Kurz gesagt
- Die Nase (Chondrostoma nasus) trägt an der Unterlippe eine scharfe Hornkante und schabt damit Algen von Steinen. Dieses Werkzeug hat sonst kein Fisch unserer Flüsse.
- Den Namen verdankt sie ihrem Kopf. Von der Seite betrachtet springt die Schnauze vor wie eine Nase, und darunter liegt quer das Maul.
- Fünf Bundesländer haben sie ganz aus der Entnahme genommen. 13 führen sie überhaupt, mit einem Mindestmaß zwischen 25 und 40 cm.
- Ihr Rückgang liegt an unterbrochenen Laichwanderungen, nicht an der Angelfischerei. Jedes unpassierbare Wehr schneidet eine Laichstrecke ab.
- Als Hauptbeute des Huchens zieht ihr Verschwinden eine zweite bedrohte Art mit.
Eine Hornkante statt Zähnen
Die Nase ist schlank, silbrig und hat einen dunklen Rücken. Ihr Kopf endet in einer vorspringenden, fleischigen Schnauze, unter der das Maul quer sitzt. An der Unterlippe verläuft eine scharfe, verhornte Kante, und die ist das eigentlich Bemerkenswerte an diesem Fisch.
Die Spur, die sie hinterlässt
Diese Striche im Belag hinterlässt kein anderer heimischer Fisch. Die Nase legt die verhornte Kante ihrer Unterlippe an den Stein und zieht sie durch, so wie ein Schaber über eine Fläche gezogen wird.
Wo solche Spuren stehen, war ein Trupp am Werk, und wo sie fehlen, obwohl der Belag da ist, fehlt die Art. Die Ernährungsweise bindet sie eng an festes, gut überströmtes und ausreichend belichtetes Substrat.
Kurze parallele Striche im Algenbelag: hier hat sie gefressen. AI-Bild
Das Werkzeug an der Unterlippe
Die Kante ist kein Zahn und keine Lippe, sondern verhorntes Gewebe, hart genug, um Algen vom Stein zu lösen. Beim Weiden legt sich der Fisch schräg über den Kies und zieht sie in kurzen Stößen darüber.
Sichtbar bleibt das an den Steinen. Auf abgeweideten Flächen sitzen feine parallele Spuren, und ein Abschnitt mit vielen solchen Spuren trägt noch einen Schwarm, auch wenn gerade kein Fisch zu sehen ist.
Die verhornte Kante liegt quer und wirkt wie eine Klinge. AI-Bild
Nase erkennen
5 MerkmaleFünf Merkmale, und das entscheidende liegt unter der Schnauze. Eine Nase erkennt sich von der Seite am Kopf, nicht an der Färbung.
-
Schnauze über dem Maul
Die fleischige Schnauze springt weit vor, das quer stehende Maul sitzt darunter. An der Unterlippe verläuft eine scharfe Hornkante.
-
Kurze, steil stehende Rückenflosse
Sie sitzt etwa über der Körpermitte und ist deutlich höher als lang. Barteln fehlen dieser Art vollständig.
-
Silberne Flanke, dunkler Rücken
Blaugrauer bis grünlicher Rücken, scharf abgesetzte silberne Seiten ohne Punkte und ohne Streifen.
-
Rötliche Bauch- und Afterflossen
Zur Laichzeit leuchten sie orangerot, im Rest des Jahres bleiben sie blass rötlich. Rücken- und Schwanzflosse sind grau.
-
Schlanker, walziger Körper
Gestreckt, im Querschnitt fast rund, mit tief gegabelter Schwanzflosse. Der Bauplan hält die Position in der Strömung.
Nicht verwechseln mit
2 ArtenVerwechselt wird diese Art vor allem mit den folgenden. Unter jedem Umriss steht, woran der Unterschied hängt.
Barbe
Steht auf denselben Kiesstrecken und hat ebenfalls ein Maul unter der Schnauze, dazu aber vier Barteln und dicke, weiche Lippen. Sie wird deutlich schwerer.
Döbel
Ähnlich silbrig und ähnlich groß, sein Maul steht jedoch vorn und ist weit gespalten. Er greift Beute, statt Steine abzuweiden, und seine Schuppen sind gröber und dunkel gerandet.
