Havel
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Anfahrt über die Ortslagen Wesenberg, Priepert, Strasen und Userin. Dort abstellen und zu Fuß oder mit dem Boot ans Wasser.
Geangelt wird vom Boot, von vorhandenen Steganlagen und von offenen Uferstellen. Am Useriner See sind die Uferstellen auf die Ortslagen und den Campingplatz am Westufer begrenzt, dort hilft ein Boot deutlich.
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Beschreibung
Die Havel zwischen Useriner See und Steinhavel
Auf diesem Stück ist die Havel weniger Fluss als Seenkette. Von der Schleuse Zwenzow bis zur Schleuse Steinhavel reiht sie im Neustrelitzer Kleinseenland ein Becken ans nächste. Useriner See, Großer Labussee, Woblitzsee, Drewensee, Großer und Kleiner Priepertsee, Ellbogensee und Ziernsee hängen an kurzen Fließ- und Kanalstrecken, die zur Oberen Havel-Wasserstraße gehören. Bewirtschaftet wird die Strecke von der Seenfischerei Obere Havel in Wesenberg, die den Verlauf in klar abgegrenzte Bereiche gliedert.
Der Charakter wechselt dabei ständig. Weite Seeflächen von über einem Kilometer Breite gehen in Kanäle über, die kaum breiter sind als zwei Sportboote nebeneinander. Genau diese Wechsel geben dir Angelstellen, die du sonst lange suchen musst.
Tiefe Becken und harte Kanten
Das tiefste Loch der Strecke liegt im Großen Priepertsee, wo rund 32 Meter erreicht werden. Von dort steigt der Grund zu den Ufern hin deutlich an, und die Kante dazwischen ist im Sommer die Adresse für Barsch und Zander. Der Ellbogensee arbeitet anders. Er ist rund fünf Kilometer lang, selten breiter als 500 Meter und in drei Becken geknickt, wobei die größte Tiefe im Nordbecken sitzt. Die schmale Form bündelt Wind und Strömung, sodass sich Fisch dort sehr berechenbar an den Übergängen sammelt.
Der Woblitzsee besteht aus zwei je gut zwei Kilometer langen Becken, die nur über die Enge des sogenannten Halses verbunden sind. An der schmalsten Stelle bleiben 300 Meter, an der breitesten sind es rund 1,6 Kilometer. Solche Flaschenhälse sind auf der gesamten Strecke die zuverlässigsten Stellen, weil jeder Fisch, der wandert, hier durch muss.
Kanalstrecken, Schleusen und Mündungen
Zwischen den Seen liegen kurze Verbindungen, die sich lohnen. Sie führen mehr Zug als die offenen Flächen, haben klare Kanten und liegen oft im Schatten von Ufergehölz. Ein paar Punkte, an denen sich der Weg besonders oft auszahlt:
- Der Kanal von Strasen zum Nordbecken des Ellbogensees, wo Wasser aus der Müritz-Havel-Wasserstraße einmündet
- Der Übergang vom Großen Priepertsee in den Ellbogensee direkt bei Priepert
- Die Havelmündung im Nordwesten des Woblitzsees, die ständig Nährstoff und Kleinfisch nachschiebt
- Die Verbindung vom Ellbogensee in den Ziernsee, ein schmaler Riegel mit gutem Zug
- Der Auslauf vom Ziernsee über den Menowsee zur Schleuse Steinhavel, das untere Ende der Strecke
Useriner See im Nationalpark
Ganz oben liegt der Useriner See im Müritz-Nationalpark. Mit 365 Hektar, gut fünf Kilometern Länge und knapp 950 Metern Breite ist er der größte Einzelsee der Strecke. Sein Westufer ist bewaldet und weitgehend unverbaut, das Ostufer bei Userin liegt offener. Weil der See im Schutzgebiet liegt, gelten hier zusätzliche Vorgaben des Nationalparkamts zu Booten, Uferzonen und Sperrbereichen. Vor der ersten Tour lohnt sich deshalb ein Blick in die aktuellen Regelungen und eine Rückfrage beim Bewirtschafter.
Zielfische und wie du sie angehst
Barsch, Hecht und Zander tragen das Revier, dazu kommen Aal und Karpfen. Vom Boot erreichst du die tiefen Kanten und die Mündungsbereiche am einfachsten, vom Ufer arbeitest du am besten an den Engstellen und an den Kanalabschnitten. Im Frühjahr läuft viel flach über den Krautkanten, im Hochsommer verlagert sich das Geschehen an die Sprungschicht der tiefen Becken, und im Herbst stehen die Raubfische wieder eng an den Übergängen zwischen den Seen.