Angler in Wathose steht bis zur Hüfte in der flachen Ostsee in der Morgendämmerung, die Spinnrute zum Wurf erhoben, der Küstenblinker hängt am Vorfach, Steine und Tang unter der klaren Oberfläche AI
Raubfisch

Meerforellen angeln: Ostsee, Köder, Fliege und Recht

Die Meerforelle ist der Fisch, der die meisten Küstentage ohne Biss kostet, und der eine Fisch, für den sich das lohnt. Sie steht selten dort, wo du sie erwartest, sondern dort, wo das Wasser die richtige Temperatur hat und der Wind es hinschiebt. Hier steht, welche Grade und welche Windrichtung zählen, wie du Leopardengrund und Rinne liest, welcher Blinker und welche Fliege wie weit fliegen, was zwei Studien über zurückgesetzte Meerforellen gemessen haben und welche Papiere und Sperrzonen an der Ostsee gelten.

Wassertemperatur 4 bis 12 °C, darüber nachts, darunter mittags
Standplatz Leopardengrund und Rinne, 1 bis 3 m tief
Wind Frühjahr auflandig, Sommer und Winter ablandig
Recht Gefärbte zurück, 40 cm in SH, 45 cm in MV

Kurz gesagt

  • Meerforellen jagen im Flachwasser der Ostseeküste am stärksten zwischen etwa 4 und 12 Grad Wassertemperatur, also von März bis Mai und von September bis November, im Sommer nachts und im Winter mittags.
  • Im Frühjahr hilft leicht auflandiger Wind, im Sommer und im Winter ablandiger, weil er das Oberflächenwasser wegdrückt und das Tiefenwasser mit der besseren Temperatur an die Küste zieht.
  • Der Standard ist ein Küstenblinker von 18 bis 28 Gramm an einer Rute von 2,70 bis 3,10 Metern mit 10 bis 40 Gramm Wurfgewicht, 60 bis 80 Zentimeter davor eine Springerfliege.
  • In der dänischen Küstenfischerei gehen 81 Prozent aller geangelten Meerforellen zurück, an der Fliege bluten 16 Prozent der Fische, am Spinnköder 32, und im Versuch bei 4 bis 10 Grad starb nach vier Wochen keine.
  • Ein gefärbter Fisch geht immer zurück, Schleswig-Holstein verlangt 40 cm, Mecklenburg-Vorpommern 45 cm und erlaubt höchstens drei Meerforellen am Tag.
Meerforelle: Steckbrief, Schonzeit und Ostsee-Regeln Die Meerforelle wandert zwischen Ostsee und Bach, und genau deshalb gelten für sie zwei …

Ein Fisch, der die Küste abläuft

Eine Meerforelle steht nicht, sie zieht. Sie läuft die Küste entlang wie einen Flur, immer an derselben Wand, und die Wand ist die Kante zwischen Sand und Stein, zwischen flach und tief, zwischen klar und trüb. Dort frisst sie Tangläufer, Garnelen, Stichlinge, Sandaale und im Frühjahr schwärmende Seeringelwürmer. Hast du die Wand gefunden, hast du den Fisch gefunden, auch wenn er gerade 200 Meter weiter ist.

Drei Sorten Fisch begegnen dir am Wasser. Grönländer sind die kleinen silbernen von 25 bis 40 Zentimetern, die noch nie gelaicht haben und den ganzen Winter unter Land bleiben. Überspringer sind große blanke Fische, die ein Laichjahr auslassen und weiterfressen. Absteiger sind die ausgemergelten Fische mit großem Kopf und dunkler Flanke, die zwischen Februar und April aus den Bächen zurückkommen und alles nehmen, was sich bewegt. Die ersten beiden sind die Fische, um die es geht, der dritte geht zurück, auch wenn er maßig wäre.

81 % der geangelten Meerforellen gehen an der dänischen Küste zurück (Skov et al. 2022)
16 zu 32 % Anteil blutender Fische an der Fliege gegenüber dem Spinnköder (Skov et al. 2022)
300 m Sperrradius um die gelisteten Bachmündungen in Mecklenburg-Vorpommern, in Schleswig-Holstein 200 m

Was die Zahlen sagen, gilt für die ganze westliche Ostsee. Vier von fünf gefangenen Meerforellen werden zurückgesetzt, die meisten, weil sie unter dem Maß liegen, viele freiwillig. Die Methode entscheidet mit, wie gut der Fisch das übersteht, und die Sperrzonen um die Bachmündungen entscheiden, ob dein Platz überhaupt einer ist.

Zwischen 4 und 12 Grad: das Meerforellenjahr

Der Kalender ist an der Küste nur eine Näherung, das Thermometer ist die Regel. Zwischen etwa 4 und 12 Grad Wassertemperatur steht die Meerforelle im Flachwasser bis 2 Meter und frisst am Tag. Darunter wird sie träge und sucht Tiefe oder Süßwasser, darüber weicht sie in kühleres Wasser aus und kommt nur noch nachts unter Land.

März und April sind die stärksten Wochen. Sobald das Wasser 4 bis 5 Grad hält, kommen die Grönländer aus den Förden an die Außenküste, die Absteiger fressen sich wieder rund, und ab 6 Grad läuft es den ganzen Tag. Im Mai blüht der Raps, das Wasser hat 10 bis 12 Grad, der Hornhecht kommt an den Blinker, und die Forellen wandern in die Dämmerung ab.

