme durchziehen alles, Rhein, Elbe, Donau, Weser und Oder.
Die 16 Landesseiten der Gewässerdatenbank führen je Bundesland die Typen, die dort das Angeln prägen. Die Zeilen unten drehen diese Zuordnung um und zeigen je Typ die Länder, in denen er zu Hause ist. Jedes Land führt auf seine Seite mit Bestand, Schonzeiten und Landesrecht.
Welcher Typ welches Bundesland prägt
aus den 16 Landesseiten der Gewässerdatenbank- Teich 3 Länder Saarland Sachsen Thüringen
- Weiher 7 Länder Baden-Württemberg Bayern Berlin Hessen Rheinland-Pfalz Saarland Thüringen
- Moorsee 3 Länder Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen
- See 13 Länder Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Rheinland-Pfalz Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen
- Baggersee 11 Länder Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hessen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen
- Stausee 5 Länder Bayern Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Thüringen
- Talsperre 8 Länder Baden-Württemberg Hessen Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen
- Altarm 7 Länder Baden-Württemberg Brandenburg Hamburg Hessen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Sachsen-Anhalt
- Bach 14 Länder Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Hamburg Hessen Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen
- Fluss 16 Länder Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen
- Kanal 11 Länder Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein
- Strom 12 Länder Baden-Württemberg Bayern Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein
- Hafen 5 Länder Berlin Bremen Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Schleswig-Holstein
- Küste 5 Länder Bremen Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Schleswig-Holstein
- Meer 2 Länder Mecklenburg-Vorpommern Schleswig-Holstein
Prägend heißt: die Landesseite führt den Typ unter ihren Gewässerarten. Das ist eine redaktionelle Einordnung, keine Zählung. Wie viele Reviere je Typ im Bestand liegen, steht im Block darunter.
Was die Gewässerdatenbank zeigt
Alles bis hierher ist Einordnung. Was folgt, ist Zählung. Jedes Revier in der CatchHub-Gewässerdatenbank trägt seinen Typ, und jeder Fang im Fangbuch trägt sein Revier. Daraus lässt sich ablesen, wie viele Reviere je Typ im Bestand liegen und welche Arten dort tatsächlich gemeldet werden, statt zu schätzen. Die Zahlen wachsen mit jedem Revier und jeder Meldung und werden täglich neu gerechnet.
1375 Reviere mit Gewässertyp
von 1375 in der Datenbank · 86 Fänge daran gemeldet · Stand 10.10.2026Reviere je Gewässertyp
Was an diesem Typ am häufigsten gemeldet wird
- Fluss32 Fänge Barbe 18,8 % Aal 9,4 % Karpfen 9,4 %
- Baggersee12 Fänge Barsch 33,3 % Flussbarsch 33,3 % Regenbogenforelle 16,7 %
- Stausee14 Fänge Barsch 14,3 % Hecht 14,3 % Karpfen 14,3 %
- Weiher21 Fänge Spiegelkarpfen 61,9 % Schuppenkarpfen 9,5 % Döbel 4,8 %
Gezählt werden alle sichtbaren Reviere der Gewässerdatenbank, die mindestens einen Typ tragen; ein Revier mit zwei Typen zählt in beiden. Die Fänge kommen aus dem CatchHub-Fangbuch, unabhängig von ihrer Sichtbarkeit und ohne Namen. Ein Typ bekommt seine Zeile ab 10 Fängen.
Was am Gewässertyp rechtlich hängt
Fischereirecht ist Landesrecht, und verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers. Fünf Regeln hängen trotzdem am Typ selbst, unabhängig vom Verein, und sie gelten in jedem Bundesland.
An der Küste gilt das Küstenfischereirecht des jeweiligen Landes, und darüber die Fangregeln der EU. Der Dorsch ist für Angler in der Ostsee ganzjährig gesperrt, der Aal in Nord- und Ostsee, ein Beifang geht sofort und schonend zurück. Ob du an der Küste einen eigenen Schein brauchst, regelt das Küstenland, in Mecklenburg-Vorpommern kommt eine eigene Erlaubnis für Küstengewässer hinzu.
An Talsperren steht häufig der Trinkwasserschutz über dem Angeln. Viele sind ganz gesperrt, andere nur an bestimmten Ufern oder ohne Boot, und das Absperrbauwerk mit seinem Vorfeld ist überall tabu. Im Hafen entscheidet die Hafenordnung des Betreibers, und die verbietet das Angeln im Regelfall ganz oder auf den Betriebsbereich bezogen.
Am Strom hat das Schiff Vorrang
Buhnen sind das Kennzeichen des Stroms. Die Steinschüttungen zwingen das Wasser in die Fahrrinne, und in ihrem Schatten entstehen Kehrwasser, Kolke und Sandbänke, an denen Barbe, Zander und Aal stehen. Der Kolk am Buhnenkopf ist die erste Adresse, das Buhnenfeld dahinter die zweite.
