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Beschreibung
Tideelbe in Hamburg: ein Strom mit zwei Gesichtern
Zwischen dem Wehr Geesthacht und der Landesgrenze bei Wedel atmet die Elbe im Takt der Nordsee. Rund alle sechs Stunden kehrt sich die Strömung um, der Wasserstand wandert in Hamburg um fast vier Meter rauf und runter. Genau das macht diesen Abschnitt so spannend: Du angelst nicht an einem trägen Fluss, sondern an einem lebendigen Tidengewässer, das ständig in Bewegung ist. Wer den Rhythmus von Ebbe und Flut lesen lernt, hat hier schon halb gewonnen.
Der Strom teilt sich bei Bunthaus in Norder- und Süderelbe und fächert sich danach ins weite Hafenrevier auf. Zwischen den Buhnenfeldern der oberen Tideelbe, den Steinpackungen und den tiefen Hafenbecken findest du auf gut 50 Flusskilometern jede Menge Struktur. Die Breite schwankt von rund 300 Metern im oberen Teil bis weit über 500 Meter weiter stromab, dazu kommt die Fahrrinne, die stellenweise über 16 Meter tief ausgebaggert ist.
Wo die Räuber stehen
Die Buhnenfelder sind der Klassiker für Zander. Am Buhnenkopf bildet sich eine Strömungskante, an der die Verwirbelungen Beutefische sammeln, und genau dort lauert der Stachelritter. Mit Gummifisch an der Kante entlang geführt geht hier zur richtigen Tide oft was. Auch Barsch und Rapfen mischen im Strömungsbereich mit. Für den Wels lohnt der Blick in die tiefen Löcher hinter den Buhnen, wo das Wasser steht und größere Brocken auf Beute warten. Pack dafür kräftiges Gerät ein, denn in der Strömung setzt ein guter Waller alles in Bewegung.
Neben den Räubern tummeln sich Friedfische wie Brachse, Karpfen und Rotaugen am Grund, die sich mit Feeder oder Grundmontage gut beangeln lassen. Im Frühjahr und Herbst ziehen außerdem Wanderfische durch: Mit Lachs, Meerforelle und der wiederkehrenden Flunder zeigt sich, dass die Elbe ihre Verbindung zum Meer nie verloren hat. Petri Heil ist hier also bei ganz unterschiedlichem Besuch möglich.
Praktisches für deinen Ansitz
Das Uferangeln läuft über den bewirtschaftenden Verband, der diesen Stromabschnitt betreut. Für das Angeln vom Boot im Hafenbereich gelten eigene Regeln und eine gesonderte Genehmigung. Welche Karten es gibt und was gerade gilt, klärst du am besten direkt beim Verein, denn an der Tideelbe greifen Entnahmefenster und Schonzeiten, die du vor dem ersten Wurf kennen solltest. Eine Fangstatistik gehört an den Verbandsgewässern dazu und will gewissenhaft geführt werden.
Plane deinen Trip ruhig rund um die Gezeiten: Die Phase kurz vor und nach dem Tidenwechsel bringt oft die meiste Bewegung ins Wasser und damit auch in den Fischbestand. Mit etwas Geduld und einem Gespür für die Strömung wird die Elbe in Hamburg zu einem Revier, an das man immer wieder zurückkommt.