Juni bis August ist Nachtzeit. Bei 16 bis 20 Grad zieht die Forelle erst nach Sonnenuntergang über die Riffe, meist zwischen 22 und 3 Uhr, und bevorzugt Stellen mit 3 bis 5 Metern Tiefe in Wurfweite.

September bis November bringt die zweite Saison. Das Wasser kühlt unter 12 Grad, die Fische fressen sich Reserven an, und die Absteiger des Vorjahres sind längst wieder blank. Ab Mitte September mischen sich gefärbte Fische darunter, die auf dem Weg in die Bäche sind, und in Mecklenburg-Vorpommern ist die Meerforelle an der Küste ab diesem Zeitpunkt komplett geschont.

Dezember bis Februar hat seine eigene Logik. Unter 3 Grad ist der Strand schwer, aber nicht leer. Die Grönländer stehen in Förden und Buchten mit Süßwasserzufluss, die Überspringer an tiefen, strömungsreichen Außenstränden, und beide beißen, wenn die Mittagssonne einen dunklen Grund um ein Grad erwärmt hat.

Beste Saison

Beißphase (je höher, desto besser) Schonzeit Aktueller Monat

Die Kurve zeigt, wie stark die Fische im Flachwasser fressen, nicht die erlaubte Zeit. Mecklenburg-Vorpommern schont die Meerforelle an der Küste von Mitte September bis Mitte Dezember komplett, Schleswig-Holstein von Oktober bis Dezember nur den gefärbten Fisch. Die Sommerwerte gelten für die Nacht, die Winterwerte für die Mittagsstunden.

Ob das Frühjahr wirklich so viel stärker ist als der Herbst, zeigen die gemeldeten Meerforellen aus CatchHub, nach Monat, Stunde, Köder und Küstenabschnitt. Blinker gegen Fliege ist die Zeile, die die Küste spaltet, und hier steht das Verhältnis als Zahl.

Noch zu wenige Meldungen für eine Auswertung

Dazu liegen bisher zu wenige Fänge mit Datum und Revier vor. Sobald genug zusammenkommen, stehen hier die stärksten Monate, die beste Tageszeit und die Reviere mit den meisten Fängen.

Dazu die zuletzt öffentlich geteilten Fische mit Foto, jeder mit seinem Abschnitt:

Noch kein Fang mit Foto gemeldet

Hier stehen Fänge aus der Community, sobald der erste öffentlich eingetragen wurde. Jede Kachel führt dann zum Revier dahinter.

Fänge eintragen

Wind ist Temperatur: die Regel mit dem Tiefenwasser

Die wichtigste Küstenregel klingt nach Wetter und ist Physik. Ablandiger Wind schiebt das Oberflächenwasser vom Ufer weg, und aus der Tiefe fließt Wasser nach. Auflandiger Wind drückt das Oberflächenwasser an den Strand. Welche Richtung gut ist, hängt davon ab, welche Schicht gerade die bessere Temperatur hat.

Jahreszeit Guter Wind Warum
Frühjahr leicht auflandig oder seitlich das flach erwärmte Oberflächenwasser kommt an die Küste
Sommer ablandig kühleres Tiefenwasser steigt auf, die Fische kommen näher
Herbst seitlich mit Welle Trübung und Sauerstoff, die Richtung zählt weniger
Winter ablandig das Tiefenwasser ist 1 bis 2 Grad wärmer als die Oberfläche
Winter bei Ostwind meiden kaltes Oberflächenwasser wird aufs Ufer gedrückt

Ein seitlicher Wind von 3 bis 4 Beaufort mit etwas Welle schlägt zu jeder Jahreszeit die Flaute. Er trübt das Wasser leicht ein, bringt Sauerstoff und nimmt der Forelle die Scheu vor dem Flachwasser. Ab 5 Beaufort auflandig wird das Watangeln gefährlich und das Wasser zu trüb, dann ist die Leeseite der nächsten Halbinsel der bessere Platz.

Wind, Wassertemperatur-Trend und Luftdruck-Tendenz gehen in den Fang-Index deines Reviers ein. Ob der Wind an deinem Abschnitt auflandig oder ablandig steht, liest du selbst von der Karte ab, denn dieselbe Westlage ist an der Flensburger Förde ablandig und in der Lübecker Bucht auflandig.

Leopardengrund, Riff und die erste Rinne

Meerforellen fressen über Struktur und wandern über Sand. Das ist der ganze Unterschied zwischen einem Platz und einem Strand.

Flache Ostseeküste in der Dämmerung, klares Wasser über Sand, dunklen Steinen und Tangbüscheln, davor Dünengras, im Hintergrund eine bewaldete Landzunge

Lesen lässt sich der Grund nur von oben, von der Düne oder der Steilkante, bei tiefem Sonnenstand, mit Polbrille und am besten bei ablandigem Wind, der das Wasser glättet. Was du dort siehst, merkst du dir als Reihenfolge der Würfe, denn im Wasser stehend siehst du nichts mehr davon. Ein Foto vom Platz bei Niedrigwasser spart im nächsten Frühjahr die halbe Suche.