Steckbrief Nase
- Wissenschaftlicher Name
- Chondrostoma nasus
- Familie
- Karpfenfische (Cyprinidae)
- Maul
- unterständig mit Hornkante Eine verhornte Unterlippe zum Abschaben von Algenbelag
- Maximale Länge
- etwa 50 cm
- Nahrung
- Algenaufwuchs Sie weidet Steine ab, kaum ein anderer heimischer Fisch tut das
- Lebensraum
- Äschen- und Barbenregion Braucht Licht, Strömung und festen Grund, sonst wächst kein Aufwuchs
Alle 13 Angaben
- Laichzeit
- März bis April Ab etwa 8 bis 10 Grad, mit Massenwanderungen in kiesige Nebenflüsse
- Bestand
- stark gefährdet In mehreren Bundesländern ganzjährig geschützt
- Rolle
- Hauptbeute des Huchens Ihr Rückgang trifft eine zweite bedrohte Art direkt
- Maximales Gewicht
- rund 2 kg Die meisten Fische bleiben unter 1 kg
- Geschlechtsreife
- mit 3 bis 5 Jahren Ab etwa 25 bis 30 cm, Weibchen später als Männchen
- Alter
- bis etwa 20 Jahre Ein 45er Fisch hat meist über 10 Jahre hinter sich
- Hauptsaison
- Sommer, wo sie befischt werden darf
Mit dieser Kante schabt sie Algenbelag von Steinen ab, ähnlich wie ein Schaber über eine Fläche gezogen wird. Kaum eine andere heimische Art ernährt sich so, und daraus ergibt sich ihre enge Bindung an festes, gut überströmtes Substrat.
Licht, Strömung und feste Steine
Als Weidegänger braucht sie Licht, Strömung und feste Oberflächen. Diese Kombination findet sich in unverbauten Abschnitten mit Kies und Steinen.
Wo Nase steht
1 Ansicht-
Gleithang
Die flach überströmte Kiesbank im Innenbogen bekommt viel Licht und trägt deshalb den dicksten Algenbelag. Ihr Weidegrund schlechthin.
-
Kehrwasser
Unterhalb einer Rausche steht der Schwarm im ruhigeren Wasser und zieht zum Abweiden auf die schnellen Steine hinaus.
-
Buhnenfeld
Die Steinschüttung der Buhne ist festes Substrat mitten im Strom. Wo sie im Licht liegt, wächst dort Aufwuchs nach.
-
Einmündung
Im März zieht der Schwarm in den kiesigen Nebenbach hinein. Diese Einmündungen sind der empfindlichste Ort im ganzen Jahr.
-
Prallhang
Der tiefe Kolk an der Außenkurve ist Winterquartier. Bei Kälte sammeln sich dort ganze Gruppen dicht über dem Grund.
-
Brückenpfeiler
Rund um die Pfeiler liegt harter, ausgespülter Grund. Ein Rest Struktur in ansonsten begradigten Stadtstrecken.
Gewässertyp im Lexikon: Fluss Strom Bach
Auch auf der Karte, hier aber zweite Wahl: Totholz, Krautfahne.
In verbauten und gestauten Strecken fehlt ihr beides gleichzeitig: die Strömung und der Aufwuchs auf festem Grund. Deshalb verschwindet sie dort auch dann, wenn die Wasserqualität einwandfrei ist.
Schwärme, die es kaum noch gibt
Historische Berichte beschreiben Laichzüge von Zehntausenden Nasen, die zur Laichzeit im März und April die Nebenflüsse hinaufzogen. In manchen Regionen war das ein Ereignis, zu dem ganze Dörfer ans Wasser kamen.
Solche Bilder sind selten geworden. Die Nase gilt heute in weiten Teilen Deutschlands als stark gefährdet, und die Landesverordnungen bilden das ab.
Schonzeit und Mindestmaß nach Bundesland
8 Bundesländer, Mindestmaß zwischen 25 und 40 cm
| Bundesland | Schonzeit | Maß, Mindestmaß in Zentimetern |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 15. März bis 31. Mai heute frei | 35 cm |
| Bayern | 1. März bis 30. Apr. heute frei | 30 cm |
| Berlin | Ganzjährig geschützt heute geschont | kein Maß |
| Brandenburg | Ganzjährig geschützt heute geschont | kein Maß |
| Hessen Höchstmaß 40 cm | 15. März bis 30. Apr. heute frei | 25 cm |
| Mecklenburg-Vorpommern | Ganzjährig geschützt heute geschont | kein Maß |
| Niedersachsen Nur in Gewässern, in die sie als Besatz eingebracht und die angezeigt wurden | keine Schonzeit | 25 cm |
| Nordrhein-Westfalen | 1. März bis 30. Apr. heute frei | 30 cm |
| Rheinland-Pfalz Nicht in Rhein, Mosel und Lahn | 15. März bis 30. Apr. | 30 cm |
| Saarland | 15. März bis 15. Juni heute frei | 35 cm |
| Sachsen | in der Elbe 1. Jan. bis 15. Juni, sonst ganzjährig | 40 cm |
| Sachsen-Anhalt | Ganzjährig geschützt heute geschont | kein Maß |
| Thüringen | Ganzjährig geschützt heute geschont | kein Maß |
Alle Angaben aus den Landesfischereiverordnungen, Stand und Quelle je Land auf der jeweiligen Schonzeiten-Seite. Der Status gilt für 11.10.2026.