Kommt ein Frachter, holst du die Schnur ein. Der Sog des vorbeiziehenden Schiffs zieht das Wasser erst vom Ufer weg und drückt es dann als Schwall zurück, und dieser Schwall wirbelt Nahrung aus dem Buhnenfeld. Die Minuten danach fangen oft am besten, und ein Angler, der die Schiffe im Blick behält, fischt genau dann.
Erst der Frachter, dann der Biss. Der Schwall nach dem Schiff wirbelt Nahrung auf. AI-Bild
An Bundeswasserstraßen, also an den Strömen und den Schifffahrtskanälen, hat die Schifffahrt Vorrang. Die Fahrrinne bleibt frei, Schleusen, Wehre und Anleger sind Betriebsbereich und im Regelfall gesperrt, und wer vom Boot fischt, folgt den Regeln der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Der Fischereischein und der Erlaubnisschein des Verbands kommen wie überall hinzu.
Moore, Tümpel und die natürlichen Ufer vieler Seen und Bäche stehen als Biotope unter gesetzlichem Schutz, Röhricht und Seggenried ausdrücklich. Angeln ist dort nicht verboten, aber das Betreten des Röhrichts, das Aufstellen eines Schirms im Ried und das Ausheben eines Platzes am Torfufer sind es. Ein Moorsee ohne Weg ans Ufer ist meist kein Zufall.
Am Angelteich schließlich gilt neben dem Landesrecht die Hausordnung des Betreibers. Sie regelt Köder, Haken, Entnahme und Rutenzahl, und sie ist Teil des Vertrags, den du mit der Tageskarte eingehst. Ob du dort einen Fischereischein brauchst, sagt dein Bundesland, und die 16 Landesseiten sagen es dir je Land.
Die erste halbe Stunde am unbekannten Wasser
Alles auf dieser Seite läuft auf eine Situation hinaus. Du stehst an einem Wasser, das du nicht kennst, und hast eine halbe Stunde Licht. Die Liste unten sagt dir, was du in dieser halben Stunde nacheinander prüfst, in der Reihenfolge, in der die Antworten aufeinander aufbauen. Am Ende weißt du den Typ, die Kante und die Stelle für den ersten Wurf.
Die erste halbe Stunde am unbekannten Wasser
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Häufige Fragen zu Gewässertypen
12 FragenWelche Gewässerarten gibt es in Deutschland?
Drei Familien und darin 17 Typen, die für Angler zählen. Stillgewässer: Tümpel, Teich, Weiher, Moorsee, See, Baggersee, Stausee, Talsperre, Altarm und Hafen. Fließgewässer: Bach, Fluss, Strom und Kanal, dazu der Sammelbegriff Fließgewässer. Salzwasser: Küste und Meer. Die amtliche Typologie nach Wasserrahmenrichtlinie kennt daneben 14 natürliche Seetypen und 25 Fließgewässertypen, sortiert nach Ökologie, nicht nach Angeln.
Was ist der Unterschied zwischen See und Weiher?
Die Tiefe. Ein Weiher ist so flach, dass Licht den ganzen Grund erreicht, meist bis etwa 2 m, und deshalb wächst überall Kraut. Ein See hat eine Tiefenzone, in die kein Licht mehr kommt, und er schichtet sich im Sommer in warmes Oberflächen- und kaltes Tiefenwasser. Beide sind gewachsen, keiner hat einen Ablass.
Was ist der Unterschied zwischen Teich und Weiher?
Der Teich ist angelegt und ablassbar, meist mit einem Mönch oder einem Rohr am tiefen Ende, und wird bewirtschaftet. Der Weiher ist gewachsen und hat keinen Ablass. Nach Jahrzehnten sieht ein alter Teich aus wie ein Weiher, der Ablass entscheidet.
Was ist der Unterschied zwischen Talsperre und Stausee?
Die Talsperre sperrt mit einer Mauer oder einem Damm das ganze Tal und speichert Wasser über Monate, oft für Trinkwasser oder Hochwasserschutz. Der Stausee staut einen Flusslauf auf, das Wasser fließt unten weiter, meist durch ein Kraftwerk, und die Verweilzeit ist kurz. Die Talsperre ist tiefer und klarer, der Stausee behält die Rinne des alten Flussbetts.
Welcher Gewässertyp ist für Anfänger am besten?
Ein Teich oder ein kleiner Weiher. Beide sind flach, überschaubar und dicht besetzt, der erste Biss kommt meist am ersten Tag, und die Stellen liegen in Wurfweite. Ein Baggersee ist das Gegenteil, klar, tief und dünn besetzt, und ein Strom verlangt Erfahrung mit Strömung und Schifffahrt.
Wo fange ich am ehesten einen Zander?
An gebauten Gewässern mit trübem Wasser und hartem Grund. Kanal, Stausee, Talsperre und Hafen sind erste Wahl, dazu der Fluss mit seinen Kolken. Im klaren Baggersee und im krautigen Weiher kommt er vor, aber selten in Zahl. Nachts an der Steinpackung des Kanals ist die verlässlichste Stelle.