Sand, Stein, Tang, Sand. Das ist der Grund, über dem sie frisst. AI-Bild

Leopardengrund heißt ein Boden aus hellem Sand mit dunklen Steinen und Tangbüscheln dazwischen, und er ist der Fressplatz schlechthin. Zwischen dem Tang leben Tangläufer, Garnelen und Stichlinge, über dem Sand kann die Forelle sie sehen. Der Wurf geht auf die Kanten zwischen hell und dunkel und über die Sandflecken, nie tief ins Tangfeld, dort bleibt der Blinker hängen.

Die erste Rinne liegt oft nur 10 bis 30 Meter vor dem Ufer, eine Senke hinter der ersten Sandbank, in der die Fische parallel zum Strand ziehen. Der Wurf so weit wie möglich geht über sie hinweg. Der erste Wurf an jedem Platz geht parallel zum Ufer in diese Rinne, erst danach fächerst du nach draußen.

Riffe und Steinrücken ragen aus 2 bis 4 Metern Tiefe bis knapp unter die Oberfläche und brechen die Strömung. An ihren Enden und in den Lücken sammelt sich Nahrung, dort steht im Sommer und im Winter der Fisch.

Buhnen, Molen und Steilufer bringen Tiefe in Wurfweite ohne Wathose. Der Buhnenkopf bildet eine Strömungskante, das Steilufer eine Rinne direkt am Fuß. Im Winter sind das die Plätze für die Überspringer.

Bachmündungen ziehen Fische an, im Herbst die aufstiegsbereiten, im Frühjahr die Absteiger. Um die meisten Mündungen liegt eine Sperrzone, die im nächsten Kapitel steht, und wer sie nicht kennt, angelt dort mit einem Bein im Bußgeldverfahren.

Die Küstenkarte zeigt diese Strukturen im Zusammenhang, nummeriert nach ihrem Rang, dazu die Flusskarte für die Mündungsstrecken im Herbst.

Wo Meerforelle steht

2 Ansichten

Fließgewässer mit Strömung

Einmündung 1 Kehrwasser 2 Prallhang 3 Gleithang 4 Totholz 5
  1. Einmündung

    Vor der Mündung sammelt sich aufstiegsbereiter Fisch, sobald das Herbsthochwasser kommt. Hier greift die Sperrzone der Küstenverordnung.

  2. Kehrwasser

    Auf dem Weg stromauf rastet sie hinter jedem Hindernis im ruhigen Wasser. Außerhalb der Schonzeit stehen dort noch abgestiegene Fische.

  3. Prallhang

    Die tiefe Außenkurve ist im Bach der einzige Platz mit Deckung für einen großen Fisch. Sie bezieht ihn tagsüber und rückt nachts heraus.

  4. Gleithang

    Die überströmte Kiesbank am Innenbogen ist die Laichstrecke. Wer dort im Winter watet, zerstört Gelege, ohne es zu merken.

  5. Totholz

    Wurzelstöcke und eingespülte Bäume halten Jungfische und abgelaichte Tiere. Für den Aufstieg selbst sind sie nur Zwischenstation.

Gewässertyp im Lexikon: Fluss Strom Bach

Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Buhnenfeld, Brückenpfeiler, Krautfahne.

Die Stelle wird in Würfen abgesucht, nicht in Stunden. Fünf bis acht Fächerwürfe vom Ufer bis weit hinaus, dann 30 Meter weiter, den ganzen Abschnitt entlang. Eine Meerforelle, die da ist, nimmt den Köder meist in den ersten drei Würfen. Eine, die nicht da ist, kommt nicht, weil du länger bleibst.

Meerforellenköder nach Wind und Licht, davor die Springerfliege

Der Köder an der Küste muss vor allem eines können, nämlich weit fliegen und trotzdem langsam laufen. Ein schlankes Blech von 18 bis 28 Gramm schafft beides, ein bauchiger Blinker gleichen Gewichts fliegt kürzer und läuft schneller. Größe und Gewicht folgen dem Wind, die Farbe folgt dem Licht, und die Fliege davor folgt der Nahrung.

Küstenblinker

18 bis 28 Gramm, schlank und 7 bis 10 Zentimeter lang, damit er im Wind fliegt und langsam läuft. Als Durchlaufblinker gleitet er beim Biss auf der Schnur nach oben, und der Fisch hebelt nicht mehr am Blech. Farben nach Licht, Silber und Blau bei Sonne, Kupfer und Grün bei trübem Wasser, Schwarz in der Nacht.

Standard Weite Wind

Küstenwobbler

12 bis 18 Gramm, schlank wie ein Sandaal und flach laufend, für ruhiges Wasser über Tang und für die Sommernacht. Er lässt sich langsamer führen als jedes Blech und bleibt trotzdem in 50 Zentimetern. Bei Wind ab 4 Beaufort fliegt er zu kurz.

Flachwasser Nacht Sommer

Springerfliege

Eine kleine Garnelen- oder Tangläufer-Fliege 60 bis 80 Zentimeter vor dem Blinker an einem Seitenarm. Der Blinker bringt die Weite, die Fliege den Biss. An manchen Tagen nimmt jede zweite Forelle die Fliege und keine das Blech.

Frühjahr Klares Wasser

Sbirolino mit Fliege

Ein Sbirolino von 15 bis 25 Gramm, davor 2,5 bis 3 Meter Vorfach und eine Fliege. Bringt die Fliege auf 40 bis 60 Meter, ohne Fliegenrute. Für Tage, an denen die Fische auf Garnelen stehen und der Blinker nur Nachläufer bringt.

