Pferdemosel
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Beschreibung
Die Pferdemosel bei Nennig an der Obermosel
Zwischen dem rechten Moselufer und den Wiesen von Nennig in der Gemeinde Perl liegt ein schmales, langgestrecktes Stillgewässer, das die Angler der Region einfach die Pferdemosel nennen. Der Altarm zieht sich parallel zum Strom und ist nur durch einen Streifen Ufergehölz und Wiese von der Mosel getrennt. Bewirtschaftet wird er seit 1954 vom ortsansässigen Fischersportverein, der das Gewässer bewusst naturbelassen hält und regelmäßig besetzt.
Raubfisch zwischen Kraut und Kante
Wer hier zum ersten Mal steht, merkt schnell, dass die Pferdemosel kein Gewässer für Schnellschüsse ist. Der Bestand an Weiß- und Raubfisch ist gut, aber die Bedingungen wechseln stark über das Jahr. Hecht, Zander und Flussbarsch stehen an den Krautkanten und im Übergang zu den tieferen Rinnen. Auch Wels hat sich etabliert, aus dem Gewässer sind Fische deutlich über einen Meter dokumentiert. Gejiggte Köder gelten unter den Stammanglern als die verlässlichste Methode, weil sie sich dicht über dem Grund und entlang der Krautkanten führen lassen.
Der Sommer ist die schwierige Zeit
Im Hochsommer wächst die Pferdemosel stark zu. Angler berichten von Abschnitten, in denen kaum eine freie Stelle bleibt, und von deutlich schwerer zu befischenden Bereichen im Juli und August. Frühjahr und Spätsommer bis Herbst gelten dagegen als die ertragreichsten Phasen. Wer im Sommer kommt, sucht am besten gezielt nach offenen Löchern zwischen den Krautfeldern und fischt entsprechend leicht und präzise.
- Frühe Saison: offene Wasserflächen, Raubfisch aktiv an den Kanten
- Hochsommer: dichtes Kraut, kurze Würfe in freie Stellen bringen mehr als weites Werfen
- Herbst: nachlassende Vegetation, wieder gut befischbare Uferzonen
Tageslicht bestimmt den Rhythmus
Geangelt wird an der Pferdemosel ausschließlich bei Tageslicht, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Das ändert die Planung spürbar. Die Dämmerungsphasen am Morgen und am späten Nachmittag sind die Fenster, in denen sich der Aufwand meist auszahlt. Ein Boot kommt nicht zum Einsatz, das Gewässer wird komplett vom Ufer aus befischt. Im oberen Teil stehen auf der Moselseite Stege, die für Gastangler nicht freigegeben sind. Die genauen Bestimmungen, Mindestmaße und Schonzeiten legt der Verein fest, ein Blick auf die aktuelle Fassung vor der Tour lohnt sich.
Zwischen Moselufer und Dreiländereck
Nennig liegt im Dreiländereck von Saarland, Luxemburg und Rheinland-Pfalz, das Moseltal ist hier deutlich verbreitert. Wege in der Moselniederung führen direkt am Ufer entlang, entsprechend gut erreichbar ist das Gewässer zu Fuß und mit dem Rad. Die Römische Villa Nennig liegt nur wenige Minuten entfernt, praktisch, wenn Begleitung mitkommt, die selbst nicht angelt.