Was ist die Sprungschicht und in welchen Gewässern gibt es sie?
Die Grenze zwischen warmem Oberflächenwasser und kaltem Tiefenwasser, die sich im Sommer in jedem Stillgewässer bildet, das tiefer als etwa 5 m ist, meist in 4 bis 8 m Tiefe. Darunter wird der Sauerstoff knapp, und der Fisch steht darüber, auch wenn das Echolot in 15 m Tiefe schöner aussieht. Im Herbst löst die Umwälzung sie auf. Flache Weiher und Fließgewässer haben keine.
Ist ein Baggersee gut zum Angeln?
Für große Einzelfische ja, für viele Bisse nein. Klares Wasser und wenig Flachwasser halten den Bestand dünn, dafür werden Hecht, Karpfen und Barsch schwer. Die Stelle ist fast immer die Abbaukante, an der das Ufer wenige Meter draußen steil in die Tiefe fällt.
Darf ich am Kanal angeln?
An den meisten Schifffahrtskanälen ja, mit Fischereischein und dem Erlaubnisschein des Vereins oder Verbands, der die Strecke bewirtschaftet. Die Schifffahrt hat Vorrang, die Fahrrinne bleibt frei, und Schleusen, Wehre und Anleger sind als Betriebsbereich im Regelfall gesperrt. Die Strecke steht im Erlaubnisschein.
Darf ich in einem Hafen angeln?
Im Regelfall nicht, weil die Hafenordnung des Betreibers es verbietet, im Betriebsbereich immer. In vielen Städten gibt es ausgewiesene Bereiche, oft am Sportboothafen oder an stillgelegten Becken, und die stehen im Erlaubnisschein des örtlichen Vereins. Ohne diesen Nachweis bleibt der Hafen gesperrt.
Brauche ich am Forellenteich einen Angelschein?
Das regelt dein Bundesland, nicht der Betreiber. In den meisten Ländern gilt die Fischereischeinpflicht auch an bewirtschafteten Anlagen, einige kennen Ausnahmen oder einen Schein ohne Prüfung. Die 16 Landesseiten der Gewässerdatenbank nennen die Regel je Land, und die Anlage nennt sie beim Kauf der Tageskarte.
Was ist ein Altarm?
Eine Flussschlinge, die der Fluss verlassen hat, meist nach einer Begradigung. An einem oder beiden Enden vom Hauptlauf abgetrennt, mit stehendem Wasser, weichem Grund und viel Totholz. Ein Altarm ist die Kinderstube des Flusses und nimmt bei Hochwasser dessen Fische auf, gefischt wird er wie ein Weiher.
Quellen und Stand
9 Quellen-
Umweltbundesamt: Seen in Deutschland Über 290.000 stehende Gewässer, 1.120 größer als 50 ha, 14 natürliche Seetypen nach LAWA. Abgerufen am 12.09.2026
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Umweltbundesamt: Flüsse in Deutschland Fließgewässernetz von mehr als 500.000 km. Abgerufen am 12.09.2026
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LAWA: Die Fließgewässertypen in Deutschland 25 Fließgewässertypen nach Wasserrahmenrichtlinie, Einteilung nach Einzugsgebiet. Grundlage der Grenzen Bach, Fluss, Strom. Abgerufen am 12.09.2026
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Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt: Wasserstraßen Rund 7.300 km Binnenwasserstraßen, Vorrang der Schifffahrt. Abgerufen am 12.09.2026
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Bundesnaturschutzgesetz § 30: Gesetzlich geschützte Biotope Moore, Sümpfe, Röhrichte und natürliche Ufer stehender und fließender Gewässer. Abgerufen am 12.09.2026
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Projekt BAGGERSEE: Ökologische Aufwertung von Baggerseen Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei mit dem Anglerverband Niedersachsen. Bestand und Lebensraum in Baggerseen, Flachwasserzonen gegenüber Besatz. Abgerufen am 12.09.2026
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Der See im Jahreszeitenzyklus Bayerisches Landesamt für Umwelt. Sommerstagnation, Sprungschicht und Herbst-Vollzirkulation, Grundlage des Jahreslaufs. Abgerufen am 12.09.2026
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Verordnung (EU) 2025/2454 über die Fangmöglichkeiten in der Ostsee 2026 Rat der Europäischen Union. Sperre der Freizeitfischerei auf Dorsch in der Ostsee, Verbot der Freizeitfischerei auf Aal in Meeres- und Brackgewässern. Die Fangmöglichkeiten werden jährlich neu beschlossen. Abgerufen am 12.09.2026
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CatchHub: Angelgewässer in Deutschland je Bundesland Die Länder-Zeilen dieser Seite werden aus den 16 Landesseiten gelesen, der Bestand aus der Gewässerdatenbank gezählt, nicht abgeschrieben.
Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.
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