Garnelenzeit Weite

Fliege an der Fliegenrute

Klasse 6 bis 8, 9 Fuß, Schusskopf schwimmend oder langsam sinkend. Garnele, Tangläufer und Sandaal in Größe 4 bis 8, in langsamen Strips mit Pausen geführt. Die Methode mit den wenigsten Verletzungen und den kürzesten Würfen.

Fliegenfischen Schonend
Bedingung Köder Gewicht
Flaute, klares Wasser, 1 bis 2 m Küstenwobbler oder leichter Blinker 12 bis 18 g
Seitenwind, leichte Welle schlanker Blinker plus Springerfliege 18 bis 22 g
auflandig 4 Beaufort, Rinne weit draußen kompakter Blinker 25 bis 30 g
Garnelen sichtbar, Nachläufer am Blech Fliege am Sbirolino 15 bis 25 g plus Fliege
Sommernacht schwarzer Wobbler oder schwarzer Blinker 12 bis 20 g
Winter unter 4 Grad kleiner Blinker, sehr langsam 12 bis 16 g
Der Blinker an der Küste: Blech, Sprengring, Haken und ein kleiner Einhänger vorn, kein Wirbel am Köder. Schlank und schwer fliegt er gegen den Wind, langsam eingeholt läuft er knapp über dem Tang.

Bei der Farbe reicht ein Satz aus vier Tönen. Silber mit Blau bei Sonne und klarem Wasser, Kupfer und Grün bei Trübung und bedecktem Himmel, Rot und Orange als Reizfarbe im kalten Winterwasser, Schwarz in der Nacht, weil sich nur die Silhouette gegen den Himmel abzeichnet. Beim Durchlaufblinker läuft das Blech frei auf dem Vorfach, dahinter sitzen eine Perle, ein kleiner Sprengring und der Haken. Im Drill rutscht das Blech nach oben, und der Fisch hängt nur noch am Haken, ohne 25 Gramm Hebel am Maul.

Ein 25-Gramm-Blinker über Leopardengrund in 2 Metern muss nach dem Wurf genau so lange sinken, dass er über dem Tang läuft und nicht darin. Der Rechner nennt dir die Sekunden bis zur Tiefe für Gewicht und Länge deines Blechs.

Wie tief steht dein Blinker nach fünf Sekunden?

Rechner

Ein Blinker hat keine Lauftiefe, er hat eine Sinkrate. Wie tief er fischt, entscheidest du über die Sekunden nach dem Aufkommen, und wie schnell er dabei fällt, hängt an seiner Blechstärke und nicht am Aufdruck.

Sink-Rechner

Gewicht, Länge und Wassertiefe rein, Zählzeit raus

  • Sinkrate …
  • Zähl bis …
  • Was du in der Hand hast …

Die Werte gelten für freies Absinken bei loser Schnur. Hältst du die Schnur straff, pendelt der Köder zu dir und sinkt rund ein Viertel langsamer. Bei ganz loser Schnur fällt er voll durch, dann merkst du aber den Biss im Absinken nicht.

Die Springerfliege ist an vielen Frühjahrstagen der eigentliche Köder. Ein kleines Garnelen- oder Tangläufermuster sitzt an einem 10 bis 15 Zentimeter langen Seitenarm 60 bis 80 Zentimeter vor dem Blinker. Der Blinker liefert die Weite und den Reiz von fern, die Fliege den Biss von nah. Der Seitenarm besteht aus 0,30er Fluorocarbon, damit er sich nicht um die Hauptschnur wickelt, und er wird gewechselt, sobald er sich kräuselt.

Fliegenfischen auf Meerforelle mit Klasse 6 bis 8 und drei Mustern

Die Fliegenrute wirft kürzer als die Spinnrute und fängt in der ersten Rinne genauso gut. In der dänischen Fang-Datenbank kommen 35 Prozent aller gemeldeten Meerforellen an die Fliege, und die Fische bluten dabei halb so oft wie am Spinnköder.

Fliegenfischer steht im Abendlicht bis zu den Oberschenkeln in der Ostsee, die Fliegenrute zeigt aufs Wasser, die Schnur hängt in Schlaufen von der Rolle

Der Rückwurf braucht freien Raum, deshalb steht der Fliegenfischer meist tiefer im Wasser als der Spinnangler und wirft mit dem Wind über die Schulter. Die lose Schnur sammelt ein Schnurkorb vor dem Bauch, sonst wickelt die Welle sie um die Beine. Mit 15 bis 20 Metern Wurfweite fischst du die erste Rinne, und an den meisten Tagen reicht das.

Klasse 7, Schusskopf, eine Garnele am Vorfach. AI-Bild

Das Gerät ist eine Einhandrute der Klasse 6 bis 8 in 9 Fuß, eine Rolle mit mindestens 50 Metern Backing und ein Schusskopf von 8 bis 10 Metern, schwimmend für das Flachwasser im Frühjahr, langsam sinkend für Rinnen und Riffe. Das Vorfach ist 2,5 bis 3 Meter Fluorocarbon in 0,25 bis 0,30 Millimetern. Bei Wind hilft eine Zweihandrute von 11 bis 12 Fuß, an ruhigen Tagen ist sie überflüssig.

