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Beschreibung
Angeln an der niedersächsischen Tide-Unterweser
Hier endet der Fluss und das Meer beginnt. Ab der Landesgrenze zu Bremen läuft die Weser als breiter Gezeitenstrom Richtung Nordsee, und genau dieser Abschnitt zählt fischereirechtlich schon zu den niedersächsischen Küstengewässern. Zweimal am Tag schiebt die Flut Salzwasser stromaufwärts, danach läuft alles wieder ab. Der Tidenhub erreicht im Bremer Raum inzwischen rund viereinhalb Meter, und dieses ständige Kommen und Gehen prägt dein Angeln hier mehr als alles andere. Strömungskanten, auflaufendes Wasser und die kurzen Phasen um die Kenterung entscheiden oft darüber, ob überhaupt etwas geht.
Brackwasser zwischen Brake, Nordenham und der Außenweser
Der Strom ist hier längst kein Forellenbach mehr. Die Fahrrinne der Unterweser wurde bis auf zwölf Meter vertieft, dazu kommen Sandbänke, Wattflächen und Priele, die bei Niedrigwasser trockenfallen. Für Aal hatte die Weser immer einen Namen, auch wenn die Erträge zuletzt zurückgegangen sind. In der brackigen Zone Richtung Bremerhaven zieht zunehmend der Wolfsbarsch hoch, und das Fischereiamt betreibt in diesen Gewässern ein eigenes Meerforellen-Monitoring. Welche Schonzeiten und Einschränkungen gerade greifen, allen voran das aktuelle Fangverbot auf Aal, klärst du am besten direkt beim Fischereiamt.
Eine Karte für den ganzen Strom
Das Besondere an diesem Revier: Du brauchst keine Sammlung einzelner Vereins-Gastkarten für jede Ortsstrecke. Die behördliche Weserkarte des Staatlichen Fischereiamtes Bremerhaven deckt den gesamten niedersächsischen Tide-Hauptlauf ab, von Lemwerder über Brake und Nordenham bis hinaus in die Außenweser. Voraussetzung ist ein gültiger Fischereischein. Ob und welche Karte für dich passt und wie du sie bekommst, erfährst du direkt beim Fischereiamt.
Womit du ans Wasser gehst
Erlaubt sind bis zu drei Handangeln, dazu eine Senke bis einen Quadratmeter. Mit der mittleren Karte kommen Reusen und Körbe hinzu. Für den weiten, strömungsreichen Abschnitt heißt das in der Praxis kräftiges Grundgeschirr, das auch bei ablaufendem Wasser am Platz bleibt, und ein Blick auf den Tidenkalender, bevor du dich für eine Stelle entscheidest. Petri Heil an der Unterweser.