Neckar
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Beschreibung
Großstadtfluss mit zwei Gesichtern
Zwischen Untertürkheim und Poppenweiler zeigt der Neckar, wie unterschiedlich ein und derselbe Fluss aussehen kann. Mal läuft er als nüchternes Betongerinne mitten durch Stuttgart, mal öffnet sich das Tal und lässt erahnen, was für eine Flusslandschaft hier eigentlich steckt. In den letzten Jahren haben Renaturierungen einige Uferabschnitte spürbar aufgewertet. Frische Flachwasserzonen geben Jungfischen wieder Deckung vor den Wellen der Berufsschifffahrt, und genau solche Strukturen tragen den Bestand langfristig.
Der Hegebereich IX ist ein langer Riemen von rund 21 Kilometern und gliedert sich in vier Teilstrecken, jeweils von Wehr zu Wehr: Untertürkheim bis Bad Cannstatt, weiter bis Hofen, dann bis Aldingen und schließlich bis Poppenweiler. Jede Staustufe verändert Strömung und Tiefe, und das macht den Abschnitt abwechslungsreicher, als die Stadtkulisse zunächst vermuten lässt.
Wo im Hegebereich IX die Fische stehen
Der Neckar steht hier für einen klassischen Mix aus Friedfisch und Räuber. Auf Zander, Hecht und kapitale Welse lohnt sich die Arbeit an Kanten, Buhnenfeldern und in den ruhigeren Bereichen unterhalb der Wehre, wo sich Beutefische sammeln. In den strömenden Passagen halten sich Barben, Nasen und Döbel, die typischen Strömungsfische dieses Flusses. Daneben gehen dir Karpfen, Schleien, Rotfedern und Rotaugen an den Haken, und mit der eingewanderten Schwarzmeergrundel hat sich ein Köderfisch breitgemacht, den die Räuber dankbar annehmen.
Ehrlich bleibt: Der Kormoran hat dem früher üppigen Bestand zugesetzt, an manchen Tagen merkst du das deutlich. Trotzdem sind gute Fänge quer durch alle Arten möglich, gerade wenn du die strukturreichen Stellen rund um die Wehre und Einmündungen abklopfst.
Bevor du am Neckar loslegst
Ein paar Dinge solltest du im Hegebereich IX auf dem Schirm haben. Die Schleusenbereiche sind tabu und ober- wie unterhalb der Schleusen mit Schildern gekennzeichnet, daran führt kein Weg vorbei. Im Teilabschnitt zwischen Bad Cannstatt und Hofen ist der Uferzug entlang der Weinberge eingezäunt und damit nicht erreichbar, hier musst du auf andere Strecken ausweichen. Den bewirtschaftenden Württembergischen Anglerverein erreichst du für alle Fragen rund um Karten und aktuelle Bestimmungen direkt; welche Schonzeiten und Mindestmaße gerade gelten, klärst du am besten ebenfalls dort. Wer die ruhigeren, renaturierten Ecken erwischt, erlebt mitten in der Region Stuttgart erstaunlich entspanntes Flussangeln. Petri Heil.