Drei Muster reichen für die Küste. Eine Garnele in Größe 6 bis 8, hell oder rosa, für das Frühjahr. Ein Tangläufer in Größe 8 bis 10, olivbraun, für klares Wasser über Leopardengrund. Ein Sandaal oder ein schlanker Streamer in Größe 4 bis 6, weiß und silbern, für Sommernacht und Herbst. Geführt wird in langsamen Strips von 20 bis 40 Zentimetern mit Pausen von zwei bis drei Sekunden, und der Biss kommt meist in der Pause.

Der Anhieb ist ein Zug mit der Schnurhand, kein Schlag mit der Rute. Eine Meerforelle springt im Drill, und ein zu harter Anhieb reißt den kleinen Haken aus dem weichen Maul. Steht die Rute schon im Schrank, fehlen für die Küste nur der Schusskopf, ein Watgürtel und die drei Muster.

Spinnrute, Geflecht, Fluorocarbon: das Gerät für 70 Meter

Die Küstenrute muss einen 25-Gramm-Blinker gegen Wind auf 60 bis 80 Meter bringen und trotzdem einen 40er Grönländer nicht ausschlitzen lassen. Das gelingt mit Länge und einer Spitze, die nachgibt.

Teil Wert Warum
Rute 2,70 bis 3,10 m, 10 bis 40 g, halbparabolisch Weite bei Wind, Puffer im Drill
Rolle Größe 3000 bis 4000 Schnurfassung für weite Würfe, nach jedem Tag mit Süßwasser gespült
Hauptschnur Geflecht 0,10 bis 0,12 mm Weite und Bisserkennung auf 70 Metern
Vorfach Fluorocarbon 0,28 bis 0,35 mm, 1 bis 1,5 m unsichtbar, abriebfest an Stein und Tang
Verbindung FG-Knoten oder Albright läuft durch die Ringe, hält 90 Prozent
Haken Einzelhaken 1 bis 1/0 oder Drilling 4 bis 6 Einzelhaken hakt vorn, Drilling fängt Tang

Am Ende der Schnur sitzt ein kleiner Einhänger oder ein Knoten direkt am Blinker, kein Wirbel. Der Wirbel dreht den Blinker im Wurf, kostet Weite und sammelt Tang. Beim Drilling reicht Größe 4 bis 6, beim Einzelhaken 1 bis 1/0, und der Einzelhaken hat zwei Vorteile, die die Studien belegen. Er hakt öfter im Maulwinkel, und er sammelt weniger Kraut.

Die Wathose ist Teil des Geräts. Atmungsaktiv von März bis November, Neopren im Winter, immer mit Watgürtel, damit die Hose bei einem Sturz kein Wasser zieht. Die Schuhe brauchen Profil oder Filz für glatte Steine, ein Watstock hilft bei Welle und Strömung, und der Watkescher mit gummiertem Netz hängt am Rücken. Beim Nachtangeln bleiben Kopflampe und ein zweites Licht an, und niemand watet allein, wo er den Grund nicht kennt.

Spinstopp, Absinkphase und der Biss, der ein Zupfen war

Das gleichmäßige Einholen fängt Meerforellen, der Tempowechsel fängt mehr. Alle fünf bis acht Kurbelumdrehungen ein Spinstopp, der den Blinker eine bis zwei Sekunden absacken lässt, dann zwei schnelle Umdrehungen, dann wieder gleichmäßig. Der Biss kommt in der Absinkphase oder in der ersten Umdrehung danach.

Über Leopardengrund zählt die Absinkzeit. Ein 22-Gramm-Blinker sinkt rund einen halben Meter je Sekunde, in 1,5 Metern Wasser bleiben also drei Sekunden bis zum Tang. Bis zwei zählen, dann ankurbeln, dann läuft er einen halben Meter über dem Grund. Bis zum Aufsetzen zu warten heißt Kraut fischen.

Der Biss einer Meerforelle ist selten der Hammerschlag aus der Werbung. Oft ist es ein Zupfen, ein kurzes Schwerwerden, ein Nachläufer, der den Blinker bis vor die Füße begleitet und abdreht. Auf das Zupfen folgt ein Spinstopp statt eines Anhiebs, denn der Fisch nimmt in der Absinkphase meist noch einmal. Auf den Nachläufer folgt derselbe Wurf noch einmal, diesmal mit Springerfliege.

Im Drill bleibt die Bremse weich. Eine Meerforelle springt, schüttelt den Kopf und dreht in der Welle, und ein Drilling in einem weichen Maul hebelt sich bei harter Bremse aus. Die Rute bleibt hoch, der Fisch kommt in den Watkescher, nie an den Strand.

Zurücksetzen mit Zahlen: was zwei Studien gemessen haben

Beim Meerforellenangeln geht der größte Teil der Fische zurück, und die Frage, wie gut sie das überstehen, ist für diese Art gemessen worden. Zwei Studien aus Dänemark mit dem Thünen-Institut als Mitautor liefern die Zahlen.

Die erste hat 35.826 Meerforellen ausgewertet, die Angler zwischen 2016 und 2021 in einer Fang-Datenbank gemeldet haben. 46 Prozent kamen an den Spinnköder, 35 an die Fliege, 19 an den Sbirolino, 1 Prozent an Naturköder. 81 Prozent gingen zurück, die meisten unter dem Maß, aber auch 68 Prozent der maßigen Fische. Ein Viertel der Fische blutete, 2 Prozent stark. Am Spinnköder bluteten 32 Prozent, am Sbirolino 29, an der Fliege 16. Große Haken saßen öfter im Maulwinkel oder außen, kleine öfter tief, und mit jedem Grad Lufttemperatur stieg das Blutungsrisiko um 0,6 Prozentpunkte.