Ohne Gewähr, und dein Erlaubnisschein darf strenger sein
Diese Tabelle gibt den Stand der Landesverordnungen wieder und ist keine Rechtsauskunft. Verein, Pächter und Gewässerordnung dürfen zusätzliche Schonzeiten, größere Mindestmaße und Entnahmefenster festlegen, und sie tun es häufig. Verbindlich ist immer das Papier, das du am Wasser dabei hast.
Fünf Länder haben sie ganz aus der Entnahme genommen, nämlich Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sachsen schont sie überall außerhalb der Elbe ebenfalls das ganze Jahr. Wo dieser Schutz gilt, gilt er ohne Ausnahme und unabhängig von der Größe des Fisches.
Warum die Schwärme verschwunden sind
Der Rückgang der Nase ist kein Ergebnis der Angelfischerei, und deshalb löst auch kein Fangverbot allein das Problem. Sie scheitert an der Struktur der Flüsse.
Der Zug, der abgeschnitten wurde
Im März und April verlässt die Nase den Hauptfluss und zieht in Nebengewässer wie dieses, um über kiesigem Grund abzulaichen. Früher taten das Schwärme von Zehntausenden.
Dieser Zug endet heute an der ersten unpassierbaren Schwelle. Was dahinter liegt, fällt für den Bestand aus, auch wenn dort alles andere stimmt. Wo Wehre zurückgebaut oder mit funktionierenden Aufstiegshilfen versehen wurden, kehren die Schwärme teilweise zurück.
Im Frühjahr zieht sie aus dem Strom in solche Nebengewässer. AI-Bild
Was der Nase den Weg verstellt
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Der entscheidende Punkt ist die Durchgängigkeit. Nasen wandern zum Laichen flussaufwärts in Nebengewässer, und dieser Zug endet an der ersten unpassierbaren Schwelle. Was dahinter liegt, fällt für den Bestand aus, auch wenn dort alles andere stimmt. Wo Wehre zurückgebaut oder mit funktionierenden Aufstiegshilfen versehen wurden, kehren die Schwärme teilweise zurück.
Der Aufwuchs, den sonst niemand nutzt
Algenbelag auf Steinen ist eine Nahrungsquelle, die in unseren Flüssen kaum ein Fisch anrührt. Die Nase hat sich darauf spezialisiert und damit eine Nische besetzt, in der sie keine Konkurrenz hat. Dafür ist sie vollständig davon abhängig.
In ausgebauten Abschnitten bleibt sie deshalb selbst dann aus, wenn Wasserqualität und Sauerstoff stimmen. Eine mit Steinschüttung befestigte, aber träge durchflossene Strecke bildet keinen nutzbaren Aufwuchs, weil Licht, Strömung und Substrat zusammenkommen müssen. Fehlt eines davon, fehlt ihr Futter.
Eine Art, an der eine zweite hängt
Die Nase ist nicht nur selbst gefährdet, sie ist auch die Hauptnahrung des Huchens. Wo ihre Schwärme fehlen, findet der größte Salmonide Europas nicht genug zu fressen, und Besatzmaßnahmen laufen ins Leere.
Diese Kopplung macht sie zu einer Schlüsselart. Maßnahmen, die der Nase helfen, also durchgängige Flüsse und sauberer Kies, helfen gleichzeitig Barbe, Äsche und Huchen. Umgekehrt bringt es wenig, einzelne Arten zu besetzen, solange die Flusslandschaft für keine von ihnen funktioniert.
Wie schwer ist eine Nase von 40 cm?
Die Nase bleibt leicht, auch wenn sie 40 cm erreicht. Die Umrechnung zeigt, warum ein Schwarm aus vielen Fischen bestehen muss, damit er einen Huchen ernährt.
Länge, Gewicht und Mindestmaß
RichtwerteNase: Gewicht nach Länge
Mindestmaß, wo es eins gibt
Alle übrigen Bundesländer führen für diese Art kein Mindestmaß. Der Erlaubnisschein deines Gewässers kann trotzdem eins nennen, und er gilt zusätzlich.
