Havel
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Das Ostufer ist über die Havelchaussee und die Uferwege im Grunewald erreichbar, das Westufer über die Uferwege in Gatow und Kladow. Im Grunewald liegt der Weg teils deutlich über der Wasserlinie.
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Beschreibung
Unterhavel zwischen Spandau und der Landesgrenze
Unterhalb der Spandauer Schleuse verliert die Havel jede Ähnlichkeit mit einem normalen Fluss. Statt eines schmalen Bettes zieht sich ein langgestreckter, seenartiger Wasserkörper nach Süden, den erst die Glienicker Brücke weit hinter der Berliner Stadtgrenze wieder einschnürt. Das breiteste Becken im Hauptlauf trägt einen eigenen Seenamen, den Pichelsee. Seitlich zweigen ruhige Buchten ab, der Stößensee und die Scharfe Lanke. Das befischbare Revier reicht von der Schleuse abwärts über die Gatower Seenkette bis zur Querlinie am Roten Stein, die vom Leuchtfeuer vor Schwanenwerder zum Kladower Ufer läuft, und setzt sich in der Kladower Seestrecke bis zur Landesgrenze fort.
Struktur: Fahrrinne, Flachwasser und Uferkanten
Prägend ist die Doppelnatur aus Bundeswasserstraße und Flachwasserzone. In der Mitte läuft die ausgebaute Fahrrinne, auf der Güterschiffe und Fahrgastschiffe unterwegs sind, und genau deren Ränder sind für dich interessant. Wo das Wasser von der Rinne auf die flachen Uferbänke ansteigt, entstehen Kanten, an denen sich Weißfischschwärme sammeln und Raubfische auf Position gehen. Am Ostufer fällt der Grunewaldhang steil zum Wasser ab, das Westufer bei Gatow und Kladow ist flacher, mit Schilfgürteln, Bootsstegen und Krautfeldern.
Der Schiffsverkehr arbeitet für dich, wenn du ihn einplanst. Wellenschlag trübt das Flachwasser an, löst Nährtiere aus dem Sediment und bringt Barsche und Blei in Fresslaune, während zwischen zwei Wellen wieder Ruhe einkehrt. In den Buchten abseits der Rinne bleibt das Wasser dagegen ruhig und klart nach windstillen Tagen deutlich auf, was dort feineres Gerät und dünnere Vorfächer verlangt.
Zielfische und wie du sie angehst
Den Grundstock bilden Blei, Güster, Plötze, Barsch und Kaulbarsch, dazu steht Zander ganz oben auf der Wunschliste vieler Angler. Aal, Hecht, Karpfen, Schleie und Wels werden durch regelmäßigen Jungfischbesatz gestützt. In geringerer Zahl begegnen dir Aland, Döbel, Karausche, Quappe, Rapfen und Rotfeder.
- Zander an den Rinnenkanten, vor allem in der Dämmerung und bei angetrübtem Wasser
- Barsch über Hartgrund, an Steinschüttungen und rund um Stege
- Hecht in den Kraut- und Schilfkanten der ruhigen Buchten
- Blei und Plötze auf den flachen Uferbänken, wo Schiffswellen den Grund aufrühren
Praktisches vor dem ersten Wurf
Bewirtschaftet wird die Strecke von der Fischersozietät Tiefwerder-Pichelsdorf, einem Betrieb, dessen Fischereirechte an der Havel bis ins Jahr 1515 zurückreichen. Der Geltungsbereich ist nach Teilgebieten geschnitten, deshalb lohnt vorab der Blick darauf, welcher Abschnitt für dich freigegeben ist. Was aktuell an Auflagen gilt, klärst du am besten direkt beim bewirtschaftenden Betrieb.
Zu Fuß kommst du auf beiden Seiten gut ans Wasser. Am Ostufer führen Havelchaussee und die Uferwege im Grunewald an lange Abschnitte heran, am Westufer erschließen die Uferwege in Gatow und Kladow die flacheren Zonen. Wer im Grunewald angelt, sollte den Höhenunterschied zwischen Weg und Wasserlinie einplanen, denn nicht jede Stelle lässt sich bequem mit viel Gerät erreichen. Das Röhricht bleibt dabei tabu, es darf nicht betreten werden.