Silbrige Meerforelle liegt halb im flachen Wasser auf zwei Händen, der Rücken bricht die Oberfläche, kurz vor dem Abschwimmen

Nasse Hände, kein Griff in die Kiemen, kein Sand. Der Fisch liegt mit dem Kopf gegen die Welle auf den Handflächen, bis er von selbst geht, nach einem kurzen Drill in Sekunden, nach einem langen bis zu einer Minute. Ein Foto entsteht im Wasser, mit dem Fisch halb unter der Oberfläche, und nie länger als ein paar Sekunden an der Luft.

Im Wasser lösen, im Wasser schwimmen lassen. AI-Bild

Die zweite Studie hat geangelte Meerforellen unter 40 Zentimetern bei 4 bis 10 Grad Wassertemperatur 26 bis 29 Tage in einer Meerwasserrinne gehalten. Gefischt wurde mit Drilling Größe 4, Einzelhaken 1/0 und Fliege Größe 12. Kein Fisch starb, keine Gruppe wuchs schlechter als die ungeangelte Kontrolle, und 6 Prozent der am Spinnköder gefangenen Fische hatten am Ende eine unverheilte Hakenwunde.

Für den Strand heißt das drei Dinge. Der Fisch bleibt im Wasser, die Zange kommt zu ihm, und ein Einzelhaken erleichtert das. Bei warmer Luft und warmem Wasser steigt das Risiko, im Hochsommer fischst du deshalb nachts oder gar nicht. Und ein Fisch, der stark blutet und maßig ist, wird entnommen, statt zurückgesetzt, so machen es die dänischen Angler laut Studie ohnehin.

Was an der Ostseeküste erlaubt ist

Die Meerforelle regelt das Land, nicht die EU. Zuständig ist die Küstenfischereiverordnung des Bundeslandes, und die beiden Länder mit Ostseeküste regeln sie verschieden. Dazu kommt die Regel, die überall gilt. Ein gefärbter Fisch mit festsitzenden Schuppen und dunkler Flanke geht zurück, unabhängig von Maß und Datum.

Schleswig-Holstein verlangt an der Küste den Fischereischein und die Fischereiabgabe, ein Erlaubnisschein ist am freien Küstengewässer nicht nötig, an der Schlei und rund um Lübeck dagegen schon. Das Mindestmaß liegt bei 40 Zentimetern. Die Schonzeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember gilt nur für gefärbte Fische, silbrige Fische mit losen Schuppen dürfen in dieser Zeit entnommen werden. Um die gelisteten Bachmündungen liegt in derselben Zeit ein Fischschonbezirk von 200 Metern beiderseits und vor der Mündung, und an der Krusau in der Flensburger Förde gilt er ganzjährig.

Mecklenburg-Vorpommern verlangt drei Papiere, den Fischereischein, die Fischereiabgabe und die Angelerlaubnis für die Küstengewässer. Das Mindestmaß liegt bei 45 Zentimetern, die Schonzeit läuft vom 15. September bis 14. Dezember für jeden Fisch, gefärbt oder blank, und je Angeltag dürfen höchstens drei Meerforellen entnommen werden. Um 20 gelistete Bachmündungen von der Harkenbeck bis zur Uecker ist vom 1. August bis Ende Februar ein Radius von 300 Metern gesperrt, an der Warnowmündung bleibt die Handangel erlaubt.

Zwei Beifänge haben eigene Regeln. Der Dorsch, der im Winter den Blinker nimmt, geht zurück, weil die Freizeitfischerei auf ihn in der Ostsee gesperrt ist, und der Aal ist für Angler in allen Meeres- und Brackgewässern verboten. Beides beschließt die EU jährlich neu, die Fundstellen stehen unten bei den Quellen. Über der Grenze in Dänemark brauchst du den staatlichen Angelschein, und die Schonzeit für gefärbte Fische liegt dort anders als in Schleswig-Holstein.

Die Binnenstrecken der Meerforellenbäche regeln die Landesfischereiverordnungen, in acht Bundesländern ist sie dort ganzjährig geschützt, in den übrigen gelten eigene Maße und Schonzeiten von Herbst bis Frühjahr, teils nur für Besatzfische. Die Tabelle rechnet den Stand von heute je Land, die Küstenverordnungen sind bei den Hubs für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verlinkt.