Richtwert aus einer Längen-Gewichts-Beziehung, nicht gewogen. Ein Fisch aus einem mageren Fluss liegt darunter, einer vor der Laichzeit darüber. Sobald genug Fänge mit Gewicht gemeldet sind, rechnet diese Kurve mit den echten Fischen.
Wie alt ist eine Nase von 40 cm?
Eine Nase wächst gleichmäßig und ohne Sprünge, dafür lange. Die 40 cm fallen je nach Fluss zwischen das achte und das zwölfte Lebensjahr, in kühlen Oberläufen noch später.
Wachstum: Alter und Länge
bis 50 cm- 1 Jahr 6 bis 10 cm
- 2 Jahre 12 bis 17 cm
- 3 Jahre 18 bis 24 cm
- 4 Jahre 23 bis 29 cm
- 6 Jahre 30 bis 36 cm
- 8 Jahre 35 bis 41 cm
- 10 Jahre 38 bis 45 cm
- 15 Jahre 43 bis 50 cm
Diese Langsamkeit erklärt, warum ein eingebrochener Bestand sich über Jahrzehnte nicht erholt. Ein Schwarm, der heute ausfällt, fehlt auch in zehn Jahren noch, weil zwischen Ei und laichreifem Fisch drei bis fünf Jahre liegen.
Was die Meldungen zur Nase zeigen
Bei einer vielerorts ganzjährig geschützten Art bleibt die Datenlage naturgemäß dünn.
Noch zu wenige Meldungen für eine Auswertung
Dazu liegen bisher zu wenige Fänge mit Datum und Revier vor. Sobald genug zusammenkommen, stehen hier die stärksten Monate, die beste Tageszeit und die Reviere mit den meisten Fängen.
Was hier erscheint, stammt überwiegend aus Regionen mit noch tragfähigen Beständen. Ein Rückschluss auf die bundesweite Lage lässt sich daraus nicht ziehen.
Was von der Nase im Fangbuch landet, steht unten mit Bild und Revier.
Noch kein Fang mit Foto gemeldet
Hier stehen Fänge aus der Community, sobald der erste öffentlich eingetragen wurde. Jede Kachel führt dann zum Revier dahinter.
Fänge eintragenHäufige Fragen zur Fischart Nase
5 FragenIst die Nase geschützt?
In mehreren Bundesländern ganzjährig, in anderen mit Schonzeit im Frühjahr und einem Mindestmaß zwischen 25 und 40 cm. 13 Länder führen sie überhaupt in ihrer Verordnung. Die vollständige Tabelle steht oben auf dieser Seite.
Warum heißt sie Nase?
Wegen ihrer vorspringenden, fleischigen Schnauze, unter der das Maul sitzt. Von der Seite betrachtet wirkt der Kopf, als habe der Fisch eine Nase. Der Name ist alt und in fast allen deutschsprachigen Regionen gebräuchlich.
Was frisst die Nase?
Fast ausschließlich Algenaufwuchs, den sie mit einer verhornten Kante an der Unterlippe von Steinen abschabt. Diese Ernährungsweise ist unter heimischen Fischen praktisch einmalig und bindet sie an Gewässer mit festem, gut überströmtem Substrat.
Warum ist ihr Bestand eingebrochen?
Weil ihre Laichwanderung unterbrochen ist. Sie zieht im Frühjahr in kiesige Nebenflüsse, und jedes Wehr ohne Aufstiegshilfe schneidet eine Strecke ab. Dazu kommt, dass Feinsediment den Laichkies zusetzt und ausgebaute Flüsse keinen neuen mehr liefern.
Was hat die Nase mit dem Huchen zu tun?
Sie ist seine wichtigste Beute. Wo Nasenschwärme verschwinden, fehlt dem Huchen die Nahrungsgrundlage, und Besatz mit Huchen bringt dort nichts. Beide Arten hängen an denselben Voraussetzungen, nämlich durchgängigen Flüssen mit sauberem Kies.
Quellen und Stand
2 Quellen-
Rote Liste der Süßwasserfische und Neunaugen Deutschlands Rote-Liste-Zentrum im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz, abgerufen am 09.09.2026
-
Artenporträts des Bundesamts für Naturschutz Verbreitung und Schutzstatus der FFH-Arten, abgerufen am 09.09.2026
Zuletzt geprüft am . Fischereirecht ist Landesrecht, verbindlich ist immer der Erlaubnisschein deines Gewässers.
Passt dazu
Sieh nach, wo Nase gerade gemeldet wird
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