Schonzeit und Mindestmaß nach Bundesland

8 Bundesländer, Mindestmaß zwischen 25 und 60 cm

Schonzeit und Mindestmaß für Meerforelle nach Bundesland
Bundesland Schonzeit Maß, Mindestmaß in Zentimetern
Baden-Württemberg Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Bayern Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Berlin Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Brandenburg Nur für eingesetzte Satzfische. Wild aufgewachsene Meerforellen sind ganzjährig geschützt 16. Okt. bis 15. Apr. 60 cm
Bremen Entnahme nur bei nachweislichem Besatz oder bestandsunterstützenden Maßnahmen 15. Okt. bis 15. März heute frei 50 cm
Hamburg Entnahmefenster bis 65 cm, höchstens zwei Fische am Tag 15. Okt. bis 15. Feb. heute frei 40 cm
Hessen Bachforelle, Meerforelle und Seeforelle. Höchstmaß 60 cm 1. Okt. bis 31. März heute geschont 25 cm
Mecklenburg-Vorpommern An der Küste 15. September bis 14. Dezember, höchstens drei am Tag 1. Sept. bis 31. März 45 cm
Niedersachsen Nur in Gewässern, in die sie als Besatz eingebracht und die angezeigt wurden 15. Okt. bis 15. Feb. 40 cm
Nordrhein-Westfalen Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Rheinland-Pfalz Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Saarland Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Sachsen 1. Okt. bis 30. Apr. heute geschont 60 cm
Sachsen-Anhalt Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß
Schleswig-Holstein An der Küste vom 1. Oktober bis 31. Dezember, und nur der Fisch im Laichkleid 1. Okt. bis 28. Feb. 40 cm
Thüringen Ganzjährig geschützt heute geschont kein Maß

Alle Angaben aus den Landesfischereiverordnungen, Stand und Quelle je Land auf der jeweiligen Schonzeiten-Seite. Der Status gilt für 11.10.2026.

Ohne Gewähr, und dein Erlaubnisschein darf strenger sein

Diese Tabelle gibt den Stand der Landesverordnungen wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten, größere Mindestmaße und Entnahmefenster festlegen, und sie tun es häufig. Verbindlich ist immer das Papier, das du am Wasser dabei hast.

Vor dem ersten Küstentag

0 von 8

Tippe zum Abhaken. Dein Stand bleibt auf diesem Gerät gespeichert.

Zehn Küstentage, und was davon Fische sind

Die Meerforelle wird in Tagen gezählt, nicht in Stunden. Wer im ersten Frühjahr zehn Küstentage mit 4 bis 10 Grad Wassertemperatur an drei verschiedenen Abschnitten fischt, hat am Ende meist zwei bis vier Fische gefangen, davon einen maßigen, und dazu ein Dutzend Nachläufer, die den Blinker bis vor die Füße begleitet haben. Das ist ein gutes erstes Jahr. Die Tage ohne Biss sind keine verlorenen, sie zeigen, wo die Rinne liegt und bei welchem Wind der Abschnitt trübt.

Drei Abschnitte sind dabei besser als zehn. Einer für Westwind, einer für Ostwind, einer mit Tiefe für den Winter, und alle drei so oft, dass du den Grund bei Flut und bei Niedrigwasser kennst. Welche Küstenabschnitte und Förden andere Angler mit Fängen belegt haben, steht auf den Gewässerseiten mit Wind, Wassertemperatur und Fang-Index. Im Mai kommt an dieselben Plätze der Hornhecht, und wer den Blinker schon in der Hand hat, sollte die Kapitel zum Spinnfischen kennen, aus denen die Küstenführung stammt.

Passende Gewässer in der App

6 Gewässer

Fang-Index heute, live aus der App: je höher (0 bis 100), desto besser stehen die Chancen.

Zum Nachschlagen

7 Einträge

Häufige Fragen

10 Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Meerforellenangeln?

Von März bis Mai und von September bis November, sobald das Wasser zwischen 4 und 12 Grad liegt. Im März und April stehen die meisten Fische im Flachwasser, im Mai kommt die Nacht dazu. Im Sommer fischst du zwischen 22 und 3 Uhr, im Winter mittags über dunklem Grund oder in den Förden.

Welche Wassertemperatur brauchen Meerforellen?

Zwischen 4 und 12 Grad jagen sie im Flachwasser bis 2 Meter. Unter 3 Grad ziehen sie in tiefere Bereiche und in Förden mit Süßwasseranteil, über 16 Grad kommen sie nur nachts unter Land. Ein Grad Unterschied durch einen Windwechsel kann einen Abschnitt von leer auf voll drehen.

Welcher Köder ist der beste für Meerforelle?

Ein schlanker Küstenblinker von 18 bis 28 Gramm, im Frühjahr mit einer Springerfliege 60 bis 80 Zentimeter davor. Bei ruhigem Wasser und nachts ein Küstenwobbler von 12 bis 18 Gramm, in der Garnelenzeit eine Fliege am Sbirolino oder an der Fliegenrute. Farbe nach Licht, Silber bei Sonne, Kupfer bei Trübung, Schwarz in der Nacht.

Welcher Wind ist gut zum Meerforellenangeln?

Im Frühjahr leicht auflandiger Wind, der das erwärmte Oberflächenwasser an die Küste schiebt. Im Sommer und im Winter ablandiger Wind, weil er das Oberflächenwasser nach draußen drückt und das Tiefenwasser nachfließen lässt, im Sommer kühler, im Winter 1 bis 2 Grad wärmer. Ein seitlicher Wind mit etwas Welle ist zu jeder Zeit besser als Flaute.

Wo stehen Meerforellen an der Küste?

Über Leopardengrund, also Sand mit Steinen und Tangbüscheln, an der Kante zur ersten Rinne, an Riffen und Buhnenköpfen, im Frühjahr oft nur 1 bis 2 Meter tief und wenige Meter vor deinen Füßen. Blanker Sand ohne Struktur ist Durchgangsgebiet, Tangfelder mit Sandflecken dazwischen sind Fressplätze.

Wie fange ich Meerforellen mit der Fliege?

Mit einer Einhandrute der Klasse 6 bis 8 in 9 Fuß, einem Schusskopf und 2,5 bis 3 Metern Vorfach in 0,25 bis 0,30 Millimetern. Die Fliege ahmt Garnele, Tangläufer oder Sandaal nach, Größe 4 bis 8, und wird in langsamen Strips mit Pausen geführt. Der Biss kommt meist in der Pause, angeschlagen wird mit der Schnurhand, nie mit der Rute.

Welche Rute und Schnur für Meerforelle?

Eine Spinnrute von 2,70 bis 3,10 Metern mit 10 bis 40 Gramm Wurfgewicht und weicher Spitze, eine Rolle der Größe 3000 bis 4000, Geflecht von 0,10 bis 0,12 Millimetern und 1 bis 1,5 Meter Fluorocarbon von 0,28 bis 0,35 Millimetern als Vorfach. Die Verbindung hält ein FG-Knoten oder ein Albright, ein Wirbel gehört nicht ans Ende.

Brauche ich eine Wathose zum Meerforellenangeln?

Ja, außer an Molen und Steilufern. Viele Fische stehen in der ersten Rinne, die du ohne Waten nicht parallel befischen kannst, und der Watkescher setzt voraus, dass du im Wasser stehst. Dazu gehören ein Watgürtel, der die Hose bei einem Sturz dicht hält, und Schuhe mit Profil für glatte Steine.

Darf ich Meerforellen an der Ostsee mitnehmen?

Blanke Fische ab dem Mindestmaß außerhalb der Schonzeit, in Schleswig-Holstein ab 40 Zentimetern, in Mecklenburg-Vorpommern ab 45 und dort höchstens drei am Tag. Ein gefärbter Fisch mit festsitzenden Schuppen geht zu jeder Zeit zurück. Um die gelisteten Bachmündungen gelten Sperrzonen, in MV 300 Meter vom 1. August bis Ende Februar, in SH 200 Meter von Oktober bis Dezember.

Überlebt eine zurückgesetzte Meerforelle?

Sehr wahrscheinlich, wenn du sie im Wasser abhakst. Im Versuch bei 4 bis 10 Grad Wassertemperatur starb in vier Wochen kein einziger geangelter Fisch, weder am Drilling noch am Einzelhaken noch an der Fliege. Ein Viertel der Fische blutet, an der Fliege halb so viele wie am Blinker, und bei warmer Luft steigt der Anteil. Bei über 16 Grad Wasser lässt du das Zurücksetzen gar nicht erst nötig werden und fischst nachts.

René Seidel

Geschrieben von

René Seidel

Ich angle seit 2002: angefangen mit acht Jahren an den Weihern, die mein Vater gepachtet hatte, heute vor allem am Neckar bei Heilbronn, an der Wörnitz und am Main. Mit CatchHub baue ich die Angel-Community, in der ich meine Praxis am Wasser mit echten Fangdaten zusammenbringe.

Mehr über René

Plane deinen nächsten Fang mit CatchHub

Fang-Index, Wetter-Prognose, echte Fänge und Spots der Community für Tausende Gewässer. 100 Prozent kostenlos, alle Funktionen. Direkt im Browser oder als App auf deinem Handy.

Weiterlesen

Alle zu Raubfisch
Raubfisch

Hornhecht angeln: Saison, Köder, Blinker und Seide

Wenn der Raps blüht, kommt der Fisch, der die meisten Bisse und die meisten Fehlbisse des Jahres bringt. Der Hornhecht jagt in den obersten 50 Zentimetern, oft 10 Meter vor deinen Füßen, und sein Schnabel aus Knochen lässt jeden zweiten Drilling abrutschen. Hier steht, wann er kommt und wie lange er bleibt, wo er steht, welcher Fetzen und welcher Blinker mit Seide statt Haken ihn hält, was für den Uferangler ohne Wathose reicht, warum Sonne und ruhige See zählen und was in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern für ihn gilt, nämlich fast nichts und trotzdem einiges. 14 Min.
Angel-Wissen

Angeln ohne Angelschein: wo es in Deutschland geht

Angeln ohne Angelschein ist in Deutschland kein Wunsch, sondern an vier Stellen Gesetz. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein stellen ohne Prüfung einen Touristenschein für 28 Tage aus, Brandenburg lässt jeden dauerhaft auf Friedfisch angeln, Thüringen hat den Vierteljahresschein, und an manchen Anlagen reicht die Karte des Betreibers. Überall sonst beginnt der Weg mit der Prüfung, und wer sie umgeht, riskiert ein Bußgeld, ohne Erlaubnisschein sogar ein Strafverfahren. Hier steht, welcher Weg wo gilt, was er kostet an Zeit und Papier, und wo er endet. 10 Min.
Angel-Wissen

Catch and Release in Deutschland: erlaubt oder nicht?

Catch and Release ist in Deutschland weder erlaubt noch verboten, es ist eine Frage, die das Tierschutzgesetz mit zwei Worten stellt, vernünftiger Grund, und die jedes Bundesland anders beantwortet. Hessen verbietet das Angeln, das alle Fische zurücksetzt, Bayern erlaubt das Zurücksetzen nur zur Hege, Berlin verbietet den Fang nur fürs Foto, und die meisten Länder schweigen. Hier steht das Recht je Land, was die Studien über das Überleben zurückgesetzter Fische sagen, und wie du einen Fisch löst, damit er die nächste Woche erlebt. 8 Min.